Zhongding übernimmt Tristone Flowtech

Autozulieferer im Visier: Serieninvestor Zhongding greift in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in Deutschland zu.

Anhui Zhongding Sealing Parts erwirbt für 170 Mio. EUR den deutsch-französischen Automobilzulieferer Tristone Flowtech Group. Verkäufer ist die Bavaria Industries Group. Zhongding führt damit bereits den insgesamt sechsten M&A-Deal in Deutschland durch. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung des deutschen Kartellamtes und der chinesischen Behörden.

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Bavaria Industries verkauft mit Tristone Flowtech bereits ihr zweites Portfoliounternehmen an Zhongding. Erst im April dieses Jahres veräußerte die Industrieholding den österreichischen Aluminiumspezialisten Austria Druckguss an den chinesischen Serieninvestor. Wie bei allen Transaktionen in jüngster Zeit wurde Zhongding kaufmännisch und strategisch beraten von der Perlitz Strategy Group, rechtlich von Rittershaus Rechtanwälte und in Steuerfragen von Falk & Co.

Die Tristone Flowtech Group hat den Hauptsitz ihrer operativen Holding in Frankfurt und den ihrer rechtlichen Holding in französischen Nantes. Die Gruppe verfügt über neun Standorte in Europa, Nordamerika und Asien und bietet Flowtech-Produkte für die Automobilindustrie in den Bereichen Motorkühlung, Batteriekühlung, Air Charge/ Turbolader und Luftansaugung an. Nachdem Bavaria Industries 2010 Tristone Flowtech gekauft hatte, gelang dem Unternehmen in den folgenden Jahren eine Steigerung des EBITDA von 2% auf 11%.  Für das Geschäftsjahr 2016 prognostiziert der Automobilzulieferer einen Umsatz in Höhe von ca. 250 Mio. EUR. Tristone Flowtech beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter weltweit.

Mit Tristone Flowtech übernimmt Zhongding in diesem Jahr bereits das zweite Target in Deutschland. Erst im Juni hatte das in Shanghai und Shen­zhen gelistete Privatunternehmen aus Ningguo die Akquisition des E-Mobility-Spezialisten AMK aus Kirchheim/Teck für 130 Mio. EUR bekanntgegeben. Auf den Weg zum Serieninvestor begab sich Zhongding im Jahr 2007 mit der Akquisition der notleidenden Schmitter Group. Das ostchinesische Unternehmen leitete eine erfolgreiche Restrukturierung des unterfränkischen Hydraulikleitungsspezialisten ein. 2014 erwarb  Zhongding für 64 Mio. EUR 80% der Anteile an dem Dichtungshersteller KACO. 2015 wurde Kunststoffspezialist Wegu für 95 Mio. übernommen. Im selben Jahr kam noch Wiederholt, ein Technologieführer im Bereich Kaltverformung, hinzu. Im vergangenen Jahr erzielte Zhongding mit seinen rund 14.000 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von umgerechnet 1,6 Mrd. EUR.

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