Huawei bleibt im Rennen

(Bild: mobilesyrup.com)

Vergangenen Sonntag bekräftigte der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, dass der chinesischen Mobilfunk- und Elektronikkonzern Huawei nicht pauschal vom Aufbau des neuen Mobilfunkstandards 5G ausgeschlossen werde. Homann bestätigte im Interview mit der Financial Times, kein Netzwerkausrüster werde ausgeschlossen, solange sich der Anbieter an die Regeln halte. „Bisher“, so Homann wörtlich, „hat die Bundesnetzagentur keinerlei Hinweise oder Indizien erhalten, die gegen Huawei sprächen. Uns ist auch keine andere deutsche Institution bekannt, die derartige Hinweise hätte.“

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Die USA hingegen sehen in Huawei ein Sicherheitsrisiko und hatten eine Beteiligung des Unternehmens an dem US-amerikanischen Aufbau des 5G-Netzes kategorisch ausgeschlossen. Zudem hatte Washington Druck auf seine Verbündeten ausgeübt, es den USA gleichzutun. Unter anderem Australien und Neuseeland folgten den Empfehlungen aus dem Weißen Haus. Darüber hinaus hatte der US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, in einem Brief an das deutsche Wirtschaftsministerium angedeutet, die USA könnten die Zusammenarbeit auf Geheimdienstebene deutlich reduzieren, sollten der chinesische Konzern am Aufbau des deutschen 5G-Netzes beteiligt werden.

Kommenden Freitag geht das Bieterverfahren für die 5G-Linzenzen in die nächste Runde. Bisher haben die vier Bieter, Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch, insgesamt mehr als 5,3 Mrd. EUR für die begehrten Lizenzen geboten. Mit Abschluss der Auktion kann mit dem Aufbau der 5G-Infrastruktur begonnen werden. Huawei dürfte dabei eine Schlüsselrolle zufallen, da das Unternehmen bereits jetzt ein wichtiger Ausrüster der europäischen Telekommunikationskonzerne ist.

„Wenn Huawei alle Anforderung erfüllt, kann es sich am Aufbau des 5G-Netzes beteiligen“, so Homann, der allerdings abschließend auch betonte, dass sicherheitsrelevante Bauteile selbstverständlich erst verbaut werden dürfen, nachdem sie umfangreichen Sicherheitstest bestanden hätten. Diese Tests müssten dabei von durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierten Unternehmen durchgeführt werden.

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