AGIC greift sich Italiens Robotikzulieferer Gimatic

Die chinesische Private Equity Gesellschaft AGIC Capital übernimmt die Mehrheit an dem italienischen Automatisierungsspezialisten Gimatic Srl. Gleichzeitig wird der bisherige Investor Xenon Private Equity seinen Minderheitsanteil aufstocken. Auch Gimatic-Gründer Giuseppe Bellandi beteiligt sich weiter an seinem Unternehmen. Die Höhe der Transaktion liegt laut AGIC bei über 100 Mio. EUR. Zur genauen Höhe des Mehrheitsanteils äußerte sich der Private Equity Investor nicht. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen und soll bis Ende Juni abgeschlossen sein.

„Bei Opel wäre das Potenzial für eine Win-Win-Situation riesig gewesen“

Nach fast neun Jahrzehnten wechselt Opel den Besitzer. Peugeot übernimmt für insgesamt 2,2 Mrd. EUR die Rüsselsheimer Traditionsmarke vom US-Konzern General Motors. Die Franzosen werden nach der Fusion einen Marktanteil von 17% in Europa erreichen und hinter Volkswagen zum zweitgrößten europäischen Hersteller aufsteigen. Indirekt mit dabei: Peugeots Ankerinvestor Dongfeng Motor. Was die Übernahme für die Perspektiven der Belegschaft von Opel bedeutet, ob sich neue Chancen auf dem chinesischen Markt bieten, und wie es hätte anders laufen können, das erläutert Lutz Berners, Geschäftsführer der Berners Consulting GmbH, im Interview.

Kukas Geschäft brummt

Nach der Übernahme durch Midea meldet Kuka für 2016 einen neuen Höchststand beim Auftragsvolumen. Mit 3,4 Mrd. an Eingängen in den Büchern wurde laut vorläufigen Zahlen des Augsburger Roboterbauers der Wert des Vorjahres um rund 21% übertroffen. Die stärksten Impulse kamen aus der internationalen Autoindustrie. Dieses Segment verzeichnete einen Zuwachs von 30%, gefolgt vom Industriesektor (19%) und dem Service-Segment (14%). Der Auftragseingang im Geschäftsbereich Robotics erhöhte sich um 22% auf 1.089 Mio. EUR und hat damit erstmals die Ein-Milliarden-Euro-Grenze übertroffen. Die vor zwei Jahren akquirierte Business Unit Swisslog verzeichnete mit einem Plus von 35% auf 743 Mio. EUR einen noch deutlicheren Anstieg der Aufträge. Der Umsatz blieb mit 2,9 Mrd. EUR auf dem Niveau 2015, das EBIT ging indes zurück.

Gelingt SGCC doch der Einstieg bei 50Hertz?

Die State Grid Corporation of China (SGCC) hat einen zweiten Anlauf gestartet, um einen Minderheitsanteil an 50Hertz Transmission GmbH zu erwerben. Laut einem Bericht des Handelsblatts hat das chinesische Staatsunternehmen bereits einen Kaufvertrag über eine Beteiligung von 20% an dem deutschen Hochspannungsnetzbetreiber unterschrieben. Doch wie schon beim ersten Einstiegsversuch Anfang des Jahres könnte die Transaktion noch scheitern: Die belgische Netzgesellschaft Elia hat noch bis Mitte Juli Zeit, abermals von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen. Die Bundesregierung steht der Beteiligung nach wie vor ablehnend gegenüber.

Midea verdoppelt Anteil an Kuka

Midea erhöht seinen Anteil an Kuka auf 10,22%. Damit verdoppelt der chinesische Hausgerätehersteller seine Beteiligung an dem deutschen Robotikunternehmen nahezu. Das Aktienpaket des größten Anteilseigners Voith bleibt unverändert. Der Anlagebauer hält nach wie vor 25,1% an den Augsburgern.

HNA wird größter Aktionär der Deutschen Bank

Die HNA Group hat ihre Beteiligung an der Deutschen Bank auf 9,9% aufgestockt. Damit ist der Konzern aus Hainan zum größten Anteilseigner an Deutschlands führendem Geldinstitut noch vor dem US-Investmentriesen Blackrock (5,88%) und den beiden Staatsfonds Paramount Services und Premium Services aus Katar (jeweils 3,05%) aufgestiegen. Dies geht aus der jüngsten Meldung der Deutschen Bank zur Aktionärsstruktur mit Stand vom 28. April hervor. Weder die Deutsche Bank noch HNA haben sich bisher darüber hinaus zu weiteren Einzelheiten der jüngsten Anteilserhöhung geäußert. Allerdings hatte die südchinesische Gruppe bereits bei ihrem Einstieg vor knapp drei Monaten durchblicken lassen, die Beteiligung auf bis zu 10% anheben zu wollen.

Cathay Fortune steigt bei Epigenomics ein

Die in Hongkong registrierte Beteiligungsgesellschaft Cathay Fortune International erwirbt einen Minderheitsanteil von 2,15% an der Epigenomics AG. Hierzu führt der am Frankfurter Prime Standard notierte Biotech-Spezialist eine Kapitalerhöhung mit Privatplatzierung durch. Cathay zahlt 4,52 EUR pro Aktie (Xetra-Schlusskurss 16.11.2016: 4,88 EUR) und legt insgesamt 2,1 Mio. EUR auf den Tisch. Die neuen Anteilsscheine sind bereits ab dem laufenden Jahr dividendenberechtigt.

Daimler beteiligt sich an Lei Shing Hong

Daimler erwirbt einen Minderheitsanteil in Höhe von 15% an Lei Shing Hong (LSH). Das Hongkonger Unternehmen gehört zu den weltweit größten Händlern von Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz. Laut Pressemeldung der Daimler AG haben die zuständigen Kartellbehörden der Transaktion bereits zugestimmt. Nach Medienberichten wird der Stuttgarter Autobauer einen dreistelligen Millionenbetrag investieren und zudem zwei Mitglieder in das Leitungsgremium des Handelshauses entsenden.

China Western Power erwirbt Mehrheit an Goslar

China Western Power erwirbt für 6,503 Mio. EUR eine Mehrheitsbeteiligung von 51% an der Goslar GmbH. Das niedersächsische Unternehmen produziert vorwiegend Behältnisse für radioaktive Abfälle. Verkäufer der Anteile sind die Münchner Investmentgesellschaften Endurance Capital AG und die Pro Consult Plus UG, die jeweils 40,8% bzw. 10,2% abgeben. Der Käufer aus der südwestchinesischen Provinz Sichuan möchte mit Blick auf den wachsenden Bedarf für die Behandlung von radioaktiven Materialien in China mit dem Einstieg bei Goslar Zugang zu internationaler Spitzentechnologie erhalten und diesen Geschäftsbereich aufbauen.

„Es gibt viel zu lernen von den Deutschen“

Ein veritabler Wirtschaftskrimi ist die Übernahme des Recycling-Spezialisten Scholz durch Chiho Tiande über einen Deb-Equity-Swap. Die Ingredienzien: hohe Schuldenlast, eine nicht bediente Anleihe, juristische Winkelzüge – und am Ende ein Investor aus China, der den Befreiungsschlag führt. In der Ausgabe 4-2016 analysieren wir die Transaktion detailliert in einer Fallstudie. Lesen Sie hier das ausführliche Interview dazu mit Kian Guan GOH, CIO der Chiho-Tiande Group. Interview: Falko Bozicevic

Jifeng erreicht Sperrminorität an Grammer

Im Abwehrkampf gegen die Investorengruppe der Familie Hastor kann die Grammer AG einen Punktsieg für sich verbuchen. Der chinesische Partner Ningbo Jifeng hat seinen Anteil am bayerischen Automobilzulieferer Grammer nochmals von 20,01% auf 25,51% erhöht. Hierfür dürften die Chinesen schätzungsweise weitere 35 Mio. EUR investiert haben. Damit hält Jifeng jetzt eine Sperrminorität und kann künftige Kontrollversuche von Hastor blockieren. Der Konflikt mit der bosnischen Investorenfamilie zeigt bereits negative Auswirkungen auf den Auftragsbestand und das zu erwartende Ergebnis von Grammer.

Huiding kauft IoT-Spezialist Commsolid

Für knapp 10 Mio. EUR übernimmt Shenzhen Huiding Technology 100% an der Commsolid GmbH aus Dresden. Verkäufer sind neben den Gründern und persönlichen Gesellschaftern der High-Tech-Gründerfonds und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen, die zuletzt jeweils 15% an der Gesellschaft hielten, sowie der Hightech Startbahn Inkubator, der bisher einen Anteil von 11% besaß. Die Akquisition erfolgte über Goodix Technology, der Hongkonger Tochter von Huiding. Das Closing erfolgte bereits am 1. März, nachdem Anfang Februar die Verträge unterzeichnet worden waren.