Start Blog Seite 110

Dalian Wanda Group: Nächstes Mega-IPO?

Quelle: Thinkstock; © TonyYao

Auf dem Hongkonger Börsenparkett ist das IPO-Jahr längst noch nicht gelaufen – so plant der chinesische Baukonzern Dalian Wanda Group anscheinend einen Börsengang in Milliardenhöhe.

Nach Alibaba in den USA steht in China selbst womöglich das nächste milliardenschwere IPO bevor: Laut Medienberichten plane die Dalian Wanda Gruppe – der weltweit zweitgrößte Immobilienentwickler für Shopping Malls und Bürogebäude – einen Börsengang, der bis zu 6 Mrd. USD einnehmen könnte. Ein Großteil des Geldes soll laut Insiderkreisen in neue Projekte in China fließen. Angeblich plant Dalian Wanda bereits ab dem 3. Dezember die ersten Investoren zu umwerben. Der Preis der Aktie soll am 15. Dezember festgelegt werden. Eine Woche später könnte dann schon die Erstnotierung an der Hongkonger Börse folgen.

Im September sorgte Onlinehändler Alibaba, der durch seinen Börsengang ein Emissionsvolumen von rund 25 Mrd. USD erreichte, bereits für Furore. Die Performance der Alibaba-Aktie läuft seither gut: Seit der Erstnotierung ist der Kurs um rund 20% gestiegen. Im Vergleich zum deutschen Kapitalmarkt stehen in Hongkong noch bis Ende des Jahres weitere Neuemissionen an, z.B. die des Daimler-Partners BAIC Motor.

b-to-v investiert in Twice Fashion

Quelle: Thinkstock; © Gennady Kravetsky

Die Schweizer Venture Capital-Gesellschaft b-to-v investiert in einer ersten Finanzierungsrunde in Twice Fashion, eine chinesische Marke für Modeschmuck und Fashion Accessoires. Mit dem frischen Kapital plant das junge Unternehmen Wachstum und Infrastruktur auf dem chinesischen Markt weiter voranzutreiben. Außerdem bereitet es den Eintritt auf den europäischen und US-amerikanischen Markt vor. Über die Höhe der Beteiligung bewahren beide Seiten Stillschweigen.

Derzeit erwirtschaftet die Modemarke bereits einen Umsatz im mittleren einstelligen USD-Millionenbereich. Das Unternehmen Beijing Tian Wei Fashion Trading, das hinter der Marke Twice Fashion steht, beschäftigt mittlerweile 120 Mitarbeiter und ist sowohl online als auch mit 30 Boutiquen in zehn chinesischen Großstädten vertreten. Mit einem Sortiment aus Modeschmuck, Sonnenbrillen, Hüten, Schals und Handtaschen in gehobener Qualität adressiert Twice Fashion eine in China schnell wachsende Käufergruppe: die oft international ausgebildete und modisch interessierte 25- bis 35-jährige Frau der Mittelschicht. Dabei entwickelt sich der im vergangenen Jahr 23 Mrd. USD schwere Modemarkt im Reich der Mitte weiterhin stabil. Laut dem Euromonitor International 2014 soll der Markt bis 2018 um jährlich 8% wachsen.

Twice Fashion wird von Tina Tian und Mirko Wormuth geleitet. Während die gebürtige Chinesin für Design und Markenkonzept verantwortlich zeichnet, übernimmt ihr deutscher Ehemann Wormuth die betriebswirtschaftliche Führung.

Weitere Informationen zu Twice Fashion unter: www.twice-fashion.com

Erneuter Zuwachs aus der VR China für Bayern

Was bewegt ein chinesisches Unternehmen aus der Maschinenbaubranche dazu, für seine Europa-Zentrale den Standort München zu wählen? „Hohe Innovationskraft und die hervorragende Forschungslandschaft des Freistaats Bayern haben uns überzeugt, unsere Europa-Zentrale in Bayern zu gründen“, betont Herr Wei XIE, geschäftsführender Inhaber von Dong Ming Motor Electric Co., Ltd. Das Hauptziel des neuen Büros liegt in der verstärkten Zusammenarbeit mit bestehenden Kunden und Partnern, sowie in der Akquise von neuen Kunden vor Ort.

Mit Hauptsitz in Hongkong und Produktionsstätten in Shenzhen ist das Unternehmen auf die Herstellung von Elektromotoren sowie elektrische Antriebssysteme für Haushaltsgeräte und industrielle Anwendungen spezialisiert. Dong Ming Motor Electric wurde 1980 gegründet, beschäftigt mittlerweile weltweit über 3.000 Mitarbeiter und hat mehrere eigene Marken im Portfolio.

Dr. Wolfgang Hübschle, Leiter von Invest in Bavaria, der Ansiedlungsagentur des Freistaates Bayern, hieß das Unternehmen aus der bayerischen Partnerprovinz Guangdong im Oktober diesen Jahres herzlich willkommen: „Über die Entscheidung von Dong Ming Motor Electric freue ich mich sehr. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Bayern und Guangdong sind eng und seit vielen Jahren von gegenseitiger Freundschaft geprägt. Ich bin mir sicher, dass auch Dong Ming Motor Electric davon profitieren wird.“ www.invest-in-bavaria.com

China Strategie 2.0 der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank will die Zahl der Filialen und Mitarbeiter in China erhöhen und so ihre Präsenz im Reich der Mitte stärken. Das gab Co-Chef Jürgen Fitschen in einem Interview mit einer deutschen Tageszeitung bekannt. Zugpferd soll dabei die Vermögensverwaltung sein. Die Deutsche Bank will gezielt reiche Chinesen als Kunden gewinnen.

Die Bank profitiert in Asien laut Fitschen von ihrem guten Ruf. Seine Hoffnungen ruhen  auf weiteren Liberalisierungen im chinesischen Finanzsektor. Die Anteile an der chinesischen Hua Xia Bank könnten deshalb vorerst gehalten werden. Die Deutsche Bank ist bereits seit acht Jahren an dem Institut beteiligt und erhöhte zuletzt 2010 ihren Anteil auf 19,99%. Trotz Reformstau und langsameren Wirtschaftswachstum in China setzt das die Nummer eins unter den deutschen Finanzinstituten weiterhin auf Wachstumsmöglichkeiten im Reich der Mitte – und das, obwohl sich das Tempo in der chinesischen Wirtschaft deutlich verlangsamt hat.

Indes schritt die Öffnung der chinesischen Finanzmärkte  zuletzt wieder deutlich voran. Im November wurde die erste Renminbi Transaktion über das Offshore Clearing Centre in Frankfurt getätigt. Und durch das neue Shanghai-Hongkong-Stock-Connect-Programm  können ausländische Investoren seit kurzem über Hongkong an der Shanghaier Börse handeln. Finanzexperten bewerten das als wichtigen Schritt für die Liberalisierung des chinesischen Finanzwesens und die Internationalisierung der Währung.

Bayer Completes Takeover of Dihon Pharmaceutical

Bayer and Dihon Pharmaceutical Group Co., Ltd  announced on their official websites recently that Bayer has completed the acquisition of Dihon Pharmaceutical Group Co., Ltd., a privately held pharmaceutical company which based on Yunnan, China. Bayer paid a purchase price of CNY 3.6 billion (approximately EUR 460 million).

Bayer pointed out that acquiring Dihon would strengthen its Consumer Care business and move Bayer HealthCare a leading OTC (over the counter) position in key growth country. “This acquisition is further evidence of our aim to strengthen our Life Sciences portfolio with strategic bolt-on acquisitions,” said Bayer’s chief executive officer Dr. Marijn Dekkers

The general secretary of China Nonprescription Medicines Association (CNMA), Mr. Wang Ao indicated that for many foreign pharmaceutical companies, Chinese OTC market is very attractive and worthwhile larger investments. Apart from Bayer, Sanofi-Aventis, Swiss pharmaceutical manufacturers Novartis and other large foreign pharmaceutical companies once have purchase behavior or investment willingness to Chinese local pharmaceutical industry.

Dihon is one of the leading consumer health care companies in China, mainly providing innovative and effective chemical medicines and traditional Chinese medicines. Dihon brands are sold in China as well as other countries such as Nigeria, Vietnam, Myanmar and Cambodia. It generated sales of EUR 123 million in 2013.

The Bayer Group is a global enterprise with core competencies in the fields of health care, agriculture and high-tech materials. Bayer HealthCare, a subgroup of Bayer AG with annual sales of EUR 18.9 billion (2013), is one of the world’s leading, innovative companies in the healthcare and medical products industry and is based in Leverkusen, Germany.

Chinesische M&A Deals in Deutschland

Welche deutschen Unternehmen stehen aktuell im Fokus chinesischer Investoren? Besonders beliebt sind nach wie vor Mittelständler aus den Bereichen Automobilindustrie, Maschinenbau und Solarenergie. Neben chinesischen Staatsunternehmen, wie die äußerst aktive AVIC-Gruppe mit allein vier Übernahmen im laufenden Jahr, wagen sich auch chinesische Privatunternehmen, beispielsweise Shunfeng und Meikai, auf den deutschen M&A-Markt vor. Ein Überblick der chinesisch-deutschen M&A Deals im bisherigen Jahresverlauf.

Akquisitionen chinesischer Unternehmen in Deutschland 2014

 Datum Zielunternehmen Käufer Branche Volumen Berater
10/2014 S.A.G.Solarstrom AG Shunfeng Photovoltaic International Ltd. über SF Clean Energy Gruppe Energiewirtschaft 65 Mio. EUR Dr. Jörg Nerlich (Insolvenz-verwalter)
10/2014 Boge Elastmetall GmbH (ehemals ZF Lemförder GmbH) CSR über Zhuzhou Times New Material Technology Automobil 315 Mio EUR (2,4 Mrd. CNY) n.b.
10/2014 Dürkopp Adler AG ShangGong (Europe) Maschinenbau 13,9 Mio EUR Schulz Noack Bärwinkel
10/2014 Hilite International AVIC Electromechanical Systems Co., Ltd Automobil 473 Mio. EUR Noerr LLP
9/2014 Künkel-Wagner Prozesstechnologie GmbH QME Qingdao Machinery Industry Corp. Maschinenbau n.b. CMS Hasch Sigle
9/2014 Zenith GmbH Fujian Quangong Machinery Co. Ltd. über Q&G Maschinenbau GmbH Maschinenbau n.b. Bruno Kübler (Insolvenz-verwralter)
9/2014 Avancis GmbH China National Building Materials Group Corporation (CNBM) Energiewirtschaft n.b n.b.
8/2014 Lübeck Airport (Yasmina Flughafen-management Gmbh) Puren Group Verkehr n.b Prof. Dr. Pannen Rechtsanwälte (Insolvenz-verwalter)
7/2014 KACO GmbH + Co KG Zhongding Sealing Parts Automobil 64 Mio. EUR (80 Mio. USD) n.b.
7/2014 Koki Technik Transmission Systems GmbH AVIC Electromechanical Systems Co., Ltd Automobil n.b. Network Corporate Finance
7/2014 IMA Automation Amberg GmbH Preh GmbH (Joyson Automotive) Automobil 20 Mio. EUR n.b.
6/2014 Schumag AG Meikai über Meibah International GmbH Automobil 2,8 Mio. EUR Baker & McKenzie, Gruen Advisors
5/2014 Sunways AG Shunfeng Photovoltaic International Energiewirtschaft 2,2 Mio. EUR Schleich & Kollegen (Insolvenz-verwalter)
5/2014 Kokinetics GmbH AVIC Electromechanical Systems Co., Ltd Automobil n.b. Luther
3/2014 Wilbert TowerCranes GmbH NanYang GuoYu Seal Development Co., Ltd. Baumaschinen n.b. Eurasian Consulting
3/2014 Weingut Diehl-Blees Jiangsu GPRO Group Co Ltd Landwirtschaft n.b n.b
2/2014 Solutronic GmbH Scheuerle Vermögensver-waltung GmbH; Shanghai Churui Energy Techno- logy Co., Ltd. Energiewirtschaft Heisse Kursawe Eversheds
 1/2014 Peine GmbH Shandong Ruyi Science & Technology Group Ltd. Textilindustrie n.b n.b
 1/2014 Penta Hotel Holdings Ltd New World China Land Ltd (NWCL) Hotelgewerbe 13,5 Mio. EUR Heisse Kursawe Eversheds
1/2014 KHD Humboldt Wedag International AG Aviation Industry of China (AVIC) Baumaschinen 285,4 Mio. EUR Ashurst
1/2014 Columbus Holding GmbH Goodbaby International Holding Einzelhandel 70,7 Mio EUR n.b.

Quelle: EY, S&P Capital IQ, Reuters, Deloitte, DB Research, eigene Recherche

Shanghai-Hong Kong Stock Connect: The Second Largest Economy Opens Door Wider to Foreign Investors

The Shanghai-Hong Kong Stock Connect officially kicked off on 17th of November, 2014. That marks that China has taken another big step towards liberalizing its markets after the launch of the Shanghai Free-Trade Zone.

The Shanghai-Hong Kong Stock connect was announced by Chinese premier Li Keqiang in April this year as part of Beijing’s push to liberalize its economy and gradually to make the yuan more freely convertible.

The opening of the Shanghai-Hong Kong Stock Connect will allow investors in Hong Kong and mainland China to trade a specified range of listed stocks in each other’s market through their respective local securities companies, thereby helping to promote and strengthen the connection between Hong Kong and mainland capital markets.

This scheme is regarded as one of the most significant openings of China’s capital account in a decade and is expected to allow the equivalent of $3.8 billion a day in cross-border transactions.

Deutsche Manager sehen bei Chinas M&A-Aktivitäten positiven Trend

Führungskräfte deutscher Unternehmen in China gehen nach wie vor von einem Wachstum der M&A-Aktivitäten chinesischer Investoren sowohl im Land selbst als auch Outbound aus. Rund ein Drittel erwartet auf Sicht von sechs Monaten einen Anstieg bei den Auslandakquisitionen chinesischer Investoren. Fast 60% gehen immerhin von leicht steigenden Transaktionen im Ausland aus. Auch der deutsche Zielmarkt wird positiv bewertet. Dies ist das Ergebnis des ZEW-PwC-Wirtschaftsbarometers für das vierte Quartal 2014.

Für Deutschland als Investitionszielland chinesischer Unternehmen gehen rund 19% der befragten Manager von einer steigenden und fast 49% von zumindest leicht steigenden M&A-Transaktionen aus. 30% erwarten ein gleichbleibendes Niveau, weniger als 3% ein leichtes Sinken der Aktivität. Damit ist die Einschätzung nach wie vor positiv, allerdings in der Tendenz nicht mehr ganz so stark wie im vergangenen Jahr. Im vierten Quartal 2013 erwarteten rund 42% der Umfrageteilnehmer steigende  und ein Drittel leicht steigende Übernahmen in Deutschland durch Investoren aus dem Reich der Mitte.

Für den chinesischen Binnenmarkt sehen die deutschen Expatriates vor allem das Baugewerbe, die IT-Branche und den Stahl- und Metallsektor im Fokus von wachsender M&A-Aktivitäten. Dabei wird das Baugewerbe offensichtlich aufgrund der Konsolidierung im Immobiliensektor als neuer Fokus von Übernahmen eingeschätzt. 2013 ging noch keiner der Befragten von steigenden Transaktionen in dieser Branche aus, aktuell sind es hingegen ca. 23%.

Die Umfrage für ZEW-PwC-Wirtschaftsbarometer China im vierten Quartal 2014 wurde vom 10.10.2014 bis zum 31.10.2014 durchgeführt. Es beteiligten sich 39 Führungskräfte deutscher Unternehmen in China.

CSR schließt Übernahme von Boge ab

Der staatliche chinesische Eisenbahnhersteller CSR hat am 28. Oktober den Abschluss der Übernahme  der Gummi- und Kunststoffsparte der ZF Friedrichshafen AG bekanntgegeben. Der Aufkauf erfolgt durch Zhuzhou Times New Material Technology, eine Tochtergesellschaft von CSR. Die Transaktion hat ein Volumen von 2,4 Mrd. CNY oder 315 Mio. EUR. Unter der Firmierung Boge Elastmetall GmbH wird die Sparte Teil der neuen globalen Marke Boge Rubber & Plastics.

Mit der Umfirmierung kehrt die Sparte zu dem Traditionsnamen Boge zurück. Das 1903 gegründete Unternehmen wurde nach mehreren Verkäufen von der ZF Friedrichshafen AG übernommen und war zuletzt Teil des Tochternunternehmens ZF Lemförder GmbH. Boge ist als Zulieferer für die Automobilindustrie tätig und stellt Produkte wie Airbag-Gehäuse, Hydrolager für die Motoraufhängung oder auch Dämpflager. Für 2012 meldete die ZF-Sparte einen Umsatz von rund 600 Mio. Euro.

Die Übernahme von Boge war bereits im Oktober 2013 vereinbart worden. Zhuzhou Times New Material Technology kontrolliert durch die Transaktion neben der deutschen Zentrale in Damme auch Niederlassungen von Boge in Frankreich, den USA, Australien, Brasilien und China. Zhuzhou Times New Material Technology ist einer der führenden Anbieter von Schwingungstechnik und Polymerverbundstoffen in der Bahntechnik und seinerseits Teil der CSR Group, dem weltweit größten Hersteller von Schienenfahrzeugen. Der Umsatz der CSR Group betrug 2013 ca. 11,9 Mrd. EUR.

Globalscope Partners und Asia M&A Group fusionieren

Die internationalen M&A-Netzwerke Globalscope Partners und Asia M&A Group werden künftig gemeinsam am Markt auftreten. Die Mitglieder von Globalscope haben laut einer Meldung des Netzwerks vom 4. November auf ihrer halbjährigen Versammlung in Athen einstimmig eine Fusion mit der Asia M&A Group beschlossen.

Durch den Zusammenschluss treten zusätzliche M&A-Berater aus Indien, Indonesien, Japan, Korea, Singapur, Vietnam und Thailand dem Consulting-Netzwerk bei. Globalscope war ursprünglich ein transatlantisches Netzwerk zwischen Europäern und Amerikanern. Partner in China, Australien,  Russland, Brasilien und Südafrika kamen nach und nach hinzu, standen aber bisher nicht im Fokus des Bündnisses. Die erst 2011 gegründete Asia M&A Group, die im Zukunftsmarkt Asien ihren Schwerpunkt hat, wird daher als eine bedeutende Ergänzung des Netzwerks gesehen.

Globalscope wird von Michael Moritz, Geschäftsführer und Partner der Hamburger CatCap Corporate Finance GmbH, geführt. Drei Viertel der rund 20 von CatCap begleiteten Transaktionen in den letzten 12 Monaten waren international. Der Geschäftsführer der Asia M&A Group Josh Park gibt seinen Posten auf und wird dafür neues Vorstandsmitglied bei Globalscope.

Insgesamt umfasst der Globalscope-Verbund (www.globalscopepartners.com) nach eigenen Angaben 44 Firmen in 38 Ländern. Aus Deutschland sind neben der M&A Beratung CatCap (www.catcap.de) die Transfer Partners Group (www.transfer-partners.com) in Düsseldorf sowie das Münchener Beratungshaus CCI Management (www.ccim.de) engagiert. Nachdem Zusammenschluss besteht Globalscope jetzt aus über 44 Mitgliedern, die folgende 36 Länder abdecken: Australien, Belgien, Botswana, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Indien, Indonesien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Namibia, Niederlande, Polen, Portugal, Russland, Schweiz, Singapur, Spanien, Südafrika, Südkorea, Thailand, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Uruguay, USA, das Vereinigte Königreich und Vietnam.

Chinas ODI soll auf 1,25 Bio. USD steigen

Quelle: Thinkstock; © LiYiuTung

Chinesische Auslandsinvestitionen sollen innerhalb von zehn Jahren ein Gesamtvolumen 1,25 Bio. USD (1 Bio. EUR) erreichen. Das erklärte der chinesische Präsident Xi Jinping im Rahmen des APEC-Gipfels in Beijing. In einer Grundsatzrede vor Staats- und Unternehmensführern erläuterte er darüber hinaus die „neue Normalität“ eines langsameren Wirtschaftswachstums in China.  Außerdem gab er Pläne für einen „Seidenstraßenfonds“ zum Ausbau der Infrastruktur zwischen Asien und Europa bekannt.

Xi Jinping sieht für das Reich der Mitte eine nachhaltige Rolle bei der Entwicklung des asiatisch-pazifischen Raums und der Weltwirtschaft. Nachdem die akkumulierten chinesischen Direktinvestitionen ins Ausland (outbound direct investment – ODI) bis Ende 2013 bereits 525,7 Mrd. USD (423,8 Mrd. EUR) betrugen, sagt Xi für die kommenden zehn Jahre eine Zweieinhalbfachung des Wertes auf 1,25 Bio. USD bzw. 1 Bio. EUR voraus.

Auch stellt für Xi das verlangsamte Wirtschaftswachstum keinen Grund zur Beunruhigung dar, sondern er sieht es als Teil einer „neuen Normalität“. Die chinesische Wirtschaft habe einen Gang zurückgeschalten, dafür würde die ökonomische Struktur ständig verbessert und das Wachstum vermehrt von Innovation statt von Investitionen angetrieben.

Tatsächlich wuchs die chinesische Wirtschaft im Durchschnitt der ersten drei Quartale dieses Jahres lediglich um 7,4%, im dritten gar nur um 7,3%. Das Ziel von 7,5% für das Gesamtjahr scheint damit kaum noch erreichbar. Doch Xi betonte, dass das Wachstum mittlerweile auf einer anderen Basis stehe. „Allein das Volumen des chinesischen Wirtschaftswachstums im Jahr 2013 entspricht der gesamten wirtschaftlichen Leistung des Landes im Jahr 1994 – und könnte den Platz 17 in der Weltwirtschaft einnehmen“, relativiert der seit 2012 amtierende chinesische Präsident die Kritik an den fallenden Prozentwerten.

Zwei zentrale Projekte der chinesischen Regierung für eine weitere  Integration in die globalen ökonomischen Strukturen sind der „Wirtschaftsgürtel Seidenstraße“ und die „Maritime Seidenstraße des 21. Jahrhunderts“. Ersteres umfasst ein Netz aus Straßen, Schienen und anderer essentieller Infrastruktur, die China mit Zentral- und Südasien, dem Nahen Osten und Europa vernetzen soll. Letzteres sieht den Ausbau von Häfen und Industriegeländen in Asien, dem Nahen Osten, Afrika und Europa vor. Hierzu kündigte Xi an, dass China 40 Mrd. USD (32 Mrd. EUR) zur Finanzierung beider Projekte in einen neu geschaffenen „Seidenstraßenfonds“ zahlen werde.

Der von China unter aufwändigen Vorkehrungen in Beijing ausgerichtete APEC-( Asia-Pacific Economic Cooperation-) Gipfel findet noch bis zum 11. November statt.

Das Beste aus zwei Kulturen verbinden

Aus E-Mag M&A China/Deutschland 03/2014

Viele deutsche und chinesische Unternehmen stellen bei Cross-Border Merger & Acquisitions vor allem die rechtliche und finanzielle Absicherung der Transaktion in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Dabei verlieren sie leicht das wichtigste Investitionsgut aus den Augen: die eigenen und neuen Führungskräfte und Mitarbeiter. Mit der richtigen HR-Strategie lassen sich negative Folgen vermeiden. 

Für viele deutsche Unternehmen ist China ein gigantischer Markt, den zu erschließen immer noch eine enorme Herausforderung darstellt. Doch je mehr die europäischen Märkte entweder gesättigt oder wegen der Eurokrise rückläufig sind, desto größer wird der Druck, neue Märkte zu erschließen. Die Übernahme eines chinesischen Unternehmens bietet sich daher als Einstieg an, um wertvolles Know-how im Reich der Mitte zu gewinnen. Umgekehrt hat der wirtschaftliche Aufstieg Chinas in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass immer mehr chinesische Unternehmen den umgekehrten Weg gehen.

Kulturelle Unterschiede beachten

Die Übernahme eines Unternehmens kann schon innerhalb eines Landes aufgrund regionaler Unterschiede und verschiedener Unternehmenskulturen problematisch sein. Noch schwieriger gestalten sich Prozesse, bei denen Unternehmen aus zwei Ländern mit so unterschiedlichen Sprachen und Kulturen wie Deutschland und China miteinander verschmelzen sollen. Die größte Herausforderung für die Unternehmensführung besteht in diesen Fällen darin, die Führungskräfte und Mitarbeiter von den Vorteilen einer Fusion oder Übernahme zu überzeugen. Außerdem sollte sie sich davor hüten, die eigenen Vorstellungen 1:1 auf die fremde Kultur zu übertragen. So herrscht in chinesischen Unternehmen oft noch ein sehr hierarchisches Denken und auch der Führungsstil ist autokratisch geprägt. Das löst bei vielen deutschen Mitarbeitern Befürchtungen aus, da sie oft mit größerer Eigenständigkeit Probleme angehen und lösen. Eine weitere Sorge in deutschen Belegschaften bei Übernahmen oder Fusionen ist die Angst vor einem möglichen Stellenabbau – unabhängig davon, ob es sich bei dem Investor um ein deutsches oder chinesisches Unternehmen handelt. Das löst aktiven oder passiven Widerstand aus, der durch kulturelle Missverständnisse noch verstärkt werden kann. Denn so wie deutsche Manager die chinesische Unternehmenskultur oft nicht vollständig durchdringen, fehlt es auch chinesischen Managern am Verständnis für die Ängste und Befürchtungen ihrer deutschen Mitarbeiter.