China im Fokus der Chemiekonzerne

Bei BASF erwartet man den Anstieg des chinesischen Anteils am globalen Chemiemarkt von den derzeitig etwa 40% auf 50% im Jahr 2030. China bleibt somit im Fokus der Chemiekonzerne. Mit einem Volumen von über 1,6 Bio. EUR war die Volksrepublik schon 2018 der mit Abstand größte Chemiemarkt der Welt. Entsprechend wird BASF am Standort Nanjing über ein Joint Venture mit SINOPEC einen zweiten Cracker und weitere Anlagen mit einem Volumen von etwa 4 Mrd. USD erstellen. Eine noch größere Investition plant der Chemiekonzern in Zhanjiang, Guangdong. Dort wurde das Projekt zur Produktion von technischen Kunststoffen und thermoplastischem Polyurethan (TPU) im November 2019 offiziell gestartet. Das Projekt soll ein Volumen von etwa 10 Mrd. USD erreichen. Später sollen ein Cracker und mehr als 30 Produktionseinheiten hinzukommen. Auch unterzeichnete ExxonMobil bereits im September 2018 einen Kooperationsvertrag mit der Provinz Guangdong zum Bau eines Ethylencrackers sowie von Polyethylen- und Polypropyleneinheiten mit einem geschätzten Investitionsvolumen von 10 Mrd. USD.

Darüber hinaus vereinbarte die niederländische LyondellBasell im September 2019 eine Absichtserklärung für ein 50:50-Joint-Venture mit der chinesischen Bora Enterprise Group mit einem geschätzten Investitionsvolumen von 12 Mrd. USD. Zugute kommt den Unternehmen die Gesetzesänderung, nach welcher für petrochemische Anlagen in China keine Joint Ventures mehr nötig sind. Sie dürfen seit Kurzem zu 100% von Ausländern betrieben werden. Damit rückt China noch stärker in den Fokus der Chemiekonzerne. Auch beim Geschäftsklimaindex der Weltbank hat sich China zwischen 2017 und 2019 von Rang 78 auf Rang 31 hochgearbeitet. Jetzt liegt die Volksrepublik vor Frankreich (32), der Schweiz (36) sowie den Niederlanden (42).

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