VW sichert sich Batterien für die Mobilitätswende

Auf der Suche nach Beteiligungen bei Batterieproduzenten ist der Volkswagen-Konzern bei Gotion High Tech fündig geworden und erwirbt rund 26% der Anteile des Unternehmens.

VW Concept Car
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Schon länger ist VW auf der Suche nach einem Partner für die Batterien, die der Wolfsburger Konzern für seine Mobilitätswende benötigt. Jetzt ist der Autobauer wohl fündig geworden. Nachdem es im Januar erste Gerüchte gab, hat VW seine Pläne hinsichtlich einer Beteiligung an Gotion High Tech nun bestätigt. Die Wolfsburger werden etwa 26% der Anteile des Unternehmens aus Hefei (Anhui) erwerben. Dafür zahlen sie dem Batteriehersteller, der auch unter dem Namen Guoxuan bekannt ist, rund 1 Mrd. EUR (ca. 8 Mrd. CNY). Damit wird VW nicht nur der größte Anteilseigner von Gotion High Tech, sondern auch das erste ausländische Unternehmen, das sich direkt an einem chinesischen Batteriehersteller beteiligt. Die Transaktion soll bis Ende des Jahrs vorbehaltlich der noch ausstehenden behördlichen Zustimmung abgeschlossen sein.

„Das Segment der Elektroautos wächst schnell“, stellte VW-Chef Herbert Diess angesichts der Transaktion fest. „Durch unsere strategische Beteiligung an Gotion treiben wir auch in China aktiv die Entwicklung der Batteriezelle voran.“
Aktuell durchläuft Gotion den Zertifizierungsprozess um sich als Batterielieferant für VW zu qualifizieren. Wenn dieser abgeschlossen ist, können Gotion-Batterien in allen Autos, die auf der Plattform des modularen E-Antriebskastens (MEB) basieren, verbaut werden.

Grundlagen für die Mobilitätswende

Der Einstieg kommt für VW zum richtigen Zeitpunkt. Zum einen fügt er sich passgenau in den Einstieg bei JAC Motors und den Ausbau der VW-Anteile bei dem gemeinsamen Joint Venture mit JAC ein. Zum anderen aber waren Analysten durchaus skeptisch gegenüber der extrem offensiven und ehrgeizigen Strategie VWs. Der Plan, in Zukunft vollständig auf elektronische Antriebe zu setzen und Technologieoffenheit in der Antriebsfrage zu verweigern, erschien ihnen zu ehrgeizig. Denn bisher fehlte es VW an ausreichend garantiertem Zugriff auf Batterien – und diese sind nun einmal das Herzstück der Mobilitätswende hin zu E-Autos. Konkurrenten wie BMW haben weitreichende Deals mit Batterieherstellern abgeschlossen oder sind gleich direkt bei Lithiumproduzenten eingestiegen wie beispielsweise BYD.  An derartigen Meldungen fehlte es bei den Wolfsburgern. Mit dem nun besiegelten Einstieg bei Gotion schließt VW diese Lücke in seiner strategischen Ausrichtung.

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