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Post M&A-Restructuring: Herausforderung für chinesische Investitionen

Symbolbild. Gavel und Geld.
Quelle: Adobe Stock © thodonal

Chinesische Investitionen in deutsche Unternehmen erfolgen für gewöhnlich durch den Erwerb von Geschäftsanteilen/Aktien und/oder Finanzierungen durch Ausreichung von Darlehen. Gerät die Zielgesellschaft in die Krise, gefährdet dies den Wert der Beteiligung und der Darlehensrückzahlungsansprüche, denn die Gesellschafterdarlehen sind typischerweise nachrangig. Neben dem Verlust des Investments können sich auch noch Haftungsfolgen für den chinesischen Investor sowie den chinesischen Geschäftsführer ergeben.

Verlust des Investments

Das deutsche Insolvenzrecht kennt als oberste Maxime die bestmögliche Gläubigerbefriedigung. Wenn einmal das Insolvenzverfahren eingeleitet worden ist, richtet sich die Entscheidung, ob das Unternehmen liquidiert oder fortgeführt wird oder die Assets des Unternehmens als Going Concern verkauft werden können, danach, welcher Weg für die bestmögliche Gläubigerbefriedigung der vorzugswürdige ist. In dieser Hinsicht sind besonders Situationen gefährlich, in denen der chinesische Investor Gesellschaftsanteile erwirbt und zugleich Gesellschafterdarlehen ausreicht. Im Insolvenzverfahren der deutschen Zielgesellschaft sind Gesellschafterdarlehen nachrangig: Sie werden erst bedient, wenn alle gesicherten und einfachen Insolvenzgläubiger vollständig befriedigt wurden.

Insolvenzanfechtungen von Rückzahlungen von Gesellschafterdarlehen

Darüber hinaus sind auch Zahlungen, die ein Gesellschafter aufgrund eines Gesellschafterdarlehens im Zeitraum von einem Jahr vor der Stellung des Insolvenzantrags erhalten hat, durch den Insolvenzverwalter anfechtbar und müssen in die Insolvenzmasse zurückgeführt werden. Noch weiter zurück reicht die Insolvenzanfechtung von Sicherheiten, die ein Gesellschafter für ein Gesellschafterdarlehen erhalten hat – hier beträgt die Anfechtungsfrist sogar zehn Jahre. Die konkrete Ausgestaltung des Ausreichens von Gesellschafterdarlehen sowie deren Rückzahlungen kann entscheidend sein, um die Haftungsfolgen zu minimieren. So kann es z.B. besser sein, wenn der Gesellschafter erst auf die Sicherheit verzichtet, bevor ein Darlehen zurückgezahlt wird.

Ein Gesellschafter muss auch stets zahlen, wenn er einem Dritten für dessen Darlehen eine Sicherheit gestellt hat – sei es durch Mithaftung, Bürgschaft, Sicherungsübereignung oder andere Personal- oder Realsicherheiten. Diese Haftung des Gesellschafters gilt im Ergebnis unabhängig davon, ob die Gesellschaft den Dritten im Zeitraum von einem Jahr vor dem Insolvenzantrag befriedigt hat oder ob die Gesellschaft dazu nicht mehr in der Lage war.

Vorsicht ist auch bei der Ausreichung von Darlehen und Sicherheiten durch konzernverbundene Unternehmen geboten, die nicht selbst direkt Gesellschafter sind, denn nicht nur der Gesellschafter selbst ist von den erwähnten Regelungen betroffen, sondern auch mit ihm horizontal oder vertikal verbundene Unternehmen.

Schuld bei der Beihilfe zur Insolvenzverschleppung

Ebenso birgt das ungeprüfte Ausreichen von (weiteren) Darlehen durch den chinesischen Investor in der Krise des deutschen Zielunternehmens nicht unerhebliche Risiken. Ein Darlehensgeber kann sich unter Umständen der Beihilfe zur Insolvenzverschleppung schuldig machen, wenn die Gesellschaft im Zeitpunkt der Darlehensvergabe insolvenzreif war, der Darlehensnehmer dies wusste oder sich leichtfertig der entsprechenden Erkenntnis verschloss und so das Hinausschieben des gebotenen Insolvenzantrags bewirkt oder geduldet wird. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich für den chinesischen Investor, umfassende Informationen einzuholen und sorgfältige Dokumentationen anzufertigen, damit im späteren Streitfall die finanzielle Situation des Zielunternehmens sowie die Intentionen des chinesischen Gesellschafters nachvollziehbar und belegbar sind.

Haftung des Gesellschafters aus Patronatserklärungen

Einen Durchgriff auf das Vermögen des chinesischen Gesellschafters sieht das deutsche Recht bei Kapitalgesellschaften per se nicht vor. Eine Haftung des chinesischen Investors für Verbindlichkeiten des deutschen Zielunternehmens kann aber aus vertraglichen Regelungen resultieren, insbesondere aus Unternehmensverträgen und Patronatserklärungen. Gerade Letztere werden oftmals unüberlegt und weder in zeitlicher noch betragsmäßiger Begrenzung ausgereicht. Häufig werden sie auch „vergessen“ und nicht beseitigt, wenn die Gesellschaft sie eigentlich nicht mehr benötigt. Im Insolvenzfall sind sie für den chinesischen Investor besonders riskant, zumal eine Kündigung erstens zulässig sein muss und zweitens nur für die Zukunft Wirkung hat. Zu empfehlen ist daher, Patronatserklärungen z.B. nur für die Geltung jeweils eines Jahres und idealerweise der Höhe nach begrenzt auszureichen, damit stets neu und bewusst entschieden werden kann, ob und in welchem Umfang die deutsche Zielgesellschaft finanziell gestützt werden soll.

Herausforderungen für chinesische Geschäftsführer

Zusätzliche Risiken bestehen dann, wenn auch die Geschäftsführung durch den chinesischen Investor besetzt wird. Nach dem deutschen Insolvenzrecht obliegt der Geschäftsführung durchgängig die Pflicht zur Überprüfung einer etwaigen Insolvenzantragspflicht. In der Krise und späteren Insolvenz kann dabei häufig eine Art Generalverdacht bestehen, dass die Geschäftsführung nur oberflächlich und fehlerhaft durchgeführt worden ist, wenn der Geschäftsführer seinen Sitz im Ausland hat und typischerweise nicht immer vor Ort am Sitz der Gesellschaft tätig ist. Es können sich persönliche Haftungsrisiken ergeben, insbesondere wegen Insolvenzverschleppung, Zahlungen ab Eintritt der Insolvenzreife, Nichtabführen von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern sowie Eingehungsbetrugs, wenn klar ist, dass das Unternehmen einen Vertrag durchzuführen nicht mehr imstande sein wird. Eine Inanspruchnahme von – auch ausländischen – Geschäftsführern scheuen die Insolvenzverwalter nicht. D&O-Versicherungen bieten hierbei ebenfalls keinen umfassenden Schutz.

Dabei trifft die persönliche Pflicht zur Insolvenzantragsstellung (so denn eine solche zu bejahen ist) jeden einzelnen Geschäftsführer oder Vorstand, unabhängig von statutarischen Vertretungsregelungen, internen Geschäftsverteilungsplänen oder Ressortverantwortlichkeiten. Nötigenfalls muss der einzelne Geschäftsführer oder Vorstand den Insolvenzantrag allein stellen; weder ist eine Zustimmung des Gesellschafters dabei erforderlich noch befreit eine Gesellschafterweisung vom Befolgen der Antragspflicht.

Gerade einem chinesischen Geschäftsführer, der vielleicht nicht dauerhaft vor Ort ist, fällt die Überwachung der Insolvenzantragspflichten aber oftmals schwer. Zum Teil liegt die Schwierigkeit an mangelnder Kenntnis der tatsächlichen Finanzlage der Zielgesellschaft – schließlich überlässt der chinesische Investor häufig der deutschen Geschäftsführung einen wesentlichen Teil des täglichen Managements nach der Transaktion. Zudem sind einem chinesischen Geschäftsführer solche Überwachungspflichten zur Vermeidung der Insolvenz häufig auch unbekannt. Ihnen fehlt darüber hinaus meistens auch die entsprechende Erfahrung, wie ein entsprechender Insolvenztest technisch umzusetzen ist. Die aus der Pflichtverletzung resultierende Haftung kennen sie regelmäßig nicht.

Volvo – Unabhängigkeit in China

Volvo
© 2017 Sergey Kohl

Der schwedische Autobauer Volvo macht sich im China-Geschäft unabhängig von Konzernmutter Geely. Auch deutsche Automarken wie BMW spielen mit den selben Gedanken.

Volvo kauft die chinesische Konzernmutter Geely für eine nicht genannte Summe aus dem gemeinsam geführten Joint-Venture heraus. Dementsprechend wird das schwedische Unternehmen die Tätigkeiten auf dem chinesischen Automobilmarkt zukünftig alleine übernehmen. Damit ist Volvo der erste große Autobauer aus dem Ausland, der ohne einem Joint-Venture die volle Kontrolle über seine geschäftlichen Aktivitäten im chinesischen Festland hat.

Das Unternehmen wird die Eigentümerschaft über zwei Autofabriken in Daqing und Chengdu sowie einem Forschungs- und Entwicklungszentrum in Shanghai und der lokalen Vertriebsgesellschaft erhalten. Bis 2023 soll der Prozess zur Übertragung der Eigentümerrechte vollendet werden.

 Börsengang von Volvo steht im Raum

Weiterhin ist es möglich, das Volvo demnächst einen Börsengang plant. Die Aufgabe des Joint-Venture könnte ein Hinweis auf diesen Schritt sein. Nach Angaben der Geely-Führung wird davon ausgegangen, dass die Notierung an der Börse in Stockholm recht schnell vorangehen werde. Schätzungen zufolge stehen rund 20 Milliarden Dollar als Bewertungsgrundlage für das Unternehmen im Raum. „Je klarer die Eigentümerstruktur ist und je eindeutiger ist, wer im Unternehmen welche Interessen verfolgt, desto einfacher können Investoren beurteilen, wohinein sie ihr Geld da stecken“, meinte Hampus Engellau, Kapitalmarktanalyst beim schwedischen Geldhaus Handelsbanken.

Deutsche Unternehmen könnten nachziehen

Für lange Zeit gab es einen Joint-Venture-Zwang für den Markteintritt ausländischer Automobilunternehmen in China. Nun ist möglich, aufgrund einer neuen Vorgabe der Volksrepublik im Jahre 2018, auch ohne einen inländischen Hersteller auf dem chinesischen Markt zu operieren.

Daher planen auch andere große deutsche Autohersteller wie BMW und Volkswagen, größere Anteile an ihren chinesischen Joint-Ventures aufzukaufen. Diese Erleichterung gilt für Elektroautohersteller sogar bereits seit 2018. So machte der US-amerikanische Autokonzern Tesla von dieser Möglichkeit Gebrauch und konnte ohne lokalen Joint-Venture-Partner sein Geschäft in China eröffnen.

 

Zahl der Inlandsflüge in China steigt

Inlandsflüge
©chungking - stock.adobe.com

Die COVID-19-Pandemie hatte Reisemöglichkeiten und Inlandsflüge weltweit deutlich eingeschränkt. Nun geben steigende Flugzahlen in China Anlass zur Hoffnung. 

Nach Angaben des Corporate-Payment-Spezialisten AirPlus International werden sowohl in Europa als auch in China vermehrt Flüge gebucht. Innerhalb der Volksrepublik ist die Zahl der getätigten Flugreisen in diesen Jahr sogar höher als vor der Pandemie.

Im Vergleich zu den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 ist die Zahl der Flugreisen in China im gleichen Zeitraum dieses Jahres um 9,5 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich zu dem Pandemie geplagten Jahr 2020 hat sich die Zahl gar verdreifacht. Insbesondere die Flugverbindung zwischen den beiden Mega-Metropolen Peking und Shanghai sticht heraus und hat mit 7 Prozent den größten Anteil an den Inlandsfügen. An zweiter Stelle folgen Verbindungen zwischen Shanghai und der südchinesischen Stadt Shenzhen mit rund sechs Prozent.

Impffortschritte und niedrige Inzidenzen sorgen für mehr Inlandsflüge

Die Volksrepublik war als erste Nation von den Ausmaßen der Pandemie betroffen, konnte aber auch die Ausbreitung des Virus früh eindämmen. Dementsprechend hat die wirtschaftliche und gesellschaftliche Erholung des Landes bereits letztes Jahr beginnen können.

Somit können Firmen wieder ihre Mitarbeiter vermehrt auf Geschäftsreise schicken. Im Vergleich zu 2019 jedoch werden  Inlandsflüge spontaner gebucht. Während bei Inlandsflügen im Jahre 2019 die Zeitdauer zwischen Buchung und Abflug durchschnittlich 5,8 Tage lagen, waren es bei Flügen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres lediglich 3,8 Tage. Bei Auslandsreisen hingegen herrschen weiterhin strenge Bedingungen, so gibt es nahezu keine Geschäftsreisen in andere Länder.

Auch in Europa lässt sich ein Anstieg von unternommenen Inlandsflügen erkennen. Im Mai 2021 sind allein europäische AirPlus-Kunden rund 30 Prozent mehr geflogen als noch im Vormonat. Besonders stark war dabei der Wachstum der innereuropäischen Flüge mit insgesamt 50 Prozentpunkten gegenüber April, wie eine Datenerfassung von AirPlus Business Travel Index zeigte.

 

 

 

CO2-Zertifikat Handel startet in China

CO2-Zertifikat
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Nachdem letzte Woche berichtet worden ist, dass die Volksrepublik China ihre Klimaziele verschärfen wird, startet nun offiziell der CO2-Zertifikat Handel.

Seit Freitag ist es in Shanghai möglich, CO2-Zertifikate von mehr als 2000 chinesischen Kraftwerken zu handeln. Das Emission Trading System, kurz ETS, soll bei der Steuerung der Klimaziele helfen. Hierzu wird eine begrenzte  Anzahl von Emissionsrechten ausgegeben an Industrie und Kraftwerke. Da die Menge an ausgegeben Rechte über die Jahre gesenkt wird, können Unternehmen, die umweltfreundlicher produzieren, überschüssige Zertifikate verkaufen.

Nach Angaben der chinesischen Regierung soll bis 2030 der Höhepunkt der Kohlendioxidemissionen des Landes erreicht werden. Bis zu dem Jahr 2060 peilt die Volksrepublik das Ziel Klimaneutralität an. Dementsprechend darf ab 2060 nur noch so viel Kohlenstoffdioxid emittiert werden, wie durch die natürliche Photosynthese von Pflanzen abgebaut werden kann. In kleineren Rahmen wurde bereits im Jahr 2013 von mehreren Städten Chinas in Pilotprojekte der Handel mit CO2-Zertifikaten aufgenommen.

CO2-Zertifikate im Wert von 210 Millionen Yuan gehandelt

Der Startschuss zum Handel mit CO2-Zertifikaten fiel am vergangenen Freitag. Der Startpreis von einer Tonne des Treibhausgases belief sich auf 48 Yuan (rund 6,30 Euro) und stieg auf 51,23 Yuan an. Insgesamt wurde am ersten Tag somit CO2-Zertifikate im Wert von rund 210 Millionen Yuan gehandelt. Im Vergleich, im europäischen Raum kostet eine Tonne Kohlenstoffdioxid rund 50 Euro. Vor kurzem sind hier die Preise merklich gestiegen.

Hauptakteure sind insbesondere Unternehmen aus dem Energiesektor, da diese großen Anteil an den globalen CO2-Emissionen tragen. Das chinesische ETS startet mit 2225 Firmen aus jenen Bereich. Zudem ist geplant, die Liste mit Unternehmen aus den Branchen Petrochemie, Chemie, Baustoffe, Eisen und Stahl, Papier, Buntmetalle sowie der chinesischen Luftfahrt zu erweitern.

 

Tayron: VW führt China-SUV in Deutschland ein

Tayron
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Bis dato hatte Volkswagen den VW Tayron ausschließlich in China verkauft. Nun soll das Modell auch in Deutschland eingeführt werden.

Die Einführung des VW Tayron soll die Modell-Lücke zwischen den beiden erfolgreichen Modellen Touareg und Tiguan füllen. Bei dem Tayron handelt es sich um einem 7-Sitzer Longwheel-SUV. Die drei Modelle unterscheiden sich hauptsächlich in der Breite, Länge, Karosserie und bei bestimmten Features. Ansonsten ähneln sich die drei Modelle sehr, da sie auf den modularem Querbaukasten Von Volkswagen basieren.

Tayron als Verbrenner oder Plug-In-Hybrid

Es ist noch unklar, ob Volkswagen Tayron als Verbrenner oder als Plug-In-Hybrid in den deutschen Automarkt einführen wird, berichtet Business Insider. Bei einem Plug-In-Hybrid handelt es sich um einem Kraftfahrzeug mit Hybrid-Antrieb, welches zum einen über einem Verbrennungsmotor verfügt, zum anderen sich aber auch mit einem Stecker am Stromnetzwerk laden lässt.

Dementsprechend wird Volkswagen die Entwicklung des Automobilmarkts im Blick behalten müssen. Mittlerweile produziert der deutsche Autohersteller bereits ein Fünftel aller Neuwagen als Plug-In-Hybride. Jedoch ist im Moment noch unklar, ob Tayron als reiner Hybrid auf den deutschen Automarkt erscheint. 2024 soll das Modell auf den Markt kommen. Schließlich ist die Nachfrage nach Diesel-SUVs immer noch bedeutend höher als die nach Plug-In-Hybriden.

Auch Volkswagen hat angekündigt, zukünftig den Weg der Elektromobilität gehen zu wollen. Dies ist insbesondere für den größten Absatzmarkt des Unternehmens, nämlich China, wichtig. Die Volksrepublik ist in den Augen vieler Experten der Schlüsselmarkt für E-Mobilität. Unter anderem hatte Opel vor kurzem bekannt gegeben, vollkommen elektrisch in den chinesischen Markt eintreten zu wollen.

Auf lange Sicht erkennt Volkswagen wohl auch das Wachstumspotenzial für E-Technologie in Deutschland. Laut Auto-Experte und TU-Berlin Professor Sahin Albayrak ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass Tayron beim Markteintritt 2024 vollständig elektrisiert ist: „Volkswagen wird den Tayron mittelfristig voll elektrisieren müssen. Ansonsten belasten sie wieder den Abgasausstoß ihrer Gesamtflotte, den sie so fleißig in den vergangenen Monaten zu senken versuchen. Die Strafen, die VW ansonsten zahlen würde, sind selbst für den Weltkonzern schmerzhaft.“

Beyond Meat mit JD.com auf China-Kurs

Beyond Meat
(c)jon anders wiken

Der US-amerikanische Nahrungsmittelhersteller Beyond Meat hat in Kooperation mit dem chinesischen E-Commerce-Anbieter JD.com einen Onlinehandelsplatz in China gelauncht.

Das Unternehmen Beyond Meat intensiviert seine Aktivitäten im chinesischen Markt. Am vergangenen Donnerstag hat Beyond Meat seinen Onlinehandelsplatz auf der E-Commerce-Plattform JD.com eröffnet. Damit soll die Reichweite des Unternehmen bei den chinesischen Kunden erweitert werden.

China: Zielmarkt für Beyond Meat

Der Nahrungsmittelproduzent will sich stärker im chinesischen Festland etablieren. Daher vertreibt das Unternehmen nicht nur die bekannte Beyond Burger Marke, sondern führt auch die speziell auf die chinesischen Geschmäcker angepassten Produkte Beyond Beef und Beyond Pork ein. Beyond Pork ist eine pflanzliche Alternative zu dem in China sehr gern verzehrten Schweinefleisch. Es wird hergestellt aus Soja und Reis und enthält über 18 Gramm Protein pro 100 Gramm Portion. Nach Angaben des Unternehmens enthält Beyond Pork 50 Prozent weniger gesättigtes Fett im Vergleich zu herkömmlichen 70/30 gemahlenen Schweinefleisch

Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen wächst in China

In China wächst insbesondere bei der jüngeren Generation das Interesse nach pflanzlichen Alternativen zu herkömmlichen Fleischprodukten. Dementsprechend legt JD.com in Zusammenarbeit mit Beyond Burger den Fokus auf das Angebot von veganen Fleischalternativen. Vor allem im Zuge der COVID-19-Pandemie hat bei vielen Menschen ein Umdenken bezüglich der eigenen Gesundheit stattgefunden.

„Wir sehen, dass chinesische Verbraucher immer mehr auf gesunde Ernährung und Lebensstil achten“, so James Ye, General Manager von JD Fresh in einem Bericht von Reuters.

Fokus auf E-Commerce

Der Online-Handel ist mitunter der wichtigste und lukrativste Markt in der Volksrepublik. JD.com zählt gemeinsam mit Marktgiganten wie Alibaba und Pinduoduo zu den erfolgreichsten Unternehmen in der Branche. Global Data schätzt, dass der E-Commerce-Markt in China dieses Jahr einen Umsatz von 2,1 Billionen US-Dollar erreichen wird. Zudem soll die Zahl bis 2024 um über 12 Prozent steigen und somit einen Jahresumsatz von 3 Billionen verzeichnen.

Laut Candy Chan, General Manager von Beyond Meat, soll die Eröffnung des Online-Store auf JD.com dazu dienen, die lokale Verfügbarkeit zu erhöhen und Verbraucher in ganz China zu erreichen.

 

 

Schnellste Magnetschwebebahn der Welt

Magnetschwebebahn
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In China steht die schnellste Magnetschwebebahn der Welt zum Testeinsatz bereit. Der Zug ist in der Lage, eine Geschwindigkeit von 600 Kilometern pro Stunde zu erreichen.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua hat die schnellste Magnetschwebebahn der Welt die Produktionsstätte in Qingdao verlassen. Seit Dienstag ist die Maschine bereit für erste Testfahrten. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 600 Kilometern pro Stunde handelt es sich bei der Bahn des chinesischen Staatskonzern CRRC um den schnellsten Zug der Welt.

Magnetschwebebahnen werden durch magnetische Kräfte in der Schwebe gehalten, gebremst und beschleunigt. Ohne Reibung können solche Bahnen somit viel höhere Geschwindigkeiten erreichen als herkömmliche Züge.

Magnetschwebebahn erst in fünf Jahren einsatzbereit

Bevor die Magnetschwebebahn offiziell in den Betrieb genommen werden kann, muss sie zunächst eine mehrjährige Testphase unterlaufen. Außerdem wird die chinesische Regierung den weiteren Ausbau von Magnetschwebebahn-Strecke antreiben. Somit kann mit einem Einsatz der neuen Züge in fünf bis zehn Jahren gerechnet werden.

Chinas Staatsrat bezeichnete die Fertigstellung der Bahn als „eine große Errungenschaft in der Entwicklung des Schienenverkehrs des Landes.“ So wäre die Magnetschwebebahn in der Lage, die rund eintausend Kilometer lange Stecke zwischen Peking und Shanghai in weniger als zweieinhalb Stunden zu befahren. Die herkömmliche Fahrtdauer beträgt im Moment fünf Stunden.

Medienberichten zufolge werden sich eine ganze Reihe chinesischer Großstädte und Provinzen an den Ausbau des Schienennetzwerks der neuen Bahnverbindung beteiligen. Die erste Magnetschwebebahn Chinas nahm im Jahr 2002 den Betrieb auf. Der Zug wurde von Siemens und Thsyssenkrupp produziert und verbindet den Shanghai-Fluhafen Pudong mit dem Messezentrum. In Deutschland wiederum gilt der Aufbau des Hochgeschwindigkeitsverkehrs über Magnetschwebebahnen als gescheitert.

China Evergrande: Aktien des Immobilien-Riesen stürzen ab

Evergrande
(c)Ivan Vieito Garcia

Die Evergrande Group kämpft weiterhin mit Liquiditätsproblemen. So kam es zu dem Einbruch der Evergrande-Aktien an der Hongkong-Börse um rund 15 Prozentpunkten.

Bereits seit geraumer Zeit steckt die Evergrande Real Estate Group in finanziellen Schwierigkeiten. Nun ergab sich ein weiteres Problem für den größten chinesischen Wohnimmobilienentwickler: Ein Gericht in der Jiangsu Provinz in China hat auf Geheiß einer Gläubigerbank Guthaben der Evergrande-Kerneinheit Hengda Real Estate in einem Volumen von rund 17 Millionen Euro eingefroren. Infolgedessen brachen die Aktien des Unternehmens um rund 15 Prozent ein.

Evergrande Group unter Druck

Seit einigen Monaten hat sich die chinesische Regierung vorgenommen, den hohen Verschuldungsgrad vieler Unternehmen in der Volkrepublik zu senken. Davon ist auch das Immobilienunternehmen Evergrande Group betroffen. Die in Guangdong ansässige Immobiliengesellschaft ist hoch verschuldet und hat Commercial Bills im Wert von rund 32 Milliarden US-Dollar ausstehen. Schon längst wird an der Börse gemutmaßt, dass die Gesellschaft in Kürze zahlungsunfähig wird. So kam auch die Gerichtsentscheidung zur Einfrierung der Einlagekonten des Unternehmens nicht unerwartet. Die anhaltenden Spekulationen um die ungewisse finanzielle Lage der Gruppe führte so zu dem Kursabsturz der Evergrande-Aktie.

Der Immobilienentwickler hat seinen Hauptsitz in Shenzhen und verkauft hauptsächlich Immobilien an Käufer mit mittleren und höheren Einkommen. Seit dem Jahr 2018 gilt die Gesellschaft als das wertvollste Immobilienunternehmen der Welt. Mittlerweile beteiligt sich die Group an Geschäften in verschiedenen Branchen, darunter gehören Landwirtschaft, Babynahrung und Solaranlagen.

In Deutschland verbindet man den Namen vermutlich mit dem chinesischen Fußballclub Guangzhou F.C., der vor einigen Jahren noch Guangzhou Evergrande hieß. Der Verein wurde 2010 von dem Unternehmen erworben und entwickelte sich seitdem zu einem der Top-Mannschaften in China. Unter anderem traf auch der FC Bayern auf Guangzhou F.C. im Rahmen eines Testspiels.

Neue Seidenstraße: Erster Güterzug aus China rollt an

Neue Seidenstraße
©littlewolf1989 - stock.adobe.com

Meileinstein: Zum ersten Mal ist ein Güterzug aus China auf direkten Weg in Deutschland angekommen. Die „Neue Seidenstraße“ ist ein Projekt, welches China bereits seit mehreren Jahren aufbaut. Im Rahmen des Projekts finanziert die Volksrepublik Transport- und Verkehrsinfrastruktur in verschiedenen Staaten in Europa und Asien.

10.000 Kilometer in 18 Tagen – eine beachtliche Distanz legte der Güterzug aus China zurück. Gestartet ist der Transport am 25.Juni in der ostchinesischen Stadt Hefei und passierte auf seiner Fahrt die Länder Kasachstan, Russland, Belarus und Polen. Schlussendlich traf der Containerzug nach fast drei Wochen Fahrt am Tiefwasser-Hafen JadeWeserPort in Willhelmshaven ein. Hierbei handelt es sich Angaben zufolge um den ersten Direktzug überhaupt, der im Rahmen der Neuen Seidenstraßeninitiative Chinas in Deutschland einfuhr.

Neue Seidenstraße als Transportwegalternative

Die Zugverbindung soll eine Alternative zu dem Containerschiffsverkehr bieten. Wie wichtig alternative Transportwege sein können, zeigt der aktuelle Containerschiffsverkehrstau im Hafen Yantian, der sich auf die globale Schiffstransportkette auswirkt.

„Die Verbindung ist interessant für Güter, die zügig transportiert werden müssen und dringend benötigt werden“, erklärte Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der JadeWeserPort Marketinggesellschaft. Denn der Transport über die Gleise ist wesentlich schneller als auf dem Wasserweg. So erreicht ein Güterzug aus China über die Neue Seidenstraße Willhelmshaven nach 20 Tagen, der Transport per Schiff wiederum benötigt rund 32 Tage. Allerdings wird der Zugtransport den Schiffsweg nicht ersetzen können, da die Lieferleistung eines Frachters immer noch deutlich höher ist.

Willhelmshaven als Umschlagsplatz

Willhelmshaven dient als Endpunkt für den Gütertransport auf Gleisen. Die Waren sollen im einzigen Tiefwasser-Hafen in Deutschland weiter umgeschlagen werden. Langfristig profitieren davon Dienstleister im Hafen, aber auch der Hafen selbst, so Bullwinkel. Die Zugverbindung über die Neue Seidenstraße könnte die ins Stocken geratenen Verhandlungen mit China Logistics, einer der größten chinesischen Logistikunternehmen, beflügeln. Das Unternehmen hatte vor einem Jahr geplant, rund 100 Millionen Euro in ein Logistikzentrum im JadeWeserPort zu investieren. Damals machte die COVID-19-Pandemie den Verhandlungen allerdings einen Strich durch die Rechnung.

Klimaziele: China intensiviert Bemühungen

Klimaziele
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Im Kampf gegen den Klimawandel verschärft China die vorgegebenen Klimaziele. Dazu soll noch diese Woche das System zum Handel von CO2-Emissionsrechten (ETS) eingeführt werden.

Bereits im vergangenen Jahr passte die Regierung ihre Klimaziele an – nun folgt die Einführung des bereits länger geplanten Emission Trading System, kurz ETS. Nach Angaben vom chinesischen Vize-Umweltminister Zhao Yingmin sind die notwendigen Vorbereitungsarbeiten im Großen und Ganzen abgeschlossen. „Wir werden einen Zeitpunkt für die Einführung des nationales ETS auswählen und den Handel noch im Juli beginnen“. sagte Yingmin. Der Starttermin wird Insidern zufolge am kommenden Freitag erwartet.

Klimaziele rücken in den Fokus

Die Länder machen Ernst beim Thema Klimaziele – Auch die EU verschärfte zuletzt ihre eigenen Vorgaben. Berichten zufolge sollen anstatt den bisher angepeilten 40 Prozent nun mindestens 55 Prozent der CO2-Emmisionen im Vergleich zu 1990 verringert werden. Unter dem Namen „Fit For 55“ wurden die Ziele vor kurzem in Brüssel vorgestellt.

China gilt noch vor der USA als weltweit größter CO2-Produzent. Durch das chinesische ETS sollen die ambitionierten Klimaziele der Volksrepublik erreicht werden. Im vergangenen Jahr verkündete das Land auf der UN-Vollversammlung, dass CO2-Neutralität vor 2060 erreicht werden soll.

China-ETS umfasst 2225 Unternehmen

Das ETS ist ein Instrument zur Steuerung der Klimaziele. Hierzu wird eine begrenzte  Anzahl von Emissionsrechten ausgegeben an Industrie und Kraftwerke. Da die Menge an ausgegeben Rechte über die Jahre gesenkt wird, können Unternehmen, die umweltfreundlicher produzieren, überschüssige Zertifikate verkaufen.

Hauptakteure sind insbesondere Unternehmen aus dem Energiesektor, da diese großen Anteil an den globalen CO2-Emissionen tragen. Das chinesische ETS startet mit 2225 Firmen aus jenen Bereich. Zudem ist geplant, die Liste mit Unternehmen aus den Branchen Petrochemie, Chemie, Baustoffe, Eisen und Stahl, Papier, Buntmetalle sowie der chinesischen Luftfahrt zu erweitern.

Futu: Online-Broker aus China auf dem Vormarsch

Futu
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Der chinesische Wertpapier-Broker Futu kann auf ein erfolgreiches Börsenjahr zurückschauen und ist auf Expansionskurs. Futu trifft bald auf US-amerikanische Konkurrenz: Der Online-Broker Robinhood plant den Börsengang.

Futu wird den meisten Anlegern im europäischen Raum unbekannt sein. In China jedoch hat sich das Unternehmen bereits eine dominante Marktpositionierung erwirtschaftet. Rund 14 Millionen Anleger nutzen die Service des Brokers, 790.000 davon waren zum Ende des ersten Quartals dieses Jahres zahlende Kunden. Dies entspricht einem Wachstum von 231 Prozent im Vorjahresvergleich. Somit generierte der Broker innerhalb von drei Monaten über 270.000 zahlende User.

Futu setzt auf internationale Expansion

Bei der internationalen Expansion profitiert das Unternehmen insbesondere von dem Hype um Kryptowährungen, der im letzten Jahr merklich gestiegen ist. Als Zielmärkte haben sich hier der Stadtstaat Singapur und die USA herauskristallisiert. Rund ein Viertel der zahlenden Neukunden kam einem Bericht des Unternehmens zufolge aus Singapur oder den USA. „Wir verzeichnen seitens unserer User weltweit ein starkes Interesse an Krypto. Darauf haben wir gehört“, so Arthur Chen, Chief Financial Officer von Futu.

Erfolgreiches Börsenjahr hinter sich

Der chinesische Online-Broker ist seit dem Jahr 2019 an der US-Börse NASDAQ gelistet. Seitdem legte die Futu Holdings Limited-Aktie einen eindrucksvollen Lauf hin, so konnte die Aktie allein in 2021 einen Kurszuwachs von rund 195,3 Prozent verzeichnet.

Umsatz generiert das Unternehmen durch Trading-Gebühren. Somit erhöht sich der Umsatz wenn sich die Frequenz, mit der Kunden über die Handels-App Wertpapiere erwerben oder verkaufen erhöht. Robinhood hingegen verdient durch Weiterleitung von Kundenaufträgen an Börsenhändler. Hierfür streicht Robinhood eine Provision pro weitergereichte Order ein.

Wettkampf zwischen Futu und Robinhood

In welche Richtung sich der Wettkampf zwischen beiden Unternehmen entwickelt, wird die Zukunft zeigen. Robinhood profitierte von dem Hype um Krypowährungen und Meme-Aktien, der viele Neukunden generierte. Ziel ist es nun, diese langfristig zu binden.

Futu hingegen ist dem US-Broker hier im Vorteil, da sich der Konzern bereits vor der Meme-Stocks- und Kryptowelle eine beachtliche Kundenbasis in China aufgebaut hatte. Zudem ist Angaben von Finance Forward zu entnehmen, dass der Kundenstamm, der primär Futu nutzt, durchschnittlich vermögender ist als der der Konkurrenz.

 

Opel mit Elektromobilität auf China-Kurs

Opel
(c)Joerg Huettenhoelscher

Elektrisch schaut die Zukunft Opels aus. Bereits ab 2028 wird das Unternehmen komplett auf E-Autos setzen. Zudem verkündet Opel den Markteintritt in China.

Der Elektromobilität gehört die Zukunft, so dürfte wohl die Kernaussage von Opel-CEO Michael Lohscheller auf dem EV Day 2021 von Stellantis lauten. Auf dem Kernmarkt Europa plant der Konzern ab 2028 ausschließlich Elektrofahrzeuge anzubieten. „Das unterstreicht unser Bekenntnis unserer Marke zur Elektromobilität. Die Zukunft der Automobilindustrie ist elektrisch – und Opel ist teil dieser Bewegung“, verkündet Lohscheller.

Markteintritt in China für Opel als rein elektrische Marke

Ab 2028 wird das Stellantis-Tocherunternehmen in Europa nur noch reine Elektrofahrzeuge verkaufen. Zudem soll auch der ebenfalls auf dem EV Day 2021 verkündete Markteintritt in China vollkommen elektrisch ablaufen. Da die Volksrepublik als der wichtigste Schlüsselmarkt für E-Mobilität gilt, konkurrieren viele aufstrebende E-Automarken wie Tesla, NIO, Xpeng und Li Auto um Marktanteile. Nun will auch Opel mit ihrer neuen Strategie im chinesischen E-Mobilitätsmarkt mitmischen.

„Wir haben versprochen, dass Opel global wird – und wir liefern. China ist der größte Automobilmarkt der Welt und wir sind sicher, dass wir dort profitabel wachsen werden. Chinesische Kunden können sich auf unsere Produkte und unsere emotionale deutsche Marke freuen“, so Lohscheller.

Elektrische Neuauflage von Fahrzeug-Ikone Manta

Außerdem gab Lohscheller auf dem EV Day 2021 bekannt, dass eine Neuerfindung des Opel-Klassikers Manta in Entwicklung ist. „Der Manta ist eine echte Ikone in der Geschichte unserer Marke und eine Inspiration für die Zukunft. Bis Mitte des Jahrzehnts werden wir einen neuen Manta in Serie bringen. Natürlich rein elektrisch“, verkündete Lohscheller.

Wirtschafts-Boom in China stärkt Deutschland

Wirtschafts-Boom
(c)Sean Pavone Photo 2012

Der Wirtschafts-Boom in China hält weiter an. Im Juni stiegen die Import- und Exportzahlen der Volksrepublik um mehr als 30 Prozent. Davon profitiert auch die deutsche Wirtschaft.

Auch im Juni ist die chinesische Wirtschaft weiter im Wachsen. Nach Angaben der Zollbehörde verzeichnete China einen Anstieg im Vorjahresvergleich bei den Exporten um 32,2 Prozent auf mehr als 280 Milliarden Dollar. Ferner legten die Importzahlen um 36,7 Prozent auf rund 230 Milliarden zu.

COVID-19 bezwungen: China ebnet den Weg zum Wirtschafts-Boom

Weil China als einer der ersten Nationen die Ausmaße der COVID-19 Pandemie früh bewältigt hatte, konnte die chinesische Wirtschaft seit geraumer Zeit florieren. Die genauen Wachstumszahlen für das zweite Quartal werden diese Woche noch erwartet. In den ersten drei Monaten im Jahr 2021 stieg das Wirtschaftswachstum um 18,3 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal im Jahr 2020.

Sowohl die Volkswirtschaft als auch das Alltagsleben normalisierten sich aufgrund der rigorosen Anti-Pandemie-Maßnahmen der Regierung. Durch einer Vielzahl von Massentests, Ausgangssperren und Einreisebeschränkungen hat China das Virus im Großen und Ganzen unter Kontrolle gebracht. Nur noch wenige Ausbrüche folgten seit dem vergangenen Sommer. Selten sind diese so gravierend wie der Ausbruch im südchinesischen Yantian Hafen.

Deutschland profitiert von Chinas Aufschwung

Die Nachfrage in China nach Produkten und Dienstleistungen aus Deutschland ist weiterhin hoch. Nach Angaben der Pekinger Zollbehörde stieg die Anzahl der deutschen Importe nach China um 28,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Exporte aus China nach Deutschland legten um 26,9 Prozent zu. Insgesamt wuchs der Export aus Europa nach China um 34,1 Prozent. Einer im Juni veröffentlichten Umfrage der EU-Handelskammer zufolge schätzen europäische Unternehmen die Wachstumsaussichten auf dem chinesischen Markt positiv ein.

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