Juwel ausgegraben – Huahai übernimmt OHE

Kontrolle mit links: Die Produkte von OHE sind auf dem neuesten Stand./易如反掌的操控:OHE的产品处于前沿水平

Das Kennenlernen der Partner war eher ungewöhnlich: Berater der insolventen OHE Mining Technology trafen den Käufer Beijing Huahai Machinery Corporation auf einer Infoveranstaltung in China. Doch die Vorteile einer Übernahme durch Huahai waren beiden Seiten schon nach wenigen Gesprächen klar. Von Thomas Müncher

Sowohl der Hattinger Spezialmaschinenbauer als auch der Pekinger Investor profitieren von der Akquisition: OHE kann seinen Standort Hattingen erhalten und bekommt mit Huahai einen Türöffner zu den Weltmärkten China, USA und Australien. Das chinesische Unternehmen bekommt Zugang zu deutscher Spitzentechnologie und kann den guten Markennamen des deutschen Maschinenbaus weltweit vermarkten.

Tradition im Bergbau

Das 1946 in Ruhrstadt gegründete Maschinenbauunternehmen produziert seit fast sieben Jahrzehnten Maschinen und Technologie für den Bergbau. Zur Produktpalette gehören neben hydraulischen und elektrohydraulischen Steuerungen auch die notwendigen hydraulischen Filter und Ventile. Zudem werden elektronische Steuerungssysteme, Hydraulikzylinder und Stempel für die Arbeit unter Tage hergestellt. Vor gut einem Jahr musste OHE Insolvenz anmelden: Wegen der schwierigen politischen Rahmenbedingungen in Russland und des sich verschärfenden Wettbewerbdrucks in China war dieser Antrag notwendig“, erläutert CEO Natalia Ponomarenko.

Ukraine-Krise belastet Osteuropa-Exporte

Die Insolvenz war für OHE keine neue Erfahrung. Bereits 2002 musste Ersatz für den Investor Hennlich gefunden werden. Der Niedergang des deutschen Steinkohlebergbaus und die damit verbundenen Zechenschließungen brachte den Zulieferer erstmals in wirtschaftliche Not. Die neue Geschäftsführung setzte danach vorrangig auf den Produktexport – in die Ukraine, nach Russland, Polen, Tschechien und China. Aus dem neuen Schutzschirmverfahren wurde im September 2014 ein Regelinsolvenzverfahren: Wegbrechende Aufträge und ausstehende Zahlungen hatten zur Folge, dass der Sanierungsplan erfolglos blieb. Zur Unterstützung von CEO Ponomarenko setzte das Insolvenzgericht Thorsten Klepper, Fachanwalt für Insolvenzrecht der Hagener Kanzlei Klepper & Partner, als Sachwalter ein. In den Monaten danach suchten beide nach Möglichkeiten, den Betrieb fortzuführen. Dazu gehörten auch Verbesserungen in den Arbeitsabläufen der Produktion, die etwa 20 Mitarbeiter den Arbeitsplatz kostete.

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