Aktien-Update: Heidelberger Druckmaschinen AG

Eine Ikone der deutschen Wirtschaft hat zukünftig einen chinesischen Großaktionär: Die Masterwork Group aus Tianjin plant den Erwerb von 8,5% der Anteile von Heidelberger Druck. Im Rahmen einer Barkapitalerhöhung wollen die Chinesen neue Aktien zeichnen und damit zum größten Aktionär des Unternehmens werden. Beachtlich dabei ist der Preis: Vorbehaltlich der Zustimmung aller relevanten Gremien beider Seiten sollen die neuen Aktien für stattliche 2,68 EUR über den Tisch gehen. Am Tag vor der Bekanntgabe des Deals notierten diese lediglich bei 1,72 EUR.

Bundesregierung verbietet Verkauf von Leifeld

Bereits vor Monaten gab es erste Hinweise, nun ist es tatsächlich passiert: Zum ersten Mal verbietet die Bundesregierung die Übernahme eines deutschen Unternehmens durch einen chinesischen Investor. Laut einer Online-Meldung der „Wirtschaftswoche“ will das Kabinett am 1. August nach Prüfung durch das Wirtschaftsministerium den Beschluss fassen, dass Leifeld Metal Spinning AG nicht an die Yantai Taihai Corporation verkauft werden darf. Die beteiligten Unternehmen selbst haben sich bisher nicht dazu geäußert.

Studio Babelsberg und Wuxi starten Kooperation

Die beiden Filmstudios Babelsberg und Wuxi werden zukünftig bei Produktion und Vertrieb projektbezogen zusammenarbeiten. Laut einer gemeinsamen Mitteilung planen die neuen Partner deutsch-chinesische Koproduktionen und den Austausch von filmtechnischen Know-how und Personal. Dazu soll ein gemeinsamer, international aktiver Bereich Production Services aufgebaut und werden.

Cathay Fortune steigt bei Epigenomics ein

Die in Hongkong registrierte Beteiligungsgesellschaft Cathay Fortune International erwirbt einen Minderheitsanteil von 2,15% an der Epigenomics AG. Hierzu führt der am Frankfurter Prime Standard notierte Biotech-Spezialist eine Kapitalerhöhung mit Privatplatzierung durch. Cathay zahlt 4,52 EUR pro Aktie (Xetra-Schlusskurss 16.11.2016: 4,88 EUR) und legt insgesamt 2,1 Mio. EUR auf den Tisch. Die neuen Anteilsscheine sind bereits ab dem laufenden Jahr dividendenberechtigt.

Neues Segment in China erschlossen

Der deutsche Gabelstaplerhersteller Kion beteiligt sich am chinesischen Lagertechnikspezialisten EP Equipment, um mit ihm zusammen Marktchancen in Asien und weltweit zu nutzen. Die strategische Partnerschaft zeigt, wie Inbound-Transaktionen allen Beteiligten Mehrwert bieten können.

Britischer Robotikspezialist in chinesischer Hand

Die chinesische Estun Automation erwirbt für 15,5 Mio. GBP (18 Mio. EUR) die britische Trio Motion Technology. Das Unternehmen aus Nanjing plant durch die Übernahme von einem Komponentenzulieferer zu eine Anbieter von High-end Motion-Control-Systemen aufzusteigen. Die in Gloucestershire ansässige Trio Motion Technology soll im Rahmen von Estuns Wachstumsstrategie auch als Forschungs- und Entwicklungszentrum fungieren. Als Berater für den chinesischen Käufer in rechtlicher, steuerlicher und wirtschaftlichen Fragen fungierte Rödl & Partner.

„Es gibt viel Gemeinsames“

Die börsennotierte Palfinger AG, mehrheitlich im Besitz der Familie Palfinger, arbeitet seit einigen Jahren erfolgreich mit der Krandivision des chinesischen Baumaschinenherstellers Sany Heavy Industries zusammen. Über zwei Joint Ventures wird das gemeinsame operative Geschäft gesteuert. Jetzt sind die Partner einen Schritt weiter gegangen und haben eine Überkreuzbeteiligung vorgenommen.

Weichai finanziert neues Hauptwerk für Linde

Linde Hydraulics hat am 12. Juli sein neues Hauptwerk in Aschaffenburg eröffnet. Mit rund 80 Mio. EUR handelt es sich um eine der größten Greenfield-Investitionen in Bayern in den vergangenen zehn Jahren. Finanziert wird die Investition von dem Mehrheitseigner Weichai Power. Das Unternehmen aus der ostchinesischen Provinz Shandong untermauert damit sein langfristiges Interesse an dem deutschen Hydraulikspezialisten. Ein erklärtes Ziel der Investition ist es, von der bayerischen Zentrale aus die Expansion in Asien zu stärken.

Wisco Tailored Blanks – nahtlos zusammengeschweißt

ThyssenKrupp gilt als Pionier der Tailored-Blanks-Technologie, eines Verfahrens zur Herstellung maßgefertigter Blechplatinen für die Automobilindustrie. Doch 2011 beschloss der deutsche Konzern den Verkauf des Geschäftsbereichs. Mit der Wuhan Iron and Steel Corporation fand sich ein zukunftsorientierter Interessent, der aber auch ganz eigene Vorstellungen in die Verhandlungen einbrachte. Seit 2013 führt der chinesische Stahlriese die Produktion unter dem Namen Wisco Tailored Blanks weiter.

Chinesischer Retter für deutsches Bergbauunternehmen

Ein weiterer Distressed M&A-Deal zwischen China und Deutschland: im südlichen Teil des Ruhrgebiets ging die insolvente OHE Mining Technology an das chinesische Großhandelsunternehmen, die Beijing Huahai Co. Ltd . Die Übernahme erfolgte vor dem Hintergrund, Marktführer im chinesischen Bergbausegment für ganzheitliche Lösungen im Bereich „Streb“ zu werden. Forschung und Entwicklung sowie die Produktion sollen wie gehabt am Standort in Hattingen erfolgen. Ein weiterer Ausbau unter Beibehaltung sämtlicher Arbeitsverhältnisse soll mittel- und langfristig erfolgen.

Rostocker Biotech-Unternehmen Centogene wirbt 25 Mio. EUR ein

Das 2005 gegründete Life Sciences-Unternehmen Centogene ist auf dem Gebiet der Diagnostik angeborener, seltener Krankheiten tätig. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Biotech-Unternehmen mit Sitz in Rostock und Niederlassungen in Berlin, Toronto, Neu-Delhi, Wien, Dubai und Jeddah in Rostock 240 Mitarbeiter und weltweit rund 300 Mitarbeiter. Entstanden ist das Unternehmen als Ausgründung der Rostocker Universitätsmedizin. Derzeit baut Centogene im Rostocker Stadthafen eine neue Unternehmenszentrale, die Ende 2017 bezogen werden soll. Am Firmensitz in Rostock lagern Tausende Patientenproben. Sie dienen als Basis für die Suche nach Biomarkern für Diagnostik oder Therapie-Monitoring.

Great Wall Motor investiert in deutsche Wasserstofftankstellen

Great Wall Motor (GWM), und H2 Mobility Deutschland haben am 24. Oktober ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Demnach erwirbt GWM eine Minderheitsbeteiligung und wird in den Aufbau des von H2 Mobility betriebenen Wasserstofftankstellennetzes investieren. Der chinesische Autobauer wird damit siebter Gesellschafter des Gemeinschaftsprojekts von Daimler, den Gasproduzenten Linde und Air Liquide sowie den Tankstellenbetreibern OMV, Shell und Total. Zur konkreten Höhe des Anteils und dem Kaufpreis äußerten sich die beteiligten Parteien nicht.

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