E-Commerce in China

Shopping in allen Variationen: Chinas kauffreudige Konsumenten sind on- und offline aktiv.

Chinas E-Commerce Industrie erfährt derzeit ein enormes Wachstum. Onlineshopping, der kraftvollste Motor des E-Commerce Marktes in China, verzeichnete 2010 ein Rekordwachstum von 96,9% und hat seitdem kontinuierlich an Schwung hinzugewonnen. Im Jahr 2015 haben Chinas Online-Einzelhandelstransaktionen 3.877,3 Mrd. RMB erreicht (622,5 Mrd. USD, ein Anstieg von 33,3% gegenüber 2014), was 12,9% des gesamten Einzelhandelsumsatzes ausmacht. Laut Prognosen wird Chinas E-Commerce Markt bis 2020 größer sein als die Märkte der USA, des Vereinigten Königreichs, Japans, Deutschlands und Frankreichs zusammen.

Verbraucheranalyse

Diese Prognosen stehen im Zusammenhang mit der aktuellen Anzahl der mit dem Internet verbundenen Menschen in China, sei es per Computer oder Smartphone – zum Jahresende 2015 waren es landesweit 688 Mio. Internetnutzer. Nach Angaben des „China Internet Network Information Center“ überstieg 2015 die Zahl der Online-Einkäufer 413,3 Mio., 60% aller Internetnutzer. Bis 2020 wird erwartet, dass 750 Mio. Chinesen Einkäufe über das Internet tätigen werden. Ein Trend, welcher nicht ignoriert werden darf, ist die zunehmende Beliebtheit von Mobilgeräten: die Zahl der Kunden, die per Mobilgeräte einkaufen, erreichte 2015 338,7 Mio. – ein Anstieg der Handybesitzer, welche online einkaufen von 42,4% auf 54,8% gegenüber dem Vorjahr.

Das größte Segment dieser Online-Kunden sind junge und gut ausgebildete Menschen mit einer hohen Kaufkraft. 2015 waren 57,1% der Online-Kunden männlich, übertrafen damit die weiblichen Kunden um 14,2%punkte, und die meisten davon waren im Alter zwischen 20 und 29 Jahren. Indessen machen Hochschulabsolventen 74,2% aller Online-Kunden aus.

Wichtigste Marktteilnehmer

Chinas E-Commerce Markt wird von inländischen Internetplattformen dominiert. Zwei der größten Marktteilnehmer – Tmall und JD – beherrschen jeweils 57,7% und 25,1% des Marktes. Andere Marktteilnehmer wie Suning, Vipshop, Gome, Yihaodian, Dangdang, Amazon und JMei teilen sich die restlichen 17,2%.

Grenzüberschreitender E-Commerce

Chinas grenzüberschreitender E-Commerce Sektor verzeichnete ebenfalls ein exponentielles Wachstum. Laut Angaben des chinesischen E-Commerce Forschungszentrums haben grenzüberschreitende E-Commerce Transaktionen in China in der ersten Hälfte des Jahres 2015 2 Bio. RMB erreicht, dies stellt 17,3% des gesamten Import und Export Handelsvolumen Chinas dar. Dem globalen Handelsbericht zufolge, herausgegeben von dem chinesischen Handelsministerium (MOFCOM), werden Chinas grenzüberschreitende E-Commerce Transaktionen bis Ende 2016 auf 6,5 Bio. RMB ansteigen.

Dementsprechend überrascht es, dass die chinesische Regierung trotz schrumpfendem Import- und Exportmarkt mehrere begünstigende Richtlinien erlassen hat, die gezielt auf eine Förderung des E-Commerce ausgerichtet sind. Im Mai 2015 hat der chinesische Staatsrat seinen Plan offiziell angekündigt, eine „Comprehensive Pilot Zone of Cross Border E-Commerce“ in Hangzhou einzurichten. Diese Pilotzone für grenzüberschreitenden E-Commerce zeichnet sich durch eine Reihe von steuerlichen Begünstigungen und optimierten Zollabfertigungsverfahren aus. Nach dem Erfolg dieses Pilotprojektes in Hangzhou beschloss der Staatsrat das Projekt auf die folgenden 12 Städte auszuweiten: Shanghai, Guangzhou, Tianjin, Chongqing, Hefei, Zhengzhou, Chengdu, Dalian, Ningbo, Qingdao, Shenzhen und Suzhou.

 

Über Dezan Shira & Associates:

FabianKnopf_zugeschnittenAls Co-Head des German Desk von Dezan Shira & Associates beobachtet Fabian Knopf aktuelle wirtschaftliche und politische Veränderungen in China und beaufsichtigt die Redaktion deutschsprachiger Fachartikel für Asia bzw. China Briefing. Fabian Knopf ist Senior Associate, International Business Advisory sowie Co-Head des German Desks bei Dezan Shira & Associates mit Standorterfahrung in den Regionen Peking, Shanghai, und Südchina. Seine Expertise umfasst unter anderem Unternehmensstrukturierungen, Rechnungswesen, Steuern, Compliance sowie HR und Gehaltsabrechnungen in China, Indien und ASEAN. Zudem ist er Gastdozent an der Peking-Universität HSBC Business School in Shenzhen.

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Als Co-Head des German Desk von Dezan Shira & Associates beobachtet Herr Knopf aktuelle wirtschaftliche und politische Veränderungen in China und beaufsichtigt die Redaktion deutschsprachiger Fachartikel für Asia Briefing. Diese verfolgen die Entwicklung Chinas Seidenstraßenpolitik seit ihrer Verkündung in 2013, sowie weitere mitunter verwandte Freihandelsabkommen in den Entwicklungsländern Asiens und stellen diese für ausländische Investoren mit Interesse an der Region ins Verhältnis mit tagtäglichen Anforderungen an das Geschäft in der Ländern vor Ort. Dezan Shiras Tochtergesellschaft Asia Briefing ist spezialisiert auf die Berichterstattung zu neuesten Entwicklungen in Asien. Dazu gehören wirtschaftspolitische Themen, Gesetzesänderungen, Steuerthemen und Marktdaten.
Fabian Knopf ist Senior Associate, International Business Advisory sowie Co-Head des German Desks bei Dezan Shira & Associates mit Standorterfahrung in den Regionen Peking, Shanghai, und Südchina. Seine Expertise umfasst unter anderem Unternehmensstrukturierungen, Rechnungswesen, Steuern, Compliance sowie HR und Gehaltsabrechnungen in China, Indien und ASEAN. Zudem ist er Gastdozent an der Peking-Universität HSBC Business School in Shenzhen.