Shunfeng übernimmt S.A.G. Solarstrom

Solar Panels

SF Suntech Deutschland GmbH übernimmt für 65 Mio. EUR das operative Geschäft und alle Assets der  S.A.G. Solarstrom AG. Die Tochter des chinesischen Konzerns Shunfeng Photovoltaic International wird die weitere Sanierung der 2013 in Insolvenz gegangenen S.A.G. Solarstrom übernehmen. Alle Geschäftsbereiche sollen fortgeführt werden und das Management im Unternehmen verbleiben.

Am 30. August unterschrieben SF Suntech und S.A.G. Solarstrom den Vertrag zur Übernahme des deutschen Photovoltaik-Pioniers vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre von Shunfeng, der Freigabe von Sicherheiten und kartellrechtlicher Prüfungen. Shunfeng zielt nach eigenen Angaben mit der Transaktion auf eine Stärkung seiner europäischen Präsenz sowie seiner weltweiten Downstream-Aktivitäten im Markt für erneuerbare Energien. Insbesondere die Marktzugänge und das Know-how von S.A.G. Solarstrom im Bereich der Überwachung von Photovoltaikanlagen sind für den chinesischen Konzern von Interesse.

In dem neuen Unternehmen sollen das Europageschäft von Shunfeng gebündelt werden. Der Sitz wird voraussichtlich 2016 nach Merzhausen verlagert. Dr. Karl Kuhlmann, CEO von S.A.G Solarstrom, soll das Unternehmen weiterhin führen und hofft auf neue Wachstumsperspektiven. Auch das weitere Management soll seine Leitungsfunktionen nach wie vor wahrnehmen und die rund 160 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Geplant ist darüber hinaus, dass die Gläubiger der beiden im Entry Standard notierten Anleihen von S.A.G. Solarstrom eine Quote von 50% auf Ihre Forderungen bekommen. Die tatsächliche Insolvenzquote könne aber auch deutlich über oder unter diesem Wert liegen, schränkte das Unternehmen ein. Die Aktieninhaber indes werden keinen Rückfluss auf ihr eingesetztes Kapital erhalten. Die nach der Kaufabwicklung zurückbleibende  Aktiengesellschaft soll von der Börse genommen und abgewickelt werden. Die Aktie ist bereits seit der Insolvenzanmeldung ein Pennystock. S.A.G. Solarstrom war 1999 als einer der ersten Solarfirmen in Deutschland an die Börse gegangen. Ende 2013 musste der Freiburger Photovoltaik-Hersteller aufgrund von verspäteten Zahlungsmittelzuflüssen in Höhe von 20 Mio. EUR Insolvenz anmelden.

Der Solar- und Ökostrom Konzern Shunfeng Photovoltaic International plant nach eigenen Angaben noch in diesem Jahr einer der weltweit größten Hersteller von Solarzellen zu werden. Darüber hinaus sollen bis 2016 rund 25 Mrd. CNY (ca. 3,2 Mrd. EUR) für Solaranlagen mit einer Kapazität von 10 GW investiert werden. Das Unternehmen ist an der Börse Hong Kong gelistet und konnte im ersten Halbjahr 2014 ein Ergebnis von 502,5 Mio. CNY (ca. 63 Mio. EUR) erzielen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte der Konzern noch einen Verlust von 670,8 Mio. CNY (rund 85 Mio. EUR) verzeichnet. Nach Angaben von Bloomberg wird Shunfeng von dem Honkonger Baumagnaten ZHENG Jianming kontrolliert, der einen Anteil von 36% an dem Konzern besitzt.

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