EMI setzt Höhenflug fort

EMI-Index setzt Höhenflug nach starker Nachfrage aus China und den USA fort
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Auch im April zeigt sich das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland sehr optimistisch. Die starke Nachfrage aus China und den USA hält den EMI nahe am Allzeithoch.

Der BME Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) hat den saisonbereinigten IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) für den April 2021 veröffentlicht. Nach Zahlen des englischen Finanzdienstleisters IHS Markit, der die Erhebung durchführt, lag der Index im April bei 66,2 Punkten. Ein Rückgang von 0,4 Punkten gegenüber dem Rekordwert vom März aber immer noch der zweithöchste seit Beginn der Messungen 1996.
Wie auch beim in China erhobenen Caixin PMI weisen Werte über 50 Punkten ein Wachstum der Wirtschaftsleistung aus, womit der EMI somit weiterhin sehr deutlich in der Wachstumszone ist.

Zwar schwächten sich die Zuwachsraten bei Produktion und Auftragseingang leicht ab, sie blieben aber nahe an den Rekordwerten vom März. Der Exportsektor profitiert weiterhin von der starken Nachfrage aus China, aber auch die Bestellungen aus den USA, der Türkei und Italien nahmen zuletzt zu. Gleichzeitig führten der zunehmende Druck auf die Kapazitäten sowie der positive Geschäftsausblick zu einem kräftigen Schub beim Personalaufbau.

Dämpfend wirkten sich anhaltende Störungen der Lieferketten aus, die vereinzelt zu Produktionsstillständen im Verarbeitenden Gewerbe führten. Darüber hinaus zogen sowohl Einkaufs- als auch Verkaufspreise aufgrund der gestiegenen Nachfrage weiter an.

China und USA „ziehen“ EMI

„Es brummt in der deutschen Industrie“, kommentierte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, am Dienstag gegenüber dem BME die aktuellen EMI-Daten. Der Nach-Corona-Boom laufe bereits auf Hochtouren, auch wenn Deutschland noch im Lockdown stecke. Die Weltwirtschaft – insbesondere China und die USA – seien die Lokomotiven und zögen kräftig. Da überrasche es nicht, dass auch die Preise an Fahrt aufnähmen. „Mehr und mehr wird deutlich, dass Preissteigerungen kein vorübergehendes Phänomen sein werden. Spannend wird es jetzt, ob die Notenbanken gegensteuern, oder ihr Augenmerk auf günstige Finanzierungsbedingungen richten. Ich vermute eher das zweite“, fügte die Helaba-Bankdirektorin in ihrem Statement für den BME hinzu.

„Grundsätzlich steht die Konjunktur-Ampel auf Grün. Die Industrie dürfte sich weiter berappeln“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, am Dienstag dem BME. Perspektivisch böten deren volle Auftragsbücher und die leeren Lager sogar zusätzliches Schubpotenzial. Zusätzlich helle sich mit Öffnungsperspektiven der Himmel für die Dienstleister auf.

Zur jüngsten Entwicklung des EMI-Teilindex Einkaufspreise teilte Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services der IKB Deutsche Industriebank AG, am Dienstag dem BME mit: „Die schlechte Versorgungslage bei einigen Industrierohstoffen hält an. Das von der US-Regierung Biden in den Vereinigten Staaten angekündigte Infrastrukturprogramm dürfte gemeinsam mit den europäischen Konjunkturprogrammen die Rohstoffnachfrage weiter erhöhen. So verteuerten sich im April etwa Warmbreitband und verzinkte Bleche im Durchschnitt um 16 Prozent. Bei Kupfer testen die Börsen die Marke von 10.000 US-Dollar je Tonne. Eine richtige Entspannung sieht die IKB erst nach einem vollen Hochfahren der Produktion, das etwa in der europäischen Stahlindustrie noch nicht ganz erreicht ist.“

Höchstwerte bei den Geschäftserwartungen

Der im Rahmen der Erhebung ebenfalls abgefragte Geschäftsausblick blieb auch im April äußerst optimistisch. Der entsprechende Teilindex stieg nach einer leichten Abschwächung im Vormonat wieder und erreichte den bisher höchsten Stand seit Erfassung dieser Daten im Juli 2012. Hauptgrund für den Optimismus unter den Befragten ist die Hoffnung auf ein Ende der Pandemie und ihrer Auswirkungen, das sie mit weiteren Nachfragesteigerungen verbinden.

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