Fosun schlägt bei deutschem Automobilzulieferer zu

Großinvestor aus Shanghai: Fosun ist in Deutschland und Europa weiterhin auf Einkaufstour.

Fosun hat gemeinsam mit Nanjing Nangang Iron & Steel United die Mehrheit an dem bayerischen Automobilzulieferer Koller erworben. Das gab das Konglomerat aus Shanghai nach Abschluss des Deals am 3. August bekannt.  Investor Nanjing Nangang Iron & Steel United ist ein Joint Venture von Fosun und der Nanjing Iron & Steel Group, an dem die Shanghaier 60% halten. Für Fosun ist die Transaktion die erste Outbound-Investition im Automobilsektor. Zum Kaufpreis wurde bisher nichts vermeldet.

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Koller mit Sitz in Oberbürg bei Dietfurt hat Niederlassungen in Deutschland, Ungarn und Mexiko. Der Mittelständler produziert Spritzguß- und Leichtbauteile sowie Werkzeuge für die Autoindustrie. Zu den Kunden zählen der VW-Konzern, Daimler, BMW und Land Rover. Fosun plant, die neue Tochter bei der Stärkung ihrer Marktposition in Europa, vor allem aber beim Ausbau der Geschäftsaktivitäten in China zu unterstützen.

Fosun ist einer der international aktivsten Investoren aus China. Mittlerweile beläuft sich das verwaltete Vermögen des Konglomerats auf über 70 Mrd. USD. Fosun wurde 1992 zunächst als Pharmaunternehmen von GUO Guangchang und einigen seiner Kommilitonen von der Shanghaier Fudan-Universität  gegründet. Guo richtete das Unternehmen dann als versicherungsorientierte Investmentgruppe aus. In Europa übernahm Fosun u.a. die portugiesische Versicherung Fidelidade. In Deutschland erwarb man die Privatbank Hauk & Aufhäuser. Daneben halten die Shanghaier einen Anteil von fast 30% an der Modemarke Tom Tailor. Im Mai dieses Jahres beteiligte sich Fosun an dem deutschen Fintech-Start-up Naga Group, das kurz danach an die Börse ging. Guo gilt als einer der reichsten Männer Chinas. Sein Vermögen wird von Forbes auf rund 7 Mrd. USD geschätzt.

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