Arbeitsplatzabbau bei Beijing Benz

Beim chinesischen Joint Venture von Daimler werden von dem geplanten weltweiten Kostenkürzungsprogramm in erster Linie die ausländischen Angestellten betroffen sein.

Bildquelle: Daimler

Rund 4.500 Menschen beschäftigt Beijing Benz, das Joint Venture von Daimler und BAIC. Über 200 davon sind „Expats“, vornehmlich aus Deutschland. Sie werden am stärksten vom Arbeitsplatzabbau bei Beijing Benz betroffen sein. Der Grund ist, dass sie zumeist im mittleren und gehobenen Management beschäftigt sind und der Konzern hier überdurchschnittlich viele Stellen streicht. Zusätzlich liegen bei diesen Angestellten die gezahlten Gehälter deutlich über denen der chinesischen Kollegen in vergleichbarer Position. Insofern ist es wenig überraschend, dass Daimler gerade hier den Rotstift ansetzt. Insgesamt soll Beijing Benz rund 4% der Arbeitsplätze abbauen. Gleichzeitig werden aber von den Daimler-Expats wohl mehr als die Hälfte zurückgerufen und gegebenenfalls entlassen werden. Die von ihnen in China besetzten Positionen streicht Beijing Benz entweder komplett oder besetzt sie mit chinesischen Mitarbeitern. Daimler hatte bereits angekündigt, insbesondere im mittleren Management, die Zahl der Arbeitsplätze deutlich straffen zu wollen.

Insgesamt plant der Konzern im Bereich Personal Einsparungen bis zum Jahr 2022 in Höhe von ca. 1,4 Mrd. EUR (ca. 10,5 Mrd. CNY), was auch ein Grund für den Arbeitsplatzabbau bei Beijing Benz ist. Dabei will er 10% aller Managementpositionen streichen. Das Handelsblatt geht von bis zu 15.000 Stellen weltweit aus, die gestrichen werden sollen. Begründet wird das Sparprogramm mit den schlechten Ergebnissen des Jahrs 2019, in dem der Gewinn auf ein Drittel des Vorjahresergebnisses geschrumpft war. Daimler erwirtschaftete nur noch 2,7 Mrd. EUR Gewinn (ca. 20 Mrd. CNY) und musste zudem drei Gewinnwarnungen herausgeben. Damit ist das vergangene Jahr das schlechteste der letzten 10 Jahre. Auch in China, einem der wichtigsten Märkte für die Stuttgarter, waren die Ergebnisse durchwachsen. Hier betrug der Umsatz im letzten Jahr 19 Mrd. EUR und lag damit 4% unter dem Umsatz des Jahres 2018.

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