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Post M&A-Restructuring: Herausforderung für chinesische Investitionen

Symbolbild. Gavel und Geld.
Quelle: Adobe Stock © thodonal

Chinesische Investitionen in deutsche Unternehmen erfolgen für gewöhnlich durch den Erwerb von Geschäftsanteilen/Aktien und/oder Finanzierungen durch Ausreichung von Darlehen. Gerät die Zielgesellschaft in die Krise, gefährdet dies den Wert der Beteiligung und der Darlehensrückzahlungsansprüche, denn die Gesellschafterdarlehen sind typischerweise nachrangig. Neben dem Verlust des Investments können sich auch noch Haftungsfolgen für den chinesischen Investor sowie den chinesischen Geschäftsführer ergeben.

Verlust des Investments

Das deutsche Insolvenzrecht kennt als oberste Maxime die bestmögliche Gläubigerbefriedigung. Wenn einmal das Insolvenzverfahren eingeleitet worden ist, richtet sich die Entscheidung, ob das Unternehmen liquidiert oder fortgeführt wird oder die Assets des Unternehmens als Going Concern verkauft werden können, danach, welcher Weg für die bestmögliche Gläubigerbefriedigung der vorzugswürdige ist. In dieser Hinsicht sind besonders Situationen gefährlich, in denen der chinesische Investor Gesellschaftsanteile erwirbt und zugleich Gesellschafterdarlehen ausreicht. Im Insolvenzverfahren der deutschen Zielgesellschaft sind Gesellschafterdarlehen nachrangig: Sie werden erst bedient, wenn alle gesicherten und einfachen Insolvenzgläubiger vollständig befriedigt wurden.

Insolvenzanfechtungen von Rückzahlungen von Gesellschafterdarlehen

Darüber hinaus sind auch Zahlungen, die ein Gesellschafter aufgrund eines Gesellschafterdarlehens im Zeitraum von einem Jahr vor der Stellung des Insolvenzantrags erhalten hat, durch den Insolvenzverwalter anfechtbar und müssen in die Insolvenzmasse zurückgeführt werden. Noch weiter zurück reicht die Insolvenzanfechtung von Sicherheiten, die ein Gesellschafter für ein Gesellschafterdarlehen erhalten hat – hier beträgt die Anfechtungsfrist sogar zehn Jahre. Die konkrete Ausgestaltung des Ausreichens von Gesellschafterdarlehen sowie deren Rückzahlungen kann entscheidend sein, um die Haftungsfolgen zu minimieren. So kann es z.B. besser sein, wenn der Gesellschafter erst auf die Sicherheit verzichtet, bevor ein Darlehen zurückgezahlt wird.

Ein Gesellschafter muss auch stets zahlen, wenn er einem Dritten für dessen Darlehen eine Sicherheit gestellt hat – sei es durch Mithaftung, Bürgschaft, Sicherungsübereignung oder andere Personal- oder Realsicherheiten. Diese Haftung des Gesellschafters gilt im Ergebnis unabhängig davon, ob die Gesellschaft den Dritten im Zeitraum von einem Jahr vor dem Insolvenzantrag befriedigt hat oder ob die Gesellschaft dazu nicht mehr in der Lage war.

Vorsicht ist auch bei der Ausreichung von Darlehen und Sicherheiten durch konzernverbundene Unternehmen geboten, die nicht selbst direkt Gesellschafter sind, denn nicht nur der Gesellschafter selbst ist von den erwähnten Regelungen betroffen, sondern auch mit ihm horizontal oder vertikal verbundene Unternehmen.

Schuld bei der Beihilfe zur Insolvenzverschleppung

Ebenso birgt das ungeprüfte Ausreichen von (weiteren) Darlehen durch den chinesischen Investor in der Krise des deutschen Zielunternehmens nicht unerhebliche Risiken. Ein Darlehensgeber kann sich unter Umständen der Beihilfe zur Insolvenzverschleppung schuldig machen, wenn die Gesellschaft im Zeitpunkt der Darlehensvergabe insolvenzreif war, der Darlehensnehmer dies wusste oder sich leichtfertig der entsprechenden Erkenntnis verschloss und so das Hinausschieben des gebotenen Insolvenzantrags bewirkt oder geduldet wird. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich für den chinesischen Investor, umfassende Informationen einzuholen und sorgfältige Dokumentationen anzufertigen, damit im späteren Streitfall die finanzielle Situation des Zielunternehmens sowie die Intentionen des chinesischen Gesellschafters nachvollziehbar und belegbar sind.

Haftung des Gesellschafters aus Patronatserklärungen

Einen Durchgriff auf das Vermögen des chinesischen Gesellschafters sieht das deutsche Recht bei Kapitalgesellschaften per se nicht vor. Eine Haftung des chinesischen Investors für Verbindlichkeiten des deutschen Zielunternehmens kann aber aus vertraglichen Regelungen resultieren, insbesondere aus Unternehmensverträgen und Patronatserklärungen. Gerade Letztere werden oftmals unüberlegt und weder in zeitlicher noch betragsmäßiger Begrenzung ausgereicht. Häufig werden sie auch „vergessen“ und nicht beseitigt, wenn die Gesellschaft sie eigentlich nicht mehr benötigt. Im Insolvenzfall sind sie für den chinesischen Investor besonders riskant, zumal eine Kündigung erstens zulässig sein muss und zweitens nur für die Zukunft Wirkung hat. Zu empfehlen ist daher, Patronatserklärungen z.B. nur für die Geltung jeweils eines Jahres und idealerweise der Höhe nach begrenzt auszureichen, damit stets neu und bewusst entschieden werden kann, ob und in welchem Umfang die deutsche Zielgesellschaft finanziell gestützt werden soll.

Herausforderungen für chinesische Geschäftsführer

Zusätzliche Risiken bestehen dann, wenn auch die Geschäftsführung durch den chinesischen Investor besetzt wird. Nach dem deutschen Insolvenzrecht obliegt der Geschäftsführung durchgängig die Pflicht zur Überprüfung einer etwaigen Insolvenzantragspflicht. In der Krise und späteren Insolvenz kann dabei häufig eine Art Generalverdacht bestehen, dass die Geschäftsführung nur oberflächlich und fehlerhaft durchgeführt worden ist, wenn der Geschäftsführer seinen Sitz im Ausland hat und typischerweise nicht immer vor Ort am Sitz der Gesellschaft tätig ist. Es können sich persönliche Haftungsrisiken ergeben, insbesondere wegen Insolvenzverschleppung, Zahlungen ab Eintritt der Insolvenzreife, Nichtabführen von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern sowie Eingehungsbetrugs, wenn klar ist, dass das Unternehmen einen Vertrag durchzuführen nicht mehr imstande sein wird. Eine Inanspruchnahme von – auch ausländischen – Geschäftsführern scheuen die Insolvenzverwalter nicht. D&O-Versicherungen bieten hierbei ebenfalls keinen umfassenden Schutz.

Dabei trifft die persönliche Pflicht zur Insolvenzantragsstellung (so denn eine solche zu bejahen ist) jeden einzelnen Geschäftsführer oder Vorstand, unabhängig von statutarischen Vertretungsregelungen, internen Geschäftsverteilungsplänen oder Ressortverantwortlichkeiten. Nötigenfalls muss der einzelne Geschäftsführer oder Vorstand den Insolvenzantrag allein stellen; weder ist eine Zustimmung des Gesellschafters dabei erforderlich noch befreit eine Gesellschafterweisung vom Befolgen der Antragspflicht.

Gerade einem chinesischen Geschäftsführer, der vielleicht nicht dauerhaft vor Ort ist, fällt die Überwachung der Insolvenzantragspflichten aber oftmals schwer. Zum Teil liegt die Schwierigkeit an mangelnder Kenntnis der tatsächlichen Finanzlage der Zielgesellschaft – schließlich überlässt der chinesische Investor häufig der deutschen Geschäftsführung einen wesentlichen Teil des täglichen Managements nach der Transaktion. Zudem sind einem chinesischen Geschäftsführer solche Überwachungspflichten zur Vermeidung der Insolvenz häufig auch unbekannt. Ihnen fehlt darüber hinaus meistens auch die entsprechende Erfahrung, wie ein entsprechender Insolvenztest technisch umzusetzen ist. Die aus der Pflichtverletzung resultierende Haftung kennen sie regelmäßig nicht.

COSCO: China beteiligt sich am Hamburger Hafen

COSCO
Tim Siegert, batcam.de - stock-adobe-com

Die chinesische Reederei COSCO wird zu 35 Prozent Mitinhaber des Hamburger Hafenterminals Tollerort.

China Ocean Shipping (Group) Company, kurz COSCO wird neuer Partner des Hafenlogistikers HHLA. Die Verhandlungen über den Einstieg der Reederei haben mehrere Monate gedauert. Schlussendlich wurde entschieden, dass COSCO sich zu 35 Prozent am Hamburger Containerterminal Tollerort beteiligen wird. Künftig wird COSCO dafür bevorzugt seine Transportströme über den Hamburger Hafen laufen lassen. Der Containerterminal wird somit zu einem präferierten Umschlagspunkt. Die HHLA weist darauf hin, dass der Hafen weiterhin für alle Kunden der Reederei offen sein wird.

Erste Informationen bezüglich der Verhandlungen waren bereits im Juli veröffentlicht worden. Zum Abschluss des Vertrags benötigt es noch die Zustimmung der örtlichen Behörden. „Langjährige und vertrauensvolle Kundenbeziehungen, wie sie die HHLA seit 40 Jahren im Warenverkehr mit China pflegt, sind deshalb besonders wichtig. Vor diesem Hintergrund verfolgen HHLA und Cosco gleichermaßen das Ziel einer erfolgreichen Zukunftssicherung des CTT und noch stärkeren Verzahnung chinesischer Logistikströme am Standort Hamburg“, sagt HHLA-Chefin Angela Titzrath (welt.de).

Der Hamburger Containerterminal Tollerort gilt für COSCO als ein wichtiger Standort für die Logistik im europäischen Markt. „Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit unserem Partner HHLA die vorhandenen Potenziale zu entfalten und den Standort erfolgreich weiterzuentwickeln“, sagt CSPL-Geschäftsführer Zhang Dayu.

Wie wichtig die Lieferketten über den Meeresweg sind, zeigte der pandemie-bedingte Containerstau vor einigen Monaten im südchinesischen Hafen Yantian. Damals sorgten die Verzögerungen für kritische Lieferengpässe auf der ganzen Welt.

Walter AG verlagert Arbeitsplätze nach China

Walter AG
©Nejron Photo - stock.adobe.com

Die Tübinger Walter AG kündigt an, ihre Produktion nach Wuxi, China zu verlagern. 

Die Walter AG wird im Standort Tübingen künftig sich primär auf die Herstellung von Sonderwerkzeugen für die Zerspanung konzentrieren. Die Produktion von herkömmlichen Werkzeugen soll in die ostchinesische Stadt Wuxi in der Provinz Jiangsu verlagert werden. Im hart umkämpften internationalen Wettbewerb will sich das Unternehmen hiermit einen Vorteil sichern. Insbesondere die Nähe zu den Abnehmern in den Wachstumsmärkten ist ein wichtiger Grund „Die geplante Verlagerung unseres Standardsortiments nach Wuxi ist kein Vorhaben, das uns leicht fällt“, meint Richard Harris, Vorstandsvorsitzender von Walter Ag.

Insgesamt bangen 107 der 550 Mitarbeiter am Standort Tübingen um ihren Arbeitsplatz. Die Beschäftigten sind an der Herstellung von Standardwerkzeug-Körpern für Zerspanungsprozesse, wie Bohren, Fräsen und Drehen beteiligt. Demnächst sollen Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung und dem Betriebsrat über die Verlagerung stattfinden, berichtet maschinenmarkt.de.

Fast drei Viertel des Angebots der Walter AG machen die Standard-Werkzeugkörper, die künftig in Wuxi angefertigt werden, aus. Das Unternehmen geht damit einen weiteren Schritt in seiner Internationalisierungsstrategie. Dabei legt der Werkzeug-Produzent den Fokus auf Asien und den Vereinigten Staaten, die für die Branche viel Wachstumspotenzial besitzen.

Die Walter AG ist ein Hersteller für Werkzeuge für die Metallzerspanung mit Hauptsitz in Tübingen. Weltweit beschäftigt das Unternehmen knapp 3.500 Mitarbeiter. Die AG ist ein Tochterunternehmen der schwedischen Sandvik Holding GmbH

Xpeng: Chinesischer E-Autohersteller auf Europa-Tour

Xpeng
Bildquelle: Adobe Stock: 06photo

Die Expansionsoffensive vom chinesischen Elektroautohersteller Xpeng geht weiter in Europa.

Der E-Autobauer Xpeng hat im Dezember vergangen Jahres sein erstes Elektroauto-Modell Xpeng G3 in Norwegen verkauft. Vor kurzem teilte das Unternehmen nun mit, dass der Xpeng P7 ebenfalls ausgeliefert werden soll. Über den norwegischen Markt arbeitet sich der Autobauer Schritt für Schritt weiter in Europa ein. Der Xpeng P7 ist vergleichbar mit mit dem Tesla Modell S und gilt im Moment als das Flaggschiff-Model des chinesischen Autobauers. Zudem strebt das Unternehmen an, sein Servicenetz in Europa in Zukunft auszuweiten.

Xiaopeng Motors ist ein chinesischer Hersteller von E-Autos und ist in Guangzhou ansässig. Der Autobauer hat Niederlassungen in den USA und ist dort an der NYSE börsengelistet. In China zählt das Unternehmen als einer der größten Konkurrenten von Tesla zusammen mit anderen aufstrebenden chinesischen Elektroautoherstellern wie NIO und Li Auto.

Vor kurzem sorgte eine Ankündigung der staatlichen Behörden für Aufregung im E-Mobility-Segment in China: Nach Angaben des chinesischen Industrieministers Xiao Yaqing gäbe es demnach „zu viele“ Produzenten von E-Autos. Dementsprechend planen die staatlichen Behörden, eine Konsolidierung des Marktes zu fördern. Xiaopeng Motors sollte aber nicht von der Thematik betroffen sein, nach Vollendung der Konsolidierung dürfen rund 300 Elektroautohersteller überbleiben.

Evergrande: Immobilienkonzern vor dem Kollaps

Evergrande
(c)Ivan Vieito Garcia

Der Immobilienriese Evergrande steht in China kurz vor dem Aus. Der Aktienkurs des Unternehmens brach erneut über zehn Prozent ein.

So haben mehrere Ratingagenturen die Bonitätsnote des Unternehmens und seiner Tochterfirmen heruntergestuft, wie aus einem Bericht des Handelsblatt hervorgeht. In der kommenden Woche kommen zudem Zins- und Tilgungszahlen auf Evergrande zu. Dementsprechend treffen staatliche Behörden Vorkehrungen, sollte das Immobilienunternehmen seinen Kreditzahlungen nicht nachkommen können. Nach Bericht von Bloomberg muss Evergrande am 23. September Zinszahlungen in Höhe von 83,5 Millionen Dollar für eine Dollar-Anleihe und 232 Millionen Yuan (36 Millionen Dollar) für eine lokale Anleihe leisten.

Am Montag besetzten rund 100 besorgte Anleger den Hauptsitz des Konzerns in Shenzhen um ihre fälligen Zahlungen einzufordern. Mehr als 300 Milliarden Dollar schuldet das Unternehmen. Kein Unternehmen weltweit in der selben Branche schuldet eine höhere Summe. Die Situation hat sich bereits in den vergangen Monaten verschärft. So sind nach Angaben des Analyseunternehmens REDD Intelligence rund 800 Bauprojekte des Immobilienhändlers noch nicht abgeschlossen. Zudem warten derzeit fast 1,2 Millionen Kunden darauf, dass sie in ihre neue Wohnung einziehen können.

Der Immobilienentwickler hat seinen Hauptsitz in Shenzhen und verkauft hauptsächlich Immobilien an Käufer mit mittleren und höheren Einkommen. Seit dem Jahr 2018 gilt die Gesellschaft als das wertvollste Immobilienunternehmen der Welt. Mittlerweile beteiligt sich die Group an Geschäften in verschiedenen Branchen, darunter gehören Landwirtschaft, Babynahrung und Solaranlagen.

 

 

Alipay unter Druck

Alipay
(c)Jirapong - stock.adobe.com

Der Onlinebezahldienstleister Alipay gerät ins Visier der chinesischen Behörden. 

Die Regulierungen gegen die heimischen Tech-Konzerne geht weiter in China. Nun solle der Bezahldienst Alipay, der zum Internet-Riesen Alibaba gehört, von diesem abgespaltet werden. Das Kreditgeschäft des Unternehmen zukünftig über eine getrennte Plattform laufen. Zudem ist geplant, dass Alibaba die Nutzerdaten, die seinen Kreditentscheidungen zugrunde liegen, an ein neues Joint Venture zur Kreditwürdigkeitsprüfung übergeben muss.

In den letzten Monaten haben staatliche Behörden in China die Regulierungen gegen die Tech-Branche des Landes massiv verschärft. Unter anderem waren davon der Fahrdienstvermittler Didi, der E-Learning-Markt sowie Gaming-Unternehmen betroffen. Als Ziel gilt es, die chinesische Wirtschaft nach Jahren des ungebrochenen Wachstums unter Kontrolle zu bringen.

Alibaba war im vergangenen Jahr der erste Konzern, gegen den vorgegangen wurde. So ist Anfang November 2020 der geplante Börsengang Alibabas gescheitert. Mit einer Höhe von 37 Milliarden Dollar hätte es sich dabei um den größten Börsengang der Welt gehandelt. Zudem kassierte das Internet-Unternehmen im April dieses Jahres eine Rekordstrafe von umgerechnet 2,3 Milliarden Euro. Alibaba wurde vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung auszunutzen. Ein Sprecher des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie sagte an diesem Montag, Alibaba und weitere Internetanbieter seien aufgefordert worden, Weiterleitungen zu Diensten von Wettbewerbern nicht länger zu blockieren. Somit sollen die Interessen der Nutzer und Nutzerinnen geschützt werden.

Konsolidierung: China will weniger E-Autohersteller

E-Autohersteller
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In China soll die Anzahl heimischer E-Autohersteller auf dem Markt verringert werden.

Nach Angaben des chinesischen Industrieministers Xiao Yaqing gebe es „zu viele“ Produzenten von E-Autos. Dementsprechend planen die staatlichen Behörden, eine Konsolidierung des Marktes zu fördern.

China gilt als wichtigster Markt weltweit in der Branche E-Mobilität neben aufsteigenden heimischen Herstellern wie NIO oder Xpeng konkurrieren auch große ausländische Firmen wie Tesla und BMW um Marktanteile. Die E-Mobility-Initiative in China wurde in den letzten zehn Jahren von der Regierung immens gefördert. Mehr als 100 Millionen Dollar soll in das Segment investiert worden seien. Viele der mithilfe dieser Subventionen entstandenen E-Autohersteller haben jedoch bis heute keine Produkte auf den Markt gebracht. So sollen nach der Konsolidierung knapp 300 Unternehmen übrig bleiben.

Derzeit wird etwa jedes zweite E-Auto in China hergestellt. Für die Zukunft sollen einheimische E-Autohersteller zu Fusionen und Umstrukturierungen ermutigt werden. Zudem kündigt Informationsminister Yaoqing an, den Ausbau der Ladestationen-Infrastruktur insbesondere in ländlichen Regionen auszuweiten.  Die Regierung arbeite daran, die Entwicklung von Lösungen zur Behebung der Engpässe beim Angebot von Chips für Kfz zu beschleunigen.

Cross-Border-M&A: Was bleibt vom „Chinaboom“?

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Spätestens mit der Übernahme von Putzmeister begann in Deutschland eine Entwicklung, die bei Kuka 2016 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte und in der „Cross-Border“ oft als Synonym für Transaktionen mit chinesischen Investoren stand. „China“ wurde zu einem der bestimmenden Treiber in zahlreichen M&A-Transaktionen. Durch politische Einflussnahme auf beiden Seiten sowie durch das Wirken genereller „Kohäsionskräfte“ normalisiert sich dieser Prozess gerade. VON CHRISTIAN BERKHOFF UND SEBASTIAN BAUCH

Seit Anfang der 2010er-Jahre kam es zu einem starken Anstieg von Akquisitionen deutscher Unterneh­men durch chinesische Investoren, der im Jahr 2016 seinen Gipfel erreichte. Dabei kam es auf der einen Seite zu Akqui­sitionen weltbe­kannter, innovativer Technologieführer wie Kuka und Putz­meis­ter; auf der ande­ren Seite fanden aber auch viele kleinere Akquisitionen im Distressed-Bereich von Unternehmen wie Teutoburger Sperr­holz oder Laukötter Dessau statt, bei de­nen chine­sische Investoren oft als letzte Retter in der Not die endgültige Schließung zumin­dest vorübergehend verhin­dern konnten und bei denen der Zugang zu westlichen Märkten häufig mit vergleichsweise geringen Anfangsinvesti­tionen erschlossen werden sollte. Damit deckten chinesische Investoren auf den ersten Blick das gesamte Spektrum mög­licher M&A-Transaktionen ab, waren in den meisten Fällen aber eben nicht über die gesamte Bandbreite, sondern vor al­lem an diesen beiden „Endpunkten“ aktiv.

Durch die Kombination aus vergleichs­weise hohen Bewertungen für innovative Marktführer und einer – zumindest gefühlt – hohen Bereitschaft, Transaktionen auch in einem für andere Investo­ren schwierigen Umfeld durchzuführen, rück­ten chinesische Investoren auch für Transaktionen in den Fokus, die nicht über diese Charakteristika verfügten. Dies hatte signifikante Auswirkungen auf den M&A-Prozess, bei dem nun in vielen Fäl­len versucht wurde, durch besonderes Design, beispielsweise in Hinblick auf den Ansprachezeitpunkt, auf die vermeintlichen Bedürfnisse speziellen Wert zu ­legen oder aber ihn komplett auf China auszurichten.

China wurde damit zu einem „übergeordneten Faktor“, durch den vielzählige potenzielle chinesische Käufer ihren Weg auf die Long Lists fanden, bei denen der strategische Fit ihrer Herkunft eher untergeordnet war, obwohl letztlich nur et­wa 3% der Transaktionen über 5 Mio. EUR in Deutschland mit chinesischen Investoren stattfanden.

Normalisierung von Cross-Border-M&A

Mit der Verschärfung der Kapitalverkehrs­kontrollen, die zeitweise von chinesischen Investoren durch Kapitalmaßnah­men außerhalb von China umgangen werden konnten, einer steigenden Verschuldung sowie einer deutlichen Ver­schär­fung der regulatorischen Anfor­derungen sowohl auf deutscher als auch auf chinesischer Seite hat sich die Situa­tion grundlegend geändert. Auch wenn Transaktionen damit nicht unmöglich wurden, haben die Maßnahmen einer ohnehin schon herausfordernden Cross-­Border-Transaktion noch weitere Komplexität und Unsicherheitsfaktoren hinzugefügt.

Diese Entwicklung bedeutet aber we­der, dass damit chinesische Investoren für deutsche Unternehmen nicht mehr relevant sind, noch, dass sie im Design des Transaktionsprozesses keinerlei Be­rücksichtigung finden sollten. Aktuell rücken lediglich die eigentlichen Treiber einer M&A-Transaktion – etwa der strate­gische Fit zwischen Käufer und Target – in den Vordergrund und führen hier zu einer Normalisierung der Transaktionsprozesse und gleichzeitiger Verringerung des „übergeordneten Faktors“ China. Auf Investorenseite geschieht dies unter stärkerer Beachtung des zuvor oft nicht ausreichend berücksichtigten Faktors Entfernung auf Lieferketten, Synergien, Managementzugriff und -kapazitäten et cetera. Dieser Trend zeigt sich auch am Anstieg der Disposals durch chinesische Investoren, die darauf hindeuten, dass diese Analyse aktuell auch für Trans­aktionen der Vergangenheit nachgeholt wird.

Für den Transaktionsprozess verblei­ben jedoch weiterhin einige Besonderheiten, die umso relevanter sind, als sich die Anzahl der erfolgreich durchgeführten Chinatransaktionen auf relativ niedri­gem Niveau befindet und die Sinnhaftigkeit somit immer individuell gegen den zusätzlichen Aufwand und Unsicherheiten abgewogen werden sollte:

• Lokales Netzwerk: China bleibt die einzige für M&A-Transaktionen relevante Region, in der Investoren kaum oder gar nicht (nur) aus Deutschland heraus angesprochen werden können.

• Timing: Sowohl die internen Ent­scheidungsprozesse als auch die zusätzlichen rechtlichen Anforderungen auf chi­nesischer und deutscher Seite verlangsamen den Prozess deutlich und erschweren dessen Parallelisierung mit nicht-chinesischen In­ves­toren.

• Finanzierung: Die bestehenden Kapitalverkehrskontrollen erschweren wei­terhin die Finanzierung, falls diese nicht außerhalb Chinas sichergestellt werden kann.

• Transaktionssicherheit: Transaktionen können bis zum Ende durch fehlende Freigaben in China, aber auch auf Basis der Außenwirtschaftsverordnung gestoppt werden, sodass lange keine Transaktionssicherheit besteht.

FAZIT

Der Erwerb deutscher Unternehmen durch chinesische Investoren befindet sich ak­tuell in einer Phase der Normalisierung. Der individuelle strategische Fit unter Ab­wägung der Kapazitäten und Mög­lich­kei­ten der Investoren rückt dabei in den Vor­dergrund. Falls dieser sichergestellt ist, können der erwartete strate­gische Aufschlag auf den Kaufpreis, zu­künf­tige Ent­wicklungspotenziale und Synergien die zusätzlichen Aufwendungen wie auch Ri­siken des Transaktionsprozesses aufwie­gen und so eine Einbeziehung chinesischer Investoren sinnvoll machen.

 

Der Beitrag erscheint auch in der Unternehmeredition Ausgabe 3/2021.

Blackstone Group Übernahme gescheitert – Soho China Aktien fallen

Blackstone Group
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Die Blackstone Group scheiterte bei der Übernahme von Soho China – als Folge brach der Aktienkurs in Hongkong ein.

Die US-amerikanische Investmentgesellschaft Blackstone Group ist mit ihrem Übernahmeangebot in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar gescheitert. Die Aktien vom chinesischen Bauträger Soho China sind kurz darauf um rund 35 Prozent eingestürzt. Der Aktienkurs lag gegen 07:02 MEZ am Montag bei 2,28 HKD (0,29 US-Dollar).

Bei dem Verkaufsversuch soll es an den Vorbedingungen für das Angebot gescheitert sein, so geht es aus einer Erklärung von Soho an die Hongkonger Börse hervor. Es ist bereits der zweite misslungene Übernahmeversuch von der Blackstone Group gewesen.

Soho China ist seit Anfang des letzten Jahres an der Börse gelistet. Die Gewinne aus einem Verkauf sollten dazu dienen, den Mangel an neuen Projekten und den sinkenden Büromieten in großen chinesischen Städten auszugleichen. Zudem sieht sich das Unternehmen einem verstärkten Druck der chinesischen Regierung gegen Immobilienentwickler ausgesetzt, was es in eine prekäre Liquiditätslage bringt.

Das Übernahmeangebot von Blackstone ist im Juni 2021 an Soho China unterbreitet worden. Die Höhe des Angebots betrug rund 24 Milliarden Hongkong-Dollar (3,05 Milliarden US-Dollar). Chinas Marktregulierungsbehörde nahm im August 2021 offiziell die Überprüfung auf. Schlussendlich einigten sich beide Unternehmen darauf, dass die Vorbedingungen vor Ablauf der Frist nicht erfüllt werden können.

Die Blackstone Group ist ein börsennotierter US-amerikanischer Investmentgesellschafter mit Hauptsitz in New York. Das Unternehmen gilt als einer der größten Investoren auf der Welt im Bereich Alternative Investments. Zu den Tätigkeitsfeldern des Unternehmens gehören Immobiliengeschäfte, Private Equity, sowie Kredit- und Hedge Fonds-Strategien.

Faytech – Top Performer in China Award

Faytech

Faytech erhielt am 3.September 2021 die Verleihung für den „Top Perfomer in China“. Der Preis wurde von der Europäischen Handelskammer Südchina 2021 vergeben. 

Die Verleihung geht jährlich an europäische Unternehmen mit hervorragender Performance in China. Neben Faytech haben sich auch zahlreiche andere Unternehmen für die Verleihung beworben. Darunter waren Airbus, Andritz, Bosch, EF, Sanofi, Pernod Ricard, HSBC, Schneider, TÜV Rhein, Philips, Valeo, Minogue und viele mehr. Auch bei der Preisübergabe waren hochrangige Vertreter aus europäischen Konsulaten und verschiedener Landeskammern präsent. Unter anderem nahmen der deutsche Konsul Jan Rudolph, die italienische Konsulin Lucia Pasqualini, der französische Konsul Pascal Millard, sowie Vertreter der Konsulate Belgiens, der Niederlande und Portugals, an der Preisverleihungsgala teil.

Die Europäische Handelskammer übergibt die Auszeichnung jährlich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die innerhalb Chinas eine gute Wirtschaftsleistung erzielten, ein starkes sichtbares Wachstum aufweisen, sowie in ihrer Branche über Marktführerschaft und starke Alleinstellungsmerkmale (USPs) verfügen. Zudem sollen gute Beziehungen zu den Anteilseignern sowie eine langfristige Planung erkennbar sein.

Faytech ist ein Spezialist für Entwicklung, das Design, die Produktion und das Marketing von Touchscreen-Monitoren und Touchscreen-PCs. Das Unternehmen wurde in Deutschland gegründet und ist mittlerweile auf der gesamten Welt tätig.

Autoverkäufe in China sinken

Autoverkäufe
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In China wurde im August ein deutlicher Rückgang bei den Autoverkäufen verzeichnet. Insgesamt ergab sich ein Minus von 13 Prozent.

Ein 13-prozentiger Absatzrückgang wurde für den Monat August im größten Neuwagenmarkt der Welt gemeldet. Damit hat sich der Rückgang der Autoverkäufe in China nochmal beschleunigt. Der Automobilmarkt in China hat für viele deutsche Hersteller eine wichtige Bedeutung. Im vergangenen Monat sei der Fahrzeugabsatz im Vergleich zum Vorjahr von damals 1,73 Millionen Fahrzeugen nach vorläufigen Berechnungen um 13 Prozent gesunken, so der Bericht des Branchenverbandes PCA (China Passenger Car Association).

Damit setzt sich der Trend bei den Autoverkäufen aus den Vormonaten fort. Schon im Mai hatte es nach Daten des Verbands nur noch ein kleines Plus bei den Verkäufen gegeben. Für die deutschen Autohersteller Volkswagen, Daimler und BMW ist China mit Abstand der wichtigste Absatzmarkt.

Zudem nimmt die E-Mobilität in der Volksrepublik eine zunehmend dominantere Position ein. Mit mehr als 1,2 Millionen verkauften Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 zählt China als der größte Markt für die E-Technologie. In dieser Zahl sind alle elektrifizierten Pkw und leichten Nutzfahrzeuge erfasst, die vergangenes Jahr in China neu zugelassen wurden. Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in München hat deutlich gezeigt, dass Unternehmen aus der Volksrepublik China mit ihren neuen Elektro-Automobilen auch in Europe eine führende Rolle spielen wollen.

Honor: Ehemalige Huawei-Tochter auf Überholspur

Honor
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Der chinesische Smartphone-Hersteller Honor landet auf den dritten Platz bei Handy-Verkäufen im Heimatmarkt China.

Honor landet damit hinter Oppo und Vivo auf den dritten Platz. Kurios: Der Smartphone-Anbieter Xiaomi, der weltweit die zweitmeisten Verkäufe hat, belegt in China lediglich den vierten Platz. Dementsprechend dominieren im Moment in der Volksrepublik Smartphone-Marken, die in westlichen Ländern noch eher unbekannt sind.

Honor wurde im Jahr 2013 als Tochterunternehmen von Huawei gegründet. Huawei verkaufte die Marke am 17.November 2020 zu 100 Prozent an Shenzhen Zhixin New Information Technology Co., Ltd. Mittlerweile spielt Honor sowohl im chinesischen Markt als auch außerhalb eine größere Rolle als Huawei selbst. Zudem liegt die Marke auch vor Herstellern wie Apple und Samsung, die in China eine vergleichsweise kleinere Stellung haben. Die guten Ergebnisse dürften Rückenwind geben für ambitionierte Expansionspläne in Märkte außerhalb Chinas.

Das Unternehmen vertreibt Smartphones und Tablets mit der Benutzeroberfläche EMUI und Magic UI, sowie Notebooks auf Basis von Windows 10 und Wearables. Der neuste Smartphone-Ableger Honor Magic 3 zeigte in China bereits eine überzeugende Performance. Das Modell soll demnächst dann auch auf dem deutschen Markt erscheinen. In absehbarer Zeit wird zu erkennen sein, ob sich die ehemalige Huawei-Tochter auch hierzulande behaupten kann.

Batteriematerialien: BASF und Shanshan gründen Joint Venture

BASF

Der Chemiekonzern BASF gründet ein Joint Venture mit Shanshan in China. Dieses legt den Fokus auf die Entwicklung von Batteriematerialien für Elektrofahrzeuge.

Nach Angaben des Unternehmens wird sich das Joint Venture auf auf das lukrative und schnell wachsende E-Mobility-Segment in China konzentrieren. Die Volksrepublik gilt als weltweit größter Markt für Batteriematerialien. Die neue Gesellschaft heißt „BASF Shanshan Battery Materials Co., Ltd“ und befindet sich mehrheitlich im Besitz von BASF (BASF 51 %; Shanshan 49 %).

BASF Shanshan Battery Materials Co., Ltd verfügt über vier Standorte in Hunan und Ningxia. Ingesamt sollen rund 1600 Mitarbeiter an der Entwicklung der Batteriematerialen beteiligt sein. Das Unternehmen hat bereits eine dominante Stellung in der Wertschöpfungskette für Batteriematerialien, einschließlich Rohstoffen, Vorprodukten für Kathodenmaterialien, Kathodenmaterialien und Batterierecycling.

BASF bring Expertise bei Technologie und Entwicklung mit und verfügt zudem über eine weltweite Produktionspräsenz sowie strategische Partnerschaften für die Rohstoffversorgung. Ningbo Shanshan Co., Ltd. ist der führende Anbieter von Kathoden-, Anoden- und Elektrolytmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien. Gemeinsam haben sich die beiden Unternehmen das Ziel gesetzt, den schnell wachsenden Markt für E-Mobility zu erschließen und gleichzeitig die Segmente Unterhaltungselektronik und Energiespeicherung weltweit zu bedienen. Die Planung sieht vor, bis 2022 die Produktion von 90 Kilotonnen Kathodenmaterialien im Jahr voranzutreiben.

„Mit dieser Investition in China sind wir ideal positioniert, um den größten Batteriemarkt der Welt zu bedienen“, sagt Dr. Markus Kamieth, Vorstandsmitglied der BASF. „Wir werden unsere starke Position in China nutzen, um unser Wachstum bei Batteriematerialien weltweit weiter zu beschleunigen.“

Yonggang Zheng, Vorsitzender von Shanshan, fügt hinzu: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit BASF, um das neue Joint Venture zu stärken. Gemeinsam werden wir die Position des Joint Ventures auf dem Markt für Elektrofahrzeuge ausbauen und Kunden in China und der ganzen Welt erstklassige Produkte anbieten.“

 

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