AGIC greift sich Italiens Robotikzulieferer Gimatic

Spezialist für Roboterarme: Gimatic aus Italien stellt "end-of-arm-tools" her. 意大利机械臂前端装置供应商Gimatic

Die chinesische Private Equity Gesellschaft AGIC Capital übernimmt die Mehrheit an dem italienischen Automatisierungsspezialisten Gimatic Srl. Gleichzeitig wird der bisherige Investor Xenon Private Equity seinen Minderheitsanteil aufstocken. Auch Gimatic-Gründer Giuseppe Bellandi beteiligt sich weiter an seinem Unternehmen. Die Höhe der Transaktion liegt laut AGIC bei über 100 Mio. EUR. Zur genauen Höhe des Mehrheitsanteils äußerte sich der Private Equity Investor nicht. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen und soll bis Ende Juni abgeschlossen sein.

Für AGIC ist dies der erste Deal unter eigener Regie. Im Januar hatte die Beteiligungsgesellschaft in Deutschland für Furore gesorgt, als sie als Teil eines Konsortiums an der Übernahme des Münchener Spritzgießspezialisten KraussMaffei durch den Staatskonzern ChemChina mitwirkte. Mit 925 Mio. EUR war dies eine der größten Deals eines chinesischen Investors in Deutschland.

Die 1985 gegründete Gimatic aus Roncadelle in Norditalien ist auf sogenannte „end-of-arm-tools“ (EOAT), den Greif- und Bearbeitungswerkzeugen für Roboterarme, spezialisiert. In den vergangenen drei Jahren erzielte das Unternehmen eine durchschnittliche Wachstumsrate von 20%. Rund vier Fünftel des Umsatzes erwirtschaftet der Roboterzulieferer in Europa, vor allem in Deutschland und Italien. Nur 10% der Verkaufserlöse werden bisher in Asien generiert. Bei der Expansion auf diesem Markt – und hier insbesondere in China – plant AGIC die Italiener zu unterstützen. Nach eigenen Angaben hat sich AGIC bereits Zusagen von chinesischen und anderen asiatischen Robotikunternehmen für die Zusammenarbeit mit Gimatic gesichert.

AGIC ist auf Investitionen in deutsche und europäische Technologieführer aus dem Bereich Industrie 4.0. spezialisiert. AGIC (Asia-Germany Industrial Promotion Capital) wurde erst letztes Jahr gegründet. Die Private Equity Gesellschaft geht auf die Initiative von Henry Cai zurück, der bis Ende 2014 für den Investment Banking-Bereich der Deutschen Bank im Raum Asien Pazifik verantwortlich zeichnete. Der Fonds von AGIC strebt ein Volumen von 1 Mrd. USD an. Im Oktober 2015 verkündete Cai bereits das First Closing bei 650 Mio. USD. Das Final Closing wird für das dritte Quartal 2016 angestrebt.