M&A Boom in der Schweiz?

Der Flugzeugabfertiger Swissport, bisher im Besitz der französischen Beteiligungsgesellschaft Pai Partners, wird nach China verkauft. Käufer ist der Konzern HNA Group mit Sitz im Haikou, im Norden der Provinz Hainan. Der Kaufpreis beläuft sich auf umgerechnet 2,57 Mrd. Euro (2,73 Mrd. Franken).

Shanghai Pharmaceutical bietet nicht für Stada

Shanghai Pharmaceutical wird nicht mehr in das Bieterrennen um Stada eingreifen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf informierte Kreise kommt kein gemeinsames Angebot mit den Private-Equity-Gesellschaften Advent und Permira zustande. Demnach habe man sich über die Höhe des Kaufpreises für den deutschen Generikahersteller nicht einigen können. Damit bleibt die bisherige Offerte der beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven unangefochten. Diese bieten 66 EUR pro Anteilsschein. Die Aktionäre haben noch bis zum 8. Juni Zeit, das Angebot anzunehmen.

Qualitativer Wandel bei Chinas ODI

Chinas Outbound-Investition sind in eine Phase qualitativen Wandels eingetreten. Nach Jahren ungestümen Wachstums der M&A-Aktivitäten zog die chinesische Regierung die Bremsen an. Übernahmen von Hotels, Kinoketten oder Fußballclubs wurden unterbunden. Doch in Industrie und Hightech ist der Trend ungebrochen. Denn hier sind nicht nur Unternehmensinteressen sondern auch staatliche Planungen treibender Faktor. Gleiches gilt für grenzüberschreitende Projekte im Rahmen der Belt-and-Road-Initiative (BRI). Beide Investitionsformen sind Bestandteil der Transformation der chinesischen Wirtschaft zu einer modernen Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft sowie einer von Peking angestrebten neuen Form der Globalisierung. Chinas Welle von Outbound Direct Investments (ODI) wird langfristig anhalten. Dies erwarten Experten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in ihrer aktuellen Studie „China Outlook 2018“.

Chinesisches Flair für Bogner?

Der Familienunternehmer Willy Bogner steht kurz davor, seine Firma zu verkaufen. Topfavorit ist der chinesische Private-Equity-Fonds Fosun. Dem Handelsblatt zufolge gibt es mit dem Investor Bernd Beetz auch noch einen zweiten Bieter. Beide sollen sich in finalen Gesprächen mit der Investmentbank Goldman Sachs befinden, die den Verkaufsprozess für Bogner leitet. Dealbreaker sei aktuell noch der Verkaufspreis. Laut Finanzkreisen soll das aktuelle Gebot unter 300 Millionen Euro liegen. Inhaber und Vorstandschef Willy Bogner wollte ursprünglich das Doppelte erzielen. Einschließlich der Lizenzen setzte Bogner vergangenes Jahr 241 Millionen Euro um. Der geschätzte Wert des Unternehmens soll sich auf rund 700 Millionen Euro belaufen.

EEW geht für über 1,4 Mrd. EUR an Beijing Enterprises

Es ist der erste Milliardendeal eines chinesischen Investors in Deutschland: Die Beijing Enterprises Holdings kauft für 1,438 Mrd. EUR die in Helmstedt ansässige EEW Energy from Waste. Verkäufer ist die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT. Der Trade Sale steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Behörden. Die Transaktion soll Ende Februar abgeschlossen sein.

Taiwanischer Investor schlägt in Österreich zu

Das taiwanische Maschinenbauunternehmen Tongtai Machine & Tool Co., Ltd. hat eine Mehrheit von 76% an der Beteiligungsgesellschaft mbi-Group erworben. Sie ist Alleineigentümerin des oberösterreichischen Anlagenbauers Anger Machining und des Kärntner Präzisionskomponentenherstellers Hellmerich (HPC Produktionsgesellschaft). Der Wert der Transaktion beläuft sich auf rund 20 Mio. Euro. Die beiden Geschäftsführer von Anger Machining bleiben mit jeweils 12% an der mbi-Group beteiligt. Es ist das erste Investment Tongtais in Österreich.

Cathay Fortune steigt bei Epigenomics ein

Die in Hongkong registrierte Beteiligungsgesellschaft Cathay Fortune International erwirbt einen Minderheitsanteil von 2,15% an der Epigenomics AG. Hierzu führt der am Frankfurter Prime Standard notierte Biotech-Spezialist eine Kapitalerhöhung mit Privatplatzierung durch. Cathay zahlt 4,52 EUR pro Aktie (Xetra-Schlusskurss 16.11.2016: 4,88 EUR) und legt insgesamt 2,1 Mio. EUR auf den Tisch. Die neuen Anteilsscheine sind bereits ab dem laufenden Jahr dividendenberechtigt.

China-Boom: neues Level statt Game Over

62 Übernahmen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 11 Mrd. EUR – 2016 gingen chinesische Zukäufe und Beteiligungen in Deutschland durch die Decke. Der (Übernahme)Fantasie schienen keine Grenzen gesetzt. Im laufenden Jahr stehen nach drei Monaten jedoch gerade einmal eine Handvoll Transaktionen. Der China-Boom am deutschen M&A-Markt ist vorbei, wird deshalb vielerorts bereits geschlussfolgert. Dabei gingen im ersten Quartal auch im Rekordjahr 2016 nur neun Deals über die Bühne. Mit den nackten Zahlen lässt sich die 180-Grad-Wende also nicht erklären.

Britischer Robotikspezialist in chinesischer Hand

Die chinesische Estun Automation erwirbt für 15,5 Mio. GBP (18 Mio. EUR) die britische Trio Motion Technology. Das Unternehmen aus Nanjing plant durch die Übernahme von einem Komponentenzulieferer zu eine Anbieter von High-end Motion-Control-Systemen aufzusteigen. Die in Gloucestershire ansässige Trio Motion Technology soll im Rahmen von Estuns Wachstumsstrategie auch als Forschungs- und Entwicklungszentrum fungieren. Als Berater für den chinesischen Käufer in rechtlicher, steuerlicher und wirtschaftlichen Fragen fungierte Rödl & Partner.

China steigt zur M&A-Weltmacht auf

Die Wall Street und die europäischen Börsen müssen sich auf eine neue M&A-Großmacht einstellen. China wird, wie die jüngsten Zahlen illustrieren, in den kommenden Jahren das globale Geschäft mit Fusionen und Übernahmen fest in die Hand nehmen. In der Champions League der globalen M&A-Deals stieg die Volksrepublik 2013 mit 367 Übernahmen und Beteiligungen für insgesamt 68 Milliarden Dollar zur Nummer zwei hinter den USA auf.

AGIC kauft Laserspezialist Fotona

AGIC Capital erwirbt alle Anteile des Laserherstellers Fotona. Für das slowenische Unternehmen eröffnet der Eigentümerwechsel neue Marktchancen in Asien und China. Verkäufer ist die US-Beteiligungsgesellschaft The Gores Group. Zum Kaufpreis äußerte sich AGIC nicht. Für die von Henry Cai vor zwei Jahren gegründete chinesisch-deutsche Private-Equity-Gesellschaft ist die Akquisition die dritte Transaktion insgesamt und die zweite als Alleininvestor.

Joyson übernimmt Lenkradhersteller Quin

Der chinesische Automotive-Konzern Joyson Electronics übernimmt für 90 Mio. EUR die Quin GmbH aus Rutesheim. Das gab das börsennotierte Unternehmen aus Ningbo am Dienstag bekannt. Joyson Electronics wird für die die Finanzierung der Übernahme sowie weiterer Projekte bei seiner ersten deutschen Tochter Preh eine Kapitalerhöhung über 1,13 Mrd. CNY (146 Mio. EUR) über eine Privatplatzierung von Aktien durchführen.