M&A-Boom: Die Suche nach dem perfekten Deal

Hunger nach dem Mega-Deal auch in China?

„Merger-Mania“, „Kaufrausch“ oder „Die Rückkehr der Mega-Deals“, überschlugen sich die Schlagzeilen in den vergangenen Wochen. Keine Frage, das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen blüht. 2014 war das beste Jahr der Nach-Lehman-Zeitrechnung und 2015 könnte sogar noch besser werden. Doch was haben die Investoren eigentlich davon? Wir haben die jüngsten Studien für Sie durchforstet und zusammengetragen, welche Transaktionen aus Sicht der Käufer-Aktionäre am erfolgreichsten sind.

Wachsen, wachsen, immer weiter wachsen. Das ist das Mantra, das Vorstände üblicherweise von ihren Investoren zu hören bekommen. Eine Möglichkeit, dem gerecht zu werden, sind Zukäufe. Damit sind die Anlegerinteressen neben günstigen Finanzierungsbedingungen, steigendem Anlagedruck sowie branchenspezifischen Faktoren, wie dem mit dem Preisverfall einhergehenden Konsolidierungsdruck in der Ölindustrie, ein Argument für die anhaltende M&A-Dynamik. Um knapp 40 Prozent nahmen Akquisitionen mit einem Volumen von einer Milliarde Dollar und mehr in den ersten drei Monaten 2015 gegenüber dem Vorjahresquartal zu – darunter allein vierzehn Transaktionen, die mindestens zehn Milliarden Dollar schwer waren. Vorläufiger Höhepunkt: Die Anfang April verkündete Übernahme der BG Group durch Royal Dutch Shell für 70 Milliarden Dollar.

Doch ist anorganisches Wachstum für die Käufer-Aktionäre gleichbedeutend mit steigenden Kursen? Nicht so im Fall Shell. Rund 7 Prozent verloren die B-Aktien, die zur Finanzierung des Deals herangezogen werden, nach der Ankündigung des Deals. Die A-Aktien gaben knapp 4 Prozent nach. Die Anleger zweifeln, dass Shell eine 50 Prozent-Prämie für BG zahlen und daraus ausreichend Synergien ziehen kann, um Wert für die Aktionäre zu schaffen und als Draufgabe noch eine Dividende für die gewachsene Aktionärsbasis zu zahlen. Umgekehrt legten die BG-Aktien um 43 Prozent zu. Kein ungewöhnliches Phänomen: Zahlreiche Studien aus den 80er und 90er Jahren, die versuchen „abnormal returns“ zu berechnen, kommen zu dem Ergebnis, dass von einer Fusion auch langfristig lediglich die Aktionäre des Target-Unternehmens profitieren, während die Anteilseigner des Käufers sich im Schnitt schlechter stellen.