Unternehmensansiedlung und Produktionsstätten als chancenreiches Deutsch-Chinesisches Investitionsfeld

Der 6. Investment Dialog war dem Thema Unternehmensansiedlung und Aufbau von Produktionsstätten als chancenreiches Deutsch-Chinesisches Investitionsfeld gewidmet. Die ersten zwei Vorträge beleuchteten die Gelegenheiten von Unternehmen und Investoren, die dafür Chancen in China suchen. Die beiden anderen Vorträge waren auf die Bedürfnisse chinesischer Unternehmen und Investoren ausgerichtet, die Unternehmensansiedlung und Produktionsstätten in Deutschland und Europa aufbauen. Von Georg von Stein

Den ersten Vortrag hielt Benjamin Kille, der als Geschäftsführer der SGB Group über viel Erfahrung in den relevanten Themenstellungen verfügt. Als erstes warf er einen Blick auf aktuell relevante Umfeldfaktoren für die Unternehmensansiedlung in China. Neben stark steigenden Produzentenpreisen, der von der UN kritisieren Zwangsarbeit in China und dem Thema:  „Null covid und kein Ende in Sicht“ spielt für ihn auch der Anstieg der durchschnittlichen Lagermiete von 35,1 Yuan/qm in 2014 auf 44,3 Yuan /qm in 2019 eine mitentscheidende Rolle. Für Unternehmen seien nun Überlegungen wichtig, wie man Kosten optimieren kann. Neben „Rotstift“ Ansetzen und dem Outsourcing von Arbeitsschritten kommt heute auch der Standortwechsel innerhalb Chinas in Betracht. Denn aus Sicht von Benjamin Kille bietet das Umfeld von Shanghai nicht mehr unbedingt das optimale Umfeld. Sein Unternehmen organisiere Zweigstellen in China sogar so, dass man sie auch ohne Gründung einer eigenen Firma in China unmittelbar starten könne. Hilfreich sei hier auch die umfassende Aufstellung der SGB Group mit Büros in Hamburg, München, Shanghai(CN), HongKong(CN) Bangkok(TH) und der Erfahrung bei Themen wie Einkauf, Sourcing, Supply-Chain-Themen, B2C- oder B2B-Distribution, aber auch Vertragsabwicklung, Personalmanagement & Büroräume, Marketing & Vertrieb, Installation & After-Sales Service, Recht & Steuern.

Gewerbepark Yancheng in Jiangsu

Eine günstige Möglichkeit sich physisch anzusiedeln, bietet aus Sicht von Benjamin Kille der Gewerbepark in Yancheng, Jiangsu. Er ist in die moderne und junge Tier 3 Stadt Yacheng mit 1.39 Mio. Einwohnern eingebunden, deren gesamtes Verwaltungsgebiet gar 6.709.629 Einwohner umfasst. In Yacheng war bisher u.a auch der Hauptsitz von KIA Motors in China beherbergt.

Zu den Standortvorteilen von Yancheng zählt neben einem Flughafen mit internationalen Flügen auch die Meeranbindung über den Dafeng Port.  Und vor allem ca. 30% geringere Personalkosten im Vergleich zum Shanghaier Umfeld böten, so Kille, klare Vorteile für den neu entstehenden Gewerbepark in Yacheng.

Fabrikplanung in China

Wer nicht die flexible Niederlassung in einem Gewerbepark, sondern als nächstgrößere Lösung eine Produktionsstätte, sprich den Bau einer Fabrik plant, bekam wertvolle Hinweise im anschließenden Vortrag von Stephan Gaida, Geschäftsführer von BSInprocon Engineering Consulting. Er unterscheidet bei der Fabrikplanung als erstes zwischen Neubau oder Bestandsbau. Beim Neubau geht es um die Entscheidung: Eigene Investition oder Build to Suit, beim Bestandsbau steht die Frage im Vordergrund: Soll er in einem Industriepark gebaut werden oder soll eine Start-Up Factory genutzt werden. Die Analyse wichtiger Punkte wie Kosten, Leasingzeiten, Planungsänderungen und -freiheiten, Zeitschienen oder Verantwortlichkeiten analysierte Stephan Gaida dann im Einzelnen. Die Ergebnisse finden Sie in den drei folgenden Charts verdeutlicht, in denen die Kernaussagen ziemlich selbsterklärend dargestellt sind.

In Teil2 wird werden Sie dann die umgekehrte Seite beleuchtet finden, also Erfolgsfaktoren für chinesische Produktion in Europa, insbesondere wenn sie ein Investitionsfeld für chinesische Unternehmen ist.

Georg von Stein

Dipl.-Kfm. Georg von Stein arbeitet seit 28 Jahren als Journalist. In dieser Zeit hat er Beiträge für die unterschiedlichsten Medien (Wirtschaft, IT, Lifestyle) publiziert und viele Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft und Politik interviewt - Bundespräsidenten, Unternehmer, CEOs. Seit 2004 arbeitet er für den Goingpublic Verlag und als Nachfolger für Stefan Gätzner wirkt er seit 2019 als Chefredakteur der Investment Plattform China Deutschland.