Kukas Geschäft brummt

Umsatztreiber Automotive: Die Aufträge für Kuka aus der internationalen Autoindustrie legten 2016 um mehr als 30% zu.

Nach der Übernahme durch Midea meldet Kuka für 2016 einen neuen Höchststand beim Auftragsvolumen. Mit 3,4 Mrd. an Eingängen in den Büchern wurde laut vorläufigen Zahlen des Augsburger Roboterbauers der Wert des Vorjahres um rund 21% übertroffen. Die stärksten Impulse kamen aus der internationalen Autoindustrie. Dieses Segment verzeichnete einen Zuwachs von 30%, gefolgt vom Industriesektor (19%) und dem Service-Segment (14%). Der Auftragseingang im Geschäftsbereich Robotics erhöhte sich um 22% auf 1.089 Mio. EUR und hat damit erstmals die Ein-Milliarden-Euro-Grenze übertroffen. Die vor zwei Jahren akquirierte Business Unit Swisslog verzeichnete mit einem Plus von 35% auf 743 Mio. EUR einen noch deutlicheren Anstieg der Aufträge. Der Umsatz blieb mit 2,9 Mrd. EUR auf dem Niveau 2015, das EBIT ging indes zurück.

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Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich ohne die Berücksichtigung der Kaufpreisallokation für Swisslog und ohne Sondereffekte im Zusammenhang mit der Übernahme durch Midea auf 166 Mio. EUR, ein Rückgang von rund 15% (2015: 194 Mio. EUR). Die EBIT-Marge lag bei 5,6% (2015: 6,6%). Unter Berücksichtigung dieser nicht operativen Effekte erreichte das vorläufige EBIT 127 Mio. EUR und die EBIT-Marge 4,3%.

Die Book-to-Bill Ratio, also das Verhältnis von Auftragseingängen zu Umsatzerlösen, lag auf Konzernebene im Geschäftsjahr 2016 bei 1,16. Ein Wert über 1 weist auf einen Umsatzanstieg hin, den Kuka auch für 2017 erwartet. Dementsprechend haben die Augsburger die Belegschaft weiter ausgebaut. Die Mitarbeiterzahl stieg von 12.300 auf knapp unter 13.200. „Wir bleiben auf unserem globalen Wachstumskurs und setzen neue Trends in der Digitalisierung“, kommentierte Vorstandsvorsitzender Till Reuter die Zahlen.

Erst im Januar dieses Jahres hatte Midea das Closing der Übernahme von Kuka gemeldet. Insgesamt musste der Konzern aus Foshan in Südchina rund 4,5 Mrd. EUR für knapp 95% der Anteile an dem deutschen Automatisierungsanbieter hinblättern. Mit der größten Akquisition durch ein chinesisches Unternehmen in Deutschland hatte Midea für Wirbel gesorgt. Der damalige Wirtschaftsminister Gabriel hatte das Angebot öffentlich kritisiert und vor einem Ausverkauf deutscher Technologie gewarnt. Zuvor hatte Midea allerdings bereits Standort- und Arbeitsplatzgarantien bis 2023 für die Zeit nach der Übernahme abgegeben.

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Vereinfachtes Chinesisch