Wirtschaftsministerium gibt Osram-Deal frei

Unbedenkliche Leuchten: Das Wirtschaftsministerium winkt endgültig den Verkauf von Osrams Lampensparte Ledvance durch.经济部放行欧司朗

Osram erhält von der deutschen Regierung grünes Licht für den Verkauf seiner Lampensparte „Ledvance“ an ein chinesisches Konsortium. Das Bundeswirtschaftsministerium hat der Transaktion nach neuerlicher Prüfung zum zweiten Mal eine Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt, nachdem diese im Oktober vergangenen Jahres überraschend entzogen worden war. Die chinesische Käufergruppe um das Lichtunternehmen MLS kann damit das angestammte Lampengeschäft von Osram für mehr als 400 Mio. EUR erwerben. Das Closing des Deals soll bis September, dem Geschäftsjahresende des Münchner Traditionsunternehmens, erfolgen.

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Dem Carve-Out von Ledvance durch das Konsortium aus MLS, dem Finanzinvestor Yiwu State-Owned Assets Operation Center sowie der auf China spezialisierten US-Beteiligungsgesellschaft IDG Capital Partners hatte der damalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Oktober 2016 durch den Entzug der bereits erteilten Unbedenklichkeitsbescheinigung unerwartet einen Riegel vorgeschoben.  Gleiches war schon kurz zuvor bei dem Übernahmeversuch des LED-Anlagenherstellers Aixtron durch Fujian Grand Chip Investment geschehen. Die Transaktion scheiterte schließlich, ebenso wie der Versuch von San’an Optoelectronics, das Hauptgeschäft von  Osram zu erwerben.

Die öffentlich von Gabriel wiederholt geäußerte Kritik an den verstärkten  M&A-Aktivitäten aus China sorgte für Unsicherheit unter Marktteilnehmern. Der SPD-Politiker verurteilte den Verkauf deutscher Anbieter von Schlüsseltechnologien wie z.B. des Robotikspezialisten Kuka, an chinesische  Investoren, während gleichzeitig deutsche Unternehmen bei ihren Investitionen in der Volksrepublik noch immer zahlreichen Beschränkungen unterliegen.

Osram hatte im Frühjahr 2015 angekündigt, das Geschäft mit klassischen Lampen – darunter Energiespar- und Halogenlampen, aber auch LED-Lampen – in eine eigenständige Tochter auszugliedern. In der Sparte sind rund 8.800 Mitarbeiter beschäftigt. Ledvance trug bisher 40% zum Umsatz in Höhe von 2 Mrd. EUR bei, ist aber schon länger defizitär. Für den chinesischen Käufer MLS bieten dennoch die etablierte Marke und das große Vertriebsnetz in Europa und den USA entscheidende Vorzüge.

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