Start Blog

Post M&A-Restructuring: Herausforderung für chinesische Investitionen

Symbolbild. Gavel und Geld.
Quelle: Adobe Stock © thodonal

Chinesische Investitionen in deutsche Unternehmen erfolgen für gewöhnlich durch den Erwerb von Geschäftsanteilen/Aktien und/oder Finanzierungen durch Ausreichung von Darlehen. Gerät die Zielgesellschaft in die Krise, gefährdet dies den Wert der Beteiligung und der Darlehensrückzahlungsansprüche, denn die Gesellschafterdarlehen sind typischerweise nachrangig. Neben dem Verlust des Investments können sich auch noch Haftungsfolgen für den chinesischen Investor sowie den chinesischen Geschäftsführer ergeben.

Verlust des Investments

Das deutsche Insolvenzrecht kennt als oberste Maxime die bestmögliche Gläubigerbefriedigung. Wenn einmal das Insolvenzverfahren eingeleitet worden ist, richtet sich die Entscheidung, ob das Unternehmen liquidiert oder fortgeführt wird oder die Assets des Unternehmens als Going Concern verkauft werden können, danach, welcher Weg für die bestmögliche Gläubigerbefriedigung der vorzugswürdige ist. In dieser Hinsicht sind besonders Situationen gefährlich, in denen der chinesische Investor Gesellschaftsanteile erwirbt und zugleich Gesellschafterdarlehen ausreicht. Im Insolvenzverfahren der deutschen Zielgesellschaft sind Gesellschafterdarlehen nachrangig: Sie werden erst bedient, wenn alle gesicherten und einfachen Insolvenzgläubiger vollständig befriedigt wurden.

Insolvenzanfechtungen von Rückzahlungen von Gesellschafterdarlehen

Darüber hinaus sind auch Zahlungen, die ein Gesellschafter aufgrund eines Gesellschafterdarlehens im Zeitraum von einem Jahr vor der Stellung des Insolvenzantrags erhalten hat, durch den Insolvenzverwalter anfechtbar und müssen in die Insolvenzmasse zurückgeführt werden. Noch weiter zurück reicht die Insolvenzanfechtung von Sicherheiten, die ein Gesellschafter für ein Gesellschafterdarlehen erhalten hat – hier beträgt die Anfechtungsfrist sogar zehn Jahre. Die konkrete Ausgestaltung des Ausreichens von Gesellschafterdarlehen sowie deren Rückzahlungen kann entscheidend sein, um die Haftungsfolgen zu minimieren. So kann es z.B. besser sein, wenn der Gesellschafter erst auf die Sicherheit verzichtet, bevor ein Darlehen zurückgezahlt wird.

Ein Gesellschafter muss auch stets zahlen, wenn er einem Dritten für dessen Darlehen eine Sicherheit gestellt hat – sei es durch Mithaftung, Bürgschaft, Sicherungsübereignung oder andere Personal- oder Realsicherheiten. Diese Haftung des Gesellschafters gilt im Ergebnis unabhängig davon, ob die Gesellschaft den Dritten im Zeitraum von einem Jahr vor dem Insolvenzantrag befriedigt hat oder ob die Gesellschaft dazu nicht mehr in der Lage war.

Vorsicht ist auch bei der Ausreichung von Darlehen und Sicherheiten durch konzernverbundene Unternehmen geboten, die nicht selbst direkt Gesellschafter sind, denn nicht nur der Gesellschafter selbst ist von den erwähnten Regelungen betroffen, sondern auch mit ihm horizontal oder vertikal verbundene Unternehmen.

Schuld bei der Beihilfe zur Insolvenzverschleppung

Ebenso birgt das ungeprüfte Ausreichen von (weiteren) Darlehen durch den chinesischen Investor in der Krise des deutschen Zielunternehmens nicht unerhebliche Risiken. Ein Darlehensgeber kann sich unter Umständen der Beihilfe zur Insolvenzverschleppung schuldig machen, wenn die Gesellschaft im Zeitpunkt der Darlehensvergabe insolvenzreif war, der Darlehensnehmer dies wusste oder sich leichtfertig der entsprechenden Erkenntnis verschloss und so das Hinausschieben des gebotenen Insolvenzantrags bewirkt oder geduldet wird. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich für den chinesischen Investor, umfassende Informationen einzuholen und sorgfältige Dokumentationen anzufertigen, damit im späteren Streitfall die finanzielle Situation des Zielunternehmens sowie die Intentionen des chinesischen Gesellschafters nachvollziehbar und belegbar sind.

Haftung des Gesellschafters aus Patronatserklärungen

Einen Durchgriff auf das Vermögen des chinesischen Gesellschafters sieht das deutsche Recht bei Kapitalgesellschaften per se nicht vor. Eine Haftung des chinesischen Investors für Verbindlichkeiten des deutschen Zielunternehmens kann aber aus vertraglichen Regelungen resultieren, insbesondere aus Unternehmensverträgen und Patronatserklärungen. Gerade Letztere werden oftmals unüberlegt und weder in zeitlicher noch betragsmäßiger Begrenzung ausgereicht. Häufig werden sie auch „vergessen“ und nicht beseitigt, wenn die Gesellschaft sie eigentlich nicht mehr benötigt. Im Insolvenzfall sind sie für den chinesischen Investor besonders riskant, zumal eine Kündigung erstens zulässig sein muss und zweitens nur für die Zukunft Wirkung hat. Zu empfehlen ist daher, Patronatserklärungen z.B. nur für die Geltung jeweils eines Jahres und idealerweise der Höhe nach begrenzt auszureichen, damit stets neu und bewusst entschieden werden kann, ob und in welchem Umfang die deutsche Zielgesellschaft finanziell gestützt werden soll.

Herausforderungen für chinesische Geschäftsführer

Zusätzliche Risiken bestehen dann, wenn auch die Geschäftsführung durch den chinesischen Investor besetzt wird. Nach dem deutschen Insolvenzrecht obliegt der Geschäftsführung durchgängig die Pflicht zur Überprüfung einer etwaigen Insolvenzantragspflicht. In der Krise und späteren Insolvenz kann dabei häufig eine Art Generalverdacht bestehen, dass die Geschäftsführung nur oberflächlich und fehlerhaft durchgeführt worden ist, wenn der Geschäftsführer seinen Sitz im Ausland hat und typischerweise nicht immer vor Ort am Sitz der Gesellschaft tätig ist. Es können sich persönliche Haftungsrisiken ergeben, insbesondere wegen Insolvenzverschleppung, Zahlungen ab Eintritt der Insolvenzreife, Nichtabführen von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern sowie Eingehungsbetrugs, wenn klar ist, dass das Unternehmen einen Vertrag durchzuführen nicht mehr imstande sein wird. Eine Inanspruchnahme von – auch ausländischen – Geschäftsführern scheuen die Insolvenzverwalter nicht. D&O-Versicherungen bieten hierbei ebenfalls keinen umfassenden Schutz.

Dabei trifft die persönliche Pflicht zur Insolvenzantragsstellung (so denn eine solche zu bejahen ist) jeden einzelnen Geschäftsführer oder Vorstand, unabhängig von statutarischen Vertretungsregelungen, internen Geschäftsverteilungsplänen oder Ressortverantwortlichkeiten. Nötigenfalls muss der einzelne Geschäftsführer oder Vorstand den Insolvenzantrag allein stellen; weder ist eine Zustimmung des Gesellschafters dabei erforderlich noch befreit eine Gesellschafterweisung vom Befolgen der Antragspflicht.

Gerade einem chinesischen Geschäftsführer, der vielleicht nicht dauerhaft vor Ort ist, fällt die Überwachung der Insolvenzantragspflichten aber oftmals schwer. Zum Teil liegt die Schwierigkeit an mangelnder Kenntnis der tatsächlichen Finanzlage der Zielgesellschaft – schließlich überlässt der chinesische Investor häufig der deutschen Geschäftsführung einen wesentlichen Teil des täglichen Managements nach der Transaktion. Zudem sind einem chinesischen Geschäftsführer solche Überwachungspflichten zur Vermeidung der Insolvenz häufig auch unbekannt. Ihnen fehlt darüber hinaus meistens auch die entsprechende Erfahrung, wie ein entsprechender Insolvenztest technisch umzusetzen ist. Die aus der Pflichtverletzung resultierende Haftung kennen sie regelmäßig nicht.

Shanghai Pharmaceuticals und Syntegon treiben gemeinsam die kontinuierliche Fertigung in China voran

(c)Gorodenkoff Productions OU - stock.adobe.com

Shanghai Pharmaceuticals und Syntegon haben eine Vereinbarung über den Aufbau eines Labors für kontinuierliche Fertigungstechnologie (Continuous Manufacturing) in China unterschrieben. Die Kooperation hat zum Ziel, die Anwendung dieser neuen Technologie zu fördern, den Entwicklungszyklus neuer Medikamente zu verkürzen und deren Kosten zu senken. Darüber hinaus soll die Zugänglichkeit insbesondere von Arzneimitteln für seltene Krankheiten in China kontinuierlich verbessert und so ein entscheidender Mehrwert für Patientinnen und Patienten geschaffen werden.

Eine „ko-laborative“ Partnerschaft

Zeng Chuiyu, stellvertretender Direktor des Shanghai Pharmaceutical Manufacturing Management Center und Direktor des Technology Innovation Center, sagte: „Als großer, in Shanghai und Hongkong börsennotierter Pharmakonzern ist Shanghai Pharmaceuticals seit jeher technologie- und innovationsgetrieben und hat sich der Lösung klinischer Bedürfnisse verschrieben. Dabei stehen Qualität, Kosten-Nutzen, intelligente Produktion und umweltfreundliche Entwicklung im Vordergrund, um die Produktion kontinuierlich zu optimieren und exzellente Fertigung zu fördern.“

Shanghai Pharmaceuticals und Syntegon bündeln fortan ihre Ressourcen in dieser „ko-laborativen“ Zusammenarbeit. Damit setzen die Partner neue Maßstäbe in der lokalen kontinuierlichen Fertigung, verbessern die Produktionseffizienz und unterstützen die Entwicklung von Innovationen.

Innovationen in der pharmazeutischen Industrie voranbringen

Jerome Freissmuth, Vice President Pharma and International Sales bei Syntegon, sagte: „Diese Zusammenarbeit ist für beide Parteien von strategischer Bedeutung. Syntegon und Shanghai Pharmaceuticals streben im Bereich Continuous Manufacturing die technologische Spitzenposition im chinesischen Markt an. Syntegon investiert seit 20 Jahren in China, um die lokale Pharmaindustrie mit state-of-the-art Technologie zu unterstützen. Die Partnerschaft mit Shanghai Pharmaceuticals ist ein weiterer Meilenstein auf diesem zukunftsorientierten Weg.“

Hu Shengli, Geschäftsführer von Syntegon in China, sagte: „Continuous Manufacturing ist eine Innovation in der pharmazeutischen Industrie. Sie wird Entwicklungszyklen verkürzen und neue Medikamente bei reduzierten Kosten schneller auf den Markt bringen. China misst der Anwendung und Förderung von Continuous Manufacturing große Bedeutung bei. Jetzt errichten Syntegon und Shanghai Pharmaceuticals das erste Labor in China, das der Förderung und Anwendung der neuen Technologie im Bereich innovativer Arzneimittel gewidmet ist. Es bietet neue Ansätze und zugängliche Versuchsplattformen für die Entwicklung von Arzneimitteln für seltene Krankheiten.“

NIO Inc. veröffentlicht Zahlen zum Auslieferungsergebnis im November 2021

NIO
©Sundry Photography - stock.adobe.com

NIO erreicht neuen monatlichen Auslieferungsrekord im November 2021: Weltweit wurden 10.878 Fahrzeuge ausgeliefert.

Der E-Autohersteller aus China lieferte im Jahr 2021 insgesamt 80.940 Fahrzeuge aus – ein Plus von 120,4% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die kumulierten Auslieferungen, bestehend aus NIO ES8, NIO ES6 und NIO EC6 erreichten bis zum 30. November 156.581 Fahrzeuge.

NIO, ein Pionier auf dem Premium-Markt für smarte Elektrofahrzeuge, hat seine Zahlen für November 2021 veröffentlicht. Demnach lieferte der Tesla-Konkurrent im November 10.878 Fahrzeuge aus, was einem Anstieg um 105,6% gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Die Auslieferungen im November umfassten 2.683 NIO ES8, 4.713 NIO ES6 und 3.482 NIO EC6. Insgesamt hat NIO im Jahr 2021 bisher 80.940 Fahrzeuge ausgeliefert, was einem starken Anstieg von 120,4% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bis zum 30. Oktober erreichten die kumulierten Auslieferungen des NIO ES8, NIO ES6 und NIO EC6 156.581 Fahrzeuge.

Mumm kompakt – Wie endet Chinas politischer Drahtseilakt?

©MAYA - stock.adobe.com

In China sorgt die ungewisse Abwicklung des insolventen Immobilienentwicklers Evergrande weiter für Verunsicherung. Die Andeutung, mit ausländischen Gläubigern in Verhandlungen um Umschuldungen zu gehen, würde im Ergebnis zumindest auf geminderte Rückzahlungsquoten hinauslaufen. Allerdings ist davon auszugehen, dass die chinesische Regierung weiterhin eine mögliche Negativspirale – mit massiven Auswirkungen auf chinesische Banken, private Anleger und Immobilienkäufer sowie den gesamten Immobiliensektor – verhindern wird.

Die zweite Lockerung des Mindestreservesatzes für Banken in diesem Jahr (um 0,5 Prozentpunkte auf 11,5 Prozent) kann als moderate geldpolitische Lockerung interpretiert werden. Die Zielsetzung des kontrollierten Ablassens von Luft aus der in den vergangenen Jahren aufgeblähten Immobilienblase durch die Verschärfung von Kreditvergabebedingungen, wird trotzdem weiterverfolgt, wodurch zuletzt ein weiterer – Immobilienkonzern (Sunshine 100 China Holdings) in Zahlungsverzug geriet. Ein zusätzlicher Belastungsfaktor könnte in den kommenden Monaten von außenpolitischer Seite kommen. Bereits heute nehmen die Spannungen zwischen Peking und den USA wieder deutlich zu. So riefen die USA aufgrund anhaltender Menschenrechtsverletzungen Chinas zum Boykott der Anfang 2022 anstehenden Olympischen Winterspiele durch offizielle Regierungsvertreter auf. Die Regierung in Peking drohte mit nicht weiter definierten Konsequenzen.

China: Antriebsmotor der Weltwirtschaft

Zudem setzte das US-Handelsministerium zwölf weitere chinesische Unternehmen auf die sogenannte „Entity List“ und schloss diese damit vom Handel mit US-Unternehmen aus. Realwirtschaftlich deutete sich zuletzt noch keine klare Trendwende zur Besserung der von Corona-Maßnahmen, Energieengpässen und stockenden Lieferketten ausgebremsten Wachstumsdynamik Chinas an. Dazu passt, dass man in diesem Jahr mindestens sechs Prozent Wachstum erwarte – eine eher enttäuschende Perspektive, denn die Erwartung der OECD wurde gerade erst mit 8,1 Prozent veranschlagt. In den kommenden Jahren werden die generellen Wachstumserwartungen für die chinesische Volkswirtschaft insbesondere aufgrund des geringeren Beitrags des Immobiliensektors niedriger ausfallen.

Letztlich dürfte der angestrebte Umbau hin zu einer stärkeren Binnenmarktorientierung und einer Fokussierung des Außenhandels auf den südostasiatischen Raum (2-Circle-Strategie) aber dafür sorgen, dass China langfristig zu einem stabileren Antriebsmotor der Weltwirtschaft wird.

Weitsichtig ist das jedenfalls nicht

Deutschland China CAI

Habemus Ruber-Gilvus-Virens. Die Koalition, die „mehr Fortschritt wagen“ will, ist im Amt. Ab jetzt müssen sich Olaf Scholz und sein „Ampel“-Kabinett auch am eigenen Koalitionsvertrag messen lassen müssen. Schon bald könnten ihnen aber ihre eigenen Ideale auf die Füße fallen.

In dem 177 Seiten umfassenden Dokument wurde internationalen Fragen nur wenig Raum gegeben. Gerade einmal 17 von 6.030 Zeilen widmen sich den Vorstellungen, wie die Zusammenarbeit mit China gestaltet werden sollen, das als „Partner, Wettbewerber und Systemrivale“ gesehen wird, mit dem „wo immer möglich“ die Kooperation „gesucht“ werden soll. Als ob China nicht längst zum wichtigsten Handelspartner Deutschland aufgestiegen wäre. Als ob für deutsche Unternehmen, Auto- und Maschinenbauer genauso wie die Chemieriesen und viele Hidden Champions, der chinesische Markt nicht einer der wichtigsten wäre, der ihnen in den vergangenen Jahren ermöglicht hat, so manch eine die Welt ergriffene Krise fast unbeschadet zu durchschiffen. Beide Länder, Deutschland und China, sind eng miteinander verknüpft. Kein anderer als der Bundeskanzler selbst müsste besser wissen, wie wichtig gut geschmiert laufende Geschäfte mit China sind. Immerhin macht im Hafen seiner Heimatstadt Hamburg der chinesische Container-Umschlag fast ein Drittel aus. Von 4,3 Millionen TEU, die im ersten Halbjahr dieses Jahres umgeschlagen wurden, kamen 1,3 Millionen aus chinesischen Häfen. Bräche dieses Standbein weg, es stehe schlecht um den Hafen Hamburg.

Und hier beginnt die Crux. Denn weniger von Pragmatismus und deutschen Interessen scheinen die gegenüber China gestellten Forderungen geprägt zu sein, in denen auf nur wenigen Zeilen alle Register gezogen werden, die, jeder sollte es inzwischen wissen, in China mit Argwohn betrachtet und als „innere Angelegenheit“ gesehen werden, jedenfalls nicht als Vorbedingung für Beziehungen auf Augenhöhe. Treiben lassen haben sie sich vom US-amerikanischen Präsidenten Biden, dem es, das ist inzwischen mehr als offensichtlich, nicht um ein starkes transatlantisches Bündnis und ein gleichwertiges Europa geht. Biden braucht Europa sozusagen als Sekundanten für seine eigenen transpazifischen Ziele, dem neu ausgemachten strategischen Feind Einhalt zu bieten. Die Ampel folgt dem „amerikanischen Bruder“ sozusagen blind, und lässt dabei möglicherweise Söhne und Töchter im eigenen Land im Regen stehen. Weitsichtig ist das jedenfalls nicht.

Wettbewerber müssen einander akzeptieren

Denn Rot, Grün oder auch Gelb sollte nicht verborgen geblieben sein, dass wir uns im Jahr 2021 befinden und nicht mehr in den Zeiten der Opiumkriege, als ein schwaches Qing-Reich von einer europäischen Großmacht leicht in die Knie gezwungen werden konnte. China ist auch keine Bananenrepublik, der Deutschland diktieren kann, was sie zu tun und zu lassen hat. Selbst wenn der chinesische Staatspräsident immer wieder betont, die „Wiedergeburt der chinesischen Nation“ müsse vollendet werden, wird wohl kein sehenden Auges durch die Welt gehender Mensch bezweifeln, dass China längst wieder seinen Platz auf der Weltbühne eingenommen hat. Ja, die zweitstärkste Volkswirtschaft der Welt ist in vielen Bereichen zu 2 einem Wettbewerber geworden. Na und? Haben Deutschland, Europa, die westliche Welt nicht die Stärke, sich diesem Wettbewerb zu stellen, wie es das Selbstverständlichste wäre?

Wettbewerber müssen einander akzeptieren, wenn sie sich schon nicht gegenseitig schätzen wollen. Wird die neue Bundesregierung in den Beziehungen zu China ihre eigenen Ideale zum Maß aller Dinge machen, könnten es die deutschen Unternehmen in China, die trotz aller durch Corona entstandenen Schwierigkeiten allen Umfragen zufolge den chinesischen Markt weiter als wichtig betrachten, zu spüren bekommen. Ohne Auswirkungen auf Deutschland bliebe das nicht. Denn es ist ja nicht so, wie landläufig behauptet, dass mit dem Aufbau des Chinageschäfts an den Standorten der Headquarters alles lahmgelegt wird. Florieren die chinesischen Tochtergesellschaften, geht es auch den Müttern in Deutschland gut. Sprich: Es gibt Arbeit, und es fließen Steuern. Im Kontext der gesellschafspolitischen Ziele wird deren Wegfall für die Ampel-Parteien zu einem Problem. Bedacht haben sie das offensichtlich nicht.

 

2. Investment Dialog – China-Geschäft 2022: „New Normal“ in Zeiten von Corona?

Am 30. November 2021 lud die Investment Plattform China/Deutschland zum 2. Investment Dialog ein, dieses Mal unter dem Motto „China-Geschäft 2022: „New Normal“ in Zeiten von Corona?“. 

Mit dabei waren Vertreter von Lincoln InternationalWTSSINOSERV (Shanghai) M&E Tech. Co., Ltd. und Frechem GmbH & Co. KG. In der eineinhalbstündigen Onlineveranstaltung diskutierten die Teilnehmer das China-Geschäft 2022 und stellten sich den Fragen der  Zuschauer. Wie zum Auftakt der Veranstaltungsreihe im August führte auch dieses Mal Markus Rieger, Vorstand der GoingPublic Media AG und Geschäftsführer der China Investment Media GmbH, die Teilnehmer durch das Programm. 

„Im Moment boomt der inländische M&A-Markt in China.“

Dr. Michael Drill, Vorstandsvorsitzender von Lincoln International, eröffnete die Impulsvortragsreihe mit einer kurzen Präsentation über das aktuelle Cross-Border-M&A Geschehen und gab einen Ausblick auf 2022. Dr. Drill zufolge gilt Deutschland für Chinesen klar als M&A Target-Nation Nr.1. Derzeit sei die M&A-Aktivität noch gering. Jedoch gäbe es im laufenden Jahr 2021 immerhin sieben Übernahmen. Deutsche Firmen zählten in China zu den größten Investoren. Seit 2000 seien etwa 100 Mrd. Euro in Direktinvestitionen geflossen. “Im Moment boomt insbesondere der inländische M&A-Markt in China. Allein im 1.Halbjahr 2021 gab es einen Rekordwert von 6.200 Deals”, so Dr. Drill. Im Anschluss gab Dr. Drill einen Ausblick für die künftige M&A-Tätigkeit zwischen Deutschland und China. Zudem erläuterte der Vorstandsvorsitzende die Erfolgsfaktoren bei einem Verkauf an chinesische Investoren sowie bei einer Akquisition in China. 

Xiaolun Heijenga, Partnerin bei WTS und erfahrene Aufsichtsrätin, erklärte in ihrem Impulsvortrag die Post-Merger-Integration aus chinesischer (Käufer-)Sicht. Dafür nannte Heijenga drei Schlüsselkriterien, die für eine erfolgreiche Post-Merger-Integration ausschlaggebend sind. Dazu gehörten ein klar definiertes Post-Merger-Integrationskonzept, die richtige Managementbesetzung sowie eine gute Kommunikation. Ähnlich wie Dr. Michael Drill glaubt auch Xiaolun Heijenga daran, dass in Zukunft das Geschäft auf längerer Sicht wieder zurückkomme und sich die Anzahl an Transaktionen erhöhen werde. 

Keine Stagnation bei deutschen Maschinenbauern

Aus Shanghai zugeschaltet war Torsten SchermerSINOSERV (Shanghai) M&E Tech. Co., Ltd., der aus seiner Praxis auf den deutschen Maschinenbau schaute. SINOSERV ist ein deutsch-chinesischer Dienstleister in Shanghai, China. Das Unternehmen erbringt Dienstleistungen rund um die Installation, Verlagerung, Wartung und Reparatur von Industrieanlagen und -maschinen. Schermer gab dabei Einblicke als Gründer, der sein Geschäft in China mit chinesischer Beteiligung aufgebaut hat. „Ich glaube, dass es keine große Stagnation gibt bei deutschen Maschinenbauern, da diese auch angewiesen sind auf den chinesischen Markt“, berichtete Schermer über die derzeitige Situation.  

Abschließend erläuterte Harry Unruh, Asia Sales Director bei der Frechem GmbH & CoKG, warum gerade jetzt eine Produktion in China für sein Unternehmen sinnvoll erscheine. So hätte sein Unternehmen vor der Pandemie die Fertigung und Freigabe von Produkten bereits in Deutschland abgeschlossen und diese dann anschließend nach China exportiert. Im Zuge der Reise- Lieferbeschränkungen durch die COVID-19-Pandemie sei es allerdings zu einem Umdenken bei Frechem gekommen, erzählte Unruh. So würden mittlerweile lediglich die Vorprodukte in der Bundesrepublik angefertigt, die Endfertigung und die auch die Freigabe durch lokale Ingenieure finde neuerdings in China statt. Chancen sieht Frechen dabei durch die Minimierung des Lieferverzugs sowie Just-In-Time Lieferungen durch vorgefertigte Produkte. 

 

Rückkehr zur Normalität

In der anschließenden Diskussion beim zweiten Investment Dialog tauschten sich die Teilnehmer über die Auswirkung der derzeitigen Reiserestriktionen, den Stellenwert von Video-Calls im Vergleich zu persönlichen Meetings, die Investitionstätigkeit innerhalb Chinas sowie mögliche Veränderungen durch die neue Bundesregierung aus. Zum Abschluss der Veranstaltung waren die Teilnehmer gebeten, einen kurzen Wunsch für die Zukunft zu äußern. Die „Rückkehr zur Normalität“ war der Wunsch von Harry Unruh, dem besonders der persönliche Kontakt zu den Geschäftspartnern fehle. „Ich vermisse Deutschland und würde gerne mal wieder in die Heimat“, sagte Torsten Schermer. Dr. Michael Drill wünschte sich, “dass die Investitionstätigkeit von chinesischen Unternehmen in Deutschland wieder ansteigt und dass dafür Transaktionen und Beteiligungen von den zuständigen Behörden schneller freigegeben werden”. Xiaolun Heijenga beteuerte den Stellenwert vom gegenseitigen Vertrauen in allen Formen.  

China: Ein Blick über die Turbulenzen hinaus

©WU - stock.adobe.com

Nach der Hundertjahrfeier der Kommunistischen Partei Chinas am 1. Juli wurde der Großteil der strengeren Vorschriften eingeführt, die wegen dieses Jahrestags zuvor zurückgehalten worden waren. Das prekäre Absacken chinesischer Titel begann mit einer Untersuchung gegen Didi nach dem überstürzten Börsengang (IPO) des Unternehmens, der nach Ansicht vieler Kommentatoren trotz der Warnungen seitens der Regierung stattfand. Die Panikverkäufe erreichten mit dem Totalverbot und der erzwungenen Verstaatlichung der chinesischen Nachhilfebranche im Juli ihren Höhepunkt. Obwohl viele Marktteilnehmer mit einer wesentlich strengeren Regulierung des Nachhilfeunterrichts an Wochenenden und Feiertagen gerechnet hatten, waren nur wenige davon ausgegangen, dass es zu einem stark überwachten Verbot durch die Einführung eines gemeinnützigen Modells kommen würde. Dieses sogenannte «Black Swan»-Ereignis führte zu einer Panikreaktion im Internetsektor, im Gesundheitswesen und im Sektor für zyklische Konsumgüter, da die Anleger befürchteten, dass diese Bereiche als Nächstes ins Visier einer härteren Regulierungspolitik geraten könnten.

Im August wurde die Richtung der chinesischen Politik deutlicher, als Präsident Xi die
«Vermögensumverteilung für allgemeinen Wohlstand» betonte, was eine Rotation aus Sektoren mit politischem Gegenwind, wie Internet, Luxusgüter und Immobilien, hin zu Sektoren mit politischem Rückenwind, wie der Wertschöpfungskette von Elektrofahrzeugen, der Halbleitertechnologie und der High-End-Fertigung, führte. Für zusätzlichen Druck an den Aktienmärkten sorgte im September das verlagerte Augenmerk auf den 60 Billionen US-Dollar schweren chinesischen Immobilienmarkt, da Evergrandes potenzieller Zahlungsausfall Bedenken hinsichtlich des systemischen Risikos aufkommen ließ. Einige Medien bezeichneten dies sogar als «Lehman-Moment». Exakt in dem Moment, als es schien, es könnte nicht mehr schlimmer werden, kam es zum Ende des dritten Quartals in mehr als der Hälfte der chinesischen Provinzen zu großflächigen Stromausfällen, was wiederum die BIP-Wachstumsaussichten für das vierte Quartal zusätzlich dämpfte.

Es sei daran erinnert, dass viele der politischen Maßnahmen, wie die Bekämpfung von Monopolen, die Regulierung des Immobiliensektors oder die «drei roten Linien» bereits im vierten Quartal 2020 vorgeschlagen worden waren. Die Dauer, Intensität, sowie Umfang und Geschwindigkeit dieser Entwicklungen zusammengenommen, sind in der jüngeren Geschichte jedoch beispiellos. Die Unvorhersehbarkeit der Regulierungen hat viele globale Anleger erschreckt: Die chinesischen Investmentfonds hatten China im dritten Quartal untergewichtet, und die Wertentwicklung chinesischer Aktien blieb trotz einer höheren Wachstumsrate um etwa 30 % hinter vergleichbaren Aktien aus den USA zurück.

Das Dilemma – den Kuchen wachsen lassen oder ihn verteilen?

Aus chinesischer Binnensicht lässt ein Wachstum von 12,7 % für das erste Halbjahr 2021, vor dem Hintergrund des Jahresziels von 6 % betrachtet, viel Spielraum für ein deutlich langsameres zweites Halbjahr. Nach unserer Einschätzung wird die dringlichere Aufgabe der Regulierungsbehörden die Steuerung für das Jahr 2022 und die Notwendigkeit eines fortgesetzten Wachstums sein.

Das Wachstum Chinas riesiger Bevölkerung, das einst die weltweit am schnellsten expandierende Volkswirtschaft befeuerte, verlangsamt sich – und das Durchschnittsalter steigt. Während sich das jährliche Bevölkerungswachstum auf 0,5 % abschwächte, deutet die Volkszählung 2020 darauf hin, dass sich der Anteil der älteren Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt hat, was das ohnehin schon defizitäre Rentensystem Chinas zusätzlich belastet. Die Regulierungsbehörden reagierten schnell mit der Abschaffung ihrer jahrzehntelangen Ein-Kind[1]Politik, nur um festzustellen, dass selbst eine Politik eines zweiten oder dritten Kindes oder einer unbegrenzten Kinderzahl nicht ausreicht, um mehr Geburten zu fördern.

Folglich wurde eine zweite Maßnahme eingeführt, die darin besteht, alle möglichen Hindernisse für Geburten zu beseitigen. Insbesondere wurden folgende drei Sektoren ins Visier genommen: Bildung, Wohnen und das Gesundheitswesen, da diese Bereiche als die stärkste Belastung für das Haushaltseinkommen und das Wohlergehen gelten. An vorderster Front stand dabei das harte Vorgehen gegen die private Nachhilfebranche, da dieser Posten im Falle eines K12-Schülers (Kindergarten bis 12. Klasse) in China bislang bis zur Hälfte des verfügbaren Einkommens einer weniger wohlhabenden Familie ausmachte. Damit einher geht der Wunsch, die ständig steigenden Preise für Wohnimmobilien einzudämmen, da Immobilien in China über 60 % des Haushaltsvermögens binden. Eine Abkühlung der Immobilientransaktionen, gepaart mit einer strengen Beschränkung der Verschuldung von Bauträgern, hatte auch die Evergrande-Episode bis in den September erahnen lassen. Schließlich haben die Behörden die nationale Arzneimittelbeschaffung auf medizinische Geräte ausgeweitet. Dies, verbunden mit einer Preisreform für Gesundheitsdienstleistungen, erschütterte die private Klinikbranche.

Angesichts eines Bevölkerungsproblems und eines Wachstumsengpasses verlagerten die staatlichen Stellen den Fokus unweigerlich vom Wachstum des „Kuchens“ auf dessen Verteilung. Eine Konjunkturabschwächung wird die Unterprivilegierten härter treffen als die Wohlhabenden, doch den Schlüssel zur sozialen Stabilität liefern die weniger Wohlhabenden auf der untersten Stufe der Pyramide. Daher wurde die Ideologie des «Wohlstands für alle» aus dem Buch «Das Kapital» bemüht, der vormals bis zum Jahr 2050 erreicht werden sollte, um den steigenden Anforderungen an das soziale Sicherungsnetz gerecht zu werden. Diese Aussage wurde als weit links interpretiert, da die weltweiten Anleger sich eher auf die Formulierung «für alle» als auf die Komponente «Wohlstand» der Aussage fokussierten. Auch die Unternehmen reagierten umgehend, und Internetplattformen mit hoher Marktkapitalisierung wie Tencent, Meituan und PDD befürworteten unisono ein derartiges Anliegen, indem sie milliardenschwere allgemeine Wohlstandsfonds auflegten oder ihre Unternehmensstrategie neu ausrichteten, um ihre soziale Verantwortung zu stärken.

Ein Blick über die Turbulenzen hinaus

Derart drastische Maßnahmen haben nicht nur der Börsenstimmung geschadet, sondern auch Unternehmen und Lebensgrundlagen beeinträchtigt. Hunderttausende von Arbeitsplätzen in der Nachhilfebranche verschwanden über Nacht, lebenslange Ersparnisse, die in Wohnimmobilien 3 gebunden sind, verloren an Wert und medizinische Ressourcen wurden knapp, da die Beschaffung zu Niedrigpreisen die Knappheit verschärfte. Die rigorose Haltung der Zentralregierung hat darüber hinaus zu einer rücksichtslosen Umsetzung der Politik auf lokaler Ebene geführt. Die jüngsten Stromausfälle, die darauf abzielten, die energieintensive Produktion zu drosseln, breiteten sich auf die Stromnutzung der Privathaushalte aus. Die Makrozahlen waren ebenfalls ungünstig, da das Wachstum der Einzelhandelsumsätze im August auf ein Einjahrestief von 2,5 % fiel und der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im September zum ersten Mal seit dem Ausbruch von Covid-19 zurückging.

Festlandchina wartet sehnsüchtig auf eine Liquiditätsspritze, mit der die sich abschwächende Wirtschaft unterstützt werden soll. Obwohl es noch zu früh ist, eine Umkehr des harten Durchgreifens zu erhoffen, haben die Regulierungsbehörden ein Sicherheitsnetz angelegt, um die Wirtschaftstätigkeit abzusichern. Da das vierte Quartal traditionell eine Hochsaison für die Produktion und den Privatkonsum darstellt, könnte es für die Regulierungsstellen zu kostspielig sein, eine derartige günstige Saisonalität in einen makroökonomisch schwergewichtigen Kalender einzubeziehen, insbesondere vor einer wichtigen politischen Phase im ersten Quartal 2022.

Wir sind davon überzeugt, dass Investitionen in diesem Umfeld einen veränderten Fokus erfordern. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf die Sektoren mit politischem Rückenwind, die von den staatlichen Stellen als langfristige Marktführer eingestuft werden. «Umstrukturierung» wurde zum Schlüsselwort für die chinesische politische Agenda, um die Abhängigkeit von Arbeitskräften und importierten Technologien zu vermindern und die etablierten Unternehmen in einer digitalen Welt 4.0 zu überholen. China verfügte über einen Vorsprung bei Technologien zur Treibhausgasreduzierung. Wir sind der Auffassung, dass die «grüne» Entwicklung und die Dekarbonisierung große Nutznießer einer sich ändernden politischen Agenda sein werden. Wir haben daher mit größeren Positionen in der Wertschöpfungskette von Elektrofahrzeugen und der Digitalisierung von Unternehmen in Bereiche mit politischem Rückenwind investiert.

Jenoptik schließt den Erwerb von BG Medical und SwissOptic erfolgreich ab

Jenoptik
©Wirestock - stock.adobe.com

Mit dem Kauf fokussiert sich das global agierende Technologieunternehmen Jenoptik weiter auf die Kernkompetenz Photonik und beschleunigt das profitable und nachhaltige Wachstum.

Mit dem Closing am 30. November 2021 hat die JENOPTIK AG (FSE: JEN / ISIN: DE000A2NB601) den im Oktober avisierten Erwerb

  • der BG Medical Applications GmbH („BG Medical“), einem Anbieter hochpräziser und maßgeschneiderter optischer Komponenten für die Medizintechnik mit Sitz in Berlin,
  • der SwissOptic AG, einem Spezialisten für die Entwicklung und Herstellung optischer Komponenten und Baugruppen insbesondere für die Medizintechnik, die Halbleiterindustrie und den Messtechnikbereich mit Hauptsitz in Heerbrugg/Schweiz,
  • der chinesischen SwissOptic (Wuhan) Co., Ltd. mit Sitz in Wuhan/China

erfolgreich abgeschlossen. Das deutsche Bundeskartellamt hat der Transaktion zugestimmt. Der Kaufpreis liegt bei rund 300 Mio Euro.

Jenoptik erweitert sein globales Produktionsnetzwerk

Mit dieser strategischen Akquisition stärkt Jenoptik das globale und stark wachsende Photonik-Geschäft und baut neben dem starken Halbleiterausrüstungsgeschäft insbesondere das hoch attraktive Medizintechnikgeschäft deutlich aus.

Die Akquisition erweitert das globale Produktionsnetzwerk von Jenoptik inklusive moderner Reinraumkapazitäten deutlich. Die Produktionsstätten befinden sich in zwei führenden Photonik-Zentren in Europa (Berlin & Heerbrugg) sowie in China (Wuhan).

Mit der Akquisition wird Jenoptik ihren nachhaltigen Wachstumskurs beschleunigen. Die akquirierten Gesellschaften werden zur Division Light & Optics gehören. Im Geschäftsjahr 2022 wird aus der Akquisition ein Umsatzbeitrag von rund 130 Mio Euro erwartet. In den kommenden Jahren soll der Umsatz der erworbenen Unternehmen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen und eine attraktive Marge aufweisen.

Die drei Unternehmen werden ab dem 1. Dezember voll konsolidiert. Die Mitarbeiterzahl des Jenoptik-Konzerns erhöht sich auf rund 4.900. Die Kaufpreiszahlung erfolgt über bestehende Finanzmittel und freie Kreditlinien. Detaillierte Informationen zu den Auswirkungen des Erwerbs auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Konzerns wird Jenoptik in der Berichterstattung zum Geschäftsjahr 2021 im März 2022 geben.

LANXESS baut Produktion für Hightech-Kunststoffe in China aus

LANXESS
©pvl - stock.adobe.com

LANXESS baut sein Produktionsnetzwerk in China aus: Der Spezialchemie-Konzern wird an seinem Standort in Changzhou eine zweite Compoundier-Anlage für Hightech-Kunststoffe der Marken Durethan und Pocan errichten und dafür rund 30 Millionen Euro investieren. Damit erhöht sich die Produktionskapazität in Changzhou um 30.000 Tonnen pro Jahr. Zusammen mit den bestehenden Anlagen in Changzhou und am Standort Wuxi steigt die gesamte Compoundier-Kapazität des Unternehmens in China auf jährlich 110.000 Tonnen. Die neue Anlage soll im ersten Quartal 2023 in Betrieb genommen werden.

„Mit dieser Erweiterung tragen wir der starken Nachfrage aus der wachsenden chinesischen Automobilindustrie Rechnung. Die E-Mobilität boomt dort und bringt neue Anforderungen an Leichtbauanwendungen mit sich. Daher steigt der Anteil elektronischer Komponenten im Auto kontinuierlich“, sagt Hubert Fink, Mitglied des Vorstands von LANXESS. „Die neue Produktionsanlage ist ein weiterer wichtiger Schritt, um unsere Präsenz in China zu vergrößern.“

Lösungen für die E-Mobilität

LANXESS sieht in der E-Mobilität ein wichtiges Anwendungsfeld für seine Compounds der Marken Durethan (Polyamid  6 und 66) und Pocan (Polybutylenterephthalat, PBT) sowie die endlosfaserverstärkten Verbundwerkstoffe der Marke Tepex. Das Unternehmen bietet bereits eine breite Palette von Produkten an, die die höchsten Standards und Normen der Elektro- und Elektronikindustrie weltweit in Bezug auf Flammschutz, elektrische Eigenschaften und ökologische Ansprüche erfüllen.

Die Hochleistungs-Kunststoffe der Marken Durethan und Pocan ermöglichen auch die Konstruktion von Bauteilen, die Metallteile in Kraftfahrzeugen ersetzen können und so zur Reduzierung von Gewicht, Energieverbrauch und damit verbundenen Emissionen beitragen. Die innovativen Werkstoffe werden zum Beispiel in Peripherieanwendungen von Motoren, Türstrukturen, Karosserieverstärkungen, Pedalen und Frontends von Fahrzeugen eingesetzt. Je nach Bauteil trägt die Leichtbauweise zu einer Gewichtseinsparung von bis zu 50 Prozent bei.

Koalitionsvertrag: Ampel und die China-Politik

Koalitionsvertrag
©Andreas Prott - stock.adobe.com

Die künftige Bundesregierung hat ihren Koalitionsvertrag veröffentlicht. In diesen geht das Bündnis zwischen SPD, FDP und Grünen auch auf die zukünftige Zusammenarbeit mit China ein.

Im neuen Koalitionsvertrag wird die Volksrepublik an mehreren Stellen erwähnt. So beabsichtige man, die Asien- und Chinakompetenzen deutlich auszubauen (Internationale Hochschulkooperation, Seite 23). Weiterhin kann eine Ratifikation des EU-China-Investitionsabkommens im EU-Rat aus verschiedenen Gründen zurzeit nicht stattfinden. (Rohstoffe, Lieferketten und Freihandel, Seite 35). Zudem soll die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing (German Trade and Investment, GTAI)
und das Netz der Außenhandelskammern gestärkt werden.(Rohstoffe, Lieferketten und Freihandel, Seite 35)

Die Deutsche Handelskammer in China (AHK) begrüßt die Initiative, im Rahmen der gemeinsamen EU-China-Politik eine umfassende China-Strategie in Deutschland zu entwickeln und die Regierungskonsultation fortzusetzen. Zudem schlage man vor, den Dialog zwischen Deutschland und China in unterschiedlichen Formaten fortzusetzen.

Lesen sie hier den vollständigen Koalitionsvertrag

 

 

KUKA erwartet positives Geschäftsjahr 2021 und definiert gemeinsam mit Midea langfristigen Wachstumsplan außerhalb der Börse – Squeeze-Out-Prozess eingeleitet

KUKA
©THINK b - stock.adobe.com

KUKA und sein Mehrheitseigentümer Midea Group haben einen gemeinsamen Wachstumsplan definiert. So legen beide Unternehmen den Grundstein für eine Führungsrolle in der globalen roboterbasierten Automatisierung bis 2025 und darüber hinaus.

Im Rahmen der Strategie wird sich KUKA vor allem darauf konzentrieren, Robotik-Expertise und Applikations-Know-how weltweit und über alle Geschäftsbereiche hinweg zu bündeln, um seine Produkte und Marktposition weiter zu verbessern. Dazu zählt ein übergreifendes Portfolio mit regional angepassten Produkten und Lösungen für Wachstumsbranchen in der Robotik und Logistik, wie E-Commerce und Retail. Schnell wachsende Märkte für KUKA und Swisslog sollen so gezielt gestärkt und die Koordination zwischen den Ländern noch enger abgestimmt werden.

Zu diesem Zweck sollen zudem die Investitionen für Forschung und Entwicklung in Augsburg bis 2025 um mindestens 15% erhöht werden. Im Rahmen der Strategie plant Midea zudem, KUKA im Rahmen eines sogenannten „Squeeze-Out“-Prozesses von der Börse zu nehmen. Midea hält derzeit bereits einen Anteil von über 95% aller KUKA Aktien.

Eine gemeinsame Vision für KUKA und Augsburg

Nach einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld in den vergangenen Jahren und den massiven Auswirkungen der Coronakrise verzeichnet KUKA wieder starke Zahlen und profitiert von der zunehmenden globalen Nachfrage nach Automatisierung.

„KUKA hat den Turnaround geschafft und einen klaren Wachstumsweg eingeschlagen. So erwarten wir für 2021 einen Umsatz von rund 3,1 Mrd. € sowie ein EBIT von rund
60 Mio. €. Erste Anzeichen lassen uns auch für die Geschäftsentwicklung über 2021 hinaus optimistisch sein. Für 2022 sind wir optimistisch, dass sich dieser positive Trend fortsetzen wird“, sagte Peter Mohnen, CEO der KUKA AG.

„Unser Ziel ist eine führende Rolle in der roboterbasierten Automatisierung bis 2025“, so Peter Mohnen. „Dafür brauchen wir einen klaren Fokus auf Technologieentwicklung und Innovation sowie die volle Unterstützung von Midea. Deshalb verfolgen wir gemeinsam eine langfristige Strategie für KUKA und haben die Rahmenbedingungen dafür festgelegt, mit einem klaren Fokus auf das operative Geschäft. Ich begrüße Mideas Zusage, unsere F&E-Ausgaben in Augsburg erheblich zu erhöhen, um das Wachstum von KUKA noch effektiver voranzutreiben. Diese Entscheidung ermöglicht KUKA, auch an unserem Heimatstandort zu wachsen und als attraktiver und zukunftsorientierter Arbeitgeber Talente zu gewinnen und zu fördern. Mit dem Wachstumsplan 2025 haben wir eine gemeinsame Vision für die Zukunft – deutlich über das Ende der bestehenden Investorenvereinbarung hinaus.“

Der Wachstumsplan steht außerdem in Einklang mit KUKAs Ziel, Automatisierung bis 2030 einfacher und intuitiver und damit für alle zugänglich zu machen. Die Programmierung eines Roboters wird dann so einfach sein wie heute die Arbeit an einem Laptop oder Smartphone. Hier arbeitet KUKA an einem Betriebssystem der Zukunft, bei dem die einfache Bedienung und intuitive Handhabung von Automatisierungslösungen im Vordergrund steht.

ELARIS feiert Ankunft der ersten 150 Fahrzeuge

ELARIS
©Wellnhofer Designs - stock.adobe.com

Nach einer rasanten Unternehmensentwicklung dieses Jahr feiert ELARIS, der neue One-Stop-Shop Player der E-Mobilität in Deutschland, die Ankunft der ersten Fahrzeuge. Zunächst 74 deutsche Euromaster Standorte und ein schnell wachsendes Netzwerk von ELARIS Partnern werden ab sofort den hyper-kompakten Ausstattungschampion ELARIS PIO und das smarte Luxus-SUV ELARIS BEO verkaufen. 

Neben den Verkaufsstandorten können ELARIS Kunden die ELARIS Autos, ELARIS Wallboxen und ELARIS Dienstleistungen zur Einrichtung von Ladeinfrastruktur auch direkt online beziehen. Auch bei der Art der Auslieferung hat der ELARIS Kunde hier die Wahl: Beim gewünschten ELARIS / Euromaster Standort oder per Direktanlieferung an die Firmen – oder Privatadresse

Der Deutsche Auto Dienst übernimmt den Zulassungsservice, während die BLG mit der Auslieferung betraut wird. Für die Fahrzeuggarantien arbeitet ELARIS mit Real Garant zusammen. Für den Service ist, wie bereits angekündigt, der Partner Euromaster und das schnell wachsende ELARIS Partnernetzwerk zur Stelle. Für ELARIS Leasing – und Finanzierungsangebote stehen namhafte ELARIS Partner bereit.

ELARIS will bis Ende 2022 10.000 Fahrzeuge verkaufen

„In unserem allerseits mit Spannung beobachteten Markteintritt markiert die Ankunft unserer E-Fahrzeuge auf den deutschen Straßen den bisher entscheidendsten Meilenstein“, erklärt ELARIS CEO Lars Stevenson. „Wir verkörpern mit unserer strategisch entwickelten Wertschöpfungskette einen Trend, den wir so als neuer Player im Markt selbst geschaffen haben: Fahrzeuge mit nachhaltigem Antrieb und neue Preis-Leistungsstandards. – Von einem deutschen Unternehmen, welches nach eigenen Vorgaben in chinesischen Qualitätsmanufakturen fertigen lässt.“

„Bis Ende 2022 wollen wir über 10.000 Fahrzeuge verkaufen. Zum ELARIS Rundum-Angebot gehört aber natürlich auch unser Service zur Einrichtung des auf den Kunden zugeschnittenen Ladekon- zepts. In diesem Bereich erwarten wir in 2022 einen Umsatz von über 5 Mio. Euro“, resümiert ELARIS COO Stephan Kneipp.

VOK DAMS realisiert Launch-Experience für den Polestar 2 in China

Polestar 2
@ Jelle van der Wolf

Seit 2017 positioniert sich Polestar als eigenständige Marke für Performance-Elektrofahrzeuge. Polestar steht für Innovation und Nachhaltigkeit. Die Volvo-Tochter hat eine Vision: dass nachhaltige Materialien neue Design-Horizonte eröffnen und gleichzeitig den Begriff Premium neu definieren. In diesem Jahr launcht der Hersteller von Performance Elektroautos mit dem Polestar 2 sein zweites Model in China – gemeinsam mit VOK DAMS.

Für den Launch des neuen Polestar 2 entwickelt VOK DAMS ein aufmerksamkeitsstarkes Pop-up-Erlebnis. Insgesamt tourt die Pop-up Experience durch vier chinesische Städte – durch Hangzhou, Shanghai, Beijing und Shenzhen. VIPs, Presse und die Öffentlichkeit werden eingeladen mehr über den Polestar 2 und die Marke dahinter zu erfahren. Die Roadshow wird zur emotionalen face-to-face Brand Experience, die das digitale Vertriebsmodell von des Unternehmens optimal ergänzt und die Sichtbarkeit der Marke in der Öffentlichkeit schärft.

In Anlehnung an das minimalistische Design des Performance-Elektrofahrzeugs entsteht der „Polestar Cube“ – eine modulare, anspruchsvolle Architektur, die Ästhetik, Nachhaltigkeit und Funktionalität vereint. Mit Fokus auf Design, Nachhaltigkeit und Konnektivität spiegeln die Polestar Cubes die volle Bandbreite innovativer Denkweise und damit den Kern der Marke Polestar wider.

ANZEIGE