Zwischenbilanz im Beteiligungsgeschäft

Zum fünften Mal lud die Plattform M&A China/Deutschland ihre Partner und ausgewählte Gäste zu Ihrer Jahresveranstaltung ein. Im TechTower des Sino German Hi-Tech Parks fanden sich in Heidelberg rund 40 M&A-Experten, Investoren und Berater ein. Nach der Vorstellung dieses in Deutschland einmaligen Industrie- und Technologieparks folgte ein Einblick in die komplexen Erfahrungen eines deutschen Unternehmens mit einem chinesischen Eigentümer. Am Ende stand ein Blick zurück auf die Rückschläge der vergangenen Monate im grenzüberschreitenden M&A-Geschäft.

„Die Unsicherheit ist geradezu explodiert“

„Die Zeit ist aus den Fugen.“ Mit diesem Hamlet-Zitat leitete der Bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer seine Eröffnungsrede anlässlich des 12. Bayerischen Finanzgipfels ein. Damit bezog er sich nicht nur auf die aktuellen internationalen Spannungen wie den Handelskonflikt zwischen China und den USA oder die ungelösten europäischen Probleme wie den Brexit und die Schuldensituation Italiens. Auch unabhängig davon befindet sich die globale Wettbewerbssituation für deutsche Unternehmen in einem nachhaltigen Wandel. China kristallisiert sich auf Zukunftsfeldern wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz immer klarer als ein entscheidender Player heraus.

Auf zu neuen Ufern nach Shenzhen und Bao‘an

Am Ostufer des Perlflussdeltas erstreckt sich auf mehr als 40 Kilometern Bao’an. In anderen Ländern würde man hier von einer Metropole sprechen. In China ist Bao’an mit seinen 5,4 Mio. Einwohnern lediglich ein Bezirk der 20-Mio.-Einwohner-Megacity Shenzhen. Doch Bao’an ist ein entscheidender Impulsgeber für die Stadt und die ganze Großregion. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 345 Mrd. RMB (43 Mrd. EUR) steht der Bezirk für mehr als ein Fünftel der Wirtschaftsleistung Shenzhens. Dort werden Zukunftsbranchen wie Robotik, künstliche Intelligenz und Biotechnologie intensiv vorangetrieben. Und das Interesse an einer Zusammenarbeit mit Deutschland ist groß: Mehr als 2.000 Unternehmen unterhalten Geschäfts- und Handelsbeziehungen mit Deutschland, wie GAO Zhiyuan, stellvertretender Bezirksbürgermeister von Bao’an, auf einer Investmentveranstaltung in München betonte.

China Hour in Munich

The Germany China Desk of Bird & Bird in Munich recently held the seventeenth edition of its ‘China Hour’ lecture series. This event, titled ‘Tips and tricks for separation in the employment relationship – Best Practice Report’, drew wide attention from Chinese companies in Bavaria and attracted approximately 25 attendees, including high-ranking representatives from the Consulate General China in Munich, CUB and Chinaforum Bayern. Senior representatives from Air China, Autefa Solutions, Suntech Power, CCTC Group, Amazilia Aerospace and Going Public Media AG were also present.

Vielfältige Synergien

Die China European International Business School (CEIBS) hatte zum vierten Mal zu ihrem Europaforum geladen. Rund 300 Gäste fanden sich am 17. Juli in der BMW Welt in München ein. Neben mehreren Panels zur Digitalwirtschaft in China gab der CEO seltene Einblicke in einen der wichtigsten chinesischen Staatsfonds.

„Wir haben uns von Anfang an sehr gut aufgehoben gefühlt“

Für viele deutsche und europäische Investoren ist China gleichbedeutend mit Metropolen wie Peking, Shanghai oder Guangzhou. Gelegenheiten bieten sich aber auch abseits der Megacities. So stellte sich die Autonome Region Guangxi am 8. Juni in München vor. Vertreter der Provinzregierung präsentierten vor den mehr als 150 Gästen die besonderen Vorzüge des Standorts. Ein deutscher Technologieführer berichtete von seinen Erfahrungen bei seinen ersten Investitionen dort.

„Beeindruckend, wie stark man Investoren entgegenkommt“

Liaoning wirbt um deutsche Investoren. Die nordostchinesische Provinz mit ihren fast 44 Mio. Einwohnern kann mit zahlreichen Pluspunkten aufwarten: eine moderne Infrastruktur, ein umfassendes Angebot an industriellen Dienstleistungen sowie eine gezielte Förderpolitik für Branchen wie Elektromobilität, Telekommunikation oder Medizintechnik. Auf der Investmentkonferenz am 6. Juni im Münchner Hotel Vierjahreszeiten Kempinski präsentierte eine hochrangige Delegation vor rund 250 Gästen die Vorzüge des Standorts. Seine praktischen Erfahrungen bei Großprojekten vor Ort stellte der Autobauer BMW vor.

Zwischen Nachhaltigkeit und Effizienzstreben

Was sind die Besonderheiten chinesischer Investoren bei der Integration von übernommenen Unternehmen? Worin unterscheiden sie sich von Käufern aus Europa und den Vereinigten Staaten? Diesen Fragen ging der Bundesverband M&A in seiner ersten Jahreskonferenz M&A Integration nach. Rund 50 M&A-Experten aus Unternehmen und Beratungen fanden sich hierzu am 9. Mai in den Räumen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG am Frankfurter Flughafen ein. Vor allem durch ein Fallbeispiel wurde deutlich, wie schwierig und aufwändig sich die Kommunikation zwischen deutschem Target und chinesischem Erwerber gestalten kann.

„Noch nie war das Bedürfnis nach Zusammenarbeit so stark wie jetzt“

Rund 100 Gäste versammelten sich am 7. Mai im Sino German Hi Tech Tower im Süden Heidelbergs. Unter dem Motto „Shenyang meets Heidelberg“ organisierten der Deutsch-Chinesische Industriepark für Maschinen- und Anlagenbau in Shenyang und der Sino German Hi Tech Park ein Kooperationsforum, um eine Reihe von gemeinsamen Projekten in Angriff zu nehmen. Konkreter Anlass der Veranstaltung: die Einweihung des Offshore-Innovationszentrums des Deutsch-Chinesischen Industrieparks für Maschinen- und Anlagenbau.

Europa im Sperrfeuer zwischen USA und China

Die Beziehung zwischen China, den USA und der Europäischen Union steht vor einem Wendepunkt. Vier Jahrzehnte lang hat das Riesenreich von den offenen Märkten und freien Investitionsflüssen aus dem Westen profitiert, ohne seine eigene Wirtschaft vollständig zu öffnen. Doch Präsident Trump hat jetzt China ins Visier genommen. Handelsbarrieren werden hochgezogen und verheißen nichts Gutes für die Entwicklung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Und neue, noch einschneidendere Maßnahmen sind schon in der Planung. Dies berichtete Jörg Wuttke, Vorsitzender des OECD-Wirtschaftsberatungsgremiums für China auf dem sechsten Corporate M&A-Kongress in Frankfurt.

Im Westen viel Neues

Der Westen holt auf. Chinas zwölf westliche Provinzen erwirtschaften mittlerweile mehr als ein Fünftel des gesamten Bruttosozialproduktes des Landes. Welche Investitionschancen sich für ausländische Unternehmen dort bieten, zeigt die chinesische Regierung dieses Jahr wieder auf der 17. Westchinamesse. Ein riesiges Format mit tausenden von Ausstellern. In Chengdu werden in der Zeit vom 20. bis 24. September wieder Hunderttausende Besucher erwartet. Zur Promotion der Großausstellung stellte die Sichuan International Exhibition im Haus der Bayerischen Wirtschaft am 19. März die in Deutschland noch wenig bekannte Region vor.

Partner aus Tradition

Im Süden Deutschlands versteht man es, zu feiern wie in China. Zum Auftakt des Jahrs des Hundes fand in München am 1. März zum siebten Mal das Bayerisch-Chinesische Frühlingsfest statt. Inzwischen hat die vom Chinaforum Bayern organisierte Veranstaltung bereits Tradition. In der Alten Kongresshalle versammelte sich wieder die deutsch-chinesische Community aus nah und fern. Mehrere hundert Gäste genossen an diesem Abend gutes Essen, Akrobatik-Einlagen und künstlerische Darbietungen. Zwischen den kulinarischen Leckereien und dem Unterhaltungsprogramm durfte auch Wirtschaft und Politik nicht fehlen: Staatssekretär Franz Josef Pschierer vom bayerischen Wirtschaftsministerium gab einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten und Projekte des Freistaats im Reich der Mitte.