CFIUS stellt sich bei Aixtron-Übernahme quer

Im Fokus amerikanischer, chinesischer und deutscher Interessen: Aixtron aus Herzogenrath. 中美德争论的焦点——德国半导体材料制造商爱思强

Das Comittee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) erteilt für die Akquisition der deutschen Aixtron SE durch Fujian Grand Chip Investment (FGC) keine Freigabe. Das amerikanische Regierungsgremium hat das öffentliche Übernahmeangebot unter nationalen Sicherheitsaspekten untersucht und den beteiligten Parteien empfohlen, die Transaktion aufzugeben. Aixtron und FGC lehnen dies laut einer Mitteilung des Herzogenrathers Unternehmens vom 18. November ab. Die Freigabeentscheidung liegt jetzt in den Händen von US-Präsident Barack Obama. Dieser hat nun 15 Tage Zeit der Übernahme zuzustimmen oder diese abzulehnen.

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CFIUS hat Präsident Obama empfohlen, die Freigabe nicht zu erteilen. Durch die bisher von Aixtron und FGC vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen sei für das Komitee die Bedenken in Bezug die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten keineswegs ausgeräumt. Die deutsche und die chinesische Seite wollen nach Angaben von Aixtron nach weiteren Lösungen suchen und mit den US-Stellen im Gespräch bleiben.

Vor einem Monat hatte bereits das Bundeswirtschaftsministerium seine Unbedenklichkeitsbescheinigung für die Transaktion zurückgezogen. Dies sorgte für große Unruhe auf chinesischer Seite. Laut Medienberichten war eine Intervention von US-Geheimdiensten Auslöser der überraschenden Maßnahme von Vizekanzler Sigmar Gabriel. Demnach können die Anlagen des LED-Ausrüsters auch in militärischen Projekten zum Einsatz kommen.

Aixtron produziert Chipanlagen zur Herstellung von Leuchtdioden, die in der Unterhaltungselektronik, Autoindustrie und bei industrieller Beleuchtung verwendet werden. Das von der RWTH abgespaltene Hightech-Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2015 mit seinen 750 Mitarbeitern einen Umsatz von 198 Mio. EUR. Aixtron steckt seit geraumer Zeit in der Krise, u.a. auch weil ein großer Auftrag aus China Anfang des Jahres zusammengestrichen worden war. Nicht zuletzt deswegen waren die Herzogenrather für die Avancen von FGC offen, als über die deutsche Tochter Grand Chip Investment GmbH im Mai ein Übernahmeangebot in Höhe von 670 Mio. EUR vorgelegt wurde. FGC ist ein chinesischer Investmentfonds, der zu 51% von dem chinesischen Geschäftsmann Zhendong Liu und zu 49% von der Xiamen Bohao Investment gehalten wird.

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