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Exportweltmeister im Maschinenbau: China verdrängt Deutschland

Maschinenbau
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China ist Spitzenreiter beim Maschinenbau-Export. Damit verdrängt das Land erstmals Deutschland von der Poleposition. Im Jahr 2020 war China an 15,8 Prozent der internationalen Maschinenbau-Exporte beteiligt.

Deutschland verliert seine Stellung als Exportweltmeister im Maschinenbau. Im Jahr 2020 exportierte China Maschinen zu einem Betrag von 165 Milliarden Euro. Damit lag der Anteil Chinas bei 15,8 Prozent des globalen Gesamtexportvolumens. Im Vergleich kam Deutschland nur auf einem Wert von rund 162 Milliarden Euro, was einem Anteil von 15,5 Prozent entspricht. Im Jahr 2019 ist Deutschland noch Exportweltmeister gewesen mit einem Vorsprung von 1,4 Prozentpunkten auf China.

Maschinenbau-Export in China profitiert von COVID-19

Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen-und Anlagenbau (VDMA) überstand der chinesische Maschinenbau-Export die Pandemie bestens, da das Land sehr früh und kürzer als andere Wirtschaftsnationen betroffen war. Zudem erlitt der europäische Absatzmarkt zeitgleich einen erheblichen Rückschlag durch die Pandemie.

Insgesamt wurde im Jahr 2020 Maschinen und Anlagen im Wert von rund 1 Billion Euro gehandelt, so die Schätzung des VDMA. Aufgrund der COVID-19-Krise war dieser Betrag rund zehn Prozent niedriger als noch im Jahr zuvor. Die Krise wirkte sich auch negativ auf die Marktwirtschaften der Länder auf den Rängen hinter China und Deutschland aus, allerdings blieben die Platzierungen unverändert. So belegt die USA mit 9,1 Prozent Anteil am globalen Maschinenbauexport weiterhin den dritten Platz, vor Japan mit rund 8,6 Prozent und Italien mit 6,7 Prozent.

 

 

Nicht nur Didi: China verschärft Druck, Aktien stürzen ab

Didi
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Die in den USA gelisteten Aktien chinesischer Tech-Konzerne sind an der Nasdaq schwer unter Druck geraten. Allen voran kamen die erst kürzlich in New York in den Handel gestarteten Didi-Aktien unter die Räder. Mit einem Minus von 22% liegt der Kurs des chinesischen Fahrdienst-Vermittlers jetzt mit etwa 12 USD deutlich unter dem Ausgabepreis von 14 USD. Den Anstoß dazu gab das Vorgehen chinesischer Behörden gegen das Unternehmen.

Die Pekinger Cyberspace-Aufsichtsbehörde ordnete zuletzt die Löschung der Didi-App aus chinesischen App Stores an. In einer Untersuchung seien „schwerwiegende Verstöße“ bei der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten durch Didi festgestellt worden, hieß es. Das Unternehmen müsse die Probleme zunächst lösen. Schon am Freitag hatte der Kurs um 5% nachgegeben, nachdem die Aufsichtsbehörde die Untersuchung öffentlich gemacht hatte.

Das „Wall Street Journal“ berichtete, die chinesischen Behörden hätten zuvor eine Verschiebung des Börsengangs in der Vorwoche nahegelegt, doch Didi sei nicht darauf eingegangen. Der Kurs war am ersten Handelstag bis auf rund 18 USD gestiegen, so hatte der Börsenwert zeitweise die Marke von rund 80 Mrd. USD erreicht – nicht so weit entfernt vom Marktführer Uber, der aktuell rund 96 Mrd. USD auf die Waage bringt.

Zudem wurde bekannt, dass weitere in den USA jüngst erst an die Börse gegangenen Online-Plattformen ins Visier der chinesischen Behörden geraten sind. Auch bei ihnen liefen Ermittlungen wegen des Umgangs mit gesammelten Daten, teilte die Behörde mit. Betroffen davon sind etwa die Lastwagen-Vermittler der Full Truck Alliance Co. sowie der Personalvermittler Kanzhun. Deren Papiere sackten im US-Handel um 15,2 und 11,1% ab.

Die Sorgen erstreckten sich aber auch auf viele andere Aktien chinesischer Konzerne, die in den USA notiert sind. Die Papiere des Suchmaschinenbetreibers Baidu, der beiden Online-Handelsplattformen JD.com und PinDuoDuo, des Online-Reisebüros Trip.com sowie jene des Internetkonzerns NetEase waren dort mit Einbußen zwischen 2,1 und 4,7%unter den großen Verlierern.

Die Papiere der US-Konkurrenz von Didi zeigten sich dagegen relativ gelassen. Der Kurs des Fahrdienstvermittlers Uber bewegte sich am Dienstag moderat mit 0,1% im Plus. In China hatte Didi Uber schon vom Markt verdrängt, der US-Rivale begnügte sich dort mit einer Beteiligung. Die Aktien des ebenfalls börsennotierten US-Wettbewerbers Lyft gaben zuletzt in New York um 0,9% nach.

Containerschiffsverkehr staut in Yantian: Einkauf aus China wird teurer

Containerschiffsverkehr, Shenzhen City, Guangdong Province, China
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Der Containerschiffsverkehr in China befindet sich weiterhin in einem coronabedingten Stau. Die Störungen verursachen kritische Lieferengpässe auf der ganzen Welt.

Der globale Containerschiffsverkehr ist gelähmt, nachdem ein COVID-19-Ausbruch unter Hafenarbeitern den Betrieb im südchinesischen Hafen Yantian erheblich beeinträchtigte. Nach Bericht des Kieler Institut für Weltwirtschaft verschifft der Yantian Hafen im Moment weniger als die Hälfte der standardmäßigen Containermenge. Auch die benachbarten Häfen in Nansha, Shekou und Hongkong geraten an ihre Kapazitätsgrenzen.

Containerschiffsverkehr weltweit in Gefahr

Der Stau in Yantian hat Auswirkungen auf die globalen Güterströme. Die Anzahl von Containerschiffen, die durch den Stau an den Häfen Chinas gebunden sind, beträgt mehr als in der ersten Pandemie-Welle. Laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft sind im Roten Meer zehn Prozent weniger Containerschiffe im Einsatz als erwartet. Somit übertrifft der Stau in China die Lieferausfälle, die durch den einwöchigen Stau am Suezkanal Ende März verursacht worden sind.

Über die Häfen am südchinesischen Meer verteilt warten nun Schiffe auf ihre Fracht. Weil diese Containerschiffe deswegen im Verzug sind, befinden sich Schiffe in anderen Zielhäfen auf der Welt in Warteposition. Im Domino-Effekt breitet sich die Problematik von den Küsten Südchinas aus bis in die Lagerhallen Europas oder der USA.

Teure Folgen für die Konsumenten

Aufgrund der Verzögerungen im Containerschiffsverkehr erhöhen sich die Transportkosten für die Produzenten und Zulieferer. Materialengpässe in Europa sorgen dafür, dass die Industrie nur einen Teil ihrer gut gefüllten Auftragslisten abarbeiten kann. Dementsprechend spiegeln sich die Lieferausfälle in Preisanstiegen wider. Da auch ein großer Anteil der Waren in Ostasien produziert werden, steigen die Preise weiter in die Höhe.

Seit Frühjahr 2020 bereits hat die Containerschifffahrt mit den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie zu kämpfen. Damals fiel der Betrieb an vielen Häfen wegen der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus aus. Ein weiteres Fiasko war der Unfall des japanischen Containerschiffs „Ever Given“ im viel befahrenen Suezkanal Mitte März dieses Jahres. Die sechstägige Blockade verursachte Schätzungen zufolge einen wirtschaftlichen Schaden von rund 2 Milliarden US-Dollar.

„Viele unserer im internationalen Handel tätigen Mandanten sind von der derzeit gestörten Seefrachtumgebung konkret betroffen“. sagt Ling Liu, Spezialistin im Chinageschäft der Eversheds Sutherland (Germany) Rechtsanwälte Steuerberater Solicitors Partnerschaft mbB. „Sie suchen aktiv nach alternativen Lösungen, wie Lufttransport und Transport per Güterzug oder Lkw entlang der Seidenstraße. Manche versuchen ihre Lagerbestände vor Ort im Absatzmarkt zu erhöhen.“

Syngenta will mit IPO-Erlös zukaufen

Syngenta
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In der vergangenen Woche haben die IPO-Pläne des Agrarchemiekonzerns Syngenta eine wichtige Hürde genommen: Die chinesische Aufsichtsbehörde hat den Antrag der Firma auf ein Listing am STAR Market der Börse Shanghai angenommen.

Der Syngenta-Börsengang wird das voraussichtlich größte IPO des Jahres. Der Erlös soll bei 9,3 Mrd. CHF liegen. Die Bewertung des Schweizer Konzerns, der mehrheitlich in Hand des chinesischen Unternehmens ChemChina ist, könnte inklusive Schulden bei 60 Mrd. USD liegen.

ChemChina hat Syngenta 2017 übernommen und von der Schweizer Börse SIX genommen. Mit dem jetzt neuen Listing in Shanghai will der Konzern das interne Wachstum vorantreiben und Akquisitionen stemmen. Ziel ist es, einen größeren Anteil am Markt für Saatgut und Spritzmittel zu erringen.

Neue EU-Umsatzsteuerreform: Einkauf aus China wird teuerer

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Ab Juli tritt eine neue EU-Umsatzsteuerreform in Kraft, die den Onlinehandel mit Drittstaaten wie den USA oder China betrifft. Preissteigerungen bei Bestellungen aus dem Ausland könnten folgen. 

Bisher profitierten inländische Käufer von einer Zollfreigrenze von 22 Euro. Diese fällt nach Verabschiedung der neuen EU-Umsatzsteuerreform ab dem 1.Juli 2021 weg. Künftig müssen Online-Shopper auch bei Bestellungen unter 22 Euro eine Mehrwertsteuer im Wert von 19 Prozent draufzahlen. Einen Freibetrag gibt es nur noch bei einem Einkaufswert von weniger als 5,23 Euro.

Wen betrifft die EU-Umsatzsteuerreform?

In erster Linie ist der Onlinehandel mit Nicht-EU-Ländern betroffen. Dazu gehören Internethändler aus China, Schweiz, Großbritannien oder den USA, die ihre Waren nach Europa verkaufen. Zudem wird die Steuerreform auch Auswirkungen auf Online-Käufer haben, die Produkte aus einem Drittstaat bestellen. Zukünftig muss der zuständige Beförderer für alle Bestellungen aus einem Nicht-EU-Land eine Zollanmeldung abgeben. Der Versanddienstleiter, sprich Post-oder Kurierservice, verlangt dafür eine Servicegebühr.

Die Umsatzsteuerreform soll Steuerbetrug verhindern und den steuerlichen Vorteil von Nicht-EU-Händlern beseitigen. Bis dato profitierten diese bei Importen aus Drittstaaten von der Freigrenze von 22 Euro, während EU-Versandhändler auf alle Sendungen Umsatzsteuer abheben mussten. Dadurch soll ein fairer Wettbewerb für Händler mit Sitz in EU garantiert werden.

IOSS als Abhilfe für Kunden und Händler

Das neu geschaffene System IOSS (Import One Stop Shop) soll Online-Käufer entlasten. Nicht-EU-Händler, die sich für das IOSS-System registriert haben, ziehen die Mehrwertsteuer vom deutschen Käufer selbst ein. Dadurch spart sich ein EU-Kunde die Servicegebühr, die durch die EU-Umsatzsteuerreform entstehen würde.

Händler, die das IOSS-System nutzen, verpflichten sich, die Abführung der Einfuhrgebühren zu übernehmen. Der Vorteil entsteht dadurch, dass ein IOSS-registrierter Anbieter sich nicht beim Finanzamt jedes einzelnen EU-Staates anmelden muss, in dem er Sendungen liefert. Dieses Verfahren läuft vollständig digital ab und hat minimale Abwicklungskosten. Laut Expertenaussage sind mittlerweile alle großen Marktplätze bereits vorbereitet auf die neue EU-Umsatzsteuerreform und für IOSS registriert. Kunden sollten bei Online-Bestellung von Produkten darauf achten, dass ein Versandhändler das IOSS-System nutzt.

China: Robotikindustrie im Aufschwung

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Die gestiegenen Absatzzahlen in China haben positive Auswirkungen auf die Robotikindustrie weltweit. In 2020 wuchs Chinas Roboterabsatz um 19 Prozent, berichtet die IFR.

Die Robotikindustrie in China trotzt der COVID-19 Pandemie – insgesamt wurden rund 167.000 Industrieroboter verkauft. Die International Federation of Robotics (IFR) berichtet von einem Wachstum der Absatzzahlen um 19 Prozent. Der frühe Lockdown Chinas im Vergleich zu anderen Ländern beflügelte die wirtschaftliche Erholung der Robotik bereits im Jahr 2020.

Chinas Robotikindustrie stärkt Märkte in Nordamerika und Deutschland

Weil der Markt in China weiter dynamisch bleibt und wächst, profitieren auch ausländische Robotikhersteller. 123.000 Industrieroboter wurden verkauft, wobei insbesondere japanische Firmen einen dominanten Marktanteil verzeichneten. Dies entspricht einem Absatzplus von 24 Prozent. Die Absatzzahlen von chinesischen Robotikanbietern beliefen sich auf 44.000 Einheiten in ihren Heimatmarkt, was einem Wachstum von 8 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 entspricht.

Die OECD prognostiziert ein weltweites Wirtschaftswachstum von 5,5 Prozent im Jahr 2021 und 4 Prozent im Jahr 2022. Ferner machen die verzeichneten Auftragseingänge der Robotikindustrie Hoffnung auf ein stärkeres Wirtschaftsjahr für die Märkte in Nordamerika und Europa. Die Auftragsbücher in den Vereinigten Staaten sind demnach bereits gut gefüllt. In Deutschland erwarte man eine Trendwende für die lokale Robotik-Branche, da die Prognose eine starke Erholung für das Jahr 2021 zeige. Zudem besteht aktuell noch ein Problem mit Lieferengpässen bei Schlüsselkomponenten. Eine Steigerung der Umsatzzahlen kann erreicht werden, wenn dieses Problem bewältigt wird.

Robotik als Hilfe bei Erreichen von Klimaneutralitätszielen

Der globale Trend zur Klimaneutralität eröffnet neue Möglichkeiten für die Industrie, berichtet der IFR. Volkswirtschaften setzen auf Robotik, um ihre vorgegebenen Klimaneutralitätsziele zu erreichen. Im Vordergrund steht insbesondere die Entwicklung von erneuerbarer Energien und Umwelttechnologien. Durch Robotik und Automatisierung wird die Fertigung von notwendigen Komponenten. wie Brennstoffzellen, Batterien für den Transportsektor oder Solarzellen im Energiesegment optimiert. Zudem ermöglicht es Robotik, die Produktion der Komponenten zu einem wettbewerbsfähigen Kostenaufwand an die regionalen Märkte zu bringen.

Laut IFR verspricht man sich vom dynamischen Wachstum der Robotikindustrie eine erhöhte Produktivität, welches wiederum für eine Absicherung von Arbeitsplätzen sorgt.

Vivo nimmt Kurs auf Europa

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Der chinesische Smartphone-Hersteller Vivo intensiviert seine Marketingkampagnen im europäischen Raum. Unter anderem bei der aktuellen Fußballeuropameisterschaft lässt sich die Bannerwerbung des Unternehmens am Rande des Spielfeldes finden.

Vivo ist ein chinesisches Technologieunternehmen mit Sitz in Dongguan. Bereits vor dem Markteintritt in Europa im Oktober 2020 hatte der Smartphone-Hersteller einen Weltmarktanteil von rund 8%. Die Smartphone-Marke will nach eigenen Angaben bei ihren Produkten mit Lifestyle und technischen Featuren überzeugen, zu einem günstigen Preis.

Huawei schwächelt – Vivo nutzt die Gunst der Stunde

Aufgrund von politischen Spannungen ist der chinesische Smartphone-Riese Huawei in den letzten zwei Jahren gehörig ins Schwanken geraten. Neben Vivo profitieren auch andere Handy-Anbieter aus China wie Xiaomi und OPPO von Huaweis scharfem Niedergang auf dem europäischen Markt. Die chinesischen Hersteller zeigten eine überzeugende Performance im ersten Quartal des Jahres 2021. Xiaomi, OPPO und Vivo verzeichneten mit jeweils 62, 60 und 48 Prozent mehr Zuwachs als Samsung und Apple im gleichen Zeitraum. Im Absatzzahlen-Ranking von Canalys wurde Huawei nach mehreren US-Sanktionen aus der Top-5-Gruppe verdrängt und belegt nun den siebten Platz.

Obwohl Vivo bislang nur in einzelnen Ländern in Europa vertreten ist, gehört die Marke dennoch zu den Top-5 Smartphone-Herstellern weltweit. Bis Ende 2021 sollen die Produkte dann in allen relevanten europäischen Ländern erhältlich sein.

Die europäischen Märkte gewinnen an Bedeutung für chinesische Handy-Anbieter

Die laufenden Unstimmigkeiten zwischen der USA und der Volksrepublik erschweren es chinesischen Mobilfunkunternehmen, in den US-amerikanischen Markt einzusteigen. Darum gewinnt Europa zunehmend an Attraktivität für Unternehmen aus China.

Bei der Fußball-EM sind die Bemühungen von Vivo zur Steigerung der Markenbekanntheit bei der europäischen Kundschaft erkennbar. Laut eigener Marktforschung des Unternehmens besteht eine große Nachfrage nach Smartphones unter 300 Euro in Europa. Demzufolge liegt der Fokus bei den Produkten des Smartphone-Herstellers bei erschwinglichen Mittelklasse- und Einsteigergeräten, die sich durch eine leistungsstarke Batterie, einer hochwertigen Kamera und Designfunktion auszeichnen. Vivo nutzt die Gelegenheit und versucht durch intensivere Marketingkampagnen den europäischen Markt für sich zu gewinnen. Die EM 2020 wird nicht die letzte Fußball-Großveranstaltung sein, bei der das Unternehmen vertreten ist: Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 wird Vivo die offizielle Smartphone-Marke sein.

 

Einhundert

Deutschland China CAI

Der 1. Juli war der Tag der Tage, dem das Milliarden-Volk der Chinesen seit Langem entgegengefiebert hat. Die 100. Wiederkehr des Gründungstages der Kommunistischen Partei Chinas war ein Tag des Stolzes. Stolz auf das Erreichte. Dieser Stolz vereint die Chinesen – die sozialen Netzwerke spiegeln das wider. Schon höre ich den lauten Widerspruch … und setze dem entgegen, die Freiheit, sich nicht zu äußern, die hat jeder. Auch in China. Und: Selbst der kritischste Beobachter wird nicht leugnen können, dass China insbesondere in den vergangenen 40 Jahren Beachtliches geleistet hat. Zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ist das Land aufgestiegen. Während Millionen aus der Armut geholt wurden, ist China in modernen Technologien zu einem globalen Trendsetter geworden. Der Weg führte von einer „hochgradig zentralisierten Planwirtschaft“ in eine „lebendige sozialistische Marktwirtschaft“, von einem „hermetisch abgeschlossenen“ Markt zu einer „in jeder Hinsicht offenen“ Wirtschaft.

Nicht am Gründungsort der Partei in Shanghai, sondern auf dem Tiananmen-Platz in Peking, wo die Kommunisten mit der Ausrufung der Volksrepublik 1949 ihren ersten großen Achtungserfolg zementierten, hielt Xi Jinping, der Generalsekretär, die Geburtstagsansprache, die genauer zu betrachten es sich lohnt. Jedem steht es zu, die Rede aus eigener Sicht zu beurteilen. Schlagzeilen wie „China bekräftigt Drohung gegen Taiwan“ werden ihr allerdings nicht gerecht. Gerade einmal fünf Zeilen fast am Ende der achtseitigen Rede werden der Taiwan-Frage gewidmet. Eine Bekräftigung alter und bekannter Grundsätze. Das war es. Mehr nicht. Neu ist es jedenfalls nicht, dass es für China „rote Linien“ gibt, die nicht zu überschreiten sind. Das war vorgestern und gestern so. Auch morgen und übermorgen wird dies so sein.

Interessanter dagegen ist, dass unter dem Verweis, aus der Geschichte müsse gelernt und die entsprechenden Lehren seien zu ziehen, dunkle Kapitel aus den 60er- und 70erjahren unerwähnt blieben. Ja, selbstverständlich, wer feiert, will nur an das Schöne denken. Das geht uns allen so. Wer allerdings historische Vorgänge aus der jüngsten Geschichte nicht kennt, läuft Gefahr, in die falsche Richtung geführt zu werden.

Genau deshalb – und an dieser Stelle wird es für unsere Beziehungen mit China wirklich interessant – hat der der Parteichef auch auf das Jahr 1840 verwiesen. Ungleiche Verträge, nach der Niederlage im ersten Opium-Krieg dem Land aufgezwungen, denen nach späteren Auseinandersetzungen weitere folgten, hatten China in eine halbkoloniale Abhängigkeit geführt. Eine Schmach, die de facto erst mit der Gründung der Volksrepublik überwunden wurde und sich nie wiederholen soll. Zum 100. Jahrestag der Kommunistischen Partei hat das Land die Stärke und, ja, auch das Selbstbewusstsein, ein zweites 1840 zu verhindern.

China hat diesen Aufstieg zum großen Teil seiner Öffnung zu verdanken, die internationalem Kapital und Know-how den Weg in den Markt ebnete. Profitiert hat China. Profitiert haben internationale Unternehmen. So soll es auch künftig sein, bekräftigte Xi Jinping, der betonte, das Land war gerade in den vergangenen 40 Jahren bereit, von den Erfahrungen anderer Gesellschaftsmodelle zu lernen, für China Geeignetes zu übernehmen und in die eigenen Strategien der wirtschaftlichen Entwicklung einfließen zu lassen. Modelle zu kopieren, das ist Chinas Sache nicht (mehr). „Nützliche Anregungen“ und „wohlgemeinte Kritik“ sind immer willkommen. „Lehrmeister“ aber werden aber keine Chance haben, gehört zu werden. Klar und deutlich sind die Worte, die für uns alle alltäglichen Miteinander selbstverständlich sind. Zwischen Staaten sollte dies ebenso zur nicht weniger selbstverständlich sein. Irgendwie scheint in den vergangenen Jahren die Fähigkeit abhanden gekommen zu sein, den Partner zu akzeptieren, wenn er nicht nach der Pfeife derjenigen tanzt, die glauben, eine Führungsrolle gepachtet zu haben.

Es ist muss neu gedacht werden, um nicht das chinesische „befreit die Gedanken“ zu bemühen. Geht es wirklich noch um Führung? Nein. Es geht darum, so viele Kräfte wie möglich zu bündeln, gemeinsam ins Boot zu steigen und die Herausforderungen der Zeit zu meistern. Weniger hacken. Mehr scharren.

Mega-IPO: Uber-Rivale Didi sammelt wohl 4,4 Mrd. USD ein

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Bei seinem geplanten US-Börsengang streicht der chinesische Fahrdienstvermittler Didi Chuxing laut Insidern brutto rund 4,4 Mrd. USD ein. Didi habe rund 317 Millionen Anteilsscheine zu je 14 USD platziert, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen schrieb. Auch das „Wall Street Journal“ hatte berichtet. Damit hätte Didi das obere Ende der angepeilten Preisspanne erreicht.

Im Rahmen des Angebotes hat Didi laut Bloomberg rund 317 Millionen Aktienersatzscheine, sogenannte American Depository Shares, verkauft. Laut dem Börsenprospekt hätte das Unternehmen bei Vollausübung der Mehrzuteilungsoption gut 331 Millionen ADS veräußern können. Die ADS stehen jeweils für eine gewisse Zahl echter Stammaktien des Unternehmens.

Früheren Angaben zufolge werden Unternehmensgründer und Vorstandschef Will Wei Cheng, Managerin Jean Qing Liu und Manager Stephen Jingshi Zhu über eine Aktiengattung mit höheren Stimmrechten weiter die Kontrolle über das Unternehmen haben. Mit einem Bruttoerlös von 4,4 Mrd. USD wäre Didi nach Bloomberg-Daten die zweitgrößte US-Börsengang eines chinesischen Unternehmens. Nur der Onlinehandelsriese Ali Baba sei mit 25 Mrd. USD größer gewesen.

Gemessen an den wohl ausstehenden Aktien am oberen Ende der Preisspanne käme der Uber-Rivale damit auf eine Marktkapitalisierung in Höhe von 67 Mrd. USD. Im April hatte Bloomberg über Vorstellungen des Unternehmens von bis zu 100 Mrd. USD berichtet.

Didi bezeichnet sich als die weltgrößte Mobilitätsplattform und ist mit fast 500 Millionen jährlich aktiven Nutzern in 16 Ländern vertreten, vor allem in China. In den vergangenen drei Jahren schrieb das Unternehmen nach eigenen Angaben rote Zahlen. Im ersten Quartal 2021 schaffte Didi jedoch einen Nettogewinn von 837 Mio. USD bei einem Umsatz von 6,4 Mrd. USD.

Die Chinesen verfolgen ein ähnliches Geschäftsmodell wie Uber. In seinem Heimatmarkt setzte sich Didi in einem erbitterten Preiskampf gegen Uber durch. Das US-Unternehmen kapitulierte 2016 und gab sein China-Geschäft im Gegenzug für eine Beteiligung an Didi ab. Dadurch hält Uber jetzt 12,8% an Didi und dürfte, wie auch der mit 21,5% größte Anteilseigner Softbank, viel Geld am Börsengang verdienen.

Umfrage: Europäische Unternehmen in China trotzen COVID-19

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Europäische Unternehmen in China haben 2020 mehrheitlich Gewinne erwirtschaftet. Das ergab eine Umfrage der EU-Handelskammer, der zufolge drei von vier Befragten Firmen das Jahr positiv abschlossen. Dementsprechend ist ein Großteil der befragten Unternehmen optimistisch hinsichtlich des zukünftigen Wachstums im chinesischen Markt.

Die Ergebnisse sind unerwartet: Anfang 2020 zeigte eine Umfrage, die gemeinsam von der Europäischen Handelskammer und der Deutschen Handelskammer in China durchgeführt wurde, dass die Hälfte der befragten Unternehmen mit einem niedrigeren Umsatz für 2020 im Vergleich zum Vorjahr rechnete. Nur 0,5 Prozent erwarteten einen Umsatzwachstum.
Jetzt zeigten aber die Ergebnisse, dass nur ein Viertel aller Teilnehmer von Umsatzrückgängen berichtete. Ganz im Gegenteil konnten 42 Prozent aller Befragten ein Wachstum im Geschäftsjahr 2020 verzeichnen.

Rund drei Viertel der Unternehmen erzielten 2020 Gewinn, was dem gleichen Anteil wie in den vergangenen 5 Jahren entspricht. Europäische Unternehmen in China konnten sich demnach den schwierigen Zeiten anpassen und einen Umsatzrückgang verhindern.

Unternehmen aus Europa sind gewillt, ihre Aktivitäten in China auszubauen

Der Umfrage ist zu entnehmen, dass europäische Unternehmen sich weiter in China etablieren wollen. Rund 60 Prozent der Befragten plant demzufolge eine Expansion ihrer geschäftlichen Tätigkeiten im chinesischen Markt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Zunahme von 8 Prozent. Das Engagement in der Volksrepublik bleibt weiterhin stark – lediglich 9 Prozent aller befragten Unternehmen zieht einen Abbau der laufenden oder geplanten Investitionen in Betracht. Nach Angabe der EU-Handelskammer ist das der niedrigste Wert seit Beginn der jährlichen Umfrage. Insgesamt erhöht sich die Prozentzahl der Befragten, die einen optimistischen Ausblick hinsichtlich des zukünftigen Wachstums in China haben, auf 68 Prozent. Das entspricht einem Anstieg um 20 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Geopolitische Spannungen bergen Risiken 

Um einem Supply-Chain-Ausfall durch geopolitische Entwicklungen und Handelsbarrieren vorzubeugen, setzen europäische Unternehmen in China verstärkt auf lokale Lieferketten. Mehr als ein Viertel der Befragten planen ihre Produktionswege weiter innerhalb des Landes zu konzentrieren. Zudem stärken Europäische Unternehmen in Joint Ventures mit chinesischen Partnern ihre Position. Laut Umfrage planen 27 Prozent ihre Anteile zu erhöhen und rund zwei Drittel aller befragten Teilnehmer beabsichtigen eine Mehrheitsbeteiligung oder die volle Eigentümerschaft an ihren Gemeinschaftsunternehmen zu erlangen.


Die Umfrage mit 585 Teilnehmern wurde in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Roland Berger ausgeführt.

Bubble-Tea-Kette Nayuki sammelt zum IPO 650 Mio. USD ein

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Die chinesische Bubble-Tea-Kette Nayuki schwächelte beim Debüt auf dem Hongkong-Markt, nachdem sie bei ihrem Börsengang mehr als 650 Mio. USD eingestrichen hatte. Die Idee für das Unternehmen entstand bei einem Blind Date der beiden Miteigentümer.

Bubble Tea ist ein Getränk aus Taiwan, bestehend aus Tee und Milch oder Fruchtsirup. Die Teesorte ist vor allem bekannt für ihre Tapioka Kügelchen. Diese sind häufig gefüllt mit einer Frucht- oder Joghurtfüllung. Im asiatischen Raum bevorzugt man allerdings die geschmacklose Variante.

Der erste Tag an der Hongkonger Börse verlief aber nicht nach Plan für das Unternehmen, die Aktien schlossen bei 17.12 HK und damit rund 14% unter dem Börsenkurs von 19,80 HK.

Gründung bei Blind Date

Das in Shenzhen ansässige Unternehmen wurde vom Ehepaar Peng Xin und Zhao Lin gegründet. Xin soll ihre Bubble-Tea-Geschäftsidee ihrem jetzigen Ehemann Lin bei einem Blind Date vorgestellt haben. Lin, der bereits Erfahrung in der Lebensmittelindustrie vorweisen konnte, war schnell überzeugt und ein halbes Jahr später gründete das Paar das Bubble-Tea-Geschäft Nayuki. Im Jahr 2015 öffnete die erste Nayuki-Filiale in Shenzhen.

Nayuki plant weiteren Ausbau

Mittlerweile existieren mehr als 560 Filialen in über 70 Städten. Mehr als 90% der Geschäfte von Nayuki befinden sich in Tier 1 und Tier 2 Städten Chinas. Der Großteil der Erlöse aus dem Börsengang in Hongkong sollen Nayuki zufolge für die Öffnung von 650 weiteren Geschäften und zur Verbesserung von Technologie- und Betriebsinfrastruktur verwendet werden.

Das Bubble-Tea-Unternehmen verfolgt das Ziel, bereits in diesem Jahr die Geschäftskette um 300 weitere Filialen zu erweitern. Im Jahr 2022 sollen 350 zusätzliche Neueröffnungen folgen. Der Großteil der Öffnungen ist Teil eines neuen Ladenformats mit dem Namen Nayuki Pro. In diesen Läden werden neben Bubble Tea auch Kaffee und kleinere Backwaren angeboten, um vermehrt Büroangestellte anzulocken.

Die Covid-19 Pandemie änderte die Konsumgewohnheiten der chinesischen Bevölkerung: So bevorzugen es Kunden nun, online ihre Bestellungen abzugeben. Nach Angaben von Nayuki kommen 70% aller Bestellungen über die Online-Plattform. Laut Mitgründer Lin ist das Unternehmen zuversichtlich, lauf langer Sicht zu einer wettbewerbsfähigen internationalen Marke wachsen zu können.

Elektroautohersteller Xpeng erwartet Milliardensumme bei Hongkong-Börsengang

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Rund 2 Mrd. US-Dollar stehen im Raum beim Börsengang für Tesla-Konkurrent Xiaopeng Motors. Das Unternehmen ist bereits in den USA börsennotiert und ist eine der aktuell gefragtesten E-Autohersteller auf dem chinesischen Markt.

Xiaopeng Motors, oder kurz Xpeng, ist ein chinesischer Hersteller von E-Autos und ist in Guangzhou ansässig. Der Autobauer hat Niederlassungen in den USA und ist dort an der NYSE börsengelistet. In China zählt Xpeng als einer der größten Konkurrenten von Tesla zusammen mit anderen aufstrebenden chinesischen Elektroautoherstellern wie NIO und Li Auto.

Xpeng hofft auf 1,8 Mrd. Dollar bei Hong Kong-Listing

Durch den Gang auf die Hongkonger Börse soll besonders heimischen Anlegern der Erwerb von Aktien erleichtert werden. Dem Unternehmen zufolge werden bei dem Börsengang insgesamt 85 Millionen A-Klasse Stammaktien emittiert. Dabei beläuft sich das öffentliche Angebot in Hongkong auf 80,75 Millionen Anteilsscheine, die restlichen 4,25 Millionen Anteilsscheine sind global verfügbar. Die Shares werden bei einem Preis von jeweils 21,25 US-Dollar angeboten.

An der Hongkonger Börse werden die Xpeng-Aktien unter dem Aktiencode „9868“ notiert. Weiterhin verfügt der E-Autohersteller über American Depositary Shares (ADS), die an der New York Stock Exchange gehandelt werden und jeweils zwei A-Klasse Stammaktien repräsentieren.

Mehr Anleger durch Stock-Connect Programm

Xpeng verfolgt das Ziel, ein duales Primärlisting aufzubauen. Als Folge ist der Elektroautohersteller nicht nur an den US-amerikanischen Regularien gebunden, sondern unterliegt auch den Vorschriften der Aufsichtsbehörde in Hongkong.

Den Vorteil, den sich das chinesische Unternehmen dabei erhofft, ist der Zugang zum „Stock Connect“-Programm, welches durch das zweite Primärlisting gewährt wird. Dieses sorgt für einen vereinfachten Austausch zwischen den Marktplätzen auf dem Festlandchina und der Hongkonger Börse. Für chinesische Anleger werden so Beschränkungen gelockert beim Handeln von bestimmten Unternehmen aus China und Hongkong. Auch ausländische Händler wird der Erwerb von chinesischen A-Aktien auf die Weise erleichtert.

Der Erlös wird genutzt zur weiteren Investition in die Betriebssysteme Xpilot und Xmart, zur Entwicklung von neuen Modellen als auch für das Marketing und die Erweiterung des Netzwerks von Geschäften und Ladestationen.

Chinesische Übersetzung: Rong Hu-Schütt