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Allianz will Joint Venture mit CITIC komplett übernehmen

Der Münchner Versicherungskonzern plant, die Anteile des chinesischen Partners CITIC am gemeinsamen Lebensversicherungsgeschäft aufzukaufen

Erst vor kurzem hat die Allianz als erster ausländischer Versicherungskonzern von der China Banking and Insurance Regulatory Commission (CBIRC) die Erlaubnis erhalten, am chinesischen Markt ohne inländische Partner zu agieren. Insofern ist es nur folgerichtig, wenn die Allianz nun darüber nachdenkt, die Lebensversicherungssparte Allianz China Life Insurance alleine zu steuern.

Bisher betreiben die Münchner diese Sparte in einem Joint Venture gemeinsam mit der staatseigenen China International Trust and Investment Corporation (CITIC). Der chinesische Partner hält aktuell 49% der Anteile des Joint Ventures, das im Jahr 1998 in Shanghai gegründet wurde. Das eingetragene Grundkapital beträgt 2 Mrd. CNY.

VW plant Milliardeninvestitionen

Bildquelle: vw.com

Der deutsche Automobilkonzern will im kommenden Jahr wenigsten 4 Mrd. EUR im Reich der Mitte investieren. Ein Schwerpunkt soll dabei im Bereich Elektrofahrzeuge liegen.

 Stephan Wollenstein, CEO von Volkswagen China, stellte auf der Guangzhou Auto Show den neuen Investmentplan des Konzerns vor: Rund 4 Mrd. EUR will das Unternehmen im Jahr 2020 gemeinsam mit seinen chinesischen Partnern investieren. Davon sollen etwa 40% auf den Bereich E-Mobilität entfallen, wozu auch die Bereitstellung der entsprechenden Infrastruktur gehört. Wollenstein stellte dabei fest, dass Chinas Erfolge in der E-Mobilität, der entscheidende Faktor seien, um die Nachhaltigkeitsziele der Wolfsburger zu erfüllen.

Hierzu ergänzte Oliver Blume, Vorstandsmitglied der Volkswagen AG, am gestrigen Dienstag, dass VW bezüglich der anvisierten Emissionsreduktion in der Produktion dem Zeitplan bereits voraus sei. In den vergangenen zwei Jahren wurden die CO2-Emissionen je gebautes Fahrzeug bereits um mehr als 10% reduziert. Bis zum Jahr 2025 soll der ökologische Fußabdruck der Produktion um insgesamt 50% reduziert werden, so die Ziele des VW-Konzerns.

Entsprechend werden die Investitionen in E-Mobilität noch zunehmen und damit werden in absehbarer Zeit die Investitionen in E-Fahrzeuge die in Benziner übertreffen. VWs Elektro-Strategie in China konzentriert sich dabei auf die beiden Werke in Foshan und Anting/Shanghai, die als Joint Ventures mit FAW beziehungsweise SAIC betrieben werden. Diese sind ausschließlich auf die Produktion von E-Autos ausgelegt und ab Oktober 2020 sollen dort pro Jahr insgesamt 600.000 Stück vom Band rollen. Bis zum Jahr 2025 will VW insgesamt 30 unterschiedliche Typen mit Elektroantrieb anbieten und 1,5 Mio. E-Autos im Reich der Mitte verkaufen. In den ersten 10 Monaten hatte Volkswagen nach eigenen Angaben rund 3,34 Mio. Fahrzeuge in China ausgeliefert. Damit stammt rund jedes fünfte in China verkaufte Auto aus der VW-Produktion.

Stock Connect Programm zwischen Shanghai und Frankfurt geplant

Bilequelle: marcuspfeiffer.de

Unter Federführung von CEINEX wollen die Deutsche Börse und die Shanghai Stock Exchange den chinesischen und den deutschen Aktienmarkt enger miteinander verknüpfen

Die China Europe International Exchange (CEINEX) arbeitet an der Implementierung eines neuen Stock Connect Programms (SCP), das die Shanghai Stock Exchange (SEE) und die Frankfurter Börse enger miteinander verbinden soll. Die CEINEX ist ein Joint Venture zwischen der SSE, der Deutsche Börse Group und der China Financial Futures Exchange, das 2015 ins Leben gerufen wurde. Ursprüngliche Hauptaufgabe des Joint Ventures war es, eine Möglichkeit zur Platzierung von CNY-Anleihen im Ausland zu schaffen. Etliche chinesische Finanzinstitute, darunter die Agricultural Development Bank und die Bank of China, haben ihre Off-Shore Bonds über die CEINEX begeben. Darüber hinaus entstand dank des Einsatzes von CEINEX ein neues Börsensegment in Deutschland: die D-Shares. Im Oktober 2018 war es der Weltmarktführer im Bereich Haushaltsgroßgeräte, Haier aus Qingdao, der als erstes Unternehmen ein Listing über das neuen Marktsegment vornahm.

Mit dem nun geplanten SCP kommt ein weiterer Aspekt zum Portfolio des deutsch-chinesischen Joint Ventures hinzu: Deutsche Blue Chips sollen in die Lage versetzt werden, sogenannte China Depositary Receipts (CDRs) an der Börse in Shanghai zu platzieren und chinesische Unternehmen werden dann Global Depositary Receipts (GDRs) an der Frankfurter Börse lancieren können. „Wir sehen es als eine unserer Kernaufgaben an, die chinesischen und europäischen Kapitalmärkte sowie die Akteure beider Realwirtschaften enger miteinander zu verbinden. Die Ausgabe solcher Hinterlegungsscheine ist eine exzellente Möglichkeit hierzu“, erklärte Dr. Han Chen, einer der beiden CEOs der CEINEX, am Rande der 22. Euro Finance Week in Frankfurt, wo die Pläne zu dem neuen SCP verkündet wurden.

SCPs bestehen bereits zwischen den Börsen von Shanghai beziehungsweise Shenzhen und der Hongkonger Börse sowie zwischen der SSE und der Londoner Börse. Die Möglichkeiten und Perspektiven dieser Programme hatten wir unter anderem in unserer Ausgabe 2019-1 Chinas Aktienmärkte vorgestellt und diskutiert.

Wirtschaftsweltmacht China

Bildquelle: TTstudio

Die Volksrepublik ist innerhalb weniger Jahrzehnte von einem bettelarmen Entwicklungsland zu einem Global Player aufgestiegen – mit unterschiedlichsten Folgen für den Westen, seine Wirtschaft und seine Unternehmen, insbesondere auch für Deutschland.

Vor kurzem präsentierte Tim Cook, CEO von Apple Inc., unter der gewohnten medialen Begleitung die neueste Version des iPhones. Stillschweigend ging er dabei darüber hinweg, dass Apples neuster Streich nicht 5G-fähig ist. Ganz anders sieht die Lage beim chinesischen Konkurrenten Huawei aus: Der Konzern aus Shenzhen bietet seit Sommer nicht nur ein 5G-fähiges Smartphone (Mate X) an, er ist auch führender Anbieter bei der Aus- bzw. Aufrüstung der Mobilfunknetze auf den neuen Standard. China schreitet längst voran, während der Rest der Welt noch darüber streitet, ob man Huawei am Aufbau des eigenen 5G-Netzes beteiligen soll und wie weit die Technologie Risiken beispielsweise in der Strahlenbelastung birgt. In Deutschland übrigens beträgt die 4G-Abdeckung (!) gerade einmal 65%.

Allein in Guangzhou werden bis zum Ende des Jahres 20.000 5G-Mobilfunkmasten stehen, und sowohl China Mobil als auch China Telecom bieten bereits Verträge für den neuen Standard an. In Shenyang hat BMW als erstes Unternehmen weltweit in seinen Fabriken eine 100%ige 5G-Abdeckung erlangt – essenziell für die Entwicklung autonom fahrender Systeme und die Basis für eine Weiterentwicklung der Industrie 4.0.

Rasanter Aufstieg

Die Episode zeigt, dass China gerade in Sachen Digitalisierung dabei ist, die Welt abzuhängen. Zudem ist sie nur ein Beleg dafür, wie sehr sich das Land seit den Zeiten von Mao Zedong verändert hat. Mit den von Deng Xiaoping angestoßenen Reformen ist China auf allen Ebenen geradezu explosiv gewachsen. Die industrielle Wertschöpfung Chinas stieg im Zeitraum 1952 bis 2018 von 12 Mrd. auf 30,5 Bio. CNY, was einem 970-fachen Anstieg und einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 11% entspricht. Das BIP stieg von 67,9 Mrd. auf 90 Bio. CNY, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 8,1%; das Pro-Kopf-BIP wuchs von 119 CNY auf 64.644 CNY.

Den gesamten Artikel können Sie im E-Magazin der Ausgabe 4/2019 der Investment Plattform China/Deutschland nachlesen: https://www.investmentplattformchina.de/wp-content/uploads/epaper/2019_4_UE_CN_D/#16

Allianz erhält Lizenz von CBIRC in China

dpa/Marc Müller/dpa

Der deutsche Versicherungskonzern Allianz hat als erstes ausländisches Unternehmen in China die Lizenz für eine Gesellschaft ganz ohne chinesische Beteiligung erhalten

Am vergangenen Freitag (15. November) hat die Allianz China Insurance Holding Co., Ltd., eine vollständige Tochter des deutschen Allianzkonzerns mit Sitz in Shanghai, von der chinesischen Finanzaufsichtsbehörde China Banking and Insurance Regulatory Commission (CBIRC) die Erlaubnis erhalten, den Geschäftsbetrieb aufzunehmen. Den Antrag hierzu hatte die Allianz vor rund einem Jahr gestellt. „Die Zustimmung der Behörden ist ein wichtiger Meilenstein für unser Geschäft und versetzt uns in die Lage, aus einer führende Position heraus von der weiteren Öffnung der chinesischen Wirtschaft bestmöglich zu profitieren“, erklärt Sergio Balbinot, Vorstandsmitglied der Allianz.

Die Lizenzerteilung wurde von zusätzlichen Erklärungen begleitet, wie die chinesische Regierung die heimischen Finanzmärkte weiter öffnen und ausländische Finanzinstitutionen zu mehr Investitionen ermutigen will. Im Oktober bereits hatte das Komitee des Staatsrats für Finanzstabilität und -entwicklung die Abschaffung von Obergrenzen für ausländische Beteiligungen an Brokern, Futures-Händlern und Fondsgesellschaften für Ende des kommenden Jahres versprochen.

Aktuell dominieren rein chinesische Unternehmen den Versicherungsmarkt im Reich der Mitte. Derzeit generieren 12 einheimische Konzerne mehr als 70% des Prämienaufkommens in Chinas Versicherungssektor. Von der Öffnung des Sektors verspricht sich die chinesische Regierung mehr Wettbewerb. Dieser soll beispielsweise dazu führen, dass die einheimischen Versicherer konsequenter die besten versicherungsmathematischen Modelle nutzen, besseres Risikomanagement betreiben und die einzelnen Geschäftsbereiche besser absichern. Vor allem aber sollen natürlich die Kunden profitieren – sei es über bessere Preise oder ein breiteres Leistungsangebot. Entsprechend konstatiert Solmaz Altin, CEO der Allianz Asia-Pacific und damit auch Vorstand der chinesischen Gesellschaft: „Mit der neuen Holdingstruktur können wir der wachsenden chinesischen Mittelschicht nicht nur bessere Dienstleistungen, sondern auch die gesamte Bandbreite unserer Finanzlösungen anbieten.“

China-Trio eröffnet Rechenzentrum in Frankfurt

Bildquelle: fgould

Mit dem gemeinsam gegründeten Daten- und Rechenzentrum unternimmt die strategische Allianz aus China Telecom Global, Daily-Tech und Global Switch den Sprung nach Europa

 Am 12. November verkündeten China Telecom Global, eine 100%ige Tochtergesellschaft von China Telecom und einer der weltweit größten Anbieter integrierter Telekommunikationsdienste, Daily-Tech, Entwickler und Betreiber von Infrastruktur für Rechenzentren, sowie Global Switch, Betreiber und Entwickler von carrier- und cloudneutralen Rechenzentren, die Eröffnung eines Daten- und Rechenzentrums in Frankfurt am Main. Die drei Unternehmen, die jeweils zu den führenden Konzernen in ihrem Sektor zählen, betreiben bereits gemeinsam in Hong Kong und Singapur je ein Rechenzentrum. Nun unternimmt die Allianz der drei chinesischen Telekommunikationsanbieter den ersten Schritt nach Europa.

Der Grund hierfür ist die verstärke Nachfrage aus Europa nach Colocation-Diensten, also der Unterbringung und Netzanbindung von Kundenservern direkt im Rechenzentrum des jeweiligen Internet Service Provider. Die Vorteile liegen dabei in deutlich höheren Übertragungsraten, geringeren Verzögerungen des jeweiligen Signals sowie größerer Sicherheit und höherer Energieeffizienz. Für das Trio aus China ist damit der Grundstein für eine weitere Expansion in Europa und dem Rest der Welt gelegt. „Frankfurt bleibt ein Verbindungsknotenpunkt in Europa und ein wichtiges Tor zum Kontinent, deshalb spielt die Stadt eine entscheidende Rolle bei unseren Expansionsplänen in der Region und in der Welt“, erklärt Donald Tan, Executive Vice President von China Telecom Global die strategischen Überlegungen hinter dem Schritt und John Corcoran, CEO von Global Switch, ergänzt: „Wir von Global Switch werden weiterhin mit unseren Partnern zusammenarbeiten, um kontinuierlich das Wachstum und die Expansion in Europa und weltweit voranzutreiben.“

Rund 113 Mio. EUR investierten China Telecom Global, Daily-Tech und Global Switch in das ca. 11.000 Quadratmeter große, an der Eschborner Landstraße gelegene Zentrum. Die Eröffnung wurde von Oliver Schwebel, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH, Jan Schneider und Congbin Sun, dem Generalkonsul der Volksrepublik China in Frankfurt am Main vorgenommen. Der Generalkonsul ordnete das Unterfangen der Chinesen dabei in eine größere Perspektive ein: „Ich freue mich sehr über die Inbetriebnahme des neuen Rechenzentrums. Mit unserer Belt & Road Initiative ermutigen wir chinesische Unternehmen, international zu investieren, um Menschen und Unternehmen enger zusammenzubringen. Das Rechenzentrum ist zweifellos […]ein hervorragendes Beispiel für eine sehr erfolgreiche Geschäftsbeziehung zwischen chinesischen und westlichen Unternehmen.“

HELLA an chinesischen Hongfa verkauft

Bildquelle: hella

Die HELLA GmbH & Co KGaA verkauft ihr Relaisgeschäft an den chinesischen Relaishersteller Xiamen Hongfa Electroacoustic Co., Ltd. für rund 10 Mio. EUR

„Wir wollen uns zukünftig noch stärker auf die zentralen Zukunftsthemen der Automobilbranche konzentrieren“, stellt Dr. Rolf Breidenbach, Vorsitzender der HELLA Geschäftsführung fest. „Für uns sind das vor allem die Themen Elektromobilität und Autonomes Fahren.“ Entsprechend veräußert HELLA seine beiden in Xiamen (Fujian Provinz) ansässigen Gesellschaften und die betreffenden Fertigungs- und Entwicklungsaktivitäten an Hongfa.

Der ebenfalls in Xiamen ansässige Hongfa Konzern wurde im Jahr 1984 gegründet und ist mit einem Jahresumsatz von rund 1,2 Mrd. EUR einer der führenden Relaishersteller der Welt. „Mit der Übernahme des Relaisgeschäfts von HELLA können wir unsere Marktposition als einer der weltweit führenden Relaishersteller weiter ausbauen“, kommentiert Guo Manjin, Vorsitzender des Hongfa Konzerns, die Transaktion.

Das Lippstädter Unternehmen, das mit über 38.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 7 Mrd. Euro zu den größten Automobilzulieferern weltweit zählt, wird mit dem Verkauf seines Relaisgeschäfts in etwa 10 Mio. EUR verdienen. HELLA hat in diesem Segment im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 43 Mio. EUR erzielt. Bis zum Jahresende soll die Transaktion abgeschlossen sein. Rund 280 Mitarbeiter werden dann zu Hongfa wechseln.

 

Link zur Pressemeldung von Hella

Matratzen Concord für rund 5 Mio. EUR an chinesischen Investor verkauft

Bildquelle: matratzenconcord

Magical Honour kauft Matratzen Concord für rund 5 Mio. EUR und beteiligt sich mit weiteren 5 Mio. EUR an der niederländischen Muttergesellschaft Beter Bed

Bereits seit Sommer dieses Jahres war der Inhaber der deutschen Matratzen Concord, die niederländische Beter Bed Holding, auf der Suche nach einem Käufer für das angeschlagene Unternehmen Matratzen Concord. Nun wurde man in Asien fündig.

Magical Honour, das Investitionsvehikel eines Private Equity Investors, übernimmt den Matratzendiscounter, welcher nach eigenen Angaben 830 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz betreibt. Grund für den Verkauf waren die anhaltend schlechten Geschäfte. Laut Bundesanzeiger sanken die Umsätze im vergangenen Jahr um 8% auf 224 Mio. EUR, rund 170 Filialen mussten bereits in den vergangene 3 Jahren geschlossen werden, wobei mehr als 300 Stellen abgebaut wurden. Die Verluste zogen auch die Gesamtbilanz von Beter Bed in die roten Zahlen.

Insofern ist die Veräußerung der Versuch, insgesamt wieder zukunftsfähig zu werden und finanziell auf robusteren Füßen zu stehen. Marc-Derek Schönberger, Geschäftsführer von Matratzen Concord, zeigt sich dabei optimistisch: „Magical Honour Limited hat starke Verbindungen zum chinesischen Matratzenherstellungs-Sektor. Daraus erwarten wir vielfältige Synergien, die für alle Seiten gewinnbringend sein können“, erklärt er.

Neben den 5 Mio. EUR für die Übernahme selbst verpflichtet sich Magical Honour weitere 15 Mio. EUR in Matratzen Concord zu investieren, um den Turnaround des Unternehmens sicherzustellen. Darüber hinaus beteiligt sich Magical Honour auch an der niederländischen Muttergesellschaft. Für knapp 5 Mio. EUR erwerben die Chinesen insgesamt 2,15 Mio. Anteile des Unternehmens mit Sitz in Uden (Provinz Brabant) und werden damit schlagartig Großaktionär: Knapp 8,9% halten sie nun an Beter Bed.

Begleitet wurde die Transaktion wurde von den Büros der Kanzlei King & Wood Mallesons (KWM) in Guangzhou und Frankfurt am Main.

Huazhu kauft Deutsche Hospitality

Bildquelle: propertyeu.info

Der Shanghaier Hotelkonzern übernimmt die Deutsche Hospitality (DH) mittels seiner Singapurer Tochtergesellschaft China Lodging Holding Singapore

 Am Montag dieser Woche hat die Huazhu Group vermeldet, die deutsche Hotelgruppe mit Sitz in Frankfurt am Main für ca. 700 Millionen Euro von dem Ägypter Hamed El-Chiaty erworben zu haben. Dieser hatte ca. zehn Jahre zuvor die DH von der Gründerfamilie gekauft. Die Gruppe betreibt derzeit 118 Hotels in 19 Ländern, weitere 36 befinden sich in Planung. Insgesamt vereint das Unternehmen dabei fünf Marken unter seinem Dach: Steigenberger Hotel & Resorts, Maxx by Steigenberger, Jaz in the City, Intercity Hotel und Zleep Hotels.

Mit Huazhu übernimmt nun das nach Zimmerzahl neunt- und nach Marktkapitalisierung fünftgrößte Hotelunternehmen der Welt, das zudem mit einer ehrgeizigen Wachstumsstrategie antritt, die DH. Gerade die Flaggschiffmarke Steigenberger Hotels wird den Chinesen im Luxussegment zu einem Wachstumssprung verhelfen und die internationale Präsenz weiter stärken. Entsprechend bringt Qi Ji, Gründer und Vorsitzender von Huazhu seine Wertschätzung gegenüber der Hotelkette zum Ausdruck: „Die legendäre Marke Steigenberger […] ist eine zentrales Element der Attraktivität der deutschen Hospitality. Wir verpflichten uns das Erbe des Unternehmens zu respektieren und mit den Mitarbeitern und Geschäftspartnern des Unternehmens zusammenzuarbeiten, um beim schreiben des nächsten Kapitals zu helfen.“

Huazhu betreibt derzeit insgesamt 5.151 Hotels, darunter die Ketten Hi Inn, Elan Hotel, HanTing und HanTing Premium Hotel sowie Manxin Hotels & Resorts. Darüber hinaus hält das Unternehmen die Master-Franchise Rechte an Mercure, Ibis und Ibis Styles und die Co-Entwicklungsrechte für die Marken Grand Mercure und Novotel in der Region Großchina. Rund 83% der Hotels des chinesischen Hotelkonzerns werden nach Franchise- oder Manachise-Modellen betrieben. Bei letzterem stellt das Unternehmen zusätzlich zu den Dienstleistungen im Franchise-Modell noch das Management des jeweiligen Hotels. Das internationale Geschäft des Konzernes betreibt die Tochtergesellschaft China Lodging Holding Singapore, in deren Portfolio die DH nun auch übergeht.

Huazhus Wachstum wird sich dank der Übernahme, die von den Kanzleien Linklaters und Baker McKenzie rechtlich beraten und begleitet wurde, weiter beschleunigen. Denn auch die DH vertritt eine aggressive Wachstumsstrategie. Bis zum Jahr 2024 soll das Portfolio der Gruppe auf 250 Hotels anwachsen. Entsprechend symbiotisch ist die Übernahme. Die Wettbewerbssituation der DH wird insbesondere in Afrika und dem arabischen Raum deutlich gestärkt werden. Jenny Zhang, die Vorstandsvorsitzende von Huazhu, formuliert die hinter der Übernahme stehende Idee folgendermaßen: „Durch die Zusammenführung der deutschen Hospitality und Huazhu legen wir den Grundstein für eine globale Hotelgruppe, die für europäische Gastlichkeit, deutsche Qualität und asiatische Geschwindigkeit steht.“

Das Joint Venture Steigenberger Middle East Ltd. bleibt in seiner Teilhaberstruktur unverändert und wird die Marken der DH weiter betreiben und ausbauen.

WE Solutions übernimmt Ideenion

Bildquelle: wesolutions

Das in Hongkong gelistete Automobilunternehmen kauft das deutsche Design- und Entwicklungsstudio für rund 36 Millionen EUR

 Das eigentlich chinesische Unternehmen hat seinen Sitz auf den Cayman Islands und ist seit 2017 an der Hongkonger Börse (HKex) gelistet. WE Solutions ist einerseits einen Spezialist für die Herstellung von Metallkomponenten mittels 3D-Druck und andererseits Produzent und Anbieter von Ladesäulen und Schnellladern für E-Autos. Hier verfügt man über einen Marktanteil von etwa 80% in Hongkong. In China betreibt das Unternehmen rund 9.000 Ladesäulen und Schnellerlader in 17 chinesischen Großstädten wie Peking, Shanghai, Shenzhen oder Hangzhou und ist Kooperationspartner des BMW-Programms „ChargeNow“. Durch die Übernahme eines Spin-Offs der Universität Kyoto (Japan) erschloss man sich ein weiteres Geschäftsfeld: Die Entwicklung von Sportwagen mit Elektroantrieb. Die Marktkapitalisierung beträgt rund 395 Mio. EUR und im vergangenen Jahr generierte WE Solutions einen Verlust von umgerechnet rund 12,6 Mio. EUR.

Ideenion ist ein deutsches Designstudio mit Sitz im oberbayerischen Gaimersheim, das sich auf das Design und die Entwicklung von Automobilteilen und -zubehör fokussiert. Zu den Kunden des Unternehmens gehören unter anderem der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch und die VW-Tochter Audi.

WE Solutions vermeldete die Übernahme am 31.10.2019 über die Website des Unternehmens. Stellungnahmen des Managements beider Unternehmen zu der Übernahme liegen bisher nicht vor.

 

Link zur Meldung von WE Solutions (PDF-Download)

Handyhauptstadt Düsseldorf

Bildquelle: www.computerbild.de

 Nach OPPO kündigen nun auch die chinesischen Digitalkonzerne VIVO und Xiaomi ihren Umzug in den Landeshauptstadt an

 Bereits im Sommer hatte der chinesische Handyhersteller OPPO die Eröffnung seiner Europazentrale in Düsseldorf verkündet. Mit anfangs 200 Mitarbeitern will das Unternehmen aus Shenzhen von hier aus den europäischen Markt erobern. Ziel ist es innerhalb von 5 Jahren 4 Millionen Smartphones zu verkaufen, was einem Marktanteil von 15 Prozent entspräche. Dazu soll die Mitarbeiterzahl kontinuierlich auf bis zu 500 anwachsen. Noch ist OPPO in Deutschland kaum vertreten, weltweit ist der Konzern aber längst in den Top5 der Smartphone Hersteller etabliert.

Auch Xiaomi ist in Deutschland noch wenig bekannt, obwohl der Konzern weltweit mehr als 23.000 Menschen beschäftigt und vor kurzem als jüngstes Unternehmen in die Liste der Fortune Global 500 aufgenommen wurde, also zu den 500 umsatzstärksten Konzernen des Planeten gehört. Das Unternehmen aus Peking siedelt in Düsseldorf sein Deutschlandbüro an und will von hier den Kundeservice und den Vertrieb von Smartphones und Smart Home Geräten steuern. Darüber hinaus plant Xiaomi in absehbarer Zeit die Errichtung eigener Ladengeschäfte in Deutschland.

Der Dritte im Bunde der chinesischen Neu-Düsseldorfer ist VIVO. Das Kerngeschäft des im Jahr 2010 im südchinesischen Donguan gegründeten Konzerns ist ebenfalls die Handyproduktion. Daneben bietet man Software und Onlineservices an. Bisher ist VIVO vor allem in China sowie dem nord- und südamerikanischen Raum vertreten. Der Konzern betreibt insgesamt 6 Forschungszentren in den USA und der Volksrepublik. Dort wird inzwischen auch verstärkt in den Bereichen Künstliche Intelligenz und dem kommenden Mobilfunkstandard 5G geforscht. Die Produktionszentren finden sich alle in Asien. Nun entsteht in Düsseldorf das europäische Vertriebszentrum des Unternehmens, das auf dem „Alten Kontinent“ bisher erst in Polen und Russland so richtig Fuß fassen konnte.

Bereits im Jahr 2008 hatte der chinesische Branchenführer Huawei den Sitz seiner Europazentrale von London nach Düsseldorf verlegt. Mit dem Zuzug von OPPO, Xiaomi und VIVO sind nun 4 der 6 größten Mobiltelefonhersteller der Welt mit ihren Europa- beziehungsweise Deutschlandhauptquartieren in der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt vertreten. Neben der guten Infrastruktur und der zentralen Lage in Europa dürfte der Umstand, dass große Telekommunikationskonzerne wie Telefonica, Telekom, Vodafon, E-Plus oder O2 ihren Sitz in Düsseldorf beziehungsweise im unmittelbaren Umfeld der Stadt haben, eine zentrale Rolle gespielt haben. Bereits seit dem Jahr 2005 liegt die Deutschlandzentrale des chinesischen Telekommunikationsausrüsters ZTE in der Landeshauptstadt. Durch die von der landeseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.INVEST unterstützt und geförderte Ansiedlung steigt Düsseldorf somit endgültig zum zentralen Standort chinesischer Technologie- und Digitalkonzerne in Europa auf.

Bosch beteiligt sich an Trunk

Bildquelle: www.ce.cn

Robert Bosch Venture Capital GmbH (RBVC) investiert in das Pekinger Startup Trunk, das Schlüsseltechnologien für autonom fahrende Nutzfahrzeuge liefert

 

„Dank der konkurrenzlosen KI-basierten Lösung von Trunk lassen sich Waren rund um die Uhr transportieren. Sie ist ein Schlüssel zur vollständigen Automatisierung von Logistiklösungen“, erläutert Dr. Ingo Ramesohl, Geschäftsführer von RBVC. Trunk entwickelt Soft- und Hardwarelösungen zur autonomen Steuerung von LKWs. Die KI-Lösungen von Trunk finden dabei besonders Anwendung im Bereich der Containerlogistik, also beispielsweise bei Transporten innerhalb von Häfen oder von Häfen zu Lagern.

 

Die Technologie ist dabei bereits ISO 26262 zertifiziert und kann von Kundenseite in nahezu alle Betriebsplattformen problemlos integriert werden. Mit seinen KI-Konzepten bietet Trunk intelligente Lösungen für beispielsweise den auch in China bereits spürbaren Fachkräftemangel (LKW-Fahrer), ermöglicht eine signifikante Vereinfachung von komplizierten Arbeitsabläufen und erlaubt einen möglichst energieeffizienten Betrieb großer Logistikstandorte. Entsprechend konstatiert Ramesohl: „Diese Technologie hat strategische Relevanz für zahlreiche Bosch-Lösungen im Nutzfahrzeugbereich.“

 

Der Markt wird auf ein Gesamtvolumen von rund 19 Mrd. USD geschätzt und zu Trunks Kunden gehören bereits renommierte Namen wie Chinas größter Hafenbetreiber China Merchants oder Sinotruk, der führende Hersteller von schweren LKW in der Volksrepublik. Das Managementteam von Trunk besteht aus Spezialisten des KI-Bereichs und altgedienten Experten der Automobil- und Logistikindustrie. Gesellschafter des Pekinger Startups sind neben RBVC der auf Logistik- und Technologielösungen spezialisierte Vermögensverwalter GLP, iFlyTek, eines der führenden KI-Unternehmen, und der Logistikinvestor EBVC.

 

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