Allianz erhält Lizenz von CBIRC in China

Erste 100%ig in ausländischem Besitz befindliche Versicherung zugelassen

dpa/Marc Müller/dpa

Der deutsche Versicherungskonzern Allianz hat als erstes ausländisches Unternehmen in China die Lizenz für eine Gesellschaft ganz ohne chinesische Beteiligung erhalten

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Am vergangenen Freitag (15. November) hat die Allianz China Insurance Holding Co., Ltd., eine vollständige Tochter des deutschen Allianzkonzerns mit Sitz in Shanghai, von der chinesischen Finanzaufsichtsbehörde China Banking and Insurance Regulatory Commission (CBIRC) die Erlaubnis erhalten, den Geschäftsbetrieb aufzunehmen. Den Antrag hierzu hatte die Allianz vor rund einem Jahr gestellt. „Die Zustimmung der Behörden ist ein wichtiger Meilenstein für unser Geschäft und versetzt uns in die Lage, aus einer führende Position heraus von der weiteren Öffnung der chinesischen Wirtschaft bestmöglich zu profitieren“, erklärt Sergio Balbinot, Vorstandsmitglied der Allianz.

Die Lizenzerteilung wurde von zusätzlichen Erklärungen begleitet, wie die chinesische Regierung die heimischen Finanzmärkte weiter öffnen und ausländische Finanzinstitutionen zu mehr Investitionen ermutigen will. Im Oktober bereits hatte das Komitee des Staatsrats für Finanzstabilität und -entwicklung die Abschaffung von Obergrenzen für ausländische Beteiligungen an Brokern, Futures-Händlern und Fondsgesellschaften für Ende des kommenden Jahres versprochen.

Aktuell dominieren rein chinesische Unternehmen den Versicherungsmarkt im Reich der Mitte. Derzeit generieren 12 einheimische Konzerne mehr als 70% des Prämienaufkommens in Chinas Versicherungssektor. Von der Öffnung des Sektors verspricht sich die chinesische Regierung mehr Wettbewerb. Dieser soll beispielsweise dazu führen, dass die einheimischen Versicherer konsequenter die besten versicherungsmathematischen Modelle nutzen, besseres Risikomanagement betreiben und die einzelnen Geschäftsbereiche besser absichern. Vor allem aber sollen natürlich die Kunden profitieren – sei es über bessere Preise oder ein breiteres Leistungsangebot. Entsprechend konstatiert Solmaz Altin, CEO der Allianz Asia-Pacific und damit auch Vorstand der chinesischen Gesellschaft: „Mit der neuen Holdingstruktur können wir der wachsenden chinesischen Mittelschicht nicht nur bessere Dienstleistungen, sondern auch die gesamte Bandbreite unserer Finanzlösungen anbieten.“

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