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Aussichten für China bleiben trotz des jüngsten Aktienrückgangs positiv

Bildnachweis: 2ragon – stock.adobe.com.

Der dreimonatige Aufschwung der Aktien in China, der auf den Optimismus über die wirtschaftliche Wiederbelebung zurückzuführen ist, hat sich seit dem Mondneujahrsfest abgeschwächt.

Der MSCI China Index fiel in der vergangenen Woche zum dritten Mal in Folge, da es an neuen Katalysatoren für die Wiedereröffnung fehlte. Die jüngsten Spannungen zwischen den USA und China in Bezug auf Russland und der Abschuss eines chinesischen Ballons durch die USA haben ebenfalls zur Konsolidierung der chinesischen Aktien beigetragen. Unterdessen drückten erneute Befürchtungen, dass die US-Notenbank die Leitzinsen länger anheben muss, um die Inflation in den USA zu dämpfen, auf die weltweite Risikostimmung.

Infolgedessen fiel der MSCI China in der vergangenen Woche um 2,2%, nachdem er in den beiden vorangegangenen Wochen um 2,9% und 4,9% zurückgegangen war. Obwohl der Index in dieser Woche einen positiven Start hatte, hat der jüngste Rückgang seinen Gewinn im bisherigen Jahresverlauf auf 4,9 % verringert, nachdem er zu Beginn des Jahres noch 17,2 % betragen hatte.

Trotz der jüngsten Konsolidierung sind wir jedoch der Ansicht, dass die Aussichten für die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr weiterhin positiv sind, und wir halten in unserer globalen Strategie an einer bevorzugten Haltung gegenüber Schwellenmarktaktien, einschließlich China, fest.

Der jüngste Rückschlag bei chinesischen Aktien ist eine gesunde Konsolidierung nach einer dreimonatigen Rallye. Seit die Regierung im November begann, ihre COVID-19-Beschränkungen abzubauen, sind chinesische Aktien in drei Monaten um 46% gestiegen. Daher betrachten wir den Rückgang von 8,4% in den letzten drei Wochen als eine gesunde Konsolidierung, die auf Gewinnmitnahmen nach dem Neujahrsfest zurückzuführen ist, da die Anleger auf neue Katalysatoren bei der Wiedereröffnung warten.

Darüber hinaus sind wir der Meinung, dass sich die Vorteile der Wiedereröffnung Chinas noch nicht vollständig in den aktuellen Bewertungen des MSCI China niedergeschlagen haben. Wir gehen davon aus, dass der Beginn der Gewinnsaison in dieser Woche einige neue Aufwärtskatalysatoren liefern wird und erwarten, dass die Unternehmensleitungen ihre Gewinnerholung nach der Wiedereröffnung bekräftigen werden. Wir stellen fest, dass die negativen Gewinnrevisionen allmählich nachlassen, während die Nettogewinnrevisionen im Verbrauchersektor allmählich positiv werden.

Hier geht es zum Daily Comment der UBS (Englisch)

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Schon unsere brandneue Jahresausgabe ‚Anleihen 2022‘ (11. Jg., Erscheinungstermin Dez 2022) gesehen?

Die Ausgabe 3/2022 Biotechnologie 2022 der Plattform Life Sciences ist erschienen. Die Ausgabe kann bequem als e-Magazin oder pdf durchgeblättert oder heruntergeladen werden.

 

Deutsche ABT-Gruppe fasst Fuß in China

Die ABT-Gruppe hat die Gründung eines chinesischen Joint Ventures mit den Namen „ABT Technologies (Guanghzou) Co., Ltd.“ vereinbart.

Als strategischer Partner von ABT in China konnte die YOTTA Automobile (Guangzhou) Co., Ltd. gewonnen werden, die mit 51% am Joint Venture beteiligt ist.

YOTTA ist ein führendes chinesisches Unternehmen im Bereich Fahrzeugdigitalisierung, Elektrofahrzeuge und emissionsfreie Energielösungen. Die ABT-Konzerntochter ABT Sportsline hält am geplanten Joint Venture eine Beteiligung von 34%. Weiterer Partner ist der renommierte Investor Dr. Cornelius Boersch.

Mit dem Joint Venture baut die ABT-Gruppe ihre Position im attraktiven chinesischen Automotive-Markt aus und stärkt ihre umfassende Veredelungskompetenz sowie die Marke ABT auf internationaler Ebene.

Die neu gegründete chinesische Gesellschaft erhält das Exklusivrecht, Veredelungsteile, Co-Branded Vehicles und Services unter der Marke ABT in China zu verkaufen. Im Fokus stehen dabei sowohl die Modelle der VW-Gruppe, speziell Audi-Modelle, als auch die Veredelung von unter anderem chinesischen Elektroautos.

Die ABT-Gruppe schafft damit Synergien zwischen dem wachstumsstarken eMobility-Bereich und dem klassischen Veredelungsgeschäft. So sollen im Rahmen des Joint Ventures ABT-Sondereditionen in Zusammenarbeit mit Audi (FAW) in China produziert und vertrieben werden.

Des Weiteren hat ABT Sportsline im Rahmen der chinesischen Expansion bereits MoU (Memorandum of Understanding) mit den großen chinesischen OEMs SOKON Group und GAC Motor Co., Ltd. (Guangzhou) unterzeichnet. Gemeinsam mit diesen Automobilherstellern plant ABT Sportsline die Produktion von hochwertigen Special Editions unter der Marke ABT für den chinesischen Markt. Das Joint Venture soll nach derzeitiger Planung der ABT-Gruppe ein mittelfristiges Umsatzpotenzial im jährlichen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich generieren.

Die ABT-Gruppe profitiert dabei durch zusätzliche Exportchancen nach China sowie Einnahmen aus Lizenzgebühren. Durch die Einbindung der Partner vor Ort weist das Joint Venture zudem einen sehr positiven Kosten-Nutzen-Faktor für die ABT-Gruppe auf.

Das Joint Venture ist Teil der ABT-Strategie, die weltweite Präsenz mit Schwerpunkt Europa, USA und Asien weiter auszubauen. Schon heute ist die ABT-Gruppe in über 60 Ländern weltweit mit mehr als 900 ABT-Vertragshändlern vertreten.

Hans-Jürgen Abt, CEO der ABT SE: „Das Joint Venture in China ist ein Meilenstein in der Firmengeschichte von ABT. Der chinesische Markt ist der größte Markt für PKW weltweit und die wachsende chinesische Mittelschicht schätzt hochwertige, individuelle Autos. Daneben bietet uns der Ausbau unseres Geschäfts in China die Chance, die starke Marke ABT sowie unsere Positionierung als Technologieführer im Bereich eMobility und Brennstoffzellen international weiter auszubauen. Wir freuen uns, unsere Marke, die für Made in Germany-Produkte steht, noch internationaler aufzustellen.“

Fotos: @ABT

Shake Hands bei der Vertragsunterzeichnung – in der Mitte Hans-Jürgen Abt

Über die ABT SE

ABT ist eine der ältesten und gleichzeitig innovativsten Automarken in Deutschland. 1896 gegründet, entwickelt ABT Zukunftstechnologien für Automobilkonzerne, Tier-1-Zulieferer und Endkunden. Dabei gestaltet ABT globale Megatrends wie eMobility und Individualisierung aktiv mit.

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Wiedereröffnung Chinas stellt einen Wendepunkt dar

Dina Ting, CFA, Leiterin des Global Index Portfolio Management, Franklin Templeton – ETFs zur Wiedereröffnung Chinas

Die Stimmung an den internationalen Märkten ist nach wie vor gut, was auf attraktive Bewertungen und die Wahrscheinlichkeit einer Aufwertung der Landeswährung zurückzuführen ist, die internationalen Aktien Auftrieb verleiht.

China, als einer der größeren internationalen Märkte, verdient eine genauere Betrachtung, da es im letzten Jahr der relative Nachzügler war. Mit der kürzlichen Wiedereröffnung des chinesischen Marktes wurde das neue Jahr zum ersten Mal seit drei Jahren in so großem Umfang gefeiert, was zu erhöhten Ausgaben und mehr Reisen führte.

Die Anleger haben die Rückkehr Chinas sehnlichst erwartet. Die Wiedereröffnung des Landes – wie holprig sie auch sein mag – hat die Ängste der Märkte gemildert und zu einer Erholung der chinesischen Währung geführt. Seit November, als China begann, seine strengen Covid-Regeln zu lockern, ist der Renminbi bis Ende Januar um 7% gestiegen. Dies hat die Marktperformance seit Jahresbeginn beflügelt, und der FTSE China Index ist um 11,6% gestiegen.

Da China seine Grenzen wieder öffnet und auch der Inlandsreiseverkehr zunimmt, ist das Streben nach Herdenimmunität sicherlich mit Risiken verbunden. Das Wachstum in China wird jedoch voraussichtlich auf 5,2% für das Jahr ansteigen, was die rasche Verbesserung der Mobilität widerspiegelt.

Tina Ding

Angesichts der langsameren Wachstumsprognosen für die Industrieländer im Vergleich zu den Schwellenländern für 2023 konzentrieren sich die Anleger nun weitgehend auf eine Erholung der Schwellenländer. Die jüngsten Prognosen des IWF gehen von einem Wachstum in den Schwellenländern von 4% im Jahr 2023 aus, was bedeutet, dass die Anleger eine strategische Allokation vornehmen sollten. Das globale Wachstum mag insgesamt noch schwach sein, aber die Wiedereröffnung Chinas dürfte einen bemerkenswerten Wendepunkt markieren.

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Marktrally in China noch nicht beendet

Profitieren Chinas Aktienmärkte von Reformen?
Quelle: Adobe Stock; © atiger

Nachfolgend ein verkürzter Kommentar von Marcus Weyerer, CFA, Senior ETF Investment Strategist Franklin Templeton ETFs EMEA, zur Marktrally in China

Chinesische Aktien legten ein beeindruckendes Comeback vor, nachdem sie im dritten Quartal des vergangenen Jahres auf den tiefsten Stand seit mehreren Jahren gefallen waren. Im Oktober 2022 sank der breite FTSE China 30/18 Capped Net Index auf fast 10.000 Zähler und damit auf ein Niveau, das seit der Zeit nach dem Platzen der Spekulationsblase von 2015 nicht mehr verzeichnet worden war.

Wiedereröffnung und fiskal- und geldpolitische Unterstützung

Insgesamt haben die Zentralregierung, die Lokalregierungen und die PBOC unzählige Male zugesichert, dass sie die Wirtschaft unterstützen wollen. Und im Vergleich zu 2021 und weiten Teilen des Jahres 2022 hat sich aus unserer Sicht eine bemerkenswerte Veränderung vollzogen: Den Worten folgen meist auch Taten.

China produziert 97% der weltweit hergestellten Solarzellen, 85% der Photovoltaik-zellen und 79% des Polysiliziums für Solarmodule. Aktuell erwägt das Land Exportbeschränkungen für einige entscheidende Komponenten der Solarenergie-Lieferketten. Im Jahr 2021 investierte China rund 278 Mrd. USD allein in erneuerbare Energieprojekte und elektrifizierte Verkehrssysteme, zusätzlich kleinere Summen in die Bereiche nachhaltige Grundstoffe, Energiespeicherung und andere zugehörige Komponenten. Was auch immer geschieht, die globale Zusammenarbeit im Bereich von Lösungen für den Klimawandel ist praktisch unvermeidbar, könnte aber gleichzeitig eine Chance darstellen, auch bei anderen Themen „die erhitzten Gemüter zu kühlen“.

In den Schwellenländern spielt die Musik

So korrigierte der Internationale Währungsfonds erst im vergangenen Monat die Wachstumsprognose für China für 2023 um ganze 80 Basispunkte auf 5,2% nach oben. Dabei dürfte das zweite Quartal das stärkste werden, denn die Auswirkungen der Wiedereröffnung der Wirtschaft werden gegen Ende des Jahres nachlassen. Für Indien wird sowohl für 2023 als auch für 2024 ein Wachstum von über 6% vorhergesagt. Diese beiden Nationen allein werden dieses Jahr zusammen mehr als die Hälfte des weltweiten BIP-Wachstums auf sich vereinen.

Marcus Weyerer

Unseres Erachtens beruht der aktuelle Optimismus des Marktes vor allem auf besseren Fundamentaldaten und nicht auf flüchtigen Hoffnungen. Die Aktienmärkte legen vielleicht eine Verschnaufpause bei ihrer Marktrally ein, vollziehen aber keine Kehrtwende.

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Die gereichte Hand nicht ausschlagen

Mit ausgestreckter Hand ist der chinesische Chefdiplomat Wang Yi am Wochenende zur Münchner Sicherheitskonferenz gekommen. Und jetzt?

Sowohl gegenüber Bundeskanzler Olaf Scholz als auch im Gespräch mit Außenministerin Annalena Baerbock erklärte er den Willen Chinas, den Beziehungen mit Deutschland neuen Schwung zu verleihen. Nach der Corona-Pandemie erhole sich die Wirtschaft des Landes merklich. Profitieren davon könnten auch deutsche Unternehmen.

Ganz andere Töne sind dagegen in den vergangenen Wochen aus Deutschland zu hören. Die Signale scheinen eher auf ein Gegen-, denn auf ein Miteinander zu stehen. So hat Landwirtschaftsminister Cem Özdemir Anfang Januar auf der Grünen Woche in Berlin klar gemacht, die westliche Welt müsse ihre Bemühungen bei der Versorgung Afrikas mit Lebensmitteln verstärken.

Mehr als eine Hand : Zusammenarbeit

Mit klarer Stoßrichtung: Den Einfluss Chinas auf dem schwarzen Kontinent eindämmen. Wenige Tage später war Bundeskanzler Olaf Scholz in Chile, um eine grüne Rohstoffpartnerschaft mit dem Andenland zu besiegeln. Anstatt China solle Chile der Wunschpartner der Zukunft sein. Auch hier das Signal: Chinas Einfluss im südlichen Amerika sollen Grenzen gesetzt werden.

Denselben Ansatz verfolgte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Anfang Februar bei seinem Besuch in Kambodscha. Die Zusammenarbeit mit dem südostasiatischen Land solle intensiviert werden, um China in der Region das Feld nicht ganz und gar zu überlassen. Gleichzeitig arbeitet die Bundesregierung an einer Wirtschaftsstrategie, die sich ausschließlich China widmet und darauf zielt, weniger vom chinesischen Markt abhängig zu sein.

Um es klar zu sagen: Es ist absolut nichts dagegen zu sagen und absolut zu begrüßen, dass Deutschland Zukunftsstrategien entwickelt und strategische Partnerschaften schließt, um die eigene Wirtschaft zu stärken und im globalen Wettbewerb nicht abgehängt zu werden. Das macht China auch. Es gibt allerdings einen Unterschied: Chinas Strategien formulieren nicht den Willen, andere Länder ‚auszuschalten‘, sondern zielen darauf, die eigenen Stärken zu stärken. Definiert werden strategische Bereiche, in denen das Land im globalen Wettbewerb führend werden möchte. Sich ehrgeizige Ziele zu setzen, was ist verkehrt daran?

Die Hand ist da: Die Frage ist, wie man sie jetzt behandelt

Anstatt die chinesischen Entwicklungspläne mit Misstrauen zu beäugen, ist es klüger, sich dem Wettbewerb zu stellen. Sich gegenseitig antreiben und gemeinsam von Spitzenleistungen profitieren, die im Ringen um beste Lösungen entwickelt werden, muss das Ziel sein. Dass dabei von jeder Seite eigene Akzente gesetzt werden, ist selbstverständlich, ja es spornt sogar an.

Wer ausgrenzt, grenzt sich auf lange Sicht selbst aus. Wang Yis Offerte auszuschlagen, klug wäre dies nicht. Schlauer ist es, wenn Deutschland seinerseits eigene Vorschläge auf den Tisch legt, um dann Gemeinsamkeiten auszutarieren und in den deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen wieder durchzustarten. Zum beiderseitigen Vorteil.

Porträt Peter Tichauer
Peter Tichauer

Peter Tichauer ist ein ausgewiesener China-Experte. Nachdem er mehr als 20 Jahre das Wirtschaftsmagazin ChinaContact aufgebaut und als Chefredakteur geleitet hat, ist er seit 2018 im Deutsch-Chinesischen Ökopark Qingdao (www.sgep-qd.de) für die Kommunikation mit Deutschland verantwortlich.

Die Zeichen stehen zurück auf Wachstum

CFOs planen mit Wachstum in Asien
Quelle: Adobe Stock; © NicoElNino

Asiatische Aktien bieten eine gute Diversifikation gegen die Rezessionsrisiken in den USA und Europa – in China stehen die Zeichen wieder auf Wachstum. Von Tilmann Galler*

Der Einbruch der chinesischen Wirtschaft im Zuge der anhaltenden Lockdowns bis in den Spätherbst, gefolgt vom massiven Infektionsanstieg im Dezember, ließ die ohnehin gebeutelten Aktienkurse in Fernost weiter leiden. Pünktlich zum kürzlich begonnenen ‚Jahr des Hasen‘, das für Ruhe, Besinnlichkeit und Langlebigkeit stehen soll, stehen die Zeichen in China nun wieder auf Wachstum.

Wir erwarten für 2023 eine konjunkturelle Erholung in China. Vor allem der Dienstleistungs- und Tourismussektor dürfte davon in den nächsten Monaten profitieren. Das Wirtschaftswachstum und damit die Gewinnaussichten der Unternehmen der Region haben das Potenzial, die Erwartungen an den Märkten zu übertreffen. Dies dürfte Aktien der gesamten Asien-Pazifik-Region beflügeln und damit einen Abschwung in den USA oder in Europa kompensieren.

Wirtschaft erholt sich nach überstandener erster Infektionswelle

Wie stark sich Lockdowns und Masseninfektionen auf die Wirtschaft Chinas ausgewirkt haben, zeigt der Blick auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP): 2022 fiel das BIP gegenüber dem Vorjahr um 2,9%. Chinas Schwäche belastete die Exportdynamik der ganzen Region: Ab Mitte 2022 waren die Exporte der asiatischen Handelspartner nach China im Jahresvergleich rückläufig.

Inzwischen deutet aber Vieles darauf hin, dass die meisten Provinzen und Städte die Post-Öffnungs-Infektionswelle überstanden haben und sich die Wirtschaftstätigkeit zu erholen beginnt. So haben sich bis Mitte Januar die Passagierströme in den U-Bahnen in Peking und Shanghai auf 60 bis 70% gegenüber dem Niveau vor COVID erholt. In Shenzhen wurde sogar das Niveau vor der Pandemie überschritten.

Für die anziehende chinesische Konjunktur sehen wir vor allem eine Ursache: Vergleichbar mit den USA und Europa vor 18 Monaten besteht heute in China ein erheblicher Nachholbedarf in der Konsumnachfrage. Einschränkungen und Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten führten zu einem Anstieg der Sparquote in China, die zwischen 2020 und 2022 durchschnittlich 33% betrug, mehr als 4 Prozentpunkte höher als der Durchschnitt zwischen 2015 und 2019. Diese Mittel stünden nun für Ausgaben zur Verfügung.

Nach Corona stehen die Zeichen auf Wachstum in China, aber auch Asien insgesamt

Dienstleistungen und Tourismus dürften am stärksten profitieren

Der Aufholeffekt dürfte vor allem Dienstleistungen zugutekommen: Insbesondere der Tourismus sollte zu den großen Nutznießern der Öffnung gehören. Bereits vor der Pandemie im Jahr 2019 reisten mehr als 150 Mio. Chinesen ins Ausland und gaben insgesamt 255 Mrd. USD aus. Dies machte insgesamt rund 17% des weltweiten Marktes für Auslandsreisen aus.

Wenn nun die chinesischen Touristen zurückkehren, wird dies zunächst vor allem in Asien sein. Hongkong und Thailand könnten davon am stärksten profitieren – die chinesischen Touristenausgaben entsprachen im Jahr 2019 bereits 5,6 beziehungsweise 3,2% ihrer jeweiligen Wirtschaftsleistung. Seit Ende November ist die Zahl der internationalen Flüge aus China bereits wieder um mehr als 20% angestiegen.

Die Verkäufe von Konsumgütern könnten aufgrund des zunehmenden Verbrauchervertrauens ebenfalls anziehen. Daten der nationalen Steuerbehörde zeigten, dass die Chinesen im Januar die neue Freiheit für ausgiebiges Shopping genutzt haben. Der Wachstumsimpuls durch die aufgestaute Nachfrage dürfte deshalb nicht nur die chinesische Wirtschaft, sondern die asiatischen Volkswirtschaften insgesamt beleben und damit die negativen Effekte einer abschwächenden europäischen und US-Wirtschaft mindestens zum Teil kompensieren können.

Quelle: CEIC, FactSet, Development of Tourism Thailand, General Statistics Office Vietnam, Tourism Malaysia, Korea Tourism Organization, Tourism Research Australia, Hong Kong Tourism Board, Singapore Tourism Board, Japan National Tourist Organization. Daten per 27. Januar 2023.

Asiatische Aktien bieten eine gute Diversifikation für das Portfolio

Der wirtschaftliche Aufwärtstrend dürfte sich nach dem chinesischen Neujahrsfest fortsetzen, wenn auch mit einer möglichen Sektorrotation. Sobald die Erwartungen auf eine Erholung des Konsums eingepreist sind, könnten Investorinnen und Investoren zurück in langfristige Themen wie die Green Economy und das Wachstum von fortschrittlicheren herstellenden Gewerbezweigen rotieren. Diese strategischen Sektoren werden bei der langfristigen Restrukturierung der chinesischen Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen und von einer zunehmend entgegenkommenden politischen Umgebung profitieren.

In Europa und den USA hingegen erscheint aus seiner Sicht ein erwartetes Gewinnwachstum von 2% für das Kalenderjahr 2023 vor dem Hintergrund einer drohenden Rezession dagegen immer noch zu hoch. In Asien sind die Erwartungen bereits kräftig gefallen. Wir stehen da eher vor der Situation, dass die Erwartungen eventuell zu niedrig sind und sich das schnelle Ende von Zero-COVID noch nicht in verbesserten Gewinnerwartungen niedergeschlagen hat. Asiatische Aktien bieten somit eine gute Diversifikation gegen die Rezessionsrisiken in den USA und Europa.

Tilmann Galler

*) Tilmann Galler, Executive Director, CEFA/CFA, arbeitet als globaler Kapitalmarktstratege für die deutschsprachigen Länder bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. www.jpmorganassetmanagement.de/deu/marketinsights

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Neu: China Private Equity Bericht 2023 ist da

Auch die chinesische Private Equity Branche sah sich 2022 mit starkem Gegenwind konfrontiert. 2023 dürfte vieles besser laufen.

Die Gründe sind hinlänglich bekannt: Dieser Gegenwind basierte auf Faktoren wie eine sich verlangsamende Wirtschaft, die Beschränkungen des Covid-19-Lockdowns, eine verstärkte aufsichtsrechtliche Kontrolle und die weltweit höheren Zinssätze, die die Bewertungen an den öffentlichen Märkten belasteten. PE-Exits und Fundraising waren im vergangenen Jahr eine Herausforderung, stellt BDA Partners in ihrem jüngsten PE-Report fest.

Der chinesische Markt erlebte jedoch in den letzten Monaten einen dramatischen Wandel, als die Null-Covid-Politik des Landes gelockert und die Grenzen wieder geöffnet wurden. Die chinesische Regierung ergriff Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft und der Investitionen des Privatsektors. In dem neuen Bericht werden die Ansichten dargelegt, wie sich diese Veränderungen auf die PE-Aktivitäten und den chinesischen M&A-Markt im Jahr 2023 auswirken könnten.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Private Equity Bericht sind:

– Die Abschaffung der Nullzins-Politik wird Sektoren wie Konsum, Tourismus und Immobilien zugutekommen. Chinas Wachstumsstory wird wieder in den Fokus rücken und das Vertrauen der Investoren in die chinesische Wirtschaft werde wahrscheinlich wieder steigen. Mit Blick auf die Zukunft dürften die Branchen Konsumgüter und Einzelhandel, Fertigung, Energie und Ressourcen, Biowissenschaften und Gesundheitswesen sowie Logistik und Lieferketten wahrscheinlich die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

– Der chinesische M&A-Markt, an dem Finanzsponsoren beteiligt sind, wird von den Investitionen von China GP in inländische Unternehmen dominiert werden. BDA Partners erwarten für 2023 auch eine Zunahme der Auslandsinvestitionen von GP, um ihr Portfolio außerhalb Chinas zu diversifizieren.

Trade Sales und Börsengänge waren im Jahr 2022 schwierig, was zu Verzögerungen beim Ausstieg aus Portfoliounternehmen und bei der Mittelbeschaffung für PEs führte. Für 2023 erwartet BDA Partners eine größere Anzahl von Exits von Portfoliounternehmen, da mehr hochwertige Vermögenswerte auf den Markt kommen werden. BDA gehe davon aus, dass die verschärften Vorschriften und der lange Rückstau bei öffentlichen Notierungen weiterhin Schwierigkeiten für den Ausstieg aus Börsengängen mit sich bringen werden und dass der Verkauf von Unternehmen im Jahr 2023 ein wichtiger Ausstiegsweg für PEs sein werde.

– PEs werden sich im Jahr 2023 wahrscheinlich darauf konzentrieren, durch Exits von Portfoliounternehmen Kapital an LPs zurückzugeben. BDA geht davon aus, dass die Mittelbeschaffung in diesem Jahr relativ verhalten bleiben wird, gefolgt von einer verstärkten Mittelbeschaffungsaktivität ab 2024, wenn PEs mehr Exits durchführen – und ihr Kapital für neue Investitionen aufstocken müssen.

Laden Sie hier den vollständigen Bericht herunter

Über BDA Partners

BDA Partners ist der globale Investmentbanking-Berater für Asien mit über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Beratung bei grenzüberschreitenden Fusionen und Übernahmen, Kapitalbeschaffung und finanziellen Umstrukturierungen. BDA Partners unterhält strategische Partnerschaften mit William Blair, einem führenden globalen Investmentbanking-Unternehmen, und mit der DBJ (Development Bank of Japan), einer japanischen Staatsbank mit einem Vermögen von 150 Mrd. USD. www.bdapartners.com

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FC Bayern München investiert stark in China

Allianz Arena am Abend des Events

Einen Tag vor dem Rückrundenstart der Bundesligasaison wurde es beim FC Bayern München chinesisch.

Das China Forum Bayern hatte zu einem exklusiven Mitgliedertreffen in die Allianz Arena zu einem Vortrag des FC Bayern eingeladen. Und das nicht ohne Grund. Denn der FC Bayern investiert deutlich im Fussballaufbauland China. Mit Erfolg. Was man daran sieht, dass beispielsweise die Posts zum chinesischen U-19 Torhüter Nachwuchs Talent Liu Shaoziyang zum FC Bayern die höchsten Reichweiten überhaupt erzielen. 2021 hatte der FC Bayern das chinesische Torwarttalent vom Kooperationspartner FC Wuhan Three Towns für die Nachwuchsmannschaft verpflichtet. Solche Entwicklungen sind auch das Ergebnis einer klaren Strategie. Denn seit der Eröffnung des Büros in Shangahi in 2016 hat der FC Bayern bereits vier Fußballschulen aufgebaut, viele chinesische Trainer ausgebildet und zahlreiche Nachwuchstalente gefördert.

Über die vielfältigen Aktivitäten des deutschen Rekordmeisters in China berichtete an dem Abend dann Philipp Wunderlich, Head of East Asia des FC Bayern München. Er zeigte in seinem inhaltsreichen, sehenswerten und informativen Vortrag auf, wie man es geschafft hat, die Marke „FC Bayern München“ in der Volksrepublik zu profilieren und eine riesige Fangemeinde aufzubauen. Neben zahlreichen Events, Werbepartnerschaften betreibt man dafür auch eine intensive Medienarbeit.

Im Anschluss an den Vortrag von Philipp Wunderlich konnten die knapp 50 Teilnehmer Einblicke in die Allianz Arena erhalten, die man sonst nicht so bekommt. Man lernte vieles über den pflegeintensiven Rollrasen, konnte auf der Auswechselbank „sitzen“ und die Umkleidekabinen genauso wie die Kältebäder besichtigen, die Spieler zur Regeneration nach dem Spiel einnehmen.

Stefan Geiger, Vorstand beim China Forum Bayern, leitete durch das Event

Auch für Stefan Geiger, Geschäftsführer des Chinaforum e.V., der durch den Abend leitete, war es ein großes Highlight. Er hatte dem Abend schon lange entgegenfiebert. Denn schon seit dem 15.01.2008 – an diesem Tag wurde der FC Bayern Mitglied im Chinaforum – spukte bei ihm die Idee eines solchen gemeinsamen Events vom FC Bayern und dem China Forum Bayern im Kopf herum.

Umso mehr freute es ihn, dass die Mitglieder nach der Stadiontour sich intensiv beim gemeinsamen Abendessen austauschten, dabei viel über China sprachen und auch viele neue Kontakte untereinander geknüpft wurden. An den Abend werden sich viele gerne erinnern.

Chefredakteur Georg von Stein beim Event

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Marktkommentar : Wendepunkt – durch Chinas Wiedereröffnung der Märkte

Deutsche Finanz-Manager blicken nach Asien
Quelle: AdobeStock; © moofushi

Bildnachweis: pixfly – stock.adobe.com.

Nachfolgend der aktuelle Marktkommentar von Dina Ting, CFA, Leiterin des Global Index Portfolio Management, Franklin Templeton – ETFs 

Die Stimmung an den internationalen Märkten ist nach wie vor gut, was auf attraktive Bewertungen und die Wahrscheinlichkeit einer Aufwertung der Landeswährung zurückzuführen ist, die internationalen Aktien Auftrieb verleiht. China, als einer der größeren internationalen Märkte, verdient eine genauere Betrachtung, da es im letzten Jahr der relative Nachzügler war.

Mit der kürzlichen Wiedereröffnung des chinesischen Marktes wurde das neue Jahr zum ersten Mal seit drei Jahren in so großem Umfang gefeiert, was zu erhöhten Ausgaben und mehr Reisen führte.

Die Anleger haben die Rückkehr Chinas sehnlichst erwartet. Die Wiedereröffnung des Landes – wie holprig sie auch sein mag – hat die Ängste der Märkte gemildert und zu einer Erholung der chinesischen Währung geführt. Seit November, als China begann, seine strengen Covid-Regeln zu lockern, ist der Renminbi bis Ende Januar um 7 % gestiegen. Dies hat die Marktperformance seit Jahresbeginn beflügelt, und der FTSE China Index ist um 11,6 % gestiegen.

Da China seine Grenzen wieder öffnet und auch der Inlandsreiseverkehr zunimmt, ist das Streben nach Herdenimmunität sicherlich mit Risiken verbunden. Das Wachstum in China wird jedoch voraussichtlich auf 5,2% für das Jahr ansteigen, was die rasche Verbesserung der Mobilität widerspiegelt. Angesichts der langsameren Wachstumsprognosen für die Industrieländer im Vergleich zu den Schwellenländern für 2023 konzentrieren sich Anleger nun weitgehend auf eine Erholung der Schwellenländer.

Dina Ting, Franklin Templeton – ETFs

Die jüngsten Prognosen des IWF gehen von einem Wachstum in den Schwellenländern von 4% im Jahr 2023 aus, was bedeutet, dass die Anleger eine strategische Allokation vornehmen sollten. Das globale Wachstum mag insgesamt noch schwach sein, aber die Wiedereröffnung Chinas dürfte einen bemerkenswerten Wendepunkt markieren.

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China führt staatlich kontrollierte NFT-Plattform ein

Seit 2019 ist der Handel mit Kryptowährungen in China untersagt. Doch führte China nun eine natürlich staatliche kontrollierte NFT-Plattform ein. Von Jacqueline Lehmann*

Und das, obwohl die digitalen Sammlerstücke wie Kryptowährungen auf der Blockchain verwaltet werden. Um den Handel mit NFTs besser zu regulieren, hat die Regierung zu Beginn des Jahres einen NFT-Marktplatz eingeführt. Und dieser unterliegt staatlicher Kontrolle. Trotzdem scheint es ein Fortschritt für die Krypto-Welt in China zu sein. Welche Änderungen werden durch die neue Plattform entstehen? Welche Ziele sollen erreicht werden? Und hat der NFT-Marktplatz wirklich Potenzial oder wird er bald ebenfalls verboten werden?

Die NFT-Plattform

Non-Fungible Token (NFT) werden in China als digitale Sammlerstücke bezeichnet. Obwohl Kryptowährungen dort als Besitz in Form virtuellen Eigentums anerkannt werden, ist der Handel damit verboten. Das ist auch der Grund für die staatliche Kontrolle der neuen Plattform. So können NFTs auf dem Marktplatz einzig und allein mit Fiat-Geld (Geld aus dem Nichts = Zentralbankgeld) erstanden werden und nicht wie im Normalfall mit Kryptowährungen.

Bildquelle: Adobe Stock; © Eisenhans

Erst vor kurzem wurden NFTs von dem chinesischen Internetgericht Hangzhou als virtuelles Eigentum eingestuft. Der neue Marktplatz nennt sich China Digital Asset Trading Platform. Neben dem NFT-Handel sollen hier auch Geschäfte mit anderen digitalen Assets durchgeführt werden können. Die staatliche chinesische Technologiebörse, das staatliche Art Exhibitions China, sowie das private Unternehmen Huaban Digital Cobyrights Ltd. arbeiten hier zusammen. Außerdem findet eine Zusammenarbeit mit dem Finanzinstitut Zhongrong Global Holdings statt. Die Blockchain China Cultural Protection Chain hält als die Basis der Plattform hin. Im Gegensatz zu herkömmlichen Blockchains benötigt diese keine Erlaubnis.

Die Kulturindustrie vorantreiben

Die Einführung der neuen NFT-Plattform ist ein Teil von Chinas nationaler kultureller Digitalisierungsstrategie. Damit betritt das Land einen Schritt weiter den Krypto-Sektor. Das Ziel des NFT-Marktplatzes soll ein Vorantrieb der Kulturindustrie Chinas sein. In Zukunft sollen auch Museen und Kulturzentren NFTs für sich nutzen können, so das Chinese Cultural Relics Exchange Institut, das an der Blockchain-Entwicklung beteiligt war. Die digitalen Sammlerstücke können nämlich auch als Kunstwerke betrachtet werden.

© zapp2photo

Chinas Krypto-Vergangenheit

Gründe für das Mining-Verbot, das seit 2021 in China herrscht, sind mögliche Risiken bezüglich Geldwäsche oder anderen illegalen Machenschaften. Folglich entschied sich, dass die Einsicht der Transaktionen der Einwohner über digitales Zentralbankgeld (CBDCs) erfolgen soll, wie z.B. dem digitalen Yuan – der Währung Chinas. Seit Mining verboten wurde, können Server-Farmen nicht mehr innerhalb des eigenen Landes arbeiten und es unterstützen. Das Verbot hatte seinen Ursprung in der Anonymität und Dezentralität der Blockchain. Die Miner zog es infolgedessen in anderen Regionen.

Nachbarstaaten wie die Mongolei und Kasachstan haben beispielsweise den Vorteil, dass dort recht niedrige Strompreise herrschen. Und in Texas können die Kapazitäten zu einem festen Preis von den Stromanbietern erworben werden. Grund dafür ist die Abkopplung des restlichen US-Stromnetzes. Für Miner sind niedrige Strompreise essenziell, da das Schürfen mit großen Rechenleistungen und Stromverbrauch verbunden ist. Aufgrund des Mining-Verbotes sanken die globale Hashrate sowie die Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerkes in China. Zusätzlich findet Mining teilweise geheim statt, wobei die Schürfer-Aktivitäten durch die Verwendung vorhandener Hardware verborgen werden. Motivierte Miner lassen sich demnach trotz drohender Strafen nicht von ihrer Arbeit abhalten.

Muss man mit einem Verbot des Marktplatzes rechnen?

Bei vielen Krypto-Enthusiasten ist Misstrauen infolge von Chinas Krypto-Vergangenheit weiterhin vorhanden. Schließlich wurde all das verboten, worüber der Staat keine Kontrolle hatte, obwohl das nicht dem Sinn hinter Krypto entspricht. Krypto-Handel sollte eigentlich anonym ablaufen und Anleger nicht die Größe ihrer Besitztümer angeben müssen. Die Einstellung Chinas hat sich in der Vergangenheit schon einmal von jetzt auf gleich verändert. So befürchten einige Anleger dies nun auch für die neue NFT-Plattform. Derzeit ist die staatliche Kontrolle zwar vorhanden, doch trotzdem ist ein weiteres Verbot in Zukunft möglich. Man sollte die Plattform demnach so lange wie möglich nutzen und genießen.

Jacqueline Lehmann

Fazit

Mit der Einführung des NFT-Marktplatzes macht China einen weiteren Schritt in den Krypto-Sektor. Da viele Gegebenheiten in Bezug auf Krypto jedoch in der Vergangenheit verboten wurden, sorgen sich Anleger nun auch um ein NFT-Handels-Verbot. Und diese Sorge ist berechtigt. Denn die Regierung in China will stets alles unter genauer Kontrolle haben. Eine Änderung der Regeln und Gesetze könnte es jederzeit geben. Daher ist wichtig, die Plattform so lange für sich zu nutzen, wie es geht.

*) Jacqueline Lehmann ist CEO der Ledger21 AG, einer Tochtergesellschaft der Green Capital & Beteiligungen AG.  https://www.greencapital-b.ch/

China könnte im Jahr des Hasen durchstarten

China könnte nach einem wirtschaftlich schwierigen Jahr und schlechter Stimmung an den Börsen vor Erholung und Wiederaufschwung stehen. Von Jimmy Chen*

Für die chinesischen Aktienmärkte war 2022 das zweite schwierige Jahr in Folge, bedingt durch Chinas strikte Null-Covid-Strategie, das harte Durchgreifen der Regulierungsbehörden gegen Unternehmen sowie die eskalierenden geopolitischen Spannungen. Gegen Ende des Jahres zeichnete sich allerdings ein grundlegender Wandel ab: Die chinesische Regierung hob die meisten ihrer Covid-Beschränkungen auf, die Industriepolitik wurde wieder unternehmensfreundlicher und es wurden einige Fortschritte bei der Eindämmung geopolitischer Spannungen erzielt. Zudem wird erwartet, dass die Inflationsrate in China moderat bleibt, so dass die makroökonomische Politik weiterhin locker bleiben kann.

Gute Voraussetzungen für starke Performance

Unserer Ansicht nach dürfte das Jahr 2023 von einer Wachstumsbeschleunigung und einer Erholung der Anlegerstimmung geprägt sein. Die KGV-Bewertung chinesischer Aktien ist im historischen Vergleich nach wie vor günstig.1 Daher sind wir der Meinung, dass chinesische Aktien im Jahr des Hasen die Voraussetzungen für eine starke Performance haben.

Im Jahr 2022 waren die Null-Covid-Maßnahmen der chinesischen Regierung die größte Belastung für das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen. Ab dem 8. Januar 2023 wurden jedoch alle verbleibenden Covid-Beschränkungen aufgehoben. Die schlechte Nachricht ist, dass dadurch das Tempo der Covid-Infektionen rasant ansteigt und das Gesundheitssystem überlastet wird.2 Dafür wird China den Höhepunkt der Infektionen voraussichtlich früher erreichen und die Wirtschaftstätigkeit sich schneller als erwartet erholen.

Unternehmensfreundliche Industriepolitik

Darüber hinaus ist die Industriepolitik unternehmensfreundlicher geworden. Dies zeigt sich etwa daran, dass das fast zweijährige harte Vorgehen gegen Tech-Plattformen anscheinend gelockert wird, wie der jüngste Abschluss der Kapitalerhöhung von Ant Financial zeigt.3 Auch die Vergabe von Glücksspiellizenzen wurde im April nach einem achtmonatigen Stillstand wieder aufgenommen, und die Unternehmen Tencent und Netease erhielten ab September ihre Genehmigungen.4 Die Regierung lockert auch die Vorschriften für Bauträger, nachdem die Bemühungen um einen Schuldenabbau zu einer Liquiditätskrise in der Branche geführt hatten. Auf makroökonomischer Ebene profitiert die Volkswirtschaft davon, dass die inländischen Lieferketten stabil geblieben sind und es zudem kein „Helikoptergeld“ gab, so dass die Inflation moderat ist und die Finanz- und Geldpolitik damit weiterhin locker bleiben kann.5

Stabilisierung der Beziehungen mit den USA

Die Beziehungen zwischen China und den USA haben sich zuletzt stabilisiert. Im November trafen sich der chinesische Präsident Xi Jinping und der US-Präsident Joe Biden zum ersten Mal als Staatsoberhäupter persönlich, um die Arbeitsbeziehungen wiederherzustellen.6 Ebenso wurde den Wirtschaftsprüfern des U.S. Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB) von der chinesischen Aufsichtsbehörde im September in Hongkong endlich gestattet, Unterlagen zu US-amerikanischen Aktien-Hinterlegungsprogrammen (ADR) zu prüfen. Das PCAOB äußerte sich zufrieden zu den ersten Überprüfungen. Damit sank das Risiko erheblich, dass chinesische Unternehmen gezwungen sein könnten, ihre Börsennotierung in den USA aufzugeben.

China and Germany flags on chess pawns on a chessboard. 3d illusAll diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass Präsident Xi Jinping, wie andere chinesische Führer seit Deng, einen pragmatischen Ansatz verfolgt, um ein Gleichgewicht zwischen sozialer Stabilität und Wirtschaftswachstum herzustellen. Während es im Oktober zu einer schweren Marktpanik kam, nachdem Xi auf dem Parteitag der Kommunistischen Partei als bislang erster Präsident für eine dritte Amtszeit wiedergewählt worden war, scheint diese Angst bisher unbegründet zu sein.

Unternehmen setzen zur Erholung an

Unsere Analyse legte nahe, dass die chinesischen Unternehmen, die von der Wiedereröffnung Chinas und von langfristigen Qualitätswachstumsfaktoren profitieren, für Aktienanleger im Jahr 2023 eine gewinnbringende Kombination darstellen könnten. Anta Sports, Suofeiya und Focus Media verfügen über diese Voraussetzungen; sie sind führend ihren Bereichen Sportbekleidung, maßgefertigte Möbel und Werbung aufgrund ihrer ständigen Innovationen und ihrer ständig wachsenden Präsenz.

*) Jimmy Chen ist Portfoliomanager des Comgest Growth China Fund

1 https://www.ft.com/content/7aac1c58-883e-45f6-95cf-21687f426cab
2 https://www.reuters.com/world/china/chinas-healthcare-system-put-test-covid-curbs-fade-2022-12-10/
3 https://www.cnbc.com/2023/01/04/ant-gets-approval-to-expand-its-consumer-finance-business.html
4 https://technode.com/2022/12/29/tencent-and-netease-secure-major-game-approvals-at-the-end-of-2022/
5 https://www.bloomberg.com/news/articles/2022-12-18/china-hints-at-pro-business-push-smaller-fiscal-boost-in-2023
6 https://www.reuters.com/world/ahead-tense-g20-summit-biden-xi-meet-talks-2022-11-14/

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Schon unsere brandneue Jahresausgabe ‚Anleihen 2022‘ (11. Jg., Erscheinungstermin Dez 2022) gesehen?

Die Ausgabe 3/2022 Biotechnologie 2022 der Plattform Life Sciences ist erschienen. Die Ausgabe kann bequem als e-Magazin oder pdf durchgeblättert oder heruntergeladen werden.

Chinas Rückkehr zur Normalität

Die chinesische Wirtschaft erholt sich rascher als erwartet – zurück zur Normalität also? Von Cosmo Zhang, Analyst Emerging Markets Fixed Income, Vontobel

China hat früher als erwartet wiedereröffnet, und obwohl die Corona-Infektionsraten in den meisten Städten ihren Höhepunkt erreichen, was sich kurzfristig auf die Wirtschaftstätigkeit auswirkt, rechnen wir damit, dass sich die Wirtschaft früher erholt als ursprünglich prognostiziert.

Die innerstädtische Mobilität ist bereits wieder auf etwa 75% des Niveaus vor der Pandemie gestiegen, zugleich lösten sich Logistikengpässe rasch auf. Während die U-Bahn-Passagierzahlen in 18 Städten 10–15% und die Verkehrsstaus in 46 Städten rund 25% unter dem Vor-Covid-Niveau blieben, stiegen der Bahn- und Straßengüterverkehr und der Warenumschlag in den großen Häfen in der vergangenen Woche stark an. Auch Inlands- und Auslandsreisen nahmen in den letzten Wochen mit der Rückkehr zum regulären Arbeitsleben deutlich zu.

Obwohl die große Covid-Welle abzuflachen scheint, besteht weiterhin Unsicherheit über zukünftige Infektionswellen oder neue Virusvarianten; nach dem chinesischen Neujahr am 22. Januar ist jedoch eine Rückkehr zur Normalität in den meisten Wirtschaftsbereichen wahrscheinlich.

Wirtschaftsaktivität dürfte sich rasch erholen

Unter Berücksichtigung saisonaler Effekte erwarten wir, dass sich die Wirtschaftsaktivität nach Februar erholen wird. Bedenken hinsichtlich möglicher Unterbrechungen der globalen Lieferketten halten wir für übertrieben, da das Risiko von Produktionsausfällen aufgrund der saisonal geringen Auslastung und auch der hohen Lagerbestände begrenzt ist. Wir sehen auch Produktionsengpässe und hohe Inflation nur als begrenzte Risiken. Unsicher sind wir aber hinsichtlich der Frage, wann und wie rasch sich das Konsumentenvertrauen, die Kaufkraft und Nachfrage insbesondere nach hochpreisigen Gütern wie Autos und Immobilien erholen werden.

Auf die Änderung von Chinas Politik ab Ende 2022 hin reagierten die wichtigsten Märkte positiv und fast alle Sektoren, insbesondere aber Fluggesellschaften, Gesundheitswesen, Immobilien und auch der Glücksspielsektor in Macau haben profitiert. Auch nach der jüngsten starken Kursrallye in der Region Greater China ist unser Ausblick für die nächsten sechs Monate positiv. Die chinesische Regierung wird alle Anstrengungen unternehmen, um das Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 durch geld- und fiskalpolitische Maßnahmen anzukurbeln. Die Finanzierungsbedingungen werden sich erheblich verbessern, wobei die Inflation in Zukunft noch weiter steigen könnte.

Die Kombination aus der zunehmenden Mobilität und der Lockerung der Regulierungsvorschriften für die Sektoren Immobilien und Big-Tech deutet darauf hin, dass die Erholung früher und stärker als erwartet ausfallen könnte. Zwar dürften die Exporte und die Infrastrukturinvestitionen trotz staatlicher Unterstützung zurückgehen. Die Auflösung überschüssiger Ersparnisse aus der Pandemiezeit und die Wiederaufnahme der Aktivitäten kleiner und mittlerer Unternehmen kann aber die Beschäftigung und das Haushaltseinkommen fördern. Beides sollte das Konsumwachstum im Jahr 2023 ankurbeln.

Neue Normalität ?

Chinesische Hochzinsanleihen auch 2023 attraktiv

Früher oder später dürfte sich der Marktfokus von sinkender Inflation auf das Tempo des Wirtschaftswachstums verlagern. Bis dahin bestehen aber zunächst Unsicherheiten in Bezug auf Inflation und Zinsen.

Starke Kreditkennzahlen deuten darauf hin, dass Emittenten aus Schwellenländern gut positioniert sind angesichts eines sich fundamental eintrübenden globalen Umfelds. Wir glauben auch, dass der chinesische Immobiliensektor die Wende geschafft hat. auch wenn es bis zu einer nachhaltigen Erholung noch etwas dauern wird. Wir sind der Ansicht, dass die Anleihekurse immer noch günstig sind. Unsere Einschätzung für den Sektor ist daher weiter positiv.

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