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Ziegler wird chinesisch 2.0

Der Logisitikkonzern China International Marine Containers (Group) Ltd. (CIMC) verkauft 40% seiner Anteile am schwäbischen Feuerwehrfahrzeughersteller Albert Ziegler an die chinesische Fire Safety Enterprise Group Ltd. (CFE). Die Transaktion im Wert von 56 Mio. Euro fand im Rahmen eines Share Swaps statt: Im Austausch für 40% der Anteile von Ziegler erhält CIMC 30% Eigentum an CFSE und wird somit Hauptaktionär mit einer Mehrheit der Stimmrechte.

Ziegler ist spezialisiert auf die Herstellung von Feuerwehrprodukten wie beispielsweise Löschfahrzeugen. Das schwäbische Unternehmen mit Sitz in Giengen und Produktionsstätten in Europa und Asien beliefert freiwillige und Berufsfeuerwehren sowie Flughäfen, Industrie und Regierungen weltweit. Für Ziegler sei eine Partnerschaft mit CFSE ein großer Schritt, um die Marktpräsenz in China auszubauen. Ziegler erhalte dabei Zugang zu einem wichtigen und etablierten Verkaufs- und Servicenetzwerk – sowie letztlich auch Wettbewerbsvorteile.
Der Hauptsitz des börsennotierten Mutterkonzerns CIMC liegt in Shenzhen. 2013 hat der chinesische Nutzfahrzeug- und Logistik-Konzern die deutsche Traditionsfirma aus der Insolvenz gekauft. Dem Verkauf ging ein zweijähriger aufwendiger und umfangreicher Restrukturierungsprozess in der Insolvenz voraus. Der deutsche Markenname war damals einer der wichtigsten Kaufargumente für den chinesischen Investor gewesen. Jahre später steht Ziegler wieder wirtschaftlich tadellos da.

Die globale Wirtschaftskanzlei Dentons hat den Logistikkonzern China International Marine Containers (Group) Ltd. (CIMC) bei dem Verkauf beraten. Die Transaktion erfolgte bereits im November 2014 und wurde mit der Kartellanmeldung im Mai dieses Jahres abgeschlossen.

 

M&A-Partnersuche leicht gemacht

Der deutsche Mittelstand genießt im Ausland einen hervorragenden Ruf. Mit innovativen und zuverlässigen Produkten ist es deutschen Unternehmen gelungen, sich im weltweiten Wettbewerb um Marktanteile erfolgreich zu positionieren. An diesem Erfolg wollen auch immer mehr chinesische Unternehmen teilhaben.

Deutschland und China verbinden enge wirtschaftliche Beziehungen. Das Außenhandelsvolumen beider Staaten belief sich 2014 auf knapp 154 Mrd. EUR, ein Anstieg von 10% im Vergleich zum Vorjahr. Auch als Investitionsstandort bietet die Bundesrepublik nicht nur aus chinesischer Sicht hervorragende Eigenschaften: Eine erstklassige Infrastruktur, gut ausgebildete Fachkräfte sowie ausgezeichnete rechtliche Rahmenbedingungen haben in den vergangenen Jahren bereits viele ausländische Unternehmen von einer Ansiedlung überzeugt.

Steigende Investitionen ausländischer Unternehmen

Germany Trade & Invest (GTAI) vermarktet den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland im Ausland und begleitet zugleich ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in Deutschland. Insgesamt registrierte die GTAI vergangenes Jahr rund 1.200 Investitionsprojekte in Deutschland und damit einen neuen Rekord. Damit verbunden sind mindestens 16.000 Arbeitsplätze und ein Investitionsvolumen von über 3,2 Mrd. EUR. Mit 190 Projekten kamen die meisten Greenfield-Investitionen aus China, gefolgt von den USA (168) und der Schweiz (130). Rechnet man die Fusionen und Übernahmen deutscher Firmen durch ausländische Investoren mit ein, gab es im vergangenen Jahr fast 1.700 ausländische Investitionen in Deutschland – ebenfalls ein neuer Rekord. Im Bereich M&A lagen die USA auf Platz eins mit 114 Transaktionen. China schaffte es 2014 mit 27 M&A-Transaktionen auf den siebten Platz – ein deutlicher Sprung nach oben im Vergleich zum Vorjahr (Platz 14). Im Jahr 2013 wurden in Deutschland lediglich sieben Übernahmen chinesischer Herkunft von GTAI registriert.

Chance für den Mittelstand, Chance für Pfaff

Anna Ereth, GoingPublic Media, Cornelia Mast, Geschäftsführerin Pfaff, und Dr. Christoph Thiermann, Pöllath + Partners (v.l.n.r.)/(左起)GoingPublic Media 股份公司的安娜·埃雷、百福公司负责人科妮莉亚·马斯特和Pöllath + Partners律师事务所的克里斯托夫·迪尔曼博士

Pfaff stand im Jahr 2008 kurz vor dem Aus. Für die Restrukturierung tritt Cornelia Mast in den Vorstand. Ihr Auftrag lautete, einen Investor zu finden. Fündig wurde sie beim chinesischen Investor SGSB Group Co. (ShangGong Europe Holding). Ihren ganz persönlichen Erfahrungsbericht schilderte Cornelia Mast auf der Veranstaltung „Chinesische Investoren in Deutschland – Erfahrungen aus der Übernahme der Pfaff GmbH“, das am 15. Juli bei P+P Pöllath + Partners in München stattfand.

„Die Finanzspritze aus China war die letzte Option“, so Cornelia Mast, heutige Geschäftsführerin von Pfaff. Der Druck war enorm, das Unternehmen hatte nicht nur dringenden Kapitalbedarf, sondern auch hohe Schulden beim Land Rheinland-Pfalz. Die Banken waren nicht mehr bereit weiteres Kapital zu bewilligen, der Verkauf von Assets wäre nur eine kurzfristige Lösung und auch eine Anleihe hätte das Problem nur zeitlich verlagert. Auch ein Joint-Venture wurde anfangs in Frage gezogen, aber welcher Partner würde dafür in Frage gekommen? Deswegen hat das deutsche Traditionsunternehmen den großen Schritt zum Unternehmensverkauf gewagt, den einzigen Schritt mit Perspektive. Am 6. März 2013 war es dann soweit: Das Unternehmen wurde an die chinesische ShangGong Group verkauft. „Es war eine schwere Entscheidung, der Druck war hoch, so Mast. Hoch waren auch die Erwartungen an einen neuen strategischen Partner. Unzählige Stakeholder waren in den Fall involviert und die Angst vor einem neuen Investor wurde geschürt. Der Anforderungskatalog war lang, ein Finanzinvestor wurde gefunden und sprang wieder ab. Das Land Rheinland-Pfalz machte Druck, die Lieferanten verunsichert durch verzögerte Zahlungen und auch die Kunden waren im Unklaren über die Zukunft von Pfaff. „In dieser Zeit habe ich täglich Lieferanten angerufen und versucht Vertrauen zu schaffen,“ sagt Cornelia Mast. Vertrauen ist ein Begriff, der in ihrem Vortrag oft fällt.

Familienunternehmen Benteler fasst mit Joint Venture in China Fuß

Der ehemals deutsche Automobilzulieferer Benteler Automotive mit Sitz in Österreich und das staatseigene chinesische Unternehmen Chang‘an Automobile Group haben ein strategisches Joint Venture in China gegründet.

Beide Unternehmen weisen einen gleichhohen Anteil von 50% an der neuen Kooperation auf, welches seine Hauptniederlassung in Chongqing hat. Benteler JianAn Automotive (Chongqing) soll die wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit zwischen beiden Parteien stärken. Gemeinsam möchte sich die beiden Joint-Venture-partner verstärkt auf Forschung, Entwicklung sowie Fertigung von Querträgern konzentrieren.

Wie die Unternehmen mitteilten plant das Joint-Venture neben der Hauptniederlassung in Chongqing die Errichtung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums in Chengdu sowie von Produktionsstätten in Chongqing, Harbin und Shenzhen. Laut Angaben der Unternehmen erwartet das Joint-Venture einen Umsatz von etwa 322 Mio. Dollar.

Benteler blickt auf eine über 130-jährige Erfolgsgeschichte zurück und befindet sich heute in vierter Generation in Familienbesitz. Das Traditionsunternehmen beschäftigt 30.000 Mitarbeiter an 170 Standorten in 38 Ländern. 2014 wurde ein Umsatz von 7,5 Mrd. Euro erzielt.
Die Chang’an Automobile Group zählt zu Chinas „Big Four“ unter den Autoherstellern. Das Staatsunternehmen hat fünf Produktionsstätten in China und eine jährlichen Gesamtproduktion von 300.000 Einheiten.

Spinnmaschinen nach schweizerisch-chinesischer Art

Oerlikon Barmag ist bekannt für die Herstellung von Spinnanlagen für Chemiefasern. /欧瑞康巴马格以生产化工领域的聚缩设备著称

Oerlikon hat für das Segment Manmade Fibers ein Joint-Venture mit dem chinesischen Privatkonzern Huitong Chemical Engineering Technique Co., Ltd. unterzeichnet. Das Joint Venture stärke Oerlikons Position im wachsenden Geschäft in der Entwicklung und Herstellung hochproduktiver und innovativer Spinnanlagen und Texturiermaschinen, heißt es dazu in einer Mitteilung des Industriekonzerns vom Freitag.

Oerlikon investiert in die strategische Entwicklung seines Portfolios und in die Stärkung seiner Best-in-Class-Geschäfte. Das Joint Venture, in dem Oerlikon eine Beteiligung von 60 % hält, stärkt die Engineering- und Servicekapazität des Segments und ermöglicht diesem, das Geschäft mit den Polykondensationsanlagen in China und weltweit verstärkt voranzutreiben. Huitong mit Hauptsitz in Yangzhou in der Provinz Jiangsu ist eines der führenden Polyester-Engineering-Unternehmen in China und bietet Technologien und Engineering-Lösungen im Polyester-, Wasserstoffperoxid- und Nylongeschäft an. Mit einem Umsatz von mehr als 300 Mio. Renminbi beschäftigt der Privatkonzern rund 480 Mitarbeiter.

Oerlikon Barmag und Huitong arbeiten seit 2007 zusammen und haben gemeinsam bereits verschiedene internationale Projekte realisiert. Der Schweizer Konzern hat sich weltweit ein globales Netz von über 200 Niederlassungen in 36 Länder aufgebaut. Mit dem strategischen Joint-Venture will Oerlikon nun verstärkt den wichtigsten Absatzmarkt in Asian weiter erschließen.

Mauser steigt in Joint Venture von Fanshun ein

Die Mauser Gruppe übernimmt zum 1. Juli den 50%-Anteil von Time Technoplast an dessen Joint Venture mit der Fanshun-Gruppe im südchinesischen Guangzhou. Das Gemeinschaftsunternehmen stellt Intermediate Bulk Containers (IBCs) her, die in der Industrie für den Transport von Chemikalien, Pulvern und Flüssigkeiten verwendet werden. Zum Preis für den Buyout äußerten sich die drei beteiligten Parteien nicht.

Mauser und Fanshun betreiben bereits zwei Joint Ventures zu Produktion von IBCs in Shanghai und Umgebung. Mit der Übernahme wird das Gemeinschaftsunternehmen, das bisher unter dem Fanshun Elan Plastech firmierte, umbenannt in Guangzhou Fanshun Mauser. Die operativen und kommerziellen Geschäftsbereiche von Fanshun Elan werden in die bestehende Joint Venture-Gruppe von Mauser und Fanshun integriert. Von dieser Erweiterung der Zusammenarbeit verspricht sich Mauser einen besseren Zugang zum südchinesischen Markt und einen Ausbau der Kundenbasis. Mauser wird sein technisches Know-how in das Werk in Guangzhou einbringen, um die Qualität der dort produzierten IBCs zu steigern.

Die Mauser Gruppe ist auf Industrieverpackungen spezialisiert. Mit rund 4.400 Mitarbeitern erwirtschaftete das 1896 gegründete Brühler Unternehmen im vergangenen Jahr einen konsolidierten Konzernumsatz von rund 1,3 Mrd. EUR. Das Produktportfolio umfasst u.a. Kunststoffverpackungen, Fibertrommeln, Stahlfässer und IBCs für Abnehmer in der Chemie, Petrochemie, Landwirtschaft, Pharmazie oder der Lebensmittelindustrie. Im Wesentlichen für die gleichen Branchen produziert die 1987 gegründete Fanshun Packaging Goup vorwiegend Kunststofffässer. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen in diesem Segment in China marktführend. Der multinationale Konzern Time Technoplast mit Hauptsitz im indischen Mumbai ist neben industriellen Verpackungen auch in der Herstellung von Lifestyle-Produkten, Automobilzubehör, Gesundheitspflegemitteln sowie Produkten und Zubehör für Infrastruktur, Bau und Materialtransport tätig.

Fosun erwirbt Mehrheit an Hauck & Aufhäuser

Fosun International übernimmt 80% der Anteile an der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Damit kontrolliert erstmals ein Investor aus China die Mehrheit an einer deutschen Bank. Bisher war Hauck & Aufhäuser größtenteils in Besitz von Unternehmern und reichen Familien. Vertreten durch den Aktionärsausschuss haben die Mehrheitseigner das Kaufgebot akzeptiert. Dem Einstieg der Private Equity-Gesellschaft müssen noch die BaFin und andere Behörden zustimmen. Der Aktionärsausschuss unter dem Vorsitz des ehemaligen BayWa-Chefs Wolfgang Deml hat auch den Eignern der restlichen 20% Anteile die Annahme der Offerte empfohlen. In diesem Fall würde Fosun bis zu 210 Mio. EUR für die vollständige Übernahme bezahlen.

Laut dem Vorstandsvorsitzenden Guo Guangcheng, verschafft die Mehrheitsbeteiligung Fosun einen besseren Zugang zu den wichtigsten Märkten in Europa. Nach Äußerungen von Deml verspricht sich Hauck & Aufhäußer von dem Einstieg Vorteile durch das globale Netzwerk der Private Equity-Gesellschaft, die sich positiv auf die Entwicklung der Kundenbasis auswirken sollten.

Hauck & Aufhäuser Privatbankiers blickt auf eine 219 Jahre Geschichte zurück. Die Bank beschäftigt über 500 Mitarbeiter und hat in den vergangenen Jahren ihr Eigenkapitalbasis stark erhöht. Die Kerngeschäftsfelder sind die Vermögensberatung für Unternehmer und wohlhabende Privatkunden, das Asset Management für institutionelle Investoren sowie die Zusammenarbeit mit unabhängigen Vermögensverwaltern. Die Privatbank hat bisher 75 Eigentümer. Neben der Gründerfamilie Hauck zählt eine Reihe von Unternehmerfamilien wie Asbeck (Solarworld), Mast (Jägermeister), Heraeus und Riegel (Haribo) dazu. Bis 2013 war auch der Golfstaat Kuweit an der Bank beteiligt, nach dem Ausstieg gingen seine Anteile gingen an die übrigen Eigentümer.

Fosun hat schon früher den Einstieg in den deutschen Finanzdienstleistungssektor gewagt und sich 2014 mit 19,2% an der BHF-Bank beteiligt. Der Anteil reichte allerdings nicht, um auf die Geschäftspolitik der Privatbank entscheidend einzuwirken. Erst kürzlich versuchte die Beteiligungsgesellschaft den Abgang des Vorstandschef Björn Robens erfolglos zu verhindern und hatte sich dabei aber mit den anderen BHF-Aktionären überworfen.

Mit der Übernahme von Hauck & Aufhäuser wird Fosun innerhalb weniger Tage bereits zum zweiten Mal in Deutschland aktiv. Erst Ende Juni war die chinesische Beteiligungsgesellschaft bei dem Landwirtschaftskonzern KTG Agrar mit einem Anteil von rund 9% für geschätzte 9 Mio. EUR eingestiegen. Darüber hinaus boten die Chinesen beim vor Kurzem abgesagten Verkauf des Münchener Modeunternehmens Willy Bogner. In der deutschen Bekleidungsbranche ist Fosun bereits mit einem Anteil von über 23% an Tom Tailor vertreten.

China-Update: Sustainable Supply Chain in the Global Context

Lutz Berners, Geschäftsführer von Berners Consulting eröffnete die Tagung mit einem Überblick zu Nachhaltigkeit in China.

Am 22.Juni 2015 nahmen um die 40 interessierte Teilnehmer am China-Update zum Thema „Sustainable Supply Chain in the Global Context“ am Stuttgarter Flughafen teil. Das Programm startete mit einer Führung, bei der die Teilnehmer spannende Einblicke hinter die Kulissen des Flughafenalltags erhielten – von der Verkehrskontrolle bis hin zur Gepäckverteilung.

Lutz Berners, Geschäftsführer von Berners Consulting eröffnete die Tagung mit einem Überblick zu Nachhaltigkeit in China. Dies war die Grundlage für die Vorträge des Nachmittags. Professor Georg Fundel, Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH, stellte den Zuhörern das Konzept des „fairport STR“ vor, wobei er den wirtschaftlichen Erfolg des Flughafens und der Region als zentralen Gegenstand bei der Entwicklung hin zu einem ökologisch verträglichen und sozial verantwortlichen Flughafen erklärte.

Im Anschluss referierte Miriam Fritz von Berners Consulting über die Umsetzung von CSR-Standards bei chinesischen Lieferanten. Sie berichtete über die Herausforderungen, welche bei solchen Projekten nur in enger Zusammenarbeit zwischen Lieferanten, Einkäufern und Beratern überwunden werden können. Frau Fritz, Head of German Outbound Business, verwies dabei besonders auf die bedeutenden Vorteile, welche aus der Entwicklung einer Lieferantenbeziehung hin zu strategischen Partnerschaften entstehen. Abschließend zeigte Sie an einigen Projektbeispielen die erfolgreiche Umsetzung von CSR-Standards bei Lieferanten.

Fosun steigt bei KTG ein

KTG Agrar SE: Fosun beteiligt sich an deutschem Landwirtschaftsunternehmen./复星入股德国农业集团KTG. Bild: KTG

Fosun wird 9,03% der Anteile an KTG Agrar SE übernehmen. Der Erwerb der Aktien erfolgt durch das Portfoliunternehmen Fidelidade. Erst Anfang letzten Jahres hatte die Shanghaier Beteiligungsgesellschaft mit Fidelidade den größten Versicherer Portugals gekauft. Der Vollzug des Kaufvertrages soll in Kürze nach der Erfüllung wirtschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen erfolgen.

Der neue Aktionär beabsichtigt 620.000 der insgesamt 6,75 Mio. Aktien der KTG Agrar SE aufzukaufen. Nach dem Vollzug der Transaktion wird der Freefloat von KTG auf 60,1% sinken. Über die konkreten Konditionen äußerten sich die beteiligten Parteien bisher nicht. Jedoch würde zu aktuellen Kursen Fosun die Beteiligung zwischen 9 und 10 Mio. EUR kosten.

Nach Angaben von KTG soll der Einstieg mit einer langfristigen Zusammenarbeit verbunden sein. Die Shanghaier Private Equity-Gesellschaft soll demnach KTG dabei unterstützen, den chinesischen Konsumentenmarkt für die Lebensmittelprodukte des deutschen Agrarunternehmens zu erschließen. Gleichzeitig soll über das KTG-Tochterunternehmen C. Mackprang jr. der Handel mit Agrarrohstoffen in Richtung China intensiviert werden.

Die KTG Gruppe beschäftigt über 1.000 Mitarbeiter. Der Umsatz wuchs in den letzten drei Jahren jeweils um mehr als 40% und lag 2014 bei 234 Mio. EUR. Der Börsenwert des Agrarkonzerns beläuft sich auf rund 100 Mio. EUR. Die Hamburger sind auf den großflächigen Anbau von ökologischen und konventionellen Marktfrüchten wie beispielsweise Getreide, Kartoffeln, Raps und Soja spezialisiert.

Fosun und die von ihr verwalteten Fonds haben sich in kürzester Zeit an einer Reihe von bekannten Unternehmen beteiligt, darunter der französische Tourismuskonzern Club Med, Cirque du Soleil als Produzent artistischer Live-Shows, das griechische Modeunternehmen Folli Follie, Caruso als italienischer Produzent für maßgeschneiderte Herrenmode, das US-amerikanische Luxus-Damenmodeunternehmen St. John, die Hollywood-Filmgesellschaft Studio 8 oder das britische Reiseunternehmen Thomas Cook. In Deutschland ist Fosun an der deutschen Mode- und Lifestyle-Marke Tom Tailor und der BHF-BANK beteiligt.

Sedant aus Peking erwirbt Mehrheit an apt

Gehört jetzt mehrheitlich zu Sedant: apt Hiller GmbH aus Monheim/蒙海姆的apt海勒有限公司现在多数股权属于盛德基业. Bild: apt Hiller

Die Sedant Holding übernimmt die Mehrheit an der apt Hiller GmbH. Das inhabergeführte Mischunternehmen mit Sitz in Peking und der Aluminiumteilehersteller aus Monheim haben über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart. Die Übernahme erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2014. Der bisherige geschäftsführende Gesellschafter von apt, Franz Kurvers, wird das Unternehmen weiter leiten. Ebenso bleiben die Geschäftsführer der Tochterunternehmen an Bord.

Die apt Hiller GmbH fertigt und veredelt Aluminiumprofile an vier Standorten, vom Recycling über Strangpressen, mechanische Weiterbearbeitung bis hin zu Oberflächenveredelung und Montage. Das Unternehmen beliefert Kunden aus den Marktsegmenten Bau und Architektur, Automotive und Industrie. Die Gesellschaft beschäftigt rund 800 festangestellte Mitarbeiter und erzielte 2014 einen Umsatz von 205 Mio. EUR.

Die Sedant Holding wurde 1999 in Peking gegründet. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2014 einen Umsatz von etwa 496 Mio. EUR. Das Unternehmen ist in verschiedenen Geschäftsfeldern aktiv: Immobilienentwicklung, Herstellung energieeffizienter Komponenten für die Bauindustrie, Pkw-Distribution und -Wartung, Logistik sowie Financial Investments.

CIC steuert Tank & Rast an

Die China Investment Corp. (CIC) ist nach Angaben des Wall Street Journal an einer Übernahme von Tank & Rast interessiert. Im laufenden Bieterverfahren könnte der Betreiber von Autobahnraststätten demnach mit 3 Mrd. Euro bewertet werden. Im Fall einer Übernahme durch den Staatsfonds wäre dies das bisher größte chinesische Investment in Deutschland.

Die Tank & Rast GmbH betreibt 390 Raststätten und 350 Tankstellen in Deutschland. 2013 erzielte das Unternehmen ein EBITDA von rund 235 Mio. EUR. 2004 übernahm die amerikanische Private Equity-Gesellschaft Terra Firma Capital Partners die in Bonn ansässige Gesellschaft für 1 Mrd. EUR. Auf der Verkäuferseite standen damals u.a. Allianz Capital Partners, Apax Partners und Lufthansa. Zwischenzeitlich hat Terra die Hälfte seiner Anteile an die zur Deutschen Bank gehörige RREEF veräußert. Laut Wall Street Journal wollen beide Investoren bis Ende Juli verbindliche Angebote von interessierten Parteien für Tank & Rast einholen. Darunter soll sich auch der frühere Anteilseigner Allianz Capital Partners als Teil eines Bieterkonsortiums befinden, zu dem auch ein Staatsfonds aus Abu Dhabi und der kanadische Infrastrukturinvestor Borealis gehören. Andere interessierte Parteien seien demnach Macquarie Capital und die italienische Mautgesellschaft Atlantia.

CIC wurde 2007 gegründet. Der Staatsfonds soll zur Diversifizierung der riesigen Devisenreserven Chinas beitragen. CIC hat bisher rund 220 Mrd. USD im Ausland investiert und ist mit einem Gesamtvermögen von rund 650 Mio. USD der fünftgrößte Staatsfonds der Welt. Nach Aussage des CIC-Geschäftsführers Ding Xuedong plant der Fonds, mit der steigenden Anzahl seiner ausländischen Beteiligungen sich künftig stärker direkt im Management seiner Portfolio-Unternehmen zu engagieren.

China: Treibende Kraft globaler Kapitalströme

Die aktuelle Studie prognostiziert, dass die rasant steigenden Investitionsströme aus China der schwächelnden europäischen Wirtschaft neuen Schwung geben werden. Chinesische Übernahmen und Direktinvestitionen in Europa wachsen rasant. Im vergangenen Jahr erreichten sie einen neuen Höchststand mit einem Gesamtvolumen von rund 14 Mrd. Euro. Im Wochentakt werden neue Investitionsprojekte bekannt, die ganz im Sinne der Going-out-Strategie der chinesischen Regierung getätigt werden. Vieles spricht dafür, dass sich dieser Outbound-Trend fortsetzt. Laut den Ergebnissen der Studie wird China zu einer treibenden Kraft globaler Kapitalströme werden. Aktuell zählt das Land der Mitte bereits zu den drei größten Auslandsinvestoren weltweit. Prognosen zufolge verdreifachen sich Chinas derzeitige globale Vermögenswerte bis 2020 auf fast 18 Billionen Euro.
Zwischen 2000 und 2014 verzeichneten die EU-28-Staaten insgesamt mehr als 1000 chinesische Neugründungen, Fusionen und Übernahmen. Laut Studie bleibt Zielland Nr. 1 in Europa nach wie vor Großbritannien, gefolgt von Deutschland und Frankreich.

Die Autoren der Studie sprechen von einer „neuen Welle chinesischer Investitionen“. Doch ist der europäische Markt den neuen chinesischen Kapitalgebern überhaupt gewachsen? Lesen Sie mehr dazu hier in der vollständigen Studie.