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Wird der Holzdrache China Glück und Zielerreichung bescheren?

Im Februar 2024 beginnt in China das Jahr des Holzdrachens, der ein Symbol für Glück und Zielerreichung darstellt. Von Andranik Safaryan*

Mehr als drei Jahre sind vergangen, seit die chinesischen Behörden die ersten Maßnahmen ergriffen haben, um Spekulationen auf dem Immobilienmarkt einzudämmen. Wenngleich Peking den Abschwung des Immobilienmarktes mittlerweile ernst nimmt, muss noch mehr getan werden. Politischer Spielraum ist vorhanden.

Eine Verbesserung der Aussichten für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt sowie bei den Preiserwartungen auf dem Wohnungsmarkt sind kurzfristig unerlässlich. Geldpolitik und Banken müssten mittelfristig akkommodierend bleiben, um eine Kreditkrise zu vermeiden, die die gesamte Wirtschaft treffen würde – ähnlich wie in den 1990er Jahren in Japan.

Wir lassen zum jetzigen Zeitpunkt Vorsicht gegenüber dem Sektor walten. Doch Anleger, die Geduld und einen ausreichend langen Anlagehorizont haben, können in Einzelfällen gute Anlagegelegenheiten ausmachen. Die bedeutendste kurzfristige Herausforderung für die chinesischen Behörden sehen wir darin, die Stimmung der privaten Haushalte zu verbessern und privaten Investitionen neuen Schwung zu verleihen, um die Erwartungen bezüglich der Wohnungspreise zu verbessern und die Nachfrage anzukurbeln.

Keine nachhaltige Erholung auf dem Immobilienmarkt in Sicht

Im August 2023 hatte die chinesische Regierung beschlossen, die Untergrenze für die Anzahlung beim Erwerb der ersten und zweiten Wohnung zu senken. Weitere Maßnahmen waren ein niedrigerer Hypothekenzinssatz sowie die Erteilung der Genehmigung an lokale Regierungen, die Definition des Erstkäufers einer Wohnung zu erweitern. Doch der Effekt ist kurzfristig eher gering gewesen ein. Allerdings zeigen politische Maßnahmen erst nach einer gewissen Zeit Wirkung.

Zudem dürfte sich die Erholung auf die am weitesten entwickelten Städte (Rang 1 und 2) in China beschränken, darunter Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen. Die Hauptnutznießer sind mit dem Staat verbundene Immobilienentwickler mit soliden Bilanzen, die Engagements in erstrangigen Städten haben, da diese Städte noch über politischen Spielraum zur Ankurbelung der Nachfrage verfügen. Hinzu kommt, dass sich diese Städte auch eines Zuzugs von Einwohnern aus kleineren Städten erfreuen und daher weniger von dem für die kommenden Jahre zu erwartenden Trend einer schrumpfenden Bevölkerung betroffen sind.

Nutznießer sind Staatskonzerne

Bei einigen der größten Immobilienentwickler in Rang-Eins-Städten handelt es sich um Unternehmen in Staatsbesitz. Diese haben zum Teil von den Turbulenzen am Immobilienmarkt profitiert, indem sie ihren Marktanteil zulasten von Unternehmen in Privatbesitz erhöht haben. Da sie sich in Besitz der Öffentlichen Hand befinden und solidere Bilanzen haben, stehen sie in der Gunst der Wohnungskäufer. Denn diese vertrauen darauf, dass die Projekte auch fertiggestellt werden.

Glück und Zielerreichung 2024?
Glück und Zielerreichung 2024?

Allerdings lässt sich die Nachfrage von Investoren nur schwer wieder ankurbeln: Es gibt einige Widerstände, die eine Erholung des Gesamtmarktes verhindern. Wir sehen anhaltende Insolvenzen von Immobilienentwicklern, zudem besteht weiterhin Ungewissheit darüber, ob Projekte überhaupt fertiggestellt werden. Außerdem gibt es die Erwartung fallender Immobilienpreise. Unsichere wirtschaftliche Aussichten tun ihr Übriges.

Ansatzpunkte für Anleger

Doch es gibt auch positive Beispiele. So bietet die Restrukturierung von SUNAC, eines Immobilienentwicklers mit großem Grundstücksbestand in Rang-Eins- und -Zwei-Städten, eine gute Vorlage für andere Unternehmen: SUNAC ging 2022 insolvent und wandelte daraufhin Auslandsschulden in Eigenkapital oder daran gebundene Instrumente wie Wandelanleihen um, um so die Kapitalstruktur zu verbessern. Anleger sollten staatliche Immobilienentwickler im Blick behalten, die zu einem ähnlichen Restrukturierungsprozess bereit sind. Gleiches gilt für Unternehmen, die Projekte veräußern und die Erlöse für Rückzahlungen an die Anleiheinhaber verwenden können. Die geringe Liquidität der Anleihen könnte mittelfristig zu einer höheren Erlösquote führen.

Die gute Nachricht ist, dass die Unternehmen Anleihen im Umlauf haben. Diese werden jedoch nicht zu attraktiven Kursen gehandelt, insbesondere im Hinblick auf die makroökonomischen und die Sektorrisiken. Immobilienentwickler wie COLI und China Resources Land (CR Land) erfüllen die Anforderungen, aber ihre Anleihebewertungen sind mit Renditen zwischen 5,5 und 7,5% nicht besonders aussichtsreich.

Andranik Safaryan

Wir raten davon ab, zum jetzigen Zeitpunkt ein großes Engagement einzugehen, da die Volatilität weiterhin hoch ist und die Stimmung schnell kippen könnte. Viele Entwickler sind weitgehend in Städten auf den unteren Rängen engagiert, in denen das Angebot-Nachfrage-Verhältnis sehr ungünstig ist. Einige Unternehmen werden wahrscheinlich nicht überleben, da sie nur einen dürftigen Bestand an abgeschlossenen Verkäufen haben, hoch verschuldet sind und durch kurzfristige Schwierigkeiten beeinträchtigt werden.

*) Andranik Safaryan ist Leiter des Teams Emerging Markets / Corporate Debt bei MainFirst Asset Management

Zwei Events am 31. Januar von Burkardt & Partner in Hamburg

Am 31. Januar organisiert die internationale Kanzlei Burkardt & Partner in Hamburg zwei Veranstaltungen / Events mit China-Kontext.

Vortrag „De-Risking China“: Rechtliche Optionen zur Risikoreduzierung & Vermögensabsicherung ohne Verlust der Marktpräsenz in China
am 31. Januar 2024 von 1000 bis 1100 Uhr MEZ in Kooperation mit der HK Hamburg

Angesichts der Ergebnisse der Präsidentenwahl vom 13. Januar in Taiwan und zunehmender Spannungen in der Taiwanstraße stellt sich für deutsche Unternehmen die Frage, durch welche Maßnahmen zur Reduzierung des unternehmerischen Risikos (De-Risking-Maßnahmen) sie sich auf eventuelle Krisensituation vorbereiten können.

Was genau aber bedeutet ‚De-Risking‘ und welche De-Risking-Maßnahmen gibt es konkret? Diese Frage stellt sich vielen Unternehmen, deren Investitionen im Krisenfall auf dem Spiel stehen, da sie in China unternehmerisch tätig sind, z.B. selbst vor Ort produzieren.

Referent des ersten Events: Namenspartner Rainer Burkardt

Mit welchen gesellschafts- oder vertragsrechtlichen De-Risking-Maßnahmen deutsche Investoren die Vermögenswerte ihrer chinesischen Tochtergesellschaften reduzieren und repatriieren können, ohne dadurch deren Präsenz auf dem chinesischen Markt zu verlieren, erklärt Namenspartner Rainer Burkardt, Head of Practice bei Burkardt & Partner Rechtsanwälte, am 31. Januar in den Räumlichkeiten der Handelskammer Hamburg.

Da die Planung und Umsetzung von De-Risking-Maßnahmen lange Vorbereitungszeiten in Anspruch nehmen, sollten deutsche Unternehmen spätestens jetzt die Gelegenheit nutzen, sich im Rahmen des Vortrags über De-Risking-Möglichkeiten für ihr Unternehmen zu informieren und sich mit dem Referenten vor Ort auszutauschen.

Quelle: @Open Street Map

Datum & Zeit:
31. Januar 2024, 1000 bis 1100 Uhr MEZ
Ort:
Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg

Anmeldung: Mehr Informationen zum Vortrag und Anmeldung finden Sie unter diesem Link.


Vortrag und Erfahrungsaustausch ,,Internationales Beschwerdemanagement nach dem LkSG am Beispiel von China‘‘

am 31. Januar 2024 von 1500 bis 1700 Uhr MEZ in Kooperation mit DISS-CO GmbH

Im Rahmen der Vorträge geben Ihnen Rainer Burkardt und Sarah Afshari, Gründerin und CEO der DISS-CO GmbH, einen Einblick in die komplexen Anforderungen des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) sowie des Entwurfs der EU-Lieferkettenrichtlinie und erklären, wie sich diese auf internationales Beschwerdemanagement in China auswirken.

Rainer Burkardt erörtert dabei, welche rechtlichen und praktischen Risiken sich aus dem LkSG für Unternehmen ergeben, deren Lieferketten Hersteller in China enthalten. Dabei illustriert er die Schwierigkeiten von Lieferantenprüfungen vor Ort an einem aktuellen Beispiel.

Das Jahr des Holzdrachens beginnt in Kürze

Anschließend erläutert er die datenrechtlichen Anforderungen, die Whistleblower-Hotlines in China erfüllen müssen, wenn diese als Meldekanal für Lieferanten, deren Belegschaft und Kunden von Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen in China genutzt werden.

Frau Afshari wird die neuesten KI-basierten Compliance-Tools vorstellen, mit denen man Beschwerdemanagementprozesse in Unternehmen rechtskonform und effektiv managen können.

Diskutieren Sie mit den Experten und Teilnehmern im Anschluss bei Fingerfood noch offene oder weiterführende Fragen!

Datum & Zeit:
31. Januar 2024, 1500 bis 1700 Uhr MEZ mit anschließendem Networking

Ort:
Digital Hub Logistics, St. Annenufer 2, 20457 Hamburg

Anmeldung: Aufgrund begrenzter Kapazität gilt ‚first come, first serve‘. Zur Anmeldung senden Sie bitte eine E-Mail an info@diss-co.tech

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Chinas Halbleiterbranche boomt – US-Sanktionen gehen nach hinten los

Für u.a. Huawei sind die US-Sanktionen der Anstoß, die Chip-Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen – und damit Weltmarktführer zu werden. Von Yanxiu Gu*

Seit 2019 übt die US-Regierung Druck auf weltweit führende Halbleiterunternehmen aus, um zu verhindern, dass China hochmoderne Halbleitertechnologie und -ausrüstung erwirbt. Für Huawei ist das jedoch der Anstoß, die Chip-Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen.

Das niederländische Unternehmen ASML kann seine EUV-Lithographiesysteme nicht mehr nach China verkaufen. So kann China, Experten zufolge, keine High-End-Chips mit 7nm oder kleiner mehr herstellen. In dem neuen 5G-Smartphone des chinesischen Technologiekonzerns (Mate 60 Serie) ist der in China hergestellte High-End-Chip Kirin 9000S verbaut. Experten der Beratungsfirme TechInsights zufolge wurde dafür die 7nm-Prozessortechnologie des modernsten chinesischen Herstellers SMIC eingesetzt.

In China hat das die Begeisterung für und das Vertrauen in die heimische Innovationskraft gestärkt. Huawei kann so seinem Hauptkonkurrenten Apple in China immer mehr Marktanteile abnehmen. Huawei war bis zu den Sanktionen der USA die Nummer 1 in China und der zweitgrößte Smartphone-Hersteller der Welt. Die Markteinführung der neuesten Smartphones dürfte Huawei wieder zum größten Smartphone-Hersteller Chinas machen. In der ersten Oktoberwoche überholte Huawei gemessen an Smartphone-Verkäufen Apple, Honor und Xiaomi und wurde zur gefragtesten Marke.

US-Sanktionen verpuffen

Mit 1.000 bis 3.000 verbauten Chips ähneln Elektroautos riesigen PCs und Smartphones. Als Huawei Anfang des Jahres in den Markt eingestiegen ist, war nicht klar, inwiefern Huawei einen Wettbewerbsvorteil gegenüber etablierten Marken wie BYD, Tesla oder Li Auto haben würde. Der Durchbruch Huaweis mit dem Kirin 9000S hat jedoch das Vertrauen der Verbraucher in die Produkte des Unternehmens deutlich gestärkt. Beispielsweise ist Huaweis neuer Elektro-Geländewagen M7 direkt zu einem ernsthaften Konkurrenten für andere chinesische Marken geworden. In 25 Tagen gingen bei Huawei mehr als 50.000 Bestellungen für Elektroautos ein. Das übertraf selbst die eigenen Erwartungen von 8.000 Bestellungen pro Monat vor.

Die chinesische Regierung ist bereit, unbegrenzt viel in die Forschung der Halbleiterindustrie zu investieren seit die US-Sanktionen die modernsten Lithographieanlagen beinhalten. Davor war die Bereitschaft in Innovation zu investieren bei chinesischen Unternehmen gering, waren sie doch vergleichsweise günstig zu kaufen. Das wird heute kritisch gesehen, die Haltung ist naiv gewesen. Chinesische Unternehmen schrecken geringere Gewinnmargen oder sogar Gewinneinbußen nicht ab, solange sie weiterhin auf die finanzielle und regulatorische Unterstützung der chinesischen Regierung zählen können. Laut Reuters plant diese einen zusätzlichen Fonds mit einem Volumen von 300 Mrd. Yuan (41 Mrd. USD), um der Halbleiterindustrie neues Leben einzuhauchen.

Der 7nm-Chip Kirin 9000S ist ein Meilenstein im Kampf Chinas gegen die US-Sanktionen. Die Kapitalstärke Chinas, die vorhandenen Fachkräfte und die enorme Binnennachfrage bieten eine gute Grundlage, anstehende Herausforderungen zu meistern. Schließlich ist China der größte Halbleitermarkt der Welt und die riesige Binnennachfrage ermöglicht etwa bei Elektroautos und Photovoltaik, von Skalenvorteilen zu profitieren. Derweil ist mit weiteren Sanktionen der USA zu rechnen.

Aufgrund der Sanktionen erlangen einheimische Unternehmen mehr Marktanteile. Das zeigt sich auch bei Unternehmen wie Huawei, Alibaba und Baidu, die sich gezwungen sehen, auf inländische Anbieter zurückzugreifen. Bei fast der Hälfte aller Ausschreibungen chinesischer Foundries für Maschinenausrüstungen bekamen inländische Anbieter den Zuschlag.

US-Sanktionen verpuffen

Ähnlich wie Taiwan seit 50 Jahren den Chiphersteller TSMC fördert, wird auch China lokale Unternehmen massiv unterstützen. Durch die US-Beschränkungen für Technologieexporte müssen nachgelagerte Technologieunternehmen wie Huawei kostenintensive Innovationssprünge unternehmen. Vorgelagerte Branchen und Ausrüster aus China gehören jedoch eindeutig zu den Profiteuren. Der Kurs des Herstellers von Ätzanlagen für integrierte Schaltkreise AMEC ist seit Jahresbeginn um 63% gestiegen. Die Produkte werden weltweit an führende Unternehmen verkauft. Der Technologiewettlauf zwischen China und den USA wird so schnell nicht enden. Anleger jedoch könnten sich gute Chancen entgehen lassen, wenn sie sich von diesen Aktien abwenden.

*) Yanxiu Gu ist Produktspezialistin für chinesische Aktien bei ODDO BHF Asset Management

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Besser die Stärken stärken

Deutschland China CAI

Ein sich wiederholendes Ritual: Anstatt den Rahmen für die Stärkung der Stärken zu optimieren, wird versucht, vermeintliche Konkurrenten fernzuhalten.

Jetzt bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Nicht anders lässt sich der Wille der EU-Kommission interpretieren, so schnell wie möglich Strafzölle auf Elektroautos made in China zu verhängen, wie es kurz vor dem EU-China-Gipfel bekräftigt wurde. Trotz Widerstand europäischer Hersteller, die eher Nach- als Vorteile sehen.

MOEDL 3?!

Treiberin ist Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Angesichts steigender Importe elektrisch betriebener Autos aus China[1], die offensichtlich bei europäischen Verbrauchern zunehmend auf Akzeptanz stoßen, macht sie „deutliche Hinweise auf massive Subventionen“ aus. Ins Visier rücken dabei auch chinesische Fördermaßnahmen für die Ansiedlung von Unternehmen, von denen auch ausländische Hersteller profitieren, die Teil der chinesischen Wertschöpfungskette für sogenannte NEV, New Energy Vehicle, werden und selbstverständlich auch gute Geschäfte auf dem europäischen Markt machen wollen. Als ob es die massive Tesla-Förderung in Grünheide nicht gegeben hätte.

Europas Vorgehen erscheint umso kurioser, als europäische Länder, allen voran Deutschland, auf der derzeit tagenden Weltklimakonferenz COP 28 in Dubai fordern, China solle seiner Verantwortung für das globale Klima nachkommen. Dabei werden mindestens zwei Fakten ausgeblendet: Zum einen wird vergessen, dass Chinas Umweltsünde nicht ausschließlich eigenverschuldet ist. Internationale Konzerne haben die niedrigen Umwelthürden zu Beginn der chinesischen Öffnungspolitik durchaus willkommen geheißen. Und dabei kräftig Gewinne gemacht. Chinas negativen Klima-Fußabdruck haben sie zumindest mitzuverantworten.

Selbstbewusst Stärken zeigen: Sieht aus wie eine Kreuzung aus Tesla und Dodge Challenger
Selbstbewusst Stärken zeigen: Sieht aus wie eine Kreuzung aus Tesla und Dodge Challenger

Und zweitens wird übersehen, welche Anstrengungen das Land in den vergangenen Jahren unternommen hat, um grünen Fortschritt zu ermöglichen. Keiner sollte daran zweifeln, dass China das selbstgestellte Ziel, 2060 klimaneutral zu sein, erreichen wird. Vermutlich schon eher. So beruht schon heute knapp die Hälfte der Energieerzeugungskapazitäten auf Erneuerbaren. Grüne Nummernschilder für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben verdrängen die blauen für die Verbrenner. Einheimische Marken dominieren. Nicht aus Patriotismus. Sondern weil die Hersteller den Trend der Zeit erkannt haben. Und den Nerv der Kunden besser treffen. Spitzenreiter ist Shenzhen im Süden des Landes. Auf den Straßen der Stadt, die Inbegriff der chinesischen Reformpolitik ist, sind schon heute zwei Drittel aller Fahrzeuge NEV. Welche europäische Stadt kann da mithalten?

Warum sollten also chinesische Hersteller nicht dafür sorgen, dass Europas Städte Shenzhen nacheifern, so wie in vergangenen Jahren neben japanischen vor allem deutsche Autobauer für die Entwicklung des Individualverkehrs in Chinas Städte gesorgt haben. Wer es mit dem Ruf nach chinesischer Verantwortung ernst meint, sollte überlegen, ob es klug ist, die Einfuhr von chinesischen NEV zu verhindern. Wettbewerb kann nicht durch Ausgrenzung gewonnen werden. Und Wirtschaftspolitik sollte weniger vom „Gegen“ als vom „Für“ geprägt sein. Anstatt zu versuchen, Konkurrenten vom Markt fernzuhalten, muss die Devise lauten, die einheimische Wirtschaft zu ertüchtigen, damit sie im Wettbewerb bestehen kann. Schlauer noch ist, in Kooperation mit dem Konkurrenten gemeinsam nach neuen innovativen Lösungen zu streben. Und im Übrigen sollten diejenigen, die seit Jahren über chinesische Marktzugangshürden (zu Recht) klagen, nicht selbst immer wieder versuchen, Schranken zu errichten. So fallen die Hürden bestimmt nicht.

Fotos: @PT / 699pic.com

[1]  Laut China Association of Automobile Manufacturers CAAM exportierte China in den ersten zehn Monaten dieses Jahres weltweit 3,9 Mio. Fahrzeuge, davon ein Viertel mit alternativen Antrieben. Der NEV-Export verdoppelte sich im Jahresvergleich. Größter europäischer Abnehmer war Belgien, gefolgt von Großbritannien und Spanien.

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Rödl & Partner verstärkt sich in China mit Ralph Koppitz

Die internationale Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner baut ihre Rechtsberatung am Standort Shanghai weiter aus.

Seit dem 1. November verstärke China-Experte und Rechtsanwalt Ralph Koppitz, 55, als Partner die Rechtsberatung von Rödl & Partner in Shanghai.

Koppitz verfügt über 25 Jahre Erfahrung im chinesischen Markt. Zuletzt leitete er von 2002 bis 2020 das Shanghaier Büro einer internationalen Sozietät. Schwerpunkte seiner Beratung sind das Gesellschafts-, Arbeits- und Vertragsrecht sowie die Unterstützung deutscher NGOs auf dem chinesischen Markt. Koppitz spricht fließend Mandarin-Chinesisch.

„Rödl & Partner genießt in China einen hervorragenden Ruf für die interdisziplinäre Beratung in den Bereichen Recht, Steuern und Prüfung“, erläutertet Koppitz. „Angesichts der sich verändernden geopolitischen Lage und den komplexen Fragestellungen deutscher Unternehmen ist China ein herausfordernder, aber auch chancenreicher Markt. Mit über 5.000 deutschen Unternehmen vor Ort erkennen wir einen erheblichen Bedarf an Beratung, insbesondere zu neuen Themen wie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder dem Datenschutz und dem grenzüberschreitenden Datentransfer. Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen in deutscher Sprache aus einer Hand. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Team unser Wachstum in China zu gestalten und zu entwickeln.

Ralph Koppitz ist ab sofort neuer Partner bei Rödl in Shanghai
Ralph Koppitz

Rödl & Partner betreut in China mit einem Team von 150 Mitarbeiter:innen vorwiegend deutsche und europäische Unternehmen, die in China durch Tochtergesellschaften, Niederlassungen und Einzelprojekte vertreten sind oder sich im chinesischen Markt engagieren wollen.www.roedl.de

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Glückwunsch zur Ehrenprofessur, Frau Botschafterin!

Herzlichen Glückwunsch zur Ehrenprofessur an der Zhejjiang Universität für Wissenschaft und Technik, Frau Botschafterin!

Die Universität sei eine wichtige Säule der deutsch-chinesischen Wissenschaftskooperation, schreibt die deutsche Botschafterin in China, Patricia Flor, am 8. November auf ‚X‘ [Twitter]. Und fügt an, sich privilegiert zu fühlen, diese Professur zu erhalten. Zu Recht.

Nicht das erste Mal betont die Botschafterin die Bedeutung eines lebendigen deutsch-chinesischen Dialogs für die Zukunft der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Miteinander reden, sich austauschen, den Partner besser zu verstehen versuchen – das ist der Diplomatin offensichtlich wichtig. Und doch wirkt ihr Werben wie das ‚einsame Rufen in der Wüste‘.

Blick aus QingdaoDenn fast zeitgleich zur Verleihung der Professur an die deutsche Botschafterin in Hangzhou, der Provinzhauptstadt von Zhejiang, wird in Berlin Tabula rasa gemacht. Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger warnt vor Wissenschaftlern aus China und bemüht dabei das ‚Gespenst des Kommunismus‘.

Chinesische Wissenschaftler will sie aus deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen jetzt scheinbar gänzlich verbannen. Zuvor hatte sie schon vor Stipendiaten aus China gewarnt – sie könnten gezielt geschickt werden, um deutsches Knowhow auszuspionieren. Austauschprogramme werden zurückgefahren. Stiftungen, die sich dem Wissenschafts- und Kulturdialog verschrieben haben, müssen sich aus China zurückziehen.

Blick aus Qingdao
Quelle: @PT

Und in Deutschland will man die chinesischen Konfuzius-Institute zwar nicht schließen, aber dem Einfluss der Eigentümer entziehen, damit die Institute die deutsche Gesellschaft nicht infiltrieren können. Die Entscheidung wird selbstverständlich ohne den Wirt getroffen. Ohne deutschen China-Experten und Sinologen, zu denen auch ich gehöre, zu nahe treten zu wollen, mutet es seltsam an, wenn deutsche Politiker meinen, Chinesen würden nicht gebraucht, um den Deutschen Chinas Sprache und Kultur nahe zu bringen. Das ähnelt der zunehmenden Meinung in den Chefredaktionen deutscher Medien, über China könne auch aus Deutschland heraus berichtet werden. Am Geschehen nahe dran zu sein, das war einmal: Jedenfalls mit Blick auf China.

Nur weil Grüne, Gelbe und so manch Roter in Berlin meinen, China habe sich verändert, aber nicht so, wie sie es sich vorgestellt haben, wird versucht, immer mehr Brücken zu kappen. Dabei wird eingerissen, was in den vergangenen mehr als 40 Jahren mühevoll aufgebaut wurde. Jedem sollte jedoch bewusst sein: Leicht ist es zu zerstören, die Risse wieder zu kitten aber nicht.

Wenn in der umstrittenen deutschen China-Strategie, die in weiten Teilen nicht als Strategie bezeichnet werden kann, betont wird, Deutschland brauche mehr China-Kompetenz, fragt sich, wie diese erreicht werden soll, wenn Dialog und Austausch auf ein Minimum zurückgefahren und chinesische Wissenschaftler verprellt werden. Darauf zu warten, dass China sich nach deutschem Willen wandelt und dabei weiter Porzellan zu zerschlagen, ist kaum zukunftsfähig.

Politische Größe zeigt, wer bereit ist, das Anderssein des Partners zu akzeptieren und gemeinsam Zukunftsvisionen zu entwickeln. Nicht missionieren, sondern vermitteln. Als Wahl-Qingdaoer verweise ich an dieser Stelle gern auf Richard Wilhelm: Als Missionar kam er Ende des 19. Jahrhunderts in die Stadt, um, angekommen, weniger zu missionieren, als sich der deutsch-chinesischen Verständigung zu widmen. An dem Pionier des offenen Dialogs zwischen beiden Ländern sollten sich die Berliner Politiker stärker orientieren. Auch damit die Botschafterin in Peking nicht auf einsamem Posten steht.

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Was kümmert Unternehmer die Politik?

Deutschland China CAI

Anstatt gemeinsam die Zukunft zu gestalten, sich vom Fortschritt abkoppeln – wem dient das? Westliche Unternehmer haben die Frage längst beantwortet.

Die Schlagzeile sagt alles. So viele US-amerikanische Aussteller wie noch nie suchen auf der am Sonntag eröffneten Import-Messe in Shanghai (CIIE) neue Geschäftsmöglichkeiten, berichten die Organisatoren. Mehr als 200 seien es. Verkaufen wollen sie nicht Null-Acht-Fünfzehn-Waren, sondern Hightech – Halbleiter, medizinische Geräte, alles rund um Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Trotz der Bemühungen der Washingtoner Regierung, China den Zugriff auf ‚sensible‘ Waren und Ausrüstungen, die technologischen Fortschritt sichern, zu erschweren oder unmöglich zu machen.

Was kümmern die Unternehmen die Rankespiele der Politiker, die offenbar weniger vom Wohl der einheimischen Wirtschaft geleitet sind, denn von geostrategischen Interessen. In Deutschland sieht es nicht anders aus. Erst kürzlich waren Vertreter eines mittelständisches Leuchtmittelhersteller bei uns im Deutsch-Chinesischen Ökopark zu Besuch – auf der Suche nach einem geeigneten Standort, um dem China- und Asiengeschäft neuen Schwung zu verleihen. Die Frage, ob es derzeit nicht problematisch sei, zu entscheiden, nach China zu gehen, beantworteten die Manager sehr offen: Nicht politische Strategien interessierten sie, sondern die Zukunft des Unternehmens und das konkrete Geschäft. Was auch immer im grünen Bundeswirtschaftsministerium und im ebenso grünen Auswärtigen Amt beschlossen werde, für die Unternehmen ist entscheidend, wo sie erfolgreich Geschäfte machen können.

China gehört trotz aller Horrorszenarien, die in der deutschen Öffentlichkeit gezeichnet werden, nach wie vor dazu. Sicherlich ruckelt es gerade hier und dort, nach drei Jahren Pandemie ist es nicht einfach, wieder Tritt zu fassen. Immerhin wächst die Wirtschaft wieder. 5,0% sagte die Asiatische Entwicklungsbank in ihrer im Oktober aktualisierten Prognose für das laufende Jahr voraus. 2024 wird es ähnlich aussehen, so die Analyse. Dass parallel grüne Themen immer stärker in den Mittelpunkt rücken, Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnt, ist ein zusätzliches Plus für den chinesischen Markt. Und für internationale Anbieter.

Deshalb betonten Vertreter der Stadt München, ebenfalls auf Besuch im Ökopark, Bayern werde dem Berliner Abkopplungswahn nicht folgen – sondern sich vom Rest der Bundesrepublik abkoppeln. Die wirtschaftlichen Bande wolle man sich vom rot-grün-gelben Ego nicht kaputt machen lassen.

Am Ende haben die Unternehmen mehr zu verlieren als die Politiker, die ja irgendwann vom Souverän wieder ausgetauscht werden. Denn China wird nicht klein beigeben und auf halber Strecke stehen bleiben, nur weil das in Washington, Brüssel oder Berlin beschlossen wird. Im Gegenteil. Das Land wird noch intensiver eigene Technologien entwickeln – und die Welt überraschen. ‚Huawei Mate60‘-Momente wird es noch mehr geben. Ein wenig gleicht es dem Kinder-Trotz-Effekt: Verbote lassen die Fantasie wachsen, diese zu umgehen.

Anstatt gemeinsam die Zukunft zu gestalten, sich vom Fortschritt abzukoppeln – wem dient das? Westliche Unternehmer haben die Frage längst beantwortet.

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Norbert Verbücheln, Mr. Lodge GmbH: „Chinesische Investoren fokussieren sich auf neue Gebäude“

Wohnimmobilien in Deutschland sind nicht nur für chinesische Fachkräfte, sondern auch für Investoren interessant. Dabei spielt neben der Nähe zu Kindergärten und Schulen, Feng Shui oder dem Investment Value auch die Art, wie chinesische Käufer in Verhandlungen agieren, eine große Rolle. Hintergründe und Einsichten dazu aus über 20 Jahren Erfahrung liefert Norbert Verbücheln, Geschäftsführer der Mr. Lodge GmbH.

Herr Verbücheln, welche Aspekte sind für chinesische Investoren und Käufer bei Immobilien hier relevant?
Diese sind aus China sehr neue Gebäude gewöhnt, weil dort in den letzten zehn Jahren sehr viel neue Immobilien gebaut worden sind. Entsprechend fokussieren sie sich als Käufer auch hier auf neue Gebäude, d.h. in etwa ab dem Baujahr 2000. Besonders wichtig ist dabei, dass Häuser über eine Garage verfügen. Chinesische Kunden wollen sich nicht um Parklizenzen oder ähnliches kümmern müssen, geschweige denn mehrmals um den Block wegen eines Parkplatzes fahren. Sie legen Wert auf die Lage der Immobilie und die Umgebung, wie z.B. die Nähe zu Kindergärten, Schulen und Universitäten, ebenso ist ihnen die Nähe zu Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten sowie Sicherheit wichtig, um im Bedarfsfall einfacher vermieten zu können.

Wie sieht demnach der typische chinesische Käufer aus?
Bei uns sind es in der Regel Einzelpersonen, die zwischen einem und vier Apartments oder Wohnungen erwerben. Dabei gibt es eine Hürde: Personen vom chinesischen Festland können in Deutschland nicht so leicht investieren, da es von Seiten der Regierungen Beschränkungen gibt – wie z.B. einen limitierten Geldtransfer. Hier möchten wir Lösungen anbieten, indem wir mit Kooperationspartnern wie z.B. Finanzdienstleistungsunternehmen zusammenarbeiten, die sich auf chinesische Kunden spezialisiert haben.

Welche Einstellung haben chinesische Käufer in Bezug auf ein Immobilieninvestment?
Chinesische Käuferinnen und Käufer sehen den Erwerb einer Immobilie oft als sicherste Investition an und zeigen eine höhere Affinität zu Immobilien als langfristige Investitionen. Dadurch sind sie bereit, höhere Preise zu zahlen, während deutsche Käuferinnen und Käufer in der Regel einen pragmatischeren Ansatz verfolgen und sich stärker an den aktuellen Marktbedingungen orientieren. Für Chinesen ist der Investment Value von entscheidender Bedeutung. Auch wenn sie die Immobilie zum Selbstbezug kaufen, ist ein wichtiger Aspekt, die Immobilie zu einem späteren Zeitpunkt – z.B. wenn sie zurück nach China gehen – mit Gewinn veräußern zu können. Möglicherweise haben sie dabei eine höhere Risikobereitschaft und sind bereit, in aufstrebenden, aber volatileren Immobilienmärkten zu investieren.

Wie agieren sie dabei in Verhandlungen?
Chinesische Käufer sind in der Regel erfahrene Verhandler, sind hartnäckiger, wenn es um Preisnachlässe geht, und zahlen häufig einen beträchtlichen Teil des Kaufpreises in bar oder mit Schecks, um günstigere Finanzierungsoptionen zu erhalten.

Und wie unterscheiden sich chinesische von deutschen Wohninteressenten?
Für Chinesen ist z.B. die Farbe Rot als Hausfarbe ungewöhnlich. Aber vor allem ist die Anordnung eines Hauses sehr wichtig. Sie mögen es nicht, wenn die Zimmer dreieckig oder in unregelmäßiger Form gebaut sind. Dachwohnungen sind in China nicht sehr populär, für Chinesen fühlen sie sich gedrückt oder einengend an. Schräge oder verschachtelte Grundrisse gefallen ihnen in der Regel nicht. Sie mögen klare, quadratische und offene Grundrisse.

Welche Rolle spielt dabei Wohnlage und Infrastruktur?
Wenn die Familie mit einzieht, schauen Chinesen auf adäquate Schulen in der Nähe. Denn Bildung ist ihnen sehr wichtig. Gleichzeitig fragen sie nach chinesischen Einrichtungen in der Nähe, das reicht von asiatischen Supermärkten bis hin zu chinesischen Restaurants. Dieses Kriterium gilt umso mehr, als sie die europäische und deutsche Küche kaum gewohnt sind.

Und in der Wohnung selbst, was ist da wichtig, Herr Verbücheln?
Chinesische Käufer legen oft großen Wert auf Feng Shui. Schließlich hat es seinen Ursprung in China. Dies kann sich auf die Wahl der Immobilie und deren Ausrichtung auswirken. Für chinesische Mieter sollte man übrigens auch nie ein Bett vor einen Spiegel oder direkt neben die Türe stellen. Chinesische Mieter achten außerdem darauf, ob bestimmte Dinge in der Wohnung vorhanden sind. Insbesondere suchen sie Elemente wie den Reiskocher, den Wasserkocher oder die Dunstabzugshaube.

Norbert Verbücheln über die Vorlieben chinesischer KäuferSind die nicht vorhanden, bekommen Sie dann Beschwerden?
Nein. Das Interessante ist, ein Chinese würde seine Beschwerden eher nicht äußern. Chinesen sagen nicht gerne direkt Nein, sie möchten gerne höflich bleiben und vermeiden Probleme oder offene Konflikte. Aber im Ergebnis würden sie eine Wohnung dann nicht anmieten. Zum Glück haben wir bei Mr. Lodge ein eigenes Interior Design Team, das die Inneneinrichtung den individuellen Wünschen chinesischer Mieter und Investoren anpassen kann.

Welche Angebote haben sie für chinesische Firmen, die auf Mr. Lodge wegen Wohnlösungen für Mitarbeiter zukommen?
Wenn chinesische Unternehmen wie NIO, Huawei, CATL oder Great Wall Motor geeigneten Wohnraum für ihre Mitarbeiter benötigen, haben wir das in den letzten Jahren abbilden können. Wir betreuen unsere chinesischen Kunden während der gesamten Mietzeit mit erfahrenen Mitarbeitern, einem eigenen technischen Service, aber auch unserem Interior Design Team. Wir kümmern uns um auftretende Probleme. Kommen Menschen aus China hierher, sind sie dankbar, dass sie sich im Fall einer defekten Waschmaschine oder ähnlichen Störungen nicht selbst helfen müssen. Wir haben mittlerweile auch eine chinesische Muttersprachlerin an Bord, so dass chinesische Kunden sich in ihrer Muttersprache an uns wenden können.

Verbücheln: 'Mr. Lodge gibt es seit über 30 Jahren.'Wie schneiden Sie ihre Kommunikation für chinesische Kunden zu?
Wir etablieren unser Profil zunehmend auf chinesischen Social Media Kanälen. Aktuell bauen wir z.B. eine Mr. Lodge – Wechat Gruppe auf, in der sich die chinesische Community Fragen stellt, austauscht und Aktivitäten starten kann. Wir betreiben auch einen RED Xiaohongshu-Channel, auf dem wir für im Ausland lebende Chinesen Immobilienangebote sowie Tipps für das Leben in München teilen. Mit unseren Angeboten wollen wir dabei Chinesen willkommen heißen und ihnen die Möglichkeit bieten, sich fernab ihrer Heimat ein temporäres Zuhause zu schaffen und sich wohlzufühlen. Schließlich benötigen heute viele Studenten, aber auch chinesische Unternehmen, insbesondere aus der Automobilindustrie oder der Pharmazie, für ihre Mitarbeiter Wohnungen ready to live.

Was kam es von den Anfängen von Mr. Lodge vor 30 Jahren bis hin zu den Angeboten für chinesische Kunden heute?
Mr. Lodge gibt es seit über 30 Jahren. Damals hatten wir uns auf möblierte Wohnungen und Häuser zum Wohnen auf Zeit spezialisiert. Dabei sind wir von Anfang an mit vielen Nationalitäten aus allen Kontinenten zusammengekommen, auch schon vor über 20 Jahren zählten Chinesen und Taiwanesen zu unseren Kunden. Als Unternehmen wie BenQ dann viele Mitarbeiter nach München entsandten, stieg der Bedarf nach geeignetem möbliertem Wohnraum immer mehr. Mittlerweile gibt es beispielsweise über 5000 chinesische Studenten in München. Inder Summe sind unsere chinesischen Kunden heute zu 80% Studenten, 15 %Privatleute und 5% Manager, darunter viele Ingenieure und Doktoren.

Norbert Verbücheln, Mr. Lodge

Welche Relevanz hat dabei der Verkauf von Immobilien an chinesische Kunden?
Der Verkauf kam vor acht Jahren als zusätzliche Sparte dazu. Mittlerweile betreuen wir über 5.000 Eigentümer, darunter auch viele zufriedene chinesische Kunden, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben, und deshalb Immobilien über uns gekauft oder verkauft haben.

*) Norbert Verbücheln ist seit gut 30 Jahren in der Immobilienbranche tätig. Sein Unternehmen, Mr. Lodge, bietet Interessenten möbliertes Wohnen auf Zeit, aber auch Käufern Wohnungen als Investitionsobjekte. Schon vor 20 Jahren nutzten dabei chinesische Kunden die Leistungen des Unternehmens. Aktuell baut man bei Mr. Lodge die Angebote für Käufer und Mieter aus China weiter aus.

Fotos: Mr. Lodge

Das Interview führte Georg von Stein.

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Meine Gedanken zum Anlagethema China 2024

CFOs planen mit Wachstum in Asien
Quelle: Adobe Stock; © NicoElNino

Zehn Erkenntnisse, die Anleiheinvestoren in Schwellenländern/China 2024 berücksichtigen sollten – von Johnny Chen, EMD-Team bei William Blair*

1. Wachstum könnte sich im 4. Quartal erholen, aber 2024 verlangsamen
2. Geldpolitik immer noch zu restriktiv, aber fiskalische Lockerung ist wahrscheinlich
3. Eine Steuerreform ist wahrscheinlich notwendig
4. Stahl- und Eisenerznachfrage könnte sich nächstes Jahr verlangsamen
5. Der Immobiliensektor bleibt wahrscheinlich schwach
6. Refinanzierung von Schulden in Entwicklungsländern geht wahrscheinlich weiter
7. Mangelnde Koordinierung: Bedenken können fortbestehen
8. Kapitalverkehrskontrollen könnten strikt bleiben
9. Onshore-Finanzierung ist günstig
10. Das systemische Risiko scheint gering zu sein

1. Wachstum könnte sich im vierten Quartal erholen, aber 2024 verlangsamen

Foto: © Dilok – stock.adobe.com

Offshore-Anleger waren zu Beginn des Jahres optimistischer in Bezug auf das chinesische Wirtschaftswachstum als einheimische Anleger, aber die Erwartungen haben sich inzwischen den einheimischen Erwartungen angenähert.

Ja, eine zyklische Erholung ist im Gange, da die Konjunkturmaßnahmen Wirkung zeigen (siehe unten), und wir glauben, dass diese Maßnahmen der Wirtschaft immer noch zugutekommen dürften. So ist ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 5% im Jahr 2023 wahrscheinlich erreichbar. Unserer Meinung nach wird jedoch eine Wachstumsrate von 4% die neue Norm sein.

Und warum? Die Umstellung des Wachstums von Exporten und Immobilieninvestitionen auf den Konsum wird angesichts des kränkelnden Immobiliensektors, der unzureichenden sozialen Sicherheitsnetze und der geopolitischen Herausforderungen wahrscheinlich nur langsam vorankommen. Darüber hinaus räumt das derzeitige Regime dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts keine Priorität mehr ein. Die nationale Sicherheit und der allgemeine Wohlstand scheinen die wichtigsten langfristigen Ziele der chinesischen Führung zu sein.

2. Geldpolitik immer noch zu restriktiv, aber fiskalische Lockerung wahrscheinlich

Nur wenige Anleger halten die jüngsten Leitzinssenkungen und die Senkung des Mindestreservesatzes (RRR) für sinnvoll genug, und viele sind der Meinung, dass die Realsätze immer noch zu hoch sind, insbesondere im Vergleich zu den Vereinigten Staaten.

Ein Grund für die langsame und schrittweise Lockerung der Geldpolitik ist, dass die Behörden vermeiden wollen, dass umfangreiche Konjunkturmaßnahmen zu Ungleichgewichten in der Wirtschaft führen, wie es in der Vergangenheit der Fall war. Ein weiterer Grund ist die Notwendigkeit, dass die Maßnahmen von höchster Stelle genehmigt werden und mit den wirtschaftlichen Zielen der Kommunistischen Partei Chinas übereinstimmen. […]

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3. Eine Steuerreform wahrscheinlich notwendig

Nicht nur ich bin der Meinung, dass eine Steuerreform notwendig ist, um die strukturellen Einnahmeausfälle der Kommunen (einschließlich der rückläufigen Einnahmen aus Grundstücksverkäufen) zu beheben. […]

So müssen die Kommunen mehr Steuereinnahmen über andere Kanäle generieren. Die Einführung einer Grundsteuer und die Reform des Einkommenssteuersystems wären hilfreich, könnten sich aber als politisch heikel erweisen. Einige Ökonomen glauben, dass die Behörden die Steuern erhöhen werden, sobald sich die Wirtschaft stabilisiert, um die Wachstumserwartungen zu dämpfen.

4. Stahl- und Eisenerznachfrage könnte sich nächstes Jahr verlangsamen

Die Aussichten für die Stahl- und Eisenerznachfrage im Jahr 2024 geben Anlass zu großer Sorge. Da jedoch 60% der Stahlnachfrage aus dem Immobilien- und Infrastruktursektor stammt und die Erwartungen für Immobilieninvestitionen im Jahr 2024 niedrig sind, könnten sich die Stahl- und Eisenerzpreise nach unten korrigieren. Die Entwicklung der Solar- und Windenergie und der Elektrofahrzeuge könnte jedoch Kupfer und Aluminium unterstützen.

5. Immobiliensektor bleibt wahrscheinlich schwach

Der Immobiliensektor bleibt schwach, und der Aufschwung wird wahrscheinlich schwach und langwierig sein. Die Lockerung der Politik erfolgt nur langsam, da jeder Schritt von oben genehmigt werden muss. Darüber hinaus zielten die bisherigen Maßnahmen darauf ab, die Fertigstellung von Projekten zu gewährleisten und die Nachfrage anzukurbeln, und werden möglicherweise nicht erfolgreich sein, solange das Kernproblem der niedrigeren Einkommen und Vermögen bestehen bleibt. […]

6. Refinanzierung von Schulden in Entwicklungsländern geht wahrscheinlich weiter

Foto: © Tomas Ragina – stock.adobe.com

China holt den vom Westen dominierten Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Weltbank als einer der größten offiziellen Kreditgeber der Entwicklungsländer ein. China ist jetzt der größte offizielle bilaterale Kreditgeber für die meisten einkommensschwachen Länder. Dies wird wahrscheinlich so bleiben. […]

In der Tat könnte China bei der Refinanzierung der Schulden einkommensschwacher Länder zunehmend nachsichtiger sein, da es versucht, sich mit diesen Ländern zu verbünden, während sich die Beziehungen zu den entwickelten Märkten verschlechtern.

7. Mangelnde Koordinierung: Bedenken können fortbestehen

Die Notwendigkeit einer Genehmigung von höchster Stelle wurde als Hauptgrund für Chinas zurückhaltende politische Reaktionen angeführt. Dies wird wahrscheinlich so bleiben.

Mehrere führende Beamte wurden in den letzten Monaten von ihren Posten entfernt. Die Arbeitsplatzsicherheit und die Einkommenserwartungen sind gering, nachdem in mehreren Sektoren, darunter Technologie, Finanzen, Bildung und Gesundheitswesen, gleichzeitig strenge Vorschriften erlassen wurden. […]

8. Kapitalverkehrskontrollen könnten strikt bleiben

Einige Investoren sehen in einer plötzlichen Kapitalflucht ein größeres Risiko für das chinesische Finanzsystem als in der wachsenden Verschuldung der lokalen Regierungen.

Wenn die chinesischen Zinssätze niedrig bleiben, während die US-Zinsen höher sind, haben Investoren einen Anreiz, Kapital in die Vereinigten Staaten zu verlagern, um dort bessere Renditen zu erzielen. Dies wiederum kann den RMB unter Druck setzen (Abwertung). China profitiert nicht sehr von einer schwächeren Währung, da seine Exporte angesichts der niedrigen Inflation im Vergleich zu seinen Handelspartnern bereits preislich wettbewerbsfähig sind. Gleichzeitig können Kapitalabflüsse die inländischen Finanzbedingungen verschärfen. Infolgedessen könnten die Kapitalverkehrskontrollen, mit denen der Kapitalfluss in und aus dem Land eingeschränkt werden soll, weiterhin streng sein. […]

9. Onshore-Finanzierung ist günstig

Die Onshore-Refinanzierung dürfte ein Trend bleiben, da sich die meisten Unternehmen außerhalb des Immobiliensektors angesichts der begrenzten inländischen Investitionsmöglichkeiten leicht vor Ort refinanzieren können, was zu einem hohen Wachstum der Bankeinlagen geführt hat. Die Bankeinlagen sind auf rund 130 Bio. RMB gestiegen, und das Verhältnis der Bankeinlagen zum BIP hat sich seit 2019 von 80 auf 110% erhöht. Einige Unternehmen, mit denen ich während meines Aufenthalts in China gesprochen habe, gaben an, dass sie durch die Refinanzierung in RMB Zinseinsparungen von fast 2% erzielen.

10. Das systemische Risiko scheint gering zu sein

Chinas Staatsverschuldung ist hoch, und der Gesamtbetrag dieser Schulden im Vergleich zur gesamten Wirtschaft des Landes beträgt etwa 110%. Um zu verstehen, woher diese Schulden kommen, muss man wissen, dass die Zentralregierung etwa 25% schuldet, die Lokalregierungen 35% und eine besondere Art von Unternehmen, die mit der Lokalregierung verbunden sind (LGFV), mit etwa 50% die meisten Schulden haben, wobei die Schätzungen variieren. Einige sind besorgt über die hohe Schuldenlast der LGFVs. […]

Johnny Chen mit 10 Erkenntnissen für Anleiheinvestoren

Johnny Chen

In der Tat erwägt die chinesische Regierung die Einführung eines 1,5 Bio. RMB schweren Debt Swap-Programms, um einen kleinen Teil dieser Schulden zu verwalten. Obwohl der Betrag dieses Programms im Vergleich zu den gesamten LGFV-Schulden gering ist, ist es eine Geste, um zu zeigen, dass man es mit der Lösung des Problems ernst meint. […]

*) Johnny Chen, CFA, ist Portfoliomanager im Emerging Markets Debt Team von William Blair

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Topmanagement in China: in KI investieren oder untergehen

In China gilt Künstliche Intelligenz (KI) als ein Schlüssel zur nationalen Entwicklung und internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Von Karlheinz Zuerl*

Während viele Bürobeschäftigte in europäischen Firmen mit Tools wie ChatGPT und Google Bard experimentieren, hält Künstliche Intelligenz in chinesischen Unternehmen auf breiter Front Einzug. In Europa versucht vor allem die mittlere Managementebene die Vorteile von KI für sich zu nutzen, aber in China ist Künstliche Intelligenz beim Topmanagement angekommen. Ein Großteil der chinesischen Firmen folgt einem von der Unternehmensspitze vorgegebenen KI-Fahrplan.

Topmanagement in China: in KI investieren oder untergehen

Das Topmanagement in China geht in weiten Teilen davon aus, dass KI, Big Data, Robotik und andere Aspekte der digitalen Transformation ihr Geschäft fundamental beeinträchtigen werden. Viele haben schlichtweg Angst davor, dass ihr Unternehmen binnen weniger Jahre vom Markt verschwinden könnte, wenn sie nicht massiv in die neuen Technologien und allen voran in Automation und Künstliche Intelligenz investieren.

Europäische Unternehmen, die mit Zweigniederlassungen in China aktiv sind, sollten sich dieser chinesischen Angst vor den Folgen von Künstlicher Intelligenz bewusst sein: vor den Folgen des Nicht-Einsatzes, nicht der Anwendung. So gelten die unübersehbaren Erfolge beim Robotereinsatz in der Produktion dem chinesischen Management als Blaupause für KI-Anwendungen.

KI in China auf dem VormarschAutomatisierung ist das große Thema in China. In immer mehr Fabriken werden menschliche Arbeitskräfte durch Industrieroboter ersetzt oder ergänzt, um die Produktionskosten zu senken, die Qualität zu erhöhen und die Produktionsmengen zu steigern. KI stellt in diesem Zusammenhang einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu autonomen Produktionsanlagen dar.

KI wird in China derzeit fast flächendeckend eingeführt

Im Reich der Mitte wird Künstliche Intelligenz nicht nur als technologische Errungenschaft verstanden, sondern als Schlüssel zur nationalen Entwicklung und internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Daher wird KI in China derzeit fast flächendeckend über beinahe alle Sektoren hinweg eingeführt, von der Fertigung und dem Finanzsektor über Logistik und E-Commerce bis hin zum Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung. China will die KI-Nation Nummer eins auf der Welt werden.

Schrittweises Vorgehen empfohlen

Chinas Binnenwachstum nutzen
Quelle: Adobe Stock; © chungking

So sollten europäische Unternehmen zunächst ihre eigene firmenweite KI-Strategie entwickeln. Erst im zweiten Schritt eine Implementierung in China angebracht – allerdings mit den dort verfügbaren KI-Tools. Die in Europa verwendeten KI-Algorithmen aus amerikanischer Entwicklung bewähren sich in China nicht. Ich warne davor, ChatGPT und andere US-geprägte sogenannte Large Language Models (LLM) nach China zu bringen. Als wichtigste KI-Modelle in China gelten ERNIE (Enhanced Representation through kNowledge Integration) von Baidu, AliNLP von Alibaba und NeuraLM von Tencent.

Karlheinz Zuerl über KI in China

Karlheinz Zuerl

Für international tätige Unternehmen besteht eine große Herausforderung darin, KI-Systeme aus unterschiedlichen Herkunftsregionen unter einen Hut zu bringen – ein Aspekt, den noch kaum jemand aus dem Management auf dem Radar hat.

*) Karlheinz Zuerl ist CEO von GTEC – einem Unternehmen, das westlichen Unternehmen hilft, Herausforderungen in Asien zu bewältigen. Unter der Leitung von CEO Karlheinz Zuerl ist ein Team von Beratern, Experten und Interim Managern aktiv, das im Bedarfsfall beim Kunden vor Ort zum Einsatz kommt.

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Ausgabe 3/2023 Biotechnologie 2023 der Plattform Life Sciences ist erschienen. Die Ausgabe kann bequem als e-Magazin oder pdf durchgeblättert oder heruntergeladen werden.

Was unternimmt China eigentlich gegen strukturelle Ungleichgewichte?

Bildnachweis: pixfly – stock.adobe.com, amixstudio – stock.adobe.com.

Alejandro Arevalo und Reza Karim, beide Investment Manager, Fixed Income / Emerging Market Debt Team bei Jupiter Asset Management über Chinas strukturelle Ungleichgewichte.

Das Jahr 2023 sollte eigentlich das Jahr werden, in dem die chinesische Wirtschaft wieder zu ihrer alten Stärke zurückfindet. Nach den langen pandemiebedingten Lockdowns seit 2020 und einschneidenden staatlichen Eingriffen in den Privatsektor hat das plötzliche Umschwenken der Zentralregierung bei den Anlegern für positive Stimmung gesorgt.

So groß die Hoffnungen auf eine kräftige Erholung der Wirtschaft waren, so schnell sind sie durch die sehr viel schwächer als erhofften Konjunkturdaten gedämpft worden. Diese sind in den letzten Quartalen wiederholt enttäuschend ausgefallen, da die zunächst dienstleistungsgetriebene Erholung mehr und mehr an Dynamik verloren hat. Dafür gibt es unserer Ansicht nach drei Hauptgründe:

strukturelle Ungleichgewichte in China1. Die geschwächte Finanzlage der kommunalen Regierungen, vor allem in weniger entwickelten Teilen des Landes. Dadurch ist weniger Geld für Stimulusmaßnahmen vorhanden (z. B. Investitionen in Infrastruktur).

2. Die US-chinesischen Spannungen. Die Rückverlagerung von Lieferketten näher an den Heimatmarkt und die rezessionären Tendenzen in den Industrieländern haben zu einem Rückgang der Exporte aus China geführt. Tatsächlich hatte Mexiko im vergangenen Jahr erstmals seit fast 20 Jahren einen größeren Anteil an den US-Importen als China.

3. Chinas Null-Covid-Politik und das harte Durchgreifen der Regierung bei der Regulierung von Immobilien-, Internet- und Bildungsunternehmen haben zu einem strukturellen Rückgang der Erwartungen an das künftige Einkommenswachstum in der Privatwirtschaft geführt. Zusammen haben diese Faktoren zu einer schwächeren Nachfrage beigetragen.

Ruf nach koordinierten Stimulusmaßnahmen

In einem derartigen Umfeld begann der Markt, koordinierte Stimulusmaßnahmen als dringlicher zu betrachten. Bei seiner Juli-Sitzung änderte das chinesische Politbüro seine Linie. Obwohl keine konkreten Schritte angekündigt wurden, deuteten die Signale auf verstärkte Bemühungen um eine Belebung der Wirtschaft hin. Damit war schon im Juli absehbar, dass umfangreichere Konjunkturmaßnahmen zu erwarten waren.

Angesichts unerwartet schwacher Konjunkturdaten und schlechter Zahlen aus dem Immobiliensektor zeigten sich die Märkte im August jedoch wieder pessimistischer. Für die chinesische Regierung dürfte das ein weiterer Grund für die Einleitung einer Reihe weitreichender Stimulusmaßnahmen gewesen sein. Innerhalb weniger Tage wurden die Vorgaben für Anzahlungen beim Kauf von Wohneigentum landesweit gelockert, die Hypotheken- und Einlagenzinsen gesenkt, Einkommensteuerabzüge eingeführt und der Mindestreservesatz für Devisen gesenkt, um den Renminbi zu stützen.

Geht China entschlossen genug gegen die strukturellen Ungleichgewichte vor?

Neue Maßnahmen sind zweifellos zu begrüßen und stellen eine Art Rettungsanker für den Immobiliensektor und zyklischere, vom Bauwesen abhängige Wirtschaftszweige dar. Trotzdem fällt es derzeit schwer, einen allzu großen Optimismus aufzubringen. Nach einer zaghaften Erholung in den ersten Monaten des Jahres begannen die Hauspreise, gemessen am Durchschnitt von 70 Städten, im Sommer erneut zu fallen. In der Betrachtung seit Jahresanfang sind die Verkaufszahlen nach wie vor extrem schwach, und wir sehen insgesamt keine deutliche Erholung der Stimmung der privaten Haushalte und damit der Nachfrage, die eine Erholung der Preise und des Transaktionsvolumens ermöglichen würde.

Konjunkturmaßnahmen und eine breite staatliche Unterstützung könnten es Bauträgern mit ausstehenden Schulden an den Onshore- und Offshore-Märkten erlauben, noch einige Quartale durchzuhalten. Das könnte aber nicht ausreichen, um die anhaltenden strukturellen Ungleichgewichte in der chinesischen Wirtschaft – vor allem mit Blick auf die enorme Bedeutung des Bausektors und die demographische Entwicklung – zu beheben. Mögliche versteckte Probleme bei den chinesischen Vermögensverwaltern oder in anderen Bereichen des Schattenbankensektors sind ebenfalls ein wesentliches Risiko, das bei der Bewertung des langfristigen Wirtschaftsausblicks berücksichtigt werden muss. […]

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! NEU ! Die erste BondGuide Jahresausgabe 2023 ist erschienen: Green & Sustainable Finance 2023 (4. Jg.) kann wie gewohnt kostenlos als e-Magazin oder pdf heruntergeladen werden.

Ausgabe 3/2023 Biotechnologie 2023 der Plattform Life Sciences ist erschienen. Die Ausgabe kann bequem als e-Magazin oder pdf durchgeblättert oder heruntergeladen werden.

 

„Alle Lösungen für lokale Managing Directors in Betracht ziehen“

Einkaufsmanager zeigt verlangsamtes Wachstum an
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Umstrukturierung von China-Investitionen, Teil 1: Beteiligungsmodelle für lokale Managing Directors. Ein Interview geführt von Dr. Gerald Neumann

In dieser Serie betrachten wir, dass die große Mehrheit der ausländischen Manager China in den letzten drei Jahren verlassen hat. Schon vor der Corona-Pandemie setzte der Exodus ausländischer Mitarbeiter langsam ein, wobei sich die Geschwindigkeit in den letzten Jahren von allmählich zu rasant veränderte.

Viele deutschsprachige Beteiligungen in China, die oft bedeutende Umsatzträger für den gesamten Konzern sind, werden inzwischen von chinesischen Managern geführt. Erfolgreiche chinesische Manager sind immer auch selbst Unternehmer. Deshalb möchten wir heute diskutieren, wie solche Manager an das Unternehmen gebunden werden können.

Gäste sind Rainer Burkardt[1] und Thaddäus Müller[2]. Das Interview führte Dr. Gerald Neumann[3].

Thaddäus, Sie haben mehr als 15 Jahre Erfahrung in China. Was unterscheidet chinesische Manager von deutschsprachigen Managern?
Müller: Die kulturellen Unterschiede sind erheblich. Generell habe ich beobachtet, dass sich chinesische Arbeitnehmer viel weniger mit ihrem Arbeitgeber identifizieren als in Europa. Die Mitarbeiter wechseln häufiger das Unternehmen und nutzen Unzufriedenheiten im Unternehmen oder verlockende Angebote anderer Arbeitgeber schneller aus als in Deutschland. Dies gilt auch für Manager, die die Gesamtverantwortung für das Unternehmen tragen. Außerdem erwarten chinesische Arbeitnehmer auf allen Ebenen klare Hierarchien. In China besteht ein Managementteam seltener aus einem Direktorium und öfter aus einem einzigen Geschäftsführer. Andere Manager oder Mitarbeiter mit Führungsaufgaben werden als klar untergeordnet angesehen.

Deals für Managing Directors in China sind anspruchsvoll
Deals für Managing Directors in China sind anspruchsvoll

Rainer, siehst du das auch so?
Burkardt
: Im Prinzip ja. Es kommt aber auf die Art des Unternehmens an. Chinesische Mitarbeiter verlassen eher große multinationale Unternehmen mit einer unpersönlichen Führungsstruktur als mittelständische Unternehmen mit einem direkten und intensiven Kontakt zum Geschäftsführer. Deutschsprachige Familienunternehmen haben einen ausgezeichneten Ruf und verfügen oft über eine hervorragende Unternehmenskultur. Das wird sehr geschätzt.

Sind das Anreize, die Sie den Kandidaten für Ihre Kunden nennen, Thaddäus?
Müller: Auf jeden Fall. Unsere deutschsprachigen Kunden konkurrieren nicht nur mit anderen deutschsprachigen Arbeitgebern um qualifizierte Kandidaten, sondern auch – und das zunehmend – mit lokalen chinesischen Unternehmen und natürlich mit US-Unternehmen. Im Vergleich zu beiden Arbeitgebern sehe ich Vorteile für deutschsprachige Arbeitgeber in Bezug auf die Unternehmenskultur, aber vielleicht nicht unbedingt in Bezug auf die Vergütung. Amerikanische Unternehmen bieten oft deutlich höhere Gehälter, vor allem, was die variable Komponente angeht.

Heißt das, deutschsprachige Unternehmer zahlen zu wenig?
Müller
: Nicht unbedingt. Allerdings erwarten erfolgreiche chinesische Manager hohe variable Anteile, und hiesige Arbeitgeber und anglo-amerikanische Unternehmen bieten oft höhere Gehälter.

Burkardt: Wirklich erfolgreiche Manager kennen ihren Marktwert und ihren Wert für das Unternehmen, vor allem dann, wenn die Tochtergesellschaft in China eigenständig agiert und nicht als Niederlassung von der ausländischen Muttergesellschaft geführt wird. In diesen Fällen übersteigen die Gehaltsvorstellungen chinesischer Manager oft das, was die Muttergesellschaft zu zahlen bereit ist. In solchen Fällen müssen andere Lösungen als Festgehälter in Betracht gezogen werden.

Welche Möglichkeiten gibt es, variable Gehaltsbestandteile in China zu gestalten?
Burkardt
: Generell stehen in China die gleichen rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten wie in Deutschland zur Verfügung. Zunächst können leistungsbezogene Jahresprämien mit flexiblen Kriterien gewährt werden. Vertriebsleiter erhalten umsatzabhängige Provisionen, bei Geschäftsführern ist der Bonus meist an den Geschäftserfolg der Tochtergesellschaft, manchmal aber auch an den Erfolg der gesamten Unternehmensgruppe gekoppelt.

Können wir also davon ausgehen, dass die chinesischen Manager eine höhere variable Komponente akzeptieren würden, Thaddäus?
Müller: Das würde ich auch so sehen. Hier gilt der bereits erwähnte kulturelle Faktor. Wenn ein Kandidat nicht bereit ist, eine hohe variable Komponente zu akzeptieren, sollte man hinterfragen, ob er wirklich der richtige Kandidat ist.

Aus steuerlicher Sicht unterliegt ein einmaliger Jahresbonus dem ermäßigten Steuersatz, zumindest ist das die aktuelle Regelung. Gibt es sonst noch rechtliche Unterschiede im Vergleich zum deutschen Arbeitsrecht, Rainer?
Burkardt: Das chinesische Arbeitsrecht ist viel weniger ausdifferenziert als zum Beispiel das deutsche Arbeitsrecht. Zudem gibt es deutlich weniger Sicherheit, weil es nicht genügend höchstrichterliche Rechtsprechung und wissenschaftliche Kommentarliteratur gibt, um unklare Gesetze zu klären und Streitfälle zu behandeln. Dies bedeutet, dass der Arbeitsvertrag klare und eindeutige Bestimmungen enthalten muss. Leider stoßen wir häufig auf sehr komplizierte oder ungenaue Vertragsformulierungen, die schnell vor dem Arbeitsgericht landen. Es sei darauf hingewiesen, dass chinesische Arbeitsgerichte häufig zugunsten des Arbeitnehmers entscheiden, insbesondere wenn es sich um ein Unternehmen mit ausländischer Beteiligung handelt.

Sollten auch Compliance-Aspekte beachtet werden?
Burkardt: Das empfehle ich sehr. Compliance ist ein heißes Thema für ausländische Unternehmen in China. Wenn es um einen Geschäftsführer mit Gesamtverantwortung geht, sollte Compliance einer der Hauptfaktoren bei der Festlegung des variablen Teils seiner Vergütung sein. Bei Vertriebsleitern sollte darauf geachtet werden, dass der provisionsberechtigte Umsatz eine angemessene Marge enthält und die Transaktion abgeschlossen ist, d.h. der Kaufpreis bezahlt ist, um Kickbacks und Scheingeschäfte zu verhindern.

Wir raten unseren Kunden regelmäßig, ihre Liquidität in China gering zu halten, ihr Working Capital aktiv zu managen und darüber zu berichten. Kann das auch ein Bonuskriterium sein?
Burkardt
: Ja, das wird jetzt als Bonusdeterminante verwendet, und ich halte das für eine gute Idee. Die Geschäftsführer vor Ort müssen oft mehr auf diese finanziellen Indikatoren achten, und sie haben klar definierte Kriterien zur Erfolgsmessung.

Müller: Nach meinen Beobachtungen akzeptieren die Kandidaten dies auch. Aber, wie Rainer schon sagte, sind klare Regelungen notwendig. Wichtig ist, wie ich schon sagte, dass ein ausreichend hoher variabler Anteil eine attraktive Vergütung ermöglicht. Führungskräfte wollen am Erfolg beteiligt werden. Natürlich kann der Arbeitgeber auch eine Obergrenze festlegen, damit das Gesamtpaket in einem vernünftigen Rahmen bleibt.

Interview mit Silas Chu, neuer Regional Director Europe, Central Asia and Israel des HKTDC in Frankfurt.
Quelle: Adobe Stock; © pigprox

Beteiligung am Erfolg könnte auch bedeuten, dass man den chinesischen Managern Anteile am Unternehmen in China oder auch in Deutschland gewährt. Ist das auch gewünscht, Thaddäus?
Müller: Eigentlich nicht so sehr. Der Fokus liegt eher auf einer hohen Entlohnung auf der Arbeitnehmerseite. Natürlich gibt es Sonderfälle, aber die sind häufiger, wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer schon länger kennen. Das ist aber immer noch eine Seltenheit, vor allem in Familienbetrieben.
Burkardt: Ich empfehle, Anteile nur dann zu gewähren, wenn man den Manager schon länger kennt und er in der Vergangenheit die gewünschten Geschäftsergebnisse geliefert hat. Wichtig ist aber, dass die entsprechenden Gesellschaftsverträge der deutschen Muttergesellschaft weiterhin maximale Freiheit bei der Umsetzung wichtiger Investitionsentscheidungen lassen, dass die Beteiligung des chinesischen Managers ohne dessen Mitwirkung oder idealerweise sogar gegen dessen Willen beendet werden kann und dass die finanziellen Anforderungen an die Beteiligung des chinesischen Managers so gering wie möglich gehalten werden. Dabei ist zu beachten, dass bei bestimmten Beteiligungsmodellen die hundertprozentige Tochtergesellschaft zu einem Joint Venture mit dem chinesischen Manager als Gesellschafter werden kann.

Kann es dafür einen Stufenplan geben?
Burkardt: Sicherlich. Das Unternehmen kann dem Manager zunächst einen gut dotierten Arbeitsvertrag mit erfolgsabhängigen Boni gewähren, mit der Aussicht, nach einer gewissen Zeit Anteile zu erwerben. Mit der Einräumung einer rechtlich verbindlichen Option wäre ich in diesem Stadium allerdings zurückhaltend. Bestimmte Parameter sollten frühzeitig festgelegt werden, um den Manager zu binden und zukünftige Enttäuschungen zu vermeiden. Meines Erachtens sollten solche Optionen aber erst nach gründlicher Analyse der steuerlichen und rechtlichen Vor- und Nachteile des jeweiligen Beteiligungsmodells gewährt werden.

Kann der Arbeitnehmer durch den Erwerb von Gesellschaftsanteilen möglicherweise Teile seines Gehalts sparen?
Burkardt: Ja, das ist grundsätzlich denkbar. Ich persönlich würde es aber einfacher gestalten und dem Mitarbeiter frühzeitig mitteilen, dass er für die Gesellschaftsanteile eventuell eine monetäre Gegenleistung erbringen muss.

Thaddäus, Rainer, vielen Dank für eure aufschlussreichen Ausführungen!

Teil 2 der Serie „Restrukturierung von China-Beteiligungen“ wird sich mit dem Verkauf von Produktion an lokale Investoren in China beschäftigen.

[1] Rainer Burkardt ist Gründer und Geschäftsführer der in der VR China zugelassenen Anwaltskanzlei Burkardt & Partner Rechtsanwälte in Shanghai. Burkardt lebt und arbeitet seit 25 Jahren in China und gehört damit zu den wenigen deutschen Anwälten, die über eine langjährige China-Erfahrung vor Ort verfügen. Seine Expertise liegt in der praxisnahen Rechtsberatung vor allem von mittelständischen Unternehmen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz bei ihren Investitionen in China.

Seit 2009 ist Burkardt Vertrauensanwalt des österreichischen Generalkonsulats in Shanghai. Er war zwei Jahre lang stellvertretender Vorsitzender der Legal Working Group der European Union Chamber, Shanghai, bevor er 2010 zum Vorsitzenden gewählt wurde. Seit 2013 ist er als Schiedsrichter bei der Shanghai International Economic and Trade Arbitration Commission (SHIAC) tätig.

[2] Thaddäus Müller ist Partner bei Fiducia Executive Search in Asien und arbeitet seit 18 Jahren für das Unternehmen. Er hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft und eine Leidenschaft für HR und Recruiting. Mit seinem Team unterstützt er Branchenführer und internationale mittelständische Unternehmen (vorwiegend aus der DACH-Region) bei der Besetzung von wichtigen Fach- und Führungspositionen in China und Südostasien.

Vor seiner Tätigkeit bei der Fiducia arbeitete Müller in der Automobilindustrie und in der Textilabteilung von W.L. Gore, einem großen amerikanischen Technologiekonzern. Er studierte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und an der Stellenbosch Business School in Südafrika.

[3] Dr. Gerald Neumann ist geschäftsführender Partner bei Ebner Stolz Neumann Wu

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